Dieses Zubehör für die MV Agusta kennen Sie vielleicht noch nicht

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Dieses Zubehör für die MV Agusta kennen Sie vielleicht noch nicht

Den Motorradbauer Ducati kennt vielleicht nicht jeder, aber sicherlich der Großteil der praktizierenden Biker. Gleiches gilt für den Hersteller Moto Guzzi. Bei Bimota wird es schon schwieriger – ist der Dritte im Bunde doch ein Kleinserienhersteller und eher Tuner als Hersteller. Zwei Dinge aber haben die drei Namen gemeinsam: Sie bauen allesamt Motorräder. Und sie sind allesamt in Italien beheimatet.

Dabei sind mit Ducati, Moto Guzzi und Bimota noch längst nicht alle Hersteller von Motorrädern made in Italia aufgezählt. Beispielsweise gibt es da noch MV Agusta. Ansässig im hohen Norden Italiens, ist MV Agusta wohl kaum jedem bekannt, vielleicht nicht einmal jedem Biker. Trotzdem ist der Motorradbauer int eressant und darf auf eine große Fangemeinde schauen. Warum das so ist und vor allem, was Sie für Ihre MV Agusta an Zubehör kaufen können, verrät Ihnen dieser Biker-Ratgeber.

MV Agusta: Motorradbauer aus dem Norden Italiens

Den Auftakt des Ratgebers bildet ein kleiner Rückblick in die Geschichte, denn MV Agusta hat einiges zu erzählen. Bereits ab 1927 baute der damalige Autobauer Agusta erstmals Motorräder. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sparte als eigenständige Firma unter dem Namen MV Agusta ausgegliedert, wobei „MV" für „Meccanica Verghera" steht und mit „mechanischer Betrieb in Verghera" übersetzt werden kann.

Das erste Motorrad der Neuzeit – nach 1945 – war die MV Agusta 98, die man eigentlich Vespa 98 nennen wollte. Den Namen hatte sich jedoch bereits Konkurrent Piaggio schützen lassen, der mit seiner Vespa schließlich einen Riesenerfolg feiern sollte. Trotzdem konnte auch MV Agusta überzeugen und besonders in den 1950ern gute Verkaufszahlen erreichen. In den 1960ern und 1970ern machten sich die Italiener zudem im internationalen Motorsport einen Namen. 1980 aber geriet der Hersteller in Schieflage und musste aufgeben.

Eine italienische Geschichte: MV Agusta im Rückblick

1992 übernahm die Castiglioni-Gruppe – Bikern vielleicht für ihre Eigenmarke Cagiva bekannt – MV Agusta, prompt wurden neue Modelle auf die Räder gestellt. Erstes Modell nach dem Comeback war die MV Agusta F4, ein Superbike mit einem 750 Kubik großen Reihenvierzylinder. Die Maschine erwies sich als großer Wurf und galt vor allem wegen ihres recht ungewöhnlichen Designs als Hingucker.

Ende der 1990er strukturierte die Castiglioni-Gruppe schließlich den Motorradproduzenten um, was schließlich in einem neuen Namen gipfelte. Seither heißt das Unternehmen nämlich offiziell MV Agusta Motor, obendrein gilt nun Cagiva als Tochtermarke von MV Agusta. Gleiches galt für eine kurze Zeit für den schwedischen Enduro-Hersteller Husquarna, der allerdings schon 2007 wieder an BMW verkauft wurde. Nur ein Jahr später und somit 2008 sollte MV Agusta selbst einen neuen Besitzer finden.

Übernahme: MV Agusta wird von Harley übernommen

Tatsächlich wurde MV Agusta anno 2008 von einem recht berühmten Konkurrenten übernommen: der US-Schmiede Harley-Davidson. Die Amerikaner ließen sich den italienischen Hersteller 70 Millionen Euro kosten, womit MV Agusta zu 100 Prozent übernommen wurde. Interessant in dem Zusammenhang: Nur wenige Monate später verließ Chefdesigner Massimo Tamburini das Unternehmen. Fans ist der Name des italienischen Designers wohl in einem anderen Zusammenhang ein Begriff, nämlich seiner Ex-Firma Bimota, die 2000 insolvent ging und 2005 dank einiger Investoren zurückkehrte.

