Digitale Kabel-TV Boxen: so finden Sie die Richtigen

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Digitale Kabel-TV Boxen: so finden Sie die Richtigen

Neben Satelliten- und Antennenfernsehen hat das Kabelfernsehen einen festen Platz im Rundfunkprogramm. Wie bei den anderen Übertragungsmöglichkeiten profitieren seine Nutzer von den Vorzügen der Digitaltechnik. Zusätzliche Extras und Funktionen machen den Nachfolger der analogen Technik zur idealen Lösung für die Fernsehunterhaltung werden. Um darauf zuzugreifen, benötigen Sie eine digitale Kabel-TV-Box. Mit dieser empfangen Sie die eingehenden Fernsehsignale. Im vorliegenden Ratgeber erhalten Sie einen Überblick über die Besonderheiten der Geräte. Neben den technischen Grundlagen stehen Nutzungsvoraussetzungen, Gebrauchs­hinweise und bekannte Anbieter im Vordergrund. 

Unterschiede zwischen analogem und digitalem Signal

Digitales Kabelfernsehen ist eine Weiterentwicklung der analogen Übertragungsweise. Der Unterschied besteht in der Art des Signals. Man kann ihn sich am besten anhand einer Kurvenfunktion vorstellen. Das analoge Signal wäre eine gerade, ununterbrochene Kurve. An jedem Punkt dieser Kurve könnte das Signal unendlich viele Feinheitsgrade annehmen. Die Qualität ist theoretisch uneingeschränkt. Digitale Signale haben keinen kontinuierlichen Verlauf. Die Kurve hat die Form kleiner Stufen, die so fein gerastert sind, dass man sie kaum erkennt. Mit der Signalform der digitalen Übertragung gehen viele Vorteile einher. Die übermittelten Daten verbrauchen weniger Bandbreite. Sie werden in größerem Umfang und hochwertiger übermittelt als analoge Signale. Eine größere Programmauswahl bei geringeren Kosten ist die Folge. Weniger anfällig gegen Störungen sind sie überdies.

Bezeichnungen

Der digitale Rundfunk ist weltweit Standard geworden. Die entsprechende Bezeichnung ist DVB (Digital Video Broadcast). Je nach Übertragungsart unterscheidet man DVB-C (Cable), DVB-S (Satellite) und DVB-T (Terrestrial). Der DVB-Standard hat analoges Fernsehen im Wesentlichen abgelöst.

Funktionsweise des digitalen Kabelfernsehens

Um digitales Kabel zu empfangen, brauchen Sie neben einem Fernseher eine Antennen­steckdose und ein Breitbandkabel. Aufgrund ihrer guten Eigenschaften verwendet man Koaxialkabel. Diese bestehen aus einem Innen- und einem Außenleiter, zwischen denen ein Isolator (Luft) vorhanden ist. Über diesen wird das Fernsehsignal in Bild und Ton übertragen. Ihr digitales Kabel nutzen Sie auch zur Verwendung von Internet und Telefon.

Mögliche Nutzungskosten

Ein Nachteil gegenüber dem Satellitenfernsehen besteht darin, dass Sie für den Kabelanschluss unabhängig von Rundfunk- und Pay-TV monatliche Gebühren für die Kabelmiete zahlen müssen. Ihre Höhe variiert von Fall zu Fall. Teilweise sind sie in den Nebenkosten der Wohnung enthalten. Wenn Sie ein Haus bauen, kommen zusätzliche Kosten für einen neuen Kabelanschluss hinzu. 

Wie beim Satellitenfernsehen gibt es auch bei digitalem Kabel einen Receiver. Auf ebay finden Sie eine vielfältige Auswahl unter den Namen Set-Top-Box und Kabelbox. Sie finden für jeden Bedarf Geräte namhafter Hersteller. Vertreten sind:

Der Receiver empfängt die eingehenden Signale und decodiert sie. Anschließend werden sie vom Fernseher als Videosignal ausgegeben. Zur Komprimierung der Daten werden MPEG-2 und MPEG-4 verwendet. Die Qualität ist davon abhängig, wie viel Bandbreite zur Verfügung steht, wie hochwertig das Quellmaterial ist und welcher Encoder verwendet wird. Ist die Bitrate niedrig, können viele Programme gleichzeitig übertragen wird. Die Güte der übertragenen Bilder lässt dabei allerdings nach.

Von welchen Anbietern können Sie digitales Kabel beziehen?

