Die wichtigsten Punkte beim Kauf von Bremsanlagen &-teilen für Oldtimer

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Die wichtigsten Punkte beim Kauf von Bremsanlagen &-teilen für Oldtimer

Bremsen dienen dazu, ein Kraftfahrzeug zu verzögern oder, wenn nötig, Rollbewegungen komplett zu verhindern. Der Begriff Bremsanlage umfasst sämtliche Übertragungs- und Betätigungseinrichtungen, die in diesem Zusammenhang für die Bremswirkung sorgen. Technisch sieht das so aus, dass durch Reibung oder andere bremsende Vorgänge die Bewegungsenergie des Fahrzeugs in Wärmeenergie gewandelt wird. Die Bremse wird warm, weshalb eine adäquate Kühlung und die Wahl von widerstandsfähigem Material, ganz gleich ob beim modernen Fahrzeug oder beim Oldtimer, von großer Bedeutung sind. Jedes Fahrzeug, das auf öffentlichen Straßen bewegt wird, benötigt eine Betriebsbremse und eine zusätzliche unabhängige Bremseinrichtung. Wenn Sie ein US Car kaufen wollen, gilt es beim Kauf, darauf zu achten. In den meisten Fahrzeugen ist dies die Feststellbremse, landläufig eher unter dem Begriff Handbremse bekannt. Die Handbremse dient vor allem dazu, das stehende Fahrzeug vor dem Wegrollen zu sichern. Kann aber auch beispielsweise bei der Anfahrt am Berg unterstützend eingesetzt werden.

Eine kurze Geschichte der Bremse bei Automobilen

Bei den ersten PKWs waren nur die Vorderräder mit entsprechenden Bremseinrichtungen versehen. Das erste deutsche Auto mit Vierradbremsen war der Horch 10 M 25, der ab 1924 auf dem Markt erhältlich war. Bei diesem Fahrzeug handelte es sich um einen Sechssitzer, von dem bis 1926 um die 2.300 Stück produziert wurden. Scheibenbremsen kamen erstmals bei Panzern serienmäßig zum Einsatz. Es folgte 1948 der erste Personenkraftwagen mit vier Scheibenbremsen, der Tucker Torpedo. In Europa waren es der Jaguar C-Type (1952) mit vier und der Citroën DS mit zwei Scheibenbremsen. Welche Bremsen für Ihren Oldtimer geeignet sind, entscheidet sich je nach Modell und Baujahr.

Immer sicher unterwegs: Das Auto und der Bremsvorgang

Grundsätzlich muss die Leistung der Bremsanlage die der Motorleistung übersteigen, um eine sichere Verzögerung des Fahrzeugs sicherzustellen. Wie wirksam eine Bremsanlage ist, ergibt sich aus der Bremsverzögerung. Diese wird im Normalfall nicht durch die Bremsanlage eingeschränkt, sondern durch die Haftreibung der Reifen. Damit ist sie abhängig von der Witterung und von der Fahrbahn, wobei bei Oldtimern oft auch noch die älteren Reifenformen, wie etwa Speichenräder oder Diagonalreifen eine Rolle spielen. Hier ist jedoch zu erwähnen, dass die Leistung dieser Fahrzeuge zum Großteil nicht mit denen heutiger PKWs zu vergleichen ist und einfachere Bremsen ausreichend waren. Sollten die Bremsen ausfallen, so gilt bei Oldtimer und Neuwagen gleichermaßen, dass die Blechbremsung eine der letzten Möglichkeiten darstellt. Dabei wird das Auto entlang der Fahrbahnbegrenzung gelenkt und durch die Reibung schließlich verzögert und im Idealfall zum Stillstand gebracht. Seit Einführung der Zweikreisbremsanlagen (in Deutschland seit 1967 gesetzlich vorgeschrieben), sind solche Notfallmaßnahmen jedoch sehr selten geworden. Systeme wie ABS, ESP und ähnliche Innovationen sucht man beim Oldtimer jedoch oft vergebens. Es kann daher sinnvoll sein, mit dem eigenen Fahrzeug ein spezielles Oldtimer-Fahrtraining zu besuchen.

Per Fuß oder per Hand: Die Betätigung der Bremse im Auto

Die Bremse wird bei den meisten Oldtimern und auch bei modernen Fahrzeugen über ein Bremspedal ausgeführt (ausgenommen Spezialfahrzeuge für körperlich eingeschränkte Personen). Über den Fußbremshebel wird die Betriebsbremse ausgeführt, während die Feststellbremse meist mit der Hand betätigt wird. Beim Drücken des Bremspedals wird durch die Hebelwirkung die Fußkraft verstärkt, dadurch kann im Optimalfall schon einmal eine fünffache Verstärkung der Fußkraft erreicht werden. Zusätzlich kommen bei Neufahrzeugen in der Regel Bremskraftverstärker zum Einsatz. Außerdem wird die Kraft vom Pedal zu den eigentlichen Bremsen heute meist hydraulisch oder pneumatisch übertragen. Bei Oldtimern, die vor 1970 gebaut wurden, findet man jedoch auch noch häufig mechanische Übertragungseinrichtungen.

