Dieses Fotostudio-Zubehör ist nicht nur etwas für Profis

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Dieses Fotostudio-Zubehör ist nicht nur etwas für Profis

In Zeiten, in denen es für jeden so einfach ist, ansprechende Fotos zu machen, ist Fotostudio-Zubehör auch für Hobbyfotografen oftmals eine sinnvolle Sache. Haben Sie eine Website, einen Blog oder verkaufen Produkte? Fotografieren Sie gerne Personen? Vielleicht träumen Sie insgeheim auch schon von Ihrem eigenen kleinen Hobbyfotostudio zu Hause. So finden Sie das richtige Zubehör, das es für Einsteiger auch schon für beengte Platzverhältnisse gibt.

Grundausstattung für ein Fotostudio

Als Hobbyfotograf sollte man sich überlegen, was für einen selbst für den Einstieg am sinnvollsten ist. Dazu gehört auch die Überlegung, wie viel Platz man dafür zur Verfügung hat und was man gerne fotografieren möchte. Möchten Sie vielleicht erst einmal klein anfangen und sich in Sachen Zubehör und Platzbedarf steigern oder möchten Sie gleich mit möglichst viel Ausstattung und vielen Möglichkeiten loslegen?

Soviel Platz benötigen Sie für Ihr eigenes Studio 

Wird für das neue Fotostudio nur eine Ecke in einem Raum genutzt oder hat man einen Raum übrig, in dem man das Zubehör, das sich über die Zeit ansammeln wird, sinnvoll unterbringen kann? Sie sollten Ihre Entscheidung in Abhängigkeit von Ihren Platzverhältnissen und Fotomotiven treffen. Für gut ausgeleuchtete Aufnahmen von Gegenständen brauchen Sie weniger Platz. Für Porträtaufnahmen wird eine Hintergrundfläche von 4-6 m² empfohlen, je nachdem wie weit das Modell vom Hintergrund entfernt steht. Steht es weiter von dem Hintergrund weg, muss auch der Hintergrund größer sein, damit keine störenden Ränder auf das Bild kommen. Möchten Sie Ganzkörperaufnahmen im Stehen oder im Sitzen machen, benötigen Sie mehr Abstand zum Motiv und deswegen auch eine größere Hintergrundfläche. Für Aufnahmen liegender Modelle brauchen Sie ebenfalls viel Platz. Bei der Bestimmung der Raumverhältnisse sollte außerdem berücksichtigt werden, dass Blitzgeräte, Lampen und Reflektoren auch einen im besten Fall variablen Abstand zum Motiv benötigen.

Auf die richtigen Hintergründe kommt es an

Ist geklärt, wie viel Platz für ein Fotostudio zur Verfügung steht, geht es an die Auswahl der Hintergründe. Diese gibt es in unterschiedlichen Farben und aus verschiedenen Materialien, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Wenn es ein schwarzer Hintergrund für Ganzkörperaufnahmen sein soll, empfiehlt sich zu Bühnenmolton zu greifen. Dieser Stoff reflektiert im Gegensatz zu einem Hintergrund aus Papier nicht und er langlebiger. Allerdings neigt Bühnenmolton zur störenden Faltenbildung, die bei Schwarz aber nicht weiter auffällt. Für andere Farben, vor allem für Weiß, sollte man einen Endloshintergrund aus Papier nehmen. Beide Arten von Endloshintergründen gibt es als unterschiedlich breite Rollen, für die Sie ausreichend Platz zur Lagerung einplanen sollten. Papierhintergründe reißen an den Seiten leicht ein. Doch mit einem kleinen Trick kann man die Lebensdauer verlängern: Wenn man die Ränder mit etwas Klebeband verstärkt, werden sie um einiges stabiler. Trotzdem muss das vordere Ende eines Papierhintergrundes öfter abgeschnitten werden, da sich durch das Herumlaufen schnell Löcher im Papier bilden können. Dafür sind Papierhintergründe einfach faltenfrei aufzubauen.

Für die Porträtfotografen muss es kein Endloshintergrund sein. Je nach Abstand zum Motiv ist eine faltbare Reflexwand die flexiblere Lösung. Achten Sie jedoch darauf, dass die faltbare Reflexionswand auch wirklich groß genug ist.

Die Hintergrundfarbe kann die Bildwirkung durch den Kontrast zum Motiv stark verändern. So gehen dunkle Motive vor einem schwarzen Hintergrund genauso unter wie helle Motive vor einem weißen Hintergrund. Vielseitig einsetzbar sind dunkelgraue Hintergrundfarben und besonders gut für die Wiedergabe von Hauttönen geeignet ist ein Hintergrund in Dunkelblau.

Lichttechnik für das Fotostudio

Mindestens so wichtig wie ein guter Hintergrund ist die richtige Lichttechnik. Hierbei kann man sich zwischen Studiolampen und einer Blitzanlage entscheiden. Sie benötigen auf jeden Fall eine Hauptlichtquelle. Empfehlenswert sind zusätzlich ein Hintergrundlicht sowie ein Aufhelllicht. Diese weiteren Lichtquellen sind wichtig, da das Hauptlicht Schatten wirft, die mit weiteren, an anderen Stellen platzierten Lichtquellen, weicher und natürlicher gemacht werden können. Bei der Planung, wie viel Platz Sie für das Fotostudio benötigen, sollte auch die Beleuchtung mit eingeplant werden. Denn wenn Blitze oder Lampen sehr nah am Motiv sind, wird das Bild schnell überbelichtet.

