Die wichtigsten 10 Punkte beim Kauf von Lichtern, Lampen, Leuchten und Scheinwerfern

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Die wichtigsten 10 Punkte beim Kauf von Lichtern, Lampen, Leuchten und Scheinwerfern

Beleuchtungstipps für Zuhause und unterwegs

Es kommt nicht nur auf die Möbel an: Für eine angenehme Wohnatmosphäre spielt das passende Licht eine entscheidende Rolle. Der Sonne vergleichbar, beeinflusst künstliches Licht den Biorhythmus, die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit sowie individuelle Stimmungen und Emotionen. Mit einem ausgewogenen Lichtdesign können Sie ein stilvolles Ambiente schaffen und darüber hinaus Ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden steigern. Doch auch unterwegs mit dem Fahrrad oder dem Auto gilt es, auf die richtige Beleuchtung zu achten.

Hier finden Sie die wichtigsten Kauftipps für Ihr persönliches Beleuchtungskonzept, um zu Hause die geeigneten Lichtquellen und auf der Straße die optimale Sicht zu haben.

1. Typen von Lampen und ihre Lebensdauer

Es gibt Leuchten in den verschiedensten Größen, Farben und Formen - von der klassischen Deckenleuchte bis hin zur bunten Lampionkette. Sie schützen und verteilen das Licht im Raum; das eigentliche Leuchtmittel aber ist die Lampe (umgangssprachlich auch „Glühbirne“ genannt). Dabei hat die traditionelle Glühlampe wegen ihres hohen Energieverbrauchs ausgedient und wird seit 2008 stufenweise per Gesetz vom Markt genommen. Nach dem Ende der Glühlampe sind die wichtigsten Typen unter den elektrischen Lichtspendern im Wohnbereich:

Halogenlampen

Halogenlampen sparen bis zu 30 Prozent Energie und liefern ein angenehmes brillantweißes Licht bei moderaten Preisen. Überall dort, wo es wie zum Beispiel am Arbeitsplatz auf direkte Beleuchtung oder eine sehr gute Farbwiedergabe ankommt, sind Halogenlampen an der richtigen Stelle.

Hochvolt-Halogenlampen haben im Schnitt eine Brenndauer von 2000 Stunden. Sie lassen sich problemlos gegen Glühlampen austauschen und an die normale Netzspannung von 230 Volt anschließen.

Besonders energiefreundlich sind Niedervolt-Halogenlampen, für die Sie allerdings einen Transformator benötigen. Dabei handelt es sich um ein Vorschaltgerät, das die Spannung auf eine geringere Volt-Zahl reduziert. Noch effizienter sind sogenannte IRC-Niedervolt-Halogenlampen (engl. infrared reflective coating, kurz: IRC), die durch ihre Infrarot-Beschichtung zusätzlich Strom sparen.

Energiesparlampen

Mit einer Brenndauer von durchschnittlich 10.000 Stunden ersetzt eine qualitativ hochwertige Energiesparlampe rund zehn konventionelle Glühlampen. Neben einer langen Lebensdauer bietet sie eine Energieersparnis von bis zu 80 Prozent und die Anschaffung lohnt sich oft schon im ersten Betriebsjahr. Allerdings gibt sie nicht das gesamte Farbspektrum wieder, sodass ihr Licht nicht alle Gegenstände in ihrem natürlichen Farbton zeigt. Daher sollten Sie Energiesparlampen vor allem für diffuses, indirektes Raumlicht wie Schirmleuchten oder Deckenfluter verwenden. Darüber hinaus enthalten sie - wenn auch geringe - Mengen an Quecksilber und müssen daher separat vom Hausmüll auf Wertstoffhöfen oder bei Rücknahmestellen des Handels entsorgt werden.

LEDs

Leuchtdioden (engl. Light-emitting diodes, kurz: LEDs) verbrauchen wenig Strom bei hoher Lebensdauer. Manche Anbieter werben mit einer Lebensdauer von bis zu 50.000 Stunden, wobei entsprechende Langzeittests noch nicht vorliegen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen setzt die Brenndauer von LEDs mit etwa 20.000 Betriebsstunden deutlich niedriger an. Trotzdem halten LEDs damit um ein Vielfaches länger als die Glühlampe und etwa doppelt so lang wie herkömmliche Energiesparlampen. Zudem werden LEDs ohne Verzögerung hell. Einziger Nachteil sind die wesentlich höheren Kosten. Doch angesichts einer Stromersparnis von bis zu 90 Prozent zahlt sich ein Erwerb der handlichen und umweltfreundlichen LED-Lampen langfristig aus.

2. Helligkeit

Unabhängig davon, für welchen Typ Sie sich entscheiden, sollten Sie beim Kauf auf die Helligkeit der Lampe achten. Wie hell eine Lampe leuchtet, hängt von ihrer Lichtleistung ab. Diese wird nicht mehr wie früher in Watt (W) angegeben, sondern in Lumen (lm), der Einheit des Lichtstroms. Dabei entsprechen 700 Lumen in etwa der Leistung einer 60-Watt-Glühlampe. Je höher der Lumen-Wert, desto heller die Lampe.