MV Agusta jedenfalls sollte auch Harley-Davidson nicht allzu lang angehören. Schon drei Jahre später wurde das Unternehmen 2010 von Claudio Castiglioni zurück gekauft, was von der plötzlichen finanziellen Schieflage bei Harley begünstigt wurde. Nur ein Jahr später starb Castiglioni, die Führung von MV Agusta war jedoch schon zuvor auf Sohn Giovanni übertragen worden.

Erfolg auf der Rennstrecke: MV Agusta im Motorsport

Neben den Erfolgen im Verkauf konnte MV Agusta auch auf der Rennstrecke begeistern. Tatsächlich errangen die Italiener nicht nur etliche Siege, sondern ebenso zahlreiche Titel in verschiedenen Klassen. Schon 1952 errang MV Agusta den ersten WM-Titel, in der Klasse der 125er und mit Cecil Sandford im Sattel. Weitere Titel in besagter Klasse folgten mit Carlo Ubbili am Steuer, der 1956 auch die erste Weltmeisterschaft bei den 250ern erringen sollte.

1956 gelang mit einem gewissen John Surtees außerdem der erste WM-Triumph in der Klasse der 500er, zwei Jahre später anno 1958 und mit gleichen Fahrer der erste Titel bei den 350ern. John Surtees dürfte übrigens besonders Formel-1-Fans ein geläufiger Name sein, gewann der Brite doch als einziger Pilot seine WM-Titel ebenso auf zwei wie auf vier Rädern in der Formel 1.

MV Agusta jedenfalls stellte im Motorradsport über ganze zwei Jahrzehnte den Überflieger dar, wobei die Italiener zuletzt vor allem die große 500er-Klasse geradezu dominierten. Mit dem letzten WM-Titel 1974 dank Phil Read kommt MV Agusta auf insgesamt 38 gewonnene Weltmeisterschaften bei den Fahrern sowie auf weitere 37 Titel bei den Konstrukteuren.

MV Agusta heute: die aktuellen Motorräder der Italiener

Bis heute und trotz ihres Rückzugs aus dem Motorsport baut MV Agusta vor allem schnelle Superbikes, die von der MV Agusta F3 Serie über die bereits erwähnte F4 bis hin zur MV Agusta Brutale reichen. Gerade die letztgenannte Reihe brachte einige „große" Motorräder hervor, die unter Fans regelrecht legendär wurden. Bis heute wird die Brutale-Serie in etlichen Versionen angeboten, beispielsweise als MV Agusta Brutale 1090, die aus einem Vierzylinder mit 1.078 Kubik 106 kW oder 144 PS und 112 Nm liefert. In der Version Brutale 1900 RR sind es sogar 117 kW beziehungsweise 159 PS bei 100 Nm maximales Drehmoment.

Erwähnenswert ist außerdem die MV Agusta Rivale 800, die zum Herbst 2013 zum Händler rollte. Ausgestattet mit einem Dreizylinder bringt es die 170 Kilo schwere Rivale 800 bei 798 Kubik auf 92 kW oder 125 PS sowie ein maximales Drehmoment von 84 Nm bei 8.600 Umdrehungen. Ausgelegt ist die Rivale übrigens als Supermoto oder Supermotard, womit sich MV Agusta in ein ganz neues Segment wagt – schließlich basieren Supermotos ursprünglich auf Enduros und somit echten Geländemaschinen. Im Fazit hat MV Agusta zum Modelljahr 2013 somit zwar nur vier Motorräder im Segment, diese aber unterteilen sich noch mal in weitere Versionen, wodurch die Italiener ein eher schmales, aber durchaus gewichtiges Portfolio zeigen.

Mehr ist doch mehr: mögliches Zubehör für MV Agusta Bikes

Obendrein können Sie Ihre MV Agusta jeder Art mit zusätzlichem Zubehör versehen, das nicht immer zur eigentlichen Serienausstattung zählt. Beispielsweise bieten sich neue und moderne LED-Motorradblinker als Zubehör an, die aufgrund ihres geringeren Energiebedarfs und ebenso ihrer Langlebigkeit überzeugen.

