Diese Pay-TV Sender können Sie mithilfe einer TV-Smartcard empfangen

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Diese Pay-TV Sender können Sie mithilfe einer TV-Smartcard empfangen

Die Fernsehlandschaft in Deutschland ist zunächst aufgeteilt in die Öffentlich-Rechtlichen Sender, zu denen ARD und ZDF sowie einige Spartensender und verschiedene Regionalsender wie etwa HR (Hessischer Rundfunk), WDR (Westdeutscher Rundfunk) oder NDR (Norddeutscher Rundfunk) zählen. Das ZDF ist dagegen ein eigenständiger Sender mit Stammsitz in Mainz – wer kennt sie nicht, die Mainzelmännchen, die in den Werbepausen zwischen den einzelnen Spots immer in kurzen Episoden zu sehen sind? Das Zweite betreibt zudem noch Spartensender wie ZDF Neo für ein jüngeres Publikum, den ZDF Infokanal, den ZDF Theaterkanal sowie den Dokumentationssender Phoenix.

ARD wie auch ZDF sind noch an weiteren Sendern beteiligt, zu denen etwa der Kinderkanal KiKa zählt, Arte als Gemeinschaftssender von ARD, ZDF sowie France Télévisions oder auch 3Sat, an dem neben ARD und ZDF noch der ORF (Österreichischer Rundfunk) und die SRG (Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft) beteiligt sind. Zwar sind die genannten sowie noch einige weitere Sender frei zugänglich, allerdings nicht umsonst, da in dem Zusammenhang Rundfunkgebühren – seit Neuestem pauschal pro Haushalt – aufgerufen werden.

Die Privaten – Entertainment mit Werbepausen

Zu Beginn der 1980er-Jahre wurde durch die Gesetzgebung der Weg für die privaten Fernsehsender in Deutschland geebnet, wie man sie bis heute kennt. Im Januar 1984 gingen dann zum Beispiel Sat1 sowie RTL auf Sendung und buhlten neben den Öffentlich-Rechtlichen um die Gunst der Zuschauer. Dem Gesetz des Marktes entsprechend gab es zwischenzeitlich Zusammenschlüsse oder auch Firmenaufkäufe, sodass sich die Senderlandschaft stetig verändert hat. Im Prinzip sind die Privaten allerdings frei verfügbar, da sich diese vor allem über Werbegelder finanzieren. So sind die vielen Werbeunterbrechungen zum einen naheliegend und zum anderen notwendig, um den Sendebetrieb aufrecht zu halten. Mit dem Einzug des HD-Fernsehens hat sich hier jedoch das eine oder andere geändert – dazu später mehr.

In der Schweiz sowie in Österreich gestaltete sich die Entwicklung etwas anders: In der Schweiz etwa starteten erste Privatsender ebenfalls in den 1980er-Jahren, allerdings sind bis heute nur noch einige Nischensender übrig geblieben. In Österreich etablierte sich das Privatfernsehen erst zu Beginn der 90er-Jahre, aktuell gibt es eine Handvoll Sender, die jedoch bezüglich der Reichweite deutlich hinter dem ORF liegen.

Sky als echter Pay-TV Sender und andere Bezahlmodelle

Eine Ausnahmestellung nimmt der Sender Sky als echter Pay-TV-Sender ein, der zuvor lange Jahre unter dem Namen Premiere firmierte. Bekannt ist der Sender für das umfangreiche Angebot an Liveübertragungen vor allem aus der Welt des Fußballs: Ob Bundesliga, 2. Liga oder internationaler Fußball – wer will, kann sich bei Sky rund um die Uhr mit dem Lederball beschäftigen und seine Helden verfolgen. Darüber hinaus bietet Sky noch viele weitere Kanäle etwa für aktuelle Spielfilme, Serien, Dokumentationen, Kindersendungen und vieles mehr.

Wie bereits beschrieben, ist Sky ein echter Pay-TV Sender, während Firmen wie etwa Unitymedia Kabel BW oder auch Kabel Deutschland zwar auch Gebühren in unterschiedlicher Höhe für unterschiedliche Programmpakete erheben, allerdings fallen diese vor allem für die Einspeisung in die verschiedenen Empfangsnetze an, da keine eigenen Programminhalte produziert werden.