Es gibt in Deutschland vier wichtige Provider. Jeder beliefert einen anderen Teil des Landes. Der Einflussreichste von Ihnen ist Kabel Deutschland. In 13 Bundesländern ist er vertreten. In Baden Württemberg bietet Kabel-BW DVB-C an. Hessen und Nordrhein-Westfalen werden von Unitymedia versorgt- TeleColumbus ist der vierte große Anbieter. Welchen der vier Sie nutzen, hängt von ihrem Wohnort ab. Abhängig davon bezahlen Sie unterschiedliche Tarife für ihr Programm und empfangen unterschiedliche Sender.

Was ist beim Kauf und der Nutzung einer digitalen Kabel-Box wichtig?

Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über wichtige Aspekte von Kabel-Receivern. Es handelt sich dabei um Bedienkomfort, Extras und Nutzungsvoraussetzungen. Bei der Geräteauswahl unterstützt Sie die Einführung als Orientierungshilfe.

Welchen Receiver können Sie verwenden?

Bei der Auswahl einer digitalen Kabelbox sind Sie eingeschränkter als beim Kauf eines digitalen Sat-Receivers. Das hängt damit zusammen, dass Sie ihren ersten Receiver vom Hersteller bekommen. Ein neues Gerät muss wie die Basisvariante mit den Vorgaben ihres Anbieters übereinstimmen. Manche Geräte sind nicht erlaubt oder dürfen nur eingeschränkt verwendet werden. Informieren Sie sich vor dem Kauf bei ihrem Provider oder dem Hersteller des Receivers.

Was ist für den Bedienkomfort der digitalen Kabelbox wichtig?

Ist ihr Gerät mit den Vorgaben kompatibel, wenden Sie sich dem nächsten Punkt zu. Für unbeschwerten Filmgenuss wählen Sie ein Gerät mit einer unkomplizierten Bedienung. Sie erkennen Sie an einem leichten Anschluss, übersichtlichen Menüs und einer intuitiv bedienbaren Fernbedienung. Die Übersichtlichkeit der Menüs wird durch helle Farben, starke Kontraste und einen gut erkennbaren EPG (Electronic Program Guide) gewährleistet. Ein EPG ist eine Software im Innern des Receivers, die über ein Display zusätzliche Informationen zum Fernsehprogramm ausgibt. Sie ist hilfreich, wenn sie beim Zappen auf einer Werbesendung ankommen. Sie müssen nicht extra im Teletext nachsehen, auf welchem Sender Sie sich im Moment befinden.

Haben Sie den Fernseher angeschlossen, ist ein Sendersuchlauf der nächste Schritt. Jeder Receiver verfügt darüber. Sie finden alle verfügbaren Sender in kurzer Zeit und speichern sie anschließend ab. Welche Sender Sie empfangen, hängt von ihrem Netzbetreiber und ihren Pay-TV-Abonnements ab. Um verschlüsselte Sender sehen zu können, benötigen Sie eine Smart-Card. Sie stecken sie in den entsprechenden Kartenslot am Receiver und weisen sich so als zugangsberechtigt aus.

Der Empfang zusätzlicher Programme über Pay-TV

Die Ausstrahlung des Bezahlfernsehens erfolgt bei DVB-C über Kabel, funktioniert aber ähnlich wie beim Satellitenfernsehen. Die Sendeanstalten strahlen ihr Programm über das öffentliche Frequenzband aus. Damit es nur Befugte sehen können, nutzt man ein Zugangsberechtigungs­system mit einer bestimmten Verschlüsselung. Die Anbieter Kabel Deutschland, Sky Deutsch­land und Unitymedia verwenden das Verschlüsselungssystem Nagravision-Aladin. Damit Sie es decodieren können, muss ihr Receiver über einen passenden CI-Schacht, ein passendes CI-Modul und die richtige Smartcard verfügen. Mit zusätzlichen kompatiblen Karten empfangen Sie andere Programme.

Die Hauptaufgabe des CA-Moduls besteht in der Organisation von Entschlüsselungsprozessen zwischen Karte und Decoderhardware. Es ist gegen Module mit einer anderen Entschlüsselung austauschbar. Die Kompatibilität ist von ihrem Anbieter und der verwendeten Smartcard abhängig.

Um einen Kanal sehen und einen anderen zeitgleich aufzunehmen, nutzen Sie einen Receiver mit zwei Kartenslots.

Schnittstellen, Belüftung und Nutzungskomfort der digitalen Kabelreceiver

Einen guten Receiver erkennen Sie daran, dass er über viele Anschlüsse verfügt. Zur Standardausstattung gehört ein HDMI-Anschluss. Er ist notwendig, um den Fernseher oder andere HD-taugliche Geräte wie Beamer anzuschließen. USB-Anschlüsse nutzen Sie, um externe Datenträger wie MP3-Player oder USB-Sticks an ihren Receiver anzuschließen. Die enthaltenen Video-, Audio und Bilddateien können Sie über den Bildschirm ihres Fernsehers ausgeben. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass der Receiver nur die Formate wiedergeben kann, die er unterstützt. Je mehr dazugehören, desto besser ist die Qualität des Geräts. Häufig verwendete Formate sind MP3, BMP, MPG, MP4, AVI und MOV. Neben HDMI- und USB-Anschlüssen sollten auch Schnittstellen für Audio- und Video-Cinch sowie Scart-Kabel vorhanden sein.