Aufkleber und insbesondere Felgenaufkleber verleihen den ohnehin schon sportlichen MV-Agusta-Modellen noch mehr „Look", wobei dieser selbstredend allein optischer und keineswegs leistungssteigernder Natur ist. Weitere Zubehörideen für Motorräder aus dem Hause MV Agusta finden sich in neuen Fußrasten oder Lenkergriffen, Action-Kameras zum Aufzeichnen der Touren, sogenannten Handguards zum Schutz der Hände, Lackschutzfolien, Scheinwerfer-Tagfahrlicht, Sturzschutz-Protektoren, Tankpads, Laptimer oder Zeitnehmern, Knieschleifern oder Lenkergewichten.

Komfort oder Leistung: noch mehr Zubehör für MV Agusta

Ebenso finden Sie für Ihre MV Agusta einige spezielle Teile, die vor allem die Leistung Ihrer Maschine steigern sollen. Hierbei geht es manchen Bikern gar nicht unbedingt um mehr Power und Spitzengeschwindigkeit, sondern einfach um einen besseren, schnelleren Anzug. Der ist bei Motorrädern sogar recht einfach zu erreichen und erfordert nicht einmal direkte Eingriffe in den Motor des Bikes, sondern ist bereits mit einem neuen Auspuff zu erzielen.

Je nach Bauart wirkt sich die Abgasanlage entweder auf den An- und Durchzug der Maschine oder aber deren Höchstgeschwindigkeit aus. Vor allem Tuner und Zulieferer bieten daher ganz spezielle Abgasrohre, die gezielt auf mehr Leistung ausgelegt sind. Parallel können Sie andere Reifen aufziehen, die mehr Handling versprechen. Selbst Reifenwärmer werden angeboten, wobei diese im normalen Straßenverkehr sicher nicht allzu viel bringen. Bei einem Besuch auf dem Nürburgring oder einer anderen nahen Rennstrecke aber könnten solche Reifenwärmer einen guten Dienst leisten; zumal, wenn Sie Ihre Maschine mit profillosen Slicks bestücken. Doch Achtung: Slicks sind nur auf geschlossenen Rundkursen erlaubt, nicht aber auf der Straße.

Die ABE ist wichtig: drei Buchstaben mit großer Wirkung

Die Straße ist in diesem Zusammenhang ein gutes Stichwort. Denn nicht alles, was Sie kaufen können, ist auf öffentlichen Straßen erlaubt. Slicks sind wie gesagt auf normalen Straßen verboten, da für Regen das nötige Profil fehlt und ein Unfall aufgrund von Aquaplaning nur eine Frage der Zeit wäre.

Andere Teile müssen jedoch ebenfalls vom Gesetzgeber zugelassen sein, um überhaupt betrieben werden zu dürfen. Das gilt für sämtliche Anbauteile und Verkleidungen wie ebenso für leistungssteigernde Bauteile, somit vom Sportluftfilter bis hin zur Abgasanlage oder gar einem größeren und stärkeren Motor. Wichtig ist hier vor allem die ABE oder allgemeine Betriebserlaubnis, mit welcher entsprechende Teile bereits die nötige Zulassung durchlaufen haben. Ist eine solche ABE nicht enthalten, müssen Sie Ihr Motorrad neu abnehmen lassen.

MV Agusta Zubehör: Das letzte Wort haben TÜV und Co

Somit haben bestimmte Prüforganisationen wie der TÜV oder die Dekra das letzte Wort. Ohne ABE sind Sie jedenfalls seitens des Gesetzgebers zu einem Zwangsbesuch bei TÜV und Co verpflichtet. Doch selbst mit ABE kann es durchaus Probleme geben, wenn das Bauteil nicht konkret für Ihr Motorrad zugelassen ist. Das gilt beispielsweise bei Reifen, da besonders starke Maschinen spezielle Reifen erfordern, die die hohen Kräfte überhaupt aushalten. Nicht jeder Reifen ist für eine 300 km/h schnelle Supersportler zugelassen.

Daher ein Tipp: Bevor Sie Ihre MV Agusta tunen, schauen Sie beim TÜV vorbei. Tragen Sie Ihr Anliegen vor und lassen sich direkt von den Profis beraten.

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