Moderne Bremsen versus Oldtimerbremsen: Besonderheiten beim Bremsen von Oldtimern

Oldtimer müssen durch die veralteten Bremssysteme anders gebremst werden als Fahrzeuge, die mit modernen Bremsanlagen ausgestattet sind. Hier bietet sich zum Beispiel die Motorbremse an. Das heißt, bei langen Bergabfahrten, beim Anbremsen vor Kurven oder bei Ampeln wird ein niedriger Gang eingelegt und das Fahrzeug damit durch den Motor verlangsamt. Vollbremsungen können beim Oldtimer dazu führen, dass die Stabilität verloren geht und das Fahrzeug aus der Spur gerät. Dieses Problem können Sie umgehen, indem Sie bei Vollbremsungen zusätzlich auf die Kupplung gehen. Eine weitere Möglichkeit, um Oldtimer effektiv zu bremsen, ist die Nutzung der Intervallbremsung, die sich bei glatten oder wechselnden Fahrbelägen anbietet und dort das Schleudern verhindert. Hier wird im Intervall das Bremspedal gedrückt und wieder gelöst, was ein wenig Gefühl erfordert.

Mechanische Bremsen im Einsatz bei Oldtimer-Modellen

Bei mechanischen Bremsen handelt es sich immer um Schleifbremsen, die dazu dienen, die Bewegung zu verlangsamen, indem es zu einer Reibung zwischen einem festen und einem bewegten Körper kommt. Die früheste Form der mechanischen Bremse dürfte die Kratzbremse sein. Hier wird ein Hebel so am Fahrzeug befestigt, dass das kürzere Stück zum Boden und das längere zum Bediener zeigen. Wird der Bremshebel angezogen, drückt sich das kürzere Ende in die Erde und bremst das Fahrzeug ab. Schiffsanker funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. Heute kommt das System der Kratzbremse beispielsweise noch bei Kinderwägen und Schlitten zum Einsatz.

So funktioniert die Trommelbremse bei Oldtimern

Trommelbremsen verfügen, wie der Name schon sagt, über eine zylinderförmige Trommel, an die beim Bremsen die Bremsbacken gepresst werden. Diese können innen oder außen liegen. Heute erfolgt die Bremsung meist hydraulisch, bei alten Automodellen oft noch mechanisch. Es handelt sich um Radialbremsen. Die Innenbacken-Trommelbremse wurde im Jahr 1903 von Louis Renault erfunden und erstmals 1907 im Nutzfahrzeugbau verwendet. Man unterscheidet verschiedene Unterformen, die Simplex-Bremse, die Duplex-Bremse, die Duo-Duplex-Bremse, Servobremsen, Duo-Servobremsen, Außenbacken- und Bandbremsen.

Spezialfälle der Trommelbremse: Die Simplex-Bremse im Oldtimer

Bei der Simplex-Bremse handelt es sich um die einfachste Form der Trommelbremse. Hier finden Sie eine auf- und eine ablaufende Bremsbacke, die für eine Bremswirkung beim Vorwärts- und Rückwärtsfahren sorgen. Die Bremsbacken werden mithilfe eines Radzylinders gespreizt. Sie finden diese Art der Trommelbremse häufig auch in Form der Handbremse in Ihrem Auto.

Verstärkte Bremskraft durch den Einsatz von Duplex-Bremsen im Oldtimer

Duplex-Bremsen besitzen im Gegensatz zur Simplex-Bremse an jeder Bremsbacke einer Seite eine eigene Betätigungseinrichtung. Damit kann die Bremswirkung um etwa 50 Prozent im Vergleich zur Simplex-Bremse verstärkt werden. Die Bremswirkung von Duplex-Bremsen ist beim Rückwärtsfahren geringer und Herstellung und Wartung sind preisintensiver. Duplex-Bremsen wurden vor Einführung der Scheibenbremsen vor allem bei schweren Autos und leichten Nutzfahrzeugen eingesetzt.

Die Verbesserung in jede Richtung: Duo-Duplex-Bremse im Oldtimer

Die Duo-Duplex-Bremse verfügt über zwei Radzylinder, die sowohl bei Vorwärts- als auch bei Rückwärtsfahrt gleich stark wirken. So lässt sich eine der Schwächen der normalen Duplexbremse ausgleichen. Duo-Duplex-Bremsen findet man in Fahrzeugen, die nach 1969 gebaut wurden, kaum noch.

