Dimmer- und Switchpacks: leistungsstarke Glieder einer kompletten Lichtanlage

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Dimmer- und Switchpacks: leistungsstarke Glieder einer kompletten Lichtanlage

In der professionellen Lichttechnik spielen Dimmer und Switchpacks eine große Rolle. Sie werden eingesetzt, um bei Konzerten, Theaterstücken, Messen und anderen Events für effektvolles Licht zu sorgen. Lichttechniker setzen komplette Lichtanlagen ein, die von Lichtmischpulten aus gesteuert werden.

Lichtverhältnisse beeinflussen

In der Lichttechnik beschäftigt man sich mit technischen Maßnahmen, um Lichtverhältnisse zu beeinflussen. Dazu zählt unter anderem, das Tageslicht in Gebäuden auf die bestmögliche Art und Weise zu lenken. Ein weiterer Aspekt der Lichttechnik ist der Einsatz von Leuchten und Lichteffekten, der vor allem bei Veranstaltung eine Rolle spielt.

In der Lichttechnik für Veranstaltungen wird zwischen intelligenten und konventionellen Lichtgeräten unterschieden. Konventionelle Produkte sind zum Beispiel PAR-Scheinwerfer, die bereits seit den späten Fünfzigerjahren eingesetzt werden und im Laufe der Zeit immer weiter verbessert wurden. Der Begriff PAR steht für „parabolic aluminized reflector". Die Strahler werden bei verschiedensten Veranstaltungen eingesetzt und gehören zum Standard-Equipment. Durch Abblendflügel bzw. Flügeltore, die vorne an den Scheinwerfern angebracht werden, entstehen Lichtkegel. Diese Spots sind vor allem im Theater wichtig. Neben PAR-Strahlern gehören Linsenscheinwerfer zu den konventionellen Lichtgeräten.

Intelligente Scheinwerfer sind zum Beispiel Moving Heads, Scanner und streng genommen auch Laser. LED-Lampen, die sich immer weiterer Verbreitung erfreuen, werden in konventionellen sowie in intelligenten Lichtgeräten eingesetzt.

Was sind Dimmer?

Durch Dimmer können Sie die Helligkeit von Scheinwerfern und anderen Lampen steuern. Entweder werden einzelne Leuchten gedimmt oder ganze Leuchtgruppen. Durch Dimmen verändern Sie die Lichtstimmung und können Räume so für verschiedene Zwecke nutzen. Gerade im Theaterbereich und in Clubs sowie bei Konzerten spielt das Licht eine wichtige Rolle, um bestimmte Stimmungen zu erzeugen.

Dimmer werden an Scheinwerfer oder andere Leuchten angeschlossen und mittels eines XLR-Kabels mit einem Lichtmischpult verbunden. Das Lichtmischpult sendet über das XLR-Kabel bestimmte Informationen an den Dimmer, woraufhin dieser die Information umwandelt und den Scheinwerfer dimmt. Statt eines Lichtmischpults können Sie auch einen Computer zur Steuerung von Dimmern verwenden.

Dimmerpacks bestehen aus mehreren Dimmern, mit deren Hilfe die Helligkeit einzelner geschlossener Geräte gedimmt werden kann. Die Dimmbarkeit liegt dabei zwischen 0 und 100 Prozent.

Was sind Switchpacks?

Im Gegensatz zu Dimmerpacks bieten Switchpacks nur die Möglichkeit, Scheinwerfer ein- oder auszuschalten. Es ist folglich kein Dimmen möglich, da das Produkt nur den Impuls „Ein" oder „Aus" gibt. Durch ein Switchpack sind Sie in der Lage, Geräte zu schalten.

Die Wahl zwischen Dimm- oder Switchpack sollte vom Einsatzgebiet abhängig gemacht werden. In Theatern werden zum Beispiel häufig Switchpacks eingesetzt, um die Bühne von einem auf den anderen Moment vollkommen dunkel erscheinen zu lassen.

In einem Club sind Dimmerpacks den Switchprodukten vorzuziehen – allerdings nur, wenn Scheinwerfer oder andere Leuchten gedimmt werden sollen. Nicht-dimmbare Lichteffekte wie zum Beispiel Stroboskop-Licht sollten nur über Switchpacks gesteuert werden.

DMX als Steuerprotokoll

Dimmer und auch Switchpacks werden durch das Steuerprotokoll DMX gesteuert. DMX ist ein standardisiertes Verfahren, um Beleuchtungseinrichtungen zentral steuern zu können. Der Begriff steht für „Digital MultipleX", bei diesem Verfahren werden 512 Kanäle in eine Nachricht gepackt.