Wie die TV-Smartcard funktioniert

Die TV-Smartcard ist von der Funktionsweise her vergleichbar mit einer SIM-Karte für Smartphones: Direkt auf dem Chip werden in verschlüsselter Form verschiedene Informationen gespeichert, sodass ein Abonnent genau auf die Sendungen oder Entertainment-Pakete Zugriff hat, für die er einmalig, monatlich oder auch jährlich bezahlt – abhängig eben vom Bezahlmodell der verschiedenen Anbieter. In diesem Zusammenhang spricht man vom Common Interface (CI), einer Schnittstelle also zwischen sogenannten DVB-Empfangsgeräten (Digital Video Broadcasting), über die letztlich die Entschlüsselung von kostenpflichtigen Angeboten erfolgt.

Um eine Smartcard verwenden zu können, bedarf es eines weiteren Moduls, in die diese eingesteckt wird – im Fachjargon als CAM bezeichnet, was für ein Conditional Access Module steht, über das der vereinbarte Zugriff auf die zuvor vereinbarten Leistungen ermöglicht wird.

Eine Weiterentwicklung stellt der sogenannte CI -Standard dar, verbunden mit Vorteilen vor allem für die Anbieter selbst und weniger für Kunden: Die Anbieter können den Signalen zusätzliche Informationen beifügen, die etwa die Entschlüsselung nur auf dafür zertifizierten Hardware ermöglichen – ob nun Empfangsgerät (Receiver) und/oder Aufnahmegerät. Das Ziel, Trittbrett-Zuschauer außen vor zu lassen, die sich Leistungen ohne Bezahlung erschleichen möchten, ist verständlich, da die Bereitstellung der Infrastruktur und die Beschäftigung von entsprechendem Personal mit enormen Kosten verbunden sind.

Welche Pay-TV Sender kann man mit der TV-Smartcard empfangen?

Welche Sender mit der TV-Smartcard empfangen werden können, hängt vom jeweiligen Anbieter ab: Als erstes Beispiel sei hier die HD -Karte genannt. HD steht dabei für High Definition, ein Auflösungsmodus, der gegenüber vorherigen Übertragungen ein deutlich brillanteres und schärferes Fernsehbild via HDTV ermöglicht.

Mit dieser TV-Smartcard im Abo können Sie die zusätzlichen HD-Angebote der Privatsender empfangen. Dazu zählen aktuell die nachfolgenden gelisteten Programme, der Anbieter HD Plus bemüht sich jedoch, das Angebot zukünftig noch stärker auszubauen.

  • RTL HD
  • RTL II HD
  • Vox HD
  • Pro7 HD
  • Sat1 HD
  • Kabel1 HD
  • DMAX HD
  • NTV HD
  • Sport 1 HD
  • N24 HD
  • Sixx HD
  • Nickelodeon HD
  • Deluxe Music HD
  • Comedy Central HD
  • Tele5 HD

An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass es sich dabei nicht um ein Pay-TV-Angebot im eigentlichen Sinne handelt. Vielmehr ist der derzeit jährlich fällige Betrag als eine Servicepauschale zu betrachten, mit der die technische Infrastruktur finanziert wird, die für die Übertragung mit HD-Qualität notwendig ist. HDTV-Angebote der Öffentlich-Rechtlichen Sender können nach wie vor frei empfangen werden, sofern die notwendige Hardware vorhanden ist.

Der Empfang von HD ist bei dem Anbieter nur via Satellit möglich – daher werden eine geeignete SAT-Schüssel sowie ein HD-Fernseher und ein HD -zertifizierter Receiver benötigt. Generell lassen sich mittlerweile vorhandene Geräte auch aufrüsten, um auch anderen Zielgruppen gerecht zu werden.

HDTV, TV-Smartcards und Kabelfernsehen

Abgesehen vom Satelliten-Empfang können Sendungen auch über sogenannte Breitbandkabel in das heimische Wohnzimmer geholt werden. In diesem Zusammenhang gibt es einen wesentlichen Unterschied: Für den Empfang via Satellit sind im Grunde nur die Anschaffungskosten für die Hardware fällig, sofern man auf zusätzliche Leistungen wie beispielsweise HD verzichtet. Beim Kabelfernsehen ist zumeist eine Installationsgebühr fällig sowie im Anschluss eine monatliche Gebühr für die Bereitstellung der Leistungen.