Display

Ein hochwertiges Display ist nicht nur hell und kontrastreich, sondern auch groß genug. Die Zeichen müssen auch aus der Entfernung gut lesbar sein. Die auf der Fernbedienung abgebildeten Funktionen sollten selbsterklärend und intuitiv verständlich sein. Komplexere Zusammenhänge sind anschaulich in der Bedienungsanleitung erklärt. Die Erklärungen müssen stets so einfach gehalten sein, dass sie auch für Laien verständlich sind. Informationen hierzu entnehmen Sie Testberichten im Internet. Häufig ist die Übersichtlichkeit der Gebrauchs­anweisung ein Bewertungskriterium.

Umschaltzeit

Zum Bedienkomfort trägt weiters eine geringe Umschaltzeit bei. Sie beträgt idealerweise nicht mehr als 2 Sekunden. Bei häufigen Kanalwechseln wirkt sie sonst schnell störend. Ein weiteres Problem legt die Bedeutung einer kurzen Umschaltzeit nahe. Beim ersten Gebrauch erschwert eine lange Umschaltzeit die Gewöhnung. Man prägt sich Eingaben besser ein, auf die man unmittelbar eine Reaktion erhält. Eine Bootzeit von weniger als 15 Sekunden ist angemessen.

Lüfter und Tonqualität

Der eingebaute Lüfter ist idealerweise kaum hörbar. Gerade beim längeren Filmschauen stört ein lautes Lüftergeräusch erheblich. Lärm kann ein Indiz für Staub im Gehäuse, Überhitzung oder eine defekte Lüftersteuerung sein. Neben der Bildqualität ist die Tonqualität wichtig. Die Tonspuren sollten ausgeglichen und gleich laut sein. Gerade beim Anschluss von Dolby Digital- und Surround-Sound-Anlagen ist ein scharfer und klarer Klang wichtig.

Welche Extras sind für Ihre Kabelbox wichtig?

Zum Aufnehmen von Filmen benötigen Sie einen Receiver mit eingebauter Festplatte. Hochwertige Modelle können zwischen 500 Gbyte und einem Terabyte Daten speichern. Statt einer internen Festplatte können Sie in Receivern ohne integrierter Festplatte auch einen externen Speicher einsetzen. Der Vorteil der internen Festplatte besteht darin, dass Sie ihre Filme stets unmittelbar verfügbar haben. Unter den digitalen Kabel-TV-Boxen gibt es Geräte, mit denen sie HbbTV nutzen können. Dabei handelt es sich um eine erweiterte Form des Teletextes, die mit dem Internet verbunden ist. Der Receiver wird dabei über einen Ethernet-Anschluss verbunden.

Welche Vorteile bringt das digitale Kabelfernsehen mit sich?

Bild- und Tonqualität sind besser als beim analogen Kabel. Hochwertige Receiver sind HD- und Dolby-Digital-kompatibel. Es sind mehr Kanäle verfügbar (70-90 statt 40). Die vielen Sender umfassen ein ausladendes Spartenprogramm. Für jeden Bedarf finden Sie die passenden Sender. Ein geringer Installationsaufwand ist ein weiterer Vorteil. Die Installation einer Parabolantenne wie bei der Satellitenanlage ist nicht nötig. Die Kabel sind zudem vor Witterung geschützt. Auch bei schlechtem Wetter ist der Empfang gut.

Welche Nachteile gibt es?

Kabelfernsehen verursacht mehr Kosten als Satellitenfernsehen. Zu den Beiträgen für Pay-TV-Abonnements und Rundfunkgebühren kommen die Kosten für die Kabelmiete. Da auch die Grundsender verschlüsseln, benötigen Sie zusätzlich eine passende Smart-Card. Beim digitalen Kabelfernsehen muss jeder Fernseher einen eigenen Receiver haben. So viele Kanäle wie beim digitalen Satellitenfernsehen gibt es jedoch nicht.

Die Auswahl der Empfangsgeräte ist eingeschränkt. Sie sind sehr stark von den Vorgaben ihres Kabelanbieters abhängig. Die mitgelieferten Geräte verfügen häufig nicht über eine Festplatte oder einen HDTV-Tuner. Für die neuen Geräte fallen zusätzliche Kosten an.

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