Die Servo-Bremse im Oldtimer unterstützt die Bremskraft mit Druckluft

Die Servo-Bremse besitzt, wie die Simplex-Bremse, nur einen Radzylinder, wobei die Bremsbacken am unteren Drehpunkt schwimmend gelagert sind. Mithilfe eines Druckbolzens wird dann die Abstützkraft der auflaufenden Bremsbacke auf die ablaufende übertragen, was für eine Selbstverstärkung bei beiden Bremsbacken sorgt. Diese ist jedoch nur bei der Vorwärtsfahrt gegeben.

Die Duo-Servo-Bremse im Oldtimer bringt Sicherheit auch beim Rückwärtsfahren

Die Duo-Servo-Bremse ist grundsätzlich gleich der Servobremse. Sie gleicht jedoch die Nachteile beim Rückwärtsfahren aus, da sie so konstruiert ist, dass sich der Druckbolzen je nach Richtung, in die er sich bewegt, am Lager abstützen kann. So erreicht man zwei selbstverstärkenden Bremsbacken in beide Richtungen.

Die Außenbackenbremse wurde in Oldtimern oft als Feststellbremse verbaut

Außenbackenbremsen wurden vor allem in den 20er Jahren in Oldtimern verbaut. Dabei schleifen die Bremsbacken außen auf einer Trommel und bremsen das Getriebe oder die Kardanwelle. Sie bremsen indirekt die Hinterachse über den Achsantrieb ab, ohne dass weitere Radbremsen nötig wurden. Außenbackenbremsen wurden auch lange als Feststellbremsen genutzt.

So funktioniert die Scheibenbremse bei Oldtimern

Die Scheibenbremse wurde bereits 1902 erstmals erfolgreich mit Bremsbelägen aus Kupfer in einem Auto ausprobiert. Serienmäßig eingebaut wurde sie jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Das erste serienmäßige Auto mit vier Scheibenbremsen war der Austin-Healey 100S, ein Roadster. Scheibenbremsen bestehen aus einer Bremsscheibe und einem Bremsträger mit Bremssattel. Der Bremssattel umfasst die Bremsscheibe und enthält Bremsbeläge und Bremskolben, die die Beläge gegen die Scheiben drücken. Man unterscheidet zwischen Teil- und Vollbremsscheiben und bei den Scheibenbremsen wiederum zwischen Festsattel-, Schwimmsattel- und Radialbremsen.

Festsattelbremsen vereinen in ihrem Gehäuse den Bremsträger und den Festsattel. Der Bremsträger ist unbeweglich und wird zusammen mit den Bremskolben auf beiden Seiten der Scheibe verbaut. Diese Art von Bremsen ist für hohe Belastungen konzipiert. Hier wird der Sattel in der Regel aus einem Teil gegossen oder gefräst, was dieser Bremse den Beinamen Monoblock-Bremse einbrachte.

Die Schwimmsattelbremse besitzt nur einen Bremsträger, der sich am Radlagergehäuse befindet und dort mit Schrauben befestigt ist. An diesem Konstrukt befindet sich der bewegliche Schwimmsattel aus dem Bremszylinder und der Umlenkvorrichtung. Er betätigt beim Bremsen den gegenüberliegenden Bremsbelag. In Oldtimern wurden teilweise die heute veralteten Schwimmrahmenbremsen verbaut.

Bei Radialbremsen werden die Bremssättel radial verschraubt, was es möglich macht, dass sich der Abstand zur Radachse verändern lässt. Radialbremsscheiben kommen zum Beispiel im Rennsport zum Einsatz, wo die Autos je nach Strecke, Witterung und anderen Einflüssen entsprechend angepasst werden.

So funktioniert die Druckluftbremse bei Oldtimern

Druckluftbremsen eignen sich gut für schwere Nutzfahrzeuge, wie zum Beispiel Oldtimer-Traktoren. Hier wird zur Erzeugung der Bremskraft Druckluft eingesetzt. Dazu kommt ein Kompressor zum Einsatz, der die Druckluft erzeugt und sie in einem Vorratsbehälter speichert. Über das Bremspedal wird zur Verlangsamung des Fahrzeugs ein Regelventil angesteuert, durch das die Druckluft zu den Radbremsen geführt wird.

So funktioniert die Hydraulikbremse bei Oldtimern

Hydraulikbremsen wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts erfunden, aber vorerst kaum genutzt. Erst Anfang der 20er Jahre wurden sie erstmals im Rennsport eingesetzt. Das erste Serienfahrzeug mit Hydraulikbremsen war der Chrysler B-70 (Baujahr 1924) und der Triumph 13/35. Der erste deutsche Personenwagen mit Hydraulikbremse ist der Adler Standard 6 (1926).

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