Mit dem Steuerprotokoll können Sie mittlerweile unglaublich viele Dinge tun. Einfache Scheinwerfer, Dimmerpacks, LED-Strahl mit unbegrenzten Farbmöglichkeiten, aber auch komplexe Scanner, Laser und Moving Heads lassen sich mittels DMX bedienen. Die meisten Befehle werden über ein Lichtmischpult oder den Computer ausgegeben, auf denen sich eine DMX-Software befindet. Darüber hinaus gibt es WirelessDMX, um zum Beispiel bewegliche Effekte zu ermöglichen.

Verbindungen durch DMX-Kabel herstellen

Mit dem Steuerprotokoll werden alle Geräte mittels entsprechender Kabel verbunden und die Befehle von Gerät zu Gerät weitergegeben. Sie können nicht nur einzelne Lichteffekte per DMX ansteuern, sondern auch Szenen vorprogrammieren und sie dann bei einem Event abspielen. Vom Steuerpult aus haben Sie permanent Zugriff auf die verschiedenen Geräten und können diese anwählen und Befehle ausgeben.

Um die verschiedenen Geräte mit DMX zu verbinden, werden herkömmliche XLR-Kabel verwendet. Über diese Kabel werden dann die Steuerungsinformationen vom Mischpult oder dem Computer bis hin zum Endgerät gesendet. Wenn Sie kleine Strecken zwischen Geräten überbrücken müssen, genügen herkömmliche XLR-Mikrofonkabel. Bei größeren Strecken sollten Sie auf spezielle DMX-Kabel zurückgreifen.

Beim Steuerprotokoll können verschiedene Kanalwerte eingestellt werden. Bei welchen Werten Switch- oder Dimmerpacks geschaltet werden, ist abhängig vom Modell. Bei Switchpacks wird in den meisten Fällen ein DMX-Wert von 0 bis 127 für „On" und von 128 bis 255 für „Off" eingegeben. Bei Dimmerpacks liegt dieser Wert zwischen 0 und 255.

Dimmer- und Switchpacks richtig installieren

Damit Dimmer- und Switchpacks richtig funktionieren, müssen sie in der korrekten Reihenfolge angeschlossen werden. Die Produkte werden mittels DMX-Kabeln mit dem Computer oder Steuerpult verbunden. An den Packs befinden sich Steckdosenleisten, in die der Stecker des Scheinwerfers eingesteckt werden muss. Die Leuchtmittel werden also nicht in eine herkömmliche Steckdose gesteckt, sondern beziehen ihren Strom über die Dimmer- oder Switchpacks. Die Packs selbst müssen dagegen an den Strom angeschlossen werden.

Je nach Modell sitzen Dimmer direkt am Scheinwerfergehäuse oder befinden sich mit anderen Dimmern in einem so genannten „Rack". Ein Rack ist eine Haltevorrichtung, in der mehrere Dimmer Platz haben und angebracht werden können. Auch Switchpacks können neben Equalizern, Dynamikprozessoren, Endstufen und anderen Effektgeräten in einem Rack untergebracht werden.

Einsatz von Dimmer- und Switchpacks

Dimmer- und Switchpacks sind in der Lichttechnik zuhause. Dort haben sich die Produkte etabliert, da mit ihrer Hilfe mehrere Lichteffekte gleichzeitig gesteuert werden können.

In Privathaushalten gibt es häufig dimmbare Leuchten, die per Hand bedient werden. Eine solche Bedienung wäre für Shows, in Clubs und auf Theaterbühnen undenkbar, da dort stets mehrere Lichteffekte gleichzeitig gesteuert werden müssen. Dimmer- und Switchpacks ermöglichen eine hohe Flexibilität im Bereich Lichttechnik, da sich sämtliche Scheinwerfer und Leuchten mittels Knopfdruck am Mischpult oder am Computer ansteuern lassen.

Dimmer und Switchpacks sind nicht geräuschlos

In der Regel ist das Betriebsgeräusch von Dimmern und Switchpacks zu hören. Gerade bei Akustikkonzerten oder Chören kann dieses Geräusch stören, da es bei den Auftritten in der Regel recht leise ist. In einem Club werden Betriebsgeräusche kaum auffallen.

Es ist keine Lösung, die Produkte mit Dämmplatten oder Ähnlichem abzuschirmen, da Dimmer und Switchpacks auch eine gewisse Lüftung brauchen. Die einzige Lösung ist es, die Packs entfernt von der Bühne aufzustellen. Durch die Verwendung von Verlängerungskabeln sollte dies in der Regel immer möglich sein.

