Diese Informationen sollte ein Handbuch der Lautsprechertechnik enthalten

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Diese Informationen sollte ein Handbuch der Lautsprechertechnik enthalten

Egal ob Sie Lautsprecher als fertiges Produkt erwerben möchten oder den Selbstbau planen, wichtig ist, dass Sie sich zunächst ein wenig mit den Grundzügen der Thematik beschäftigen, denn Lautsprecher stellen die direkte Verbindung zum menschlichen Gehör dar. Je nach persönlichem Anspruch ist ein unterschiedlicher Grad an Fachwissen notwendig, um eine möglichst optimale Lösung zu finden.

Im nachfolgenden Ratgeber finden Sie Hinweise darauf, was ein entsprechendes Handbuch an Inhalten bereitstellen sollte, damit Sie sich einen besseren Überblick verschaffen können - und am Ende die richtige Auswahl in Bezug auf Lautsprecher treffen können.

Fachbegriffe rund um den Lautsprecher

In Bezug auf Lautsprecher und Lautsprecher-Bausätze werden Ihnen immer wieder eine Vielzahl unterschiedlicher Fachbegriffe begegnen, die zum großen Teil erklärungsbedürftig sind, da hier viele physikalische Vorgänge mitwirken. Insofern sollte ein gutes Handbuch unbedingt mit einem Glossar versehen sein, damit Sie sich schnell einen Überblick über die Bedeutungen verschaffen können, wenn Ihnen ein bis dato unbekannter Begriff begegnet oder die Definition nicht klar greifbar ist. Nachfolgend zwei einfache Beispiele, die die Wichtigkeit eines Glossars verdeutlichen:

Dämmung und Dämpfung

Dämmung und Dämpfung zum Beispiel klingen an sich sehr ähnlich, dennoch sind damit zwei unterschiedliche Vorgänge beim Lautsprecherbau gemeint: Von der Dämmung spricht man, wenn es darum geht, die Innenwände einer Box so zu verkleiden, dass kein Durchtrittsschall durch die Boxenwände dringt und die Klangqualität beeinträchtigt. Bei der Dämpfung dagegen geht es darum, Schallwellen innerhalb des Gehäuses zu absorbieren und so gut wie möglich in Wärme umzuwandeln, wie etwa mit Glaswolle.

Impedanz und Interferenz

Ganz ähnlich könnte es sich mit der Verwechslungsgefahr für die Begriffe Impedanz und Interferenz verhalten, sofern man sich noch nicht weiter mit der Materie beschäftigt hat: Bei der Impedanz handelt es sich ganz allgemein um den Wechselstromwiderstand, sprich um das Verhältnis zwischen elektrischer Spannung und der Stromaufnahme einzelner Bauteile. Bei der Interferenz handelt es sich dagegen um die mögliche Überlagerung von Wellen bei der Musikwiedergabe, genauer gesagt von Schallwellen, die sich entweder aufaddieren oder gegenseitig eliminieren, dann ist die Rede von der destruktiven Interferenz.

Handbücher über die Lautsprechertechnik

"Lost in space" kann nicht nur auf die Schallwellen selbst zutreffen, sondern auch auf das Lesen eines Handbuchs für die Lautsprechertechnik, wenn dieses nicht wirklich sinnvoll in aufeinander folgende Bereiche aufgeteilt ist. Selbstverständlich gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen in Abhängigkeit der anvisierten Leserschaft: Da wäre etwa die eine Zielgruppe, die den Selbstbau einer Box per Bausatz anstreben und solche Leser, die sich noch weit intensiver mit der Materie beschäftigen möchten mit dem Ziel, am Ende alle Komponenten individuell auszuwählen – vom Chassis über die Frequenzweiche bis hin zum Terminal.

Bausätze und Bauanleitungen

Bewährte Bausätze bekannter Hersteller wie etwa Visaton erleichtern "Newbies" mit Sicherheit den Einstieg in die Lautsprechertechnik. Die ausführlichen Bauanleitungen sollten dabei alle wesentlichen Daten sowie Zeichnungen für den Aufbau beinhalten - inklusive einer Zuschnittliste für jeweils eine Box, denn diese selbst berechnen zu müssen, erfordert tiefergreifendes Verständnis, das man sich mehr und mehr aneignen kann, nachdem die ersten Boxen selbst zusammengebaut worden sind - Learning by Doing als Grundprinzip. Sie werden sich beim Einstieg zudem ganz automatisch zusätzliches Wissen aneignen, da die Neugier eine stark antreibende Kraft ist.