Studiolampen

Fotolampen sind vor allem gebraucht im Vergleich zu Blitzanlagen die preisgünstigere Alternative. Zudem sind sie auch für Videoaufnahmen geeignet und verursachen keine roten Augen. Man muss sie nicht mit der Kamera steuern, was je nach Kameramodell manchmal nicht so einfach ist, man hat keine Nachladezeiten und sie sind auch gut für Serienbilder geeignet. Bei diesen ganzen Vorteilen gibt es jedoch auch einige Nachteile: Zum einen ist der Stromverbrauch je nach Lichtleistung sehr hoch. Für Actionfotografie und Filmaufnahmen wird auch eine entsprechend höhere Lichtleistung benötigt als bei unbewegteren Fotos. Zum anderen hat man mit den Fotolampen eine recht geringe Lichtausbeute im Vergleich zum Stromverbrauch und eine entsprechend starke Hitzeentwicklung, weswegen der Einsatz von Softboxen nicht empfehlenswert ist.

Blitzlichtanlagen

Qualitäts-Blitzanlagen, bei denen das Zubehör auch über Jahre erhältlich ist, haben jedoch auch ihren Preis. Es gibt auch günstigere Blitzanlagen, bei denen allerdings die Gefahr besteht, dass Verschleißteile nach einigen Jahren nicht mehr erhältlich sind und es keine kompatiblen Teile mehr gibt. Wenn Sie also mit solch einer Blitzanlage starten wollen, empfiehlt es sich, zeitnah die Verschleißteile auf Vorrat zu kaufen.

Positiv anzumerken ist bei solchen Blitzlichtanlagen gegenüber Fotolampen die gute Lichtausbeute bei einer geringeren Hitzeentwicklung und einem niedrigeren Stromverbrauch. Die Lichtleistung kann meist individuell geregelt werden und man kann sämtliche Reflektoren und Softboxen verwenden. Die Kamera sollte mit dem Blitz kompatibel sein und man sollte vor allem für die Actionfotografie darauf achten, dass der Nachladerhythmus der Blitzanlage nicht zu langsam ist.

Die Blitzanlage wird entweder mit einem kabelgebundenen Auslöser genutzt oder mit Infrarot- bzw. Funkauslösern. Die günstigere Variante, die aber je nach Aufstellung der Lichtanlage sehr unpraktisch sein kann, da man aufpassen muss nicht über Kabel zu stolpern, ist das Blitzsynchronisationskabel. Wenn Sie mit einer Digitalkamera fotografieren, können Sie sich an den besten Blendenwert für das Motiv durch Ausprobieren herantasten. Bei einer Analogkamera benötigen Sie zusätzlich einen Belichtungsmesser, den Sie auch für die Digitalfotografie verwenden können, wenn Sie nicht lange herumprobieren möchten.

Beleuchtungszubehör

Alleine mit ein paar Lampen oder einer Blitzlichtanlage ist es noch nicht getan. Um die Motive richtig in Szene zu setzen, braucht man Reflektoren, Diffusoren und Lichtformer. Praktisch sind auch ganze Beleuchtungssets.

  • Reflektoren reflektieren das Licht in den Farben Weiß, Silber oder Gold. Schwarze Reflektoren schlucken überflüssiges Licht und dunkeln das Motiv ab. Es gibt Komplettpakete mit Reflektoren in diesen Farben, die faltbar und transportabel sind.
  • Reflexschirme funktionieren im Zusammenspiel mit einer Blitzanlage. Sie reflektieren ebenfalls das Licht, können es aber auch gezielt bündeln oder verteilen und weicher machen.
  • Diffusoren streuen das Licht und sorgen für weichere Schatten. Es gibt sie in vielen Formen. Eine verbreitete Art der Diffusoren sind die Softboxen, die vor allem für den Einsatz mit Blitzlichtanlagen gut geeignet sind.

Nicht zuletzt gibt es noch eine große Auswahl an Stativen und Halterungen für Lampen, Blitze, Reflektoren und Reflexschirme. Denn je nach Motivgröße, Beleuchtungssituation und Abständen sollte der Lichteinfall sehr variabel sein.

So setzen Sie Gegenstände am besten in Szene

Für die Produkt- und Makrofotografie sind Aufnahmetische oder Lichtwürfel nahezu unverzichtbar. Sie sorgen für einen gleichmäßigen Hintergrund ohne störende Schatten und Spiegelungen.

Aufnahmetische

Aufnahmetische sind für das Fotografieren von Gegenständen gut geeignet. Vor allem, wenn Sie sowieso schon eine Licht- oder Blitzanlage mit Softboxen und sonstigem Zubehör haben. Mit einem Aufnahmetisch können Sie die Motive besser in Szene setzen, da Sie das Licht ebenso gezielt einsetzen können wie bei der Fotografie im großen Studio. Denn erst der bewusste Einsatz von verschiedenen Lichtarten holt in der Nahaufnahme das Beste aus den Objekten heraus

Lichtwürfel

Lichtwürfel sind handlich, komfortabel im Einsatz und einfach zu transportieren. Der Nachteil der Lichtwürfel ist, dass sie so gut wie immer ein sehr diffuses und weiches Licht erzeugen, das nicht immer gewünscht ist. Für Einsteiger, die erst einmal experimentieren möchten, sind sie jedoch recht gut geeignet.

Fazit

Möchten Sie kleinere Gegenstände bis etwa 40 cm Größe fotografieren, können Sie mit einem Lichtwürfel starten. Wenn Sie sich schon ausführlicher mit Fotografie beschäftigt haben, werden Sie Ihre Ausrüstung entsprechend erweitern wollen. Wenn Sie noch Einsteiger in die Fotografie sind, lohnt sich auch die Lektüre entsprechender Bücher über Fotografie und den richtigen Einsatz von Licht. Diese Bücher sind ebenso nützlich wie Dekoration und Requisiten, die Sie benötigen, wenn Sie Personen fotografieren möchten.

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