Die Geräusche von Dimmern werden von den bei der Phasenanschnittssteuerung entstehenden Oberwellen ausgelöst. Wenn ein Dimmer laut brummt, setzen diese Oberwellen lockere Bauteile in Bewegung. Auch kann das Brummen von der Glühwendel eines Leuchtmittels stammen, das durch die Oberwellen in Schwingung gerät.

In hochwertigen Dimmern, die in der Regel recht teuer sind, befinden sich mehrere induktive Bauteile zur Kompensierung der Oberwellen. Gänzlich verschwindet das Brummen bei einigen Modellen trotzdem nicht.

Eine Möglichkeit, lästigem Brummen entgegenzuwirken, sind Packs, die mehr Leistung liefern, als Sie eigentlich benötigen. Die Dimmer müssen nicht auf Hochtouren laufen und sind daher leiser.

Pflege von Packs

Switchpacks und Dimmer sind in der Pflege relativ umgänglich, denn sie müssen in der Regel nicht gewartet werden. Damit die Lüfter einwandfrei funktionieren und die Geräte nicht zu heiß werden, sollten Sie ab und zu Staub und andere Verschmutzungen von den Produkten entfernen.

Bevor Sie die Geräte reinigen, müssen diese vom Netz getrennt werden – vor allem, wenn Sie mit Wasser hantieren möchten, was sich allerdings nicht wirklich empfiehlt. Zur Reinigung der Produkte genügt ein angefeuchtetes Mikrofasertuch, mit dem Sie die Oberfläche säubern können.

Ihr Putzlappen sollte niemals nass, sondern nur leicht feucht sein. Denn Flüssigkeiten, die in die Geräte gelangen, können diesen schaden. Auch auf sämtliche Lösungsmittel sollten Sie verzichten, da diese die Oberfläche angreifen können. Wenn Sie die Packs mit einem feuchten Tuch gereinigt haben, sollten diese vollständig trocken sein, bevor sie wieder an den Strom angeschlossen werden.

Wichtig ist, die Anschlüsse der Geräte sauber zu halten. Am einfachsten geschieht dies durch ein Druckluftspray, das Sie bei eBay in Dosen erwerben können. Schmutzpartikel werden von den Anschlüssen weggeblasen.

Was gehört noch zu einer Lichtanlage?

Zu einer kompletten Lichtanlage gehören mehr Geräte als Dimmerpacks, Switchpacks und PAR-Scheinwerfer. Auch Filter und Blenden gehören zum Standard-Equipment einer Lichtanlage. Sie werden durch Halterungen an den Scheinwerfern angebracht und sorgen für stimmungsvolle, farbige Lichteffekte.

Vor allem bei Techno-, House- und Dance-Veranstaltungen kommt Stroboskoplicht zum Einsatz. Die Geräte geben in sehr schnellen zeitlichen Abständen Lichtblitze ab. Die Bewegungen unter Stroboskoplicht erscheinen so abgehackt und als Abfolge von stehenden Bildern. Je nach Schnelligkeit der Musik können Sie die Blitzrate über einen Regler einstellen.

Moving Heads sind die bekanntesten der intelligenten Lichtgeräte und gehören zu professionellen Lichtanlagen. Sie bewegen sich kontinuierlich und können um alle Achsen geschwenkt werden, da sich der Kopf inklusive Leuchtmittel dreht. Für besondere Lichteffekte können vor den so genannten Kopfscheinwerfern „Gobos" angebracht werden. Mit der Hilfe dieser speziellen Masken können Sie Texte, Muster oder eigene Logos projizieren. Moving Heads können wie Dimmerpacks und Switchpacks mittels DMX gesteuert werden. Es existieren aber auch Produkte mit vordefinierten Bewegungsmakros.

Zu modernen Lichtanlagen zählen außerdem Laser, die optische Reize liefern. Laserstrahlen sind sehr dünn und können große Distanzen überbrücken. Wenn Sie direkt in einen Laser hineinschauen, können die Strahlen Ihre Netzhaut beschädigen. Daher dürfen nur Produkte mit entsprechenden Klassifizierungen verkauft werden.

Neben den genannten Lichteffekten gehören zum Beispiel auch Nebelmaschinen, Lichtmischpulte, Schwarzlicht-Röhren, komfortable Fußschalter oder Moonflower-Lichteffekte zu einer Lichtanlage dazu. Je nach Einsatzzweck variieren die Produkte.

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