Tiefer in die Materie eintauchen

Für den zweiten genannten Fall wird das Fachbuch einen deutlich größeren Umfang an Inhalten mit sich bringen. Eine Aufteilung könnte beispielsweise folgendermaßen gegliedert sein:

  • Physikalische Grundlagen mit allen wichtigen Grundbegriffen
  • Technische Daten und Messmethoden für Lautsprecher
  • Die verschiedenen Lautsprecher-Typen
  • Aufbau unterschiedlicher Lautsprecher-Gehäuse

Diese mögliche Aufgliederung gilt lediglich als Anhaltspunkt für eine bessere Orientierung. Zudem sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass Sie in ausführlichen Handbüchern häufig mit Formeln konfrontiert werden, über die sich Berechnungen für verschiedene Messwerte anstellen lassen. Die gute Nachricht dabei: Es sieht auf den ersten Augenblick sehr kompliziert aus, geht man das Handbuch jedoch systematisch durch, sollten die Zusammenhänge recht schnell erkannt werden.

Was Sie über den Schall wissen sollten

Alles beginnt im Grunde mit dem Schall, der uns auch ohne Lautsprecher rund um die Uhr umgibt - je nach Wohnort und Tageszeit mal mehr, mal weniger. Aber was versteht man unter Schall eigentlich?

Es handelt sich dabei um Wellen, die sich mit unterschiedlichem Druck (hier speziell im Medium Luft = Luftdruck) ausbreiten und vom menschlichen Gehör wahrgenommen werden. Die Häufigkeit der Luftdruckänderung pro Sekunde wird in Hertz (Hz) angegeben und als Frequenz bezeichnet: Der Hörbereich des menschlichen Ohrs umfasst dabei generell 20 Hz bis 20.0000 Hz (20 kHz), unterhalb von 20 Hz werden keine Töne mehr wahrgenommen, allenfalls Vibrationen. Unterteilt werden die Frequenzbereiche in Tieftöne (Basstöne), Mitteltöne und Hochtöne, die im Ultraschallbereich über 20 KHz überhaupt nicht mehr wahrgenommen werden, allenfalls von Fledermäusen und anderen Tierarten.

Wer es in diesem Zusammenhang ganz genau nehmen möchte, informiert sich per Definition noch über die unterschiedlichen Schallarten wie Klänge, Töne oder Geräusche und deren Eigenschaften. Eine weitere Rolle spielen noch Schallpegel, Schallausbreitung sowie der Frequenzgang, der sich auf ein Chassis mit der jeweils verwendeten Membran bezieht. Dazu gehören allerdings auch Lautsprecherkorb, Schwingspule, Magnet und Sicke. In Bezug auf die empfundene Lautstärke kommt zudem noch die Amplitude mit ins Spiel.

Dies sind zunächst einmal die wesentlichen Grundbegriffe - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - die in einem sorgfältig erstellten Handbuch für Lautsprechertechnik in jedem Fall näher erläutert werden sollten.

Technische Daten für Lautsprecher

Ein weiteres wichtiges Feld sind die technischen Daten für Lautsprecher, die in den meisten Produktbeschreibungen der Anbieter auf eBay gelistet werden, aber gar nicht so einfach interpretiert werden können. Nachfolgend die Wichtigsten:

Nennbelastbarkeit

Die in Watt angegebene Nennbelastbarkeit sagt aus, wie viel elektrische Leistung einem Lautsprecher im Dauerbetrieb zum Beispiel von einem HiFi-Receiver zugeführt werden darf, ohne dass dieser zu Schaden kommt und wird über eine DIN-Norm exakt festgelegt. Ist die Rede von der Impulsbelastbarkeit, geht es um die maximale Belastbarkeit des Lautsprechers in einem vorgegebenen Zeitraum von 2 Sekunden.

Frequenzbereich

Der angegebene Frequenzbereich besagt, welche Töne theoretisch dargestellt werden können, ist allerdings kein vorbehaltloser Anhaltspunkt, um die Klangqualität zu beurteilen - gehen die Angaben über 20 kHz hinaus, kann man das wie bereits erwähnt, sowieso nicht mehr hören.