Die beiden großen Anbieter in Deutschland sind Kabel Deutschland sowie Unitymedia, das inzwischen mit Kabel BW fusioniert ist und gemeinsam mit diesem firmiert. Als Kunde kann man aktuell nur auf den im eigenen Bundesland präsenten Anbieter zugreifen, da diese regional orientiert sind. Die Gebühren richten sich dabei nach den jeweiligen Angebotspaketen mit der Anzahl der Digital- und HD-Sendungen sowie der mitgelieferten Hardware, die sich hinsichtlich des Funktionsumfangs deutlich unterscheiden kann.

Die TV-Smartcard aktivieren – so einfach geht es

Haben Sie einen neuen Vertrag mit einem Provider oder Anbieter abgeschlossen, kann es,in Abhängigkeit von der vorhandenen Hardware bzw. ob diese im Vertrag mit enthalten ist, hinsichtlich des Ablaufs zu Unterschieden kommen. Davon ausgehend, dass die Hardware (Fernseher, Receiver und CI -Slot) zur Verfügung stehen, muss die Smartcard nur noch in den CI -Slot geschoben werden – im Normalfall läuft die Anmeldung und Freischaltung völlig automatisch ab.

In der Regel handelt es sich für Neukunden um einen über 12 Monate laufenden Vertrag – bei manchen Anbietern bestehen monatliche, viertel- sowie halb- oder ganzjährliche Zahlungsmöglichkeiten, die gesamten Modalitäten legen Sie vorab fest. Neigt sich die bereits beglichene Laufzeit dem Ende zu, werden Sie rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht, sobald die nächste Zahlung oder Verlängerung fällig ist.

HD-Fernsehen und was das bedeutet

Bei HD-Fernsehen handelt es sich um ein hoch auflösendes Format mit einer maximalen Auflösung von bis zu 1.920 x 1.080 Pixel, was für ein außergewöhnliches Fernsehgefühl sorgt und der Kinoqualität je nach Ausgabegerät absolut nahekommt. Bei der Verkabelung etwa von einer Sat-Schüssel oder vom Kabelanschluss aus muss darauf geachtet werden, dass entsprechende HDMI-Kabel verwendet werden, da die Übertragungsqualität ansonsten nicht genutzt werden kann.

Welche Geräte benötigt es für das HDTV mit Smartcard?

Als Ausgabegerät benötigt es natürlich einen Fernseher, der für das neue Format ausgelegt ist, was bei neuen Modellen praktisch immer der Fall ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, achtet dabei auf die Bezeichnungen HD Ready oder Full HD als Kriterien. Ob es dabei zusätzlicher Hardware bedarf, hängt von dem gewählten Modell, den integrierten Schnittstellen und zusätzlichen Funktionsgeräten ab. Ist im Fernseher bereits ein Empfänger integriert, spricht man von einem Tuner, der wie nachfolgend gegliedert wird:

  • DVB-T (das T steht für terrestrisch = Antenne)
  • DVB-S oder DVB-S2 (das S steht für den Satellitenempfang)
  • DVB-C (das C steht für Cable = Kabelempfang)

Die meisten modernen Fernseher verfügen über einen sogenannten Triple-Tuner, der alle drei Empfangsvariationen ermöglicht, ein externer Receiver wird daher nicht unbedingt benötigt. Zusätzlich müssen Sie darauf achten, ob ein CI -Slot für die gewählte TV-Smartcard vorhanden ist – falls nicht, wird ein externes CI -Modul benötigt. Ist kein geeigneter Tuner im Fernsehgerät selbst vorhanden, muss auf einen externen Receiver zurückgegriffen werden. Die meisten Provider bieten hier Kombi-Angebote an, bei denen neben der TV-Smartcard auch Receiver mit inbegriffen sind. Bei einfacheren Modellen oft ohne Zuzahlung soll der Receiver auch verschiedene Aufnahmemöglichkeiten haben, wird zumeist zusätzlich eine monatliche Miete fällig – so geht Fernsehen eben heute.

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