Impedanz

Ebenfalls spielt die Impedanz in Zusammenspiel mit dem verwendeten Verstärker eine Rolle, da durch die Angabe in Ohm erkennbar wird, wie stark der Lautsprecher den Verstärker belastet.

Kernschalldruck und tatsächlicher Wirkungsgrad

Für viel Verwirrung sorgen oft auch Kernschalldruck und der tatsächliche Wirkungsgrad: Bei dem Kernschalldruck (angegeben in dB = Dezibel) handelt es sich letztlich um den mittleren Schalldruck und nicht den Wirkungsgrad, als der er in Produktbeschreibungen oft ausgegeben wird, manchmal ist auch die Rede von der "Empfindlichkeit. An dieser Stelle auf die einzelnen Messmethoden einzugehen, würde zu weit führen, sollte jedoch Inhalt eines guten Handbuches sein. Von daher gelten auch hier die genannten Beispiele als Anhaltspunkte, da noch viele weitere Faktoren mit rein spielen.

Chassis-Typen

In diesem Zusammenhang sollten die Unterschiede zwischen den einzelnen Chassis-Typen aufgeführt werden, sprich jene für Basstöne (Tieftöne), Mitteltöne und Hochtöne, die sich schon rein optisch durch die Durchmesser der Membranen unterscheiden. Der Schall wird prinzipiell durch das Zusammenspiel von Strom in Verbindung mit einem Dauermagneten sowie der Membran erzeugt, hier kommt letztlich die sogenannte Lorentzkraft mit ins Spiel.

Die meisten Chassis sind dabei nach dem Tauchspulprinzip aufgebaut, bei dem eine Spule der elektrische Leiter ist, unterschieden wird dabei zudem nach Konus-, Kalotten- oder Flachmembran-Lautsprechern nach dem Feder-Masse-Prinzip. Möchte man sich hier weiter einarbeiten, dann begegnen einem noch andere Bauteile wie die Sicke, die mit verantwortlich für die Konstanz der Bewegungsrichtung der Membran ist. Wirkungsgrad der Sicke sowie das Gewicht und damit die Länge der Spule sind mit ausschlaggebend für die Resonanzfrequenz des Chassis. Wer sich also auch das Chassis selbst zusammenbauen möchte, muss sich intensiv mit allen einzelnen Bauteilen beschäftigen, die an dieser Stelle nicht komplett aufgeführt sind.

Gehäuse

Neben den möglichst optimal aufeinander abgestimmten elektronischen Bauteilen hat das Gehäuse selbst eine ähnlich wichtige Bedeutung für die Klangqualität, da Lautsprecher und Gehäuse ebenfalls aneinander angepasst werden müssen. Folgende grundsätzliche Bauarten gibt es:

  • Geschlossenes Gehäuse
  • Bassreflex-Gehäuse
  • Verschiedene Horngehäuse

Wer seinen Lautsprecher nicht in Form eines Bausatzes mit den bereitgestellten Angaben baut, kommt nicht umhin, das Gehäuse zum Beispiel anhand der Thiele-Small-Parameter zu berechnen, die sich auf elektrische und mechanische Kenngrößen beziehen.

Die Resonanzfrequenz bezieht sich dabei vor allem auf den Trennbereich zwischen Basslautsprecher und Mitteltöner, ohne dabei auf nähere Details einzugehen. Das Äquivalentvolumen beziffert das Luftvolumen innerhalb eines geschlossenen Gehäuses, das wie die Sicke des Chassis auf die Membran einwirkt – der Wert wird in Vas angegeben. Die Gesamtgüte beziffert das Zusammenspiel zwischen mechanischer und elektrischer Güte in Bezug auf die Resonanzfrequenz. Lassen Sie sich durch all die Fachbegriffe bitte nicht abschrecken.

Fazit

Ein gutes Sachbuch über Lautsprecher kann aufgrund der Komplexität des Themas durchaus mehrere hundert Seiten umfassen. Als Einsteiger sollte man sich keineswegs davon verrückt machen lassen und den Weg über bewährte Bausätze gehen, die oftmals eine erstaunlich hohe Klangqualität bieten. Wer möchte und die dafür notwendige Zeit mitbringt, kann sich über ausführliche Handbücher noch weiter in die Materie einarbeiten und sein Wissen durch den Bau von Boxen mit einem exzellenten Klang krönen, der perfekt auf die gegebenen Räumlichkeiten abgestimmt ist.

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