3. Lichtfarbe

Ebenso wichtig ist die Lichtfarbe einer Lampe, die als Farbtemperatur in Kelvin (K) angeführt ist. Die meisten Lampen gibt es in drei Farbklassen: Tageslichtweiß (über 5300 Kelvin), Neutralweiß (3300-5300 Kelvin) und Warmweiß (unter 3300 Kelvin), das der Lichtfarbe einer Glühlampe ähnelt. Bei der Lichtfarbe gilt: je geringer die Kelvin-Zahl, desto wärmer und gemütlicher die Beleuchtung.

4. Verpackungshinweise

Bevor Sie eine Lampe mit der falschen Lichtfarbe oder Helligkeit nach Hause tragen, lohnt sich ein näherer Blick auf die Verpackung: Auf dieser ist auch der Quecksilbergehalt (Hg) in Milligramm (mg) und die Lebensdauer der Lampe in Jahren oder Stunden (h) zu finden. Ein on/off-Symbol bezeichnet die Schaltfestigkeit einer Lampe, die ihre Lebensdauer gleichfalls beeinflusst. An der Anzahl der Schaltzyklen lässt sich ablesen, wie oft Sie die Lampe ein- und ausschalten können, bis sie ausfällt.

Damit die Lampe am Ende auch in die Fassung Ihrer Leuchte passt, informieren Sie die jeweils genannten Kürzel über die verschiedenen Sockeltypen: Zum Beispiel steht die Kennung E27 für ein 27-Millimeter-Schraubgewinde, das der Größe des klassischen Glühlampen-Sockels entspricht.

Bei Energiesparlampen finden Sie zusätzlich Angaben zur Start- und Anlaufzeit, die aussagen, wie lange die Lampe braucht, um anzugehen bzw. 60 Prozent ihrer Helligkeit zu erreichen.

5. Grundbeleuchtung

Schlafraum, Essecke, Arbeitsort, Rückzugsfläche, Kinderspielplatz: Die eigenen vier Wände müssen vielen Bedürfnissen genügen. Damit die einzelnen Wohnbereiche Ihren persönlichen Anforderungen gerecht werden, stellt sich zunächst die Frage, wie viel Licht Sie wo benötigen.

Prinzipiell sollten Sie für eine ausgewogene Lichtgestaltung ihren Raum auch Schatten geben, da sie bei weichem Verlauf die Form und Struktur von Gegenständen dezent betonen. Dagegen wirken völlig einheitlich ausgeleuchtete Räume eher ungemütlich. Setzen Sie daher auf eine ausreichende Grundhelligkeit mit bedarfsgerechten Zusatzbeleuchtungen.

Die Grundbeleuchtung schafft Überblick und bietet Orientierung. Diese Funktion übernehmen meist Deckenleuchten, die an der Zimmerdecke angebracht sind und das Licht gleichmäßig im Raum verteilen. Modelle mit hellem, diffusem Licht eignen sich für Orte, an denen vor allem gute Sicht gefragt ist - wie Flur und Treppenhaus. Sie bieten eine optimale Ausleuchtung, geben je nach Bauart aber mehr oder weniger kühles Licht ab. Weitaus behaglicher wird es mit Deckenleuchten, die nach oben strahlen und so für angenehmes, indirektes Licht sorgen.

Deckenfluter ergänzen die Allgemeinbeleuchtung und lassen kleine, niedrige Räume größer erscheinen. Empfehlenswert ist auch ein Raumlicht mit Dimmerfunktion, das an die jeweilige Tätigkeit oder Stimmung angepasst werden kann.

6. Platzbeleuchtung

Die Platzbeleuchtung konzentriert sich auf einzelne Teilbereiche eines Raums. Über dem Esstisch sind Hängeleuchten, die pendelartig von der Decke hängen, besonders beliebt. Hängeleuchten sorgen für sanftes Licht und sind in einer Vielzahl von Materialien erhältlich: von Metall, Glas oder Kunststoff über Holz und Rattan bis hin zu Leder. Damit sie niemandem die Sicht auf sein Gegenüber versperren, sollte der Abstand zur Tischfläche etwa einen Meter betragen.

Stehleuchten geben Räumen die nötige Tiefe, indem sie nur einen Teil des Zimmers in Licht tauchen. Je nach Bauweise und Material können sie als gedämpftes Stimmungsmittel oder gezielte Beleuchtung dienen, die Sofas und Sessel in wohlig-warme Lichtinseln verwandelt.

Wesentlich für Lese- und Schreibtischleuchten sind Flexibilität, gute Verstellbarkeit sowie eine starke, gerichtete Lichtgebung. Am Arbeitsplatz unterstützt punktgenaues, kühl-helles Licht einen klaren Kopf.

7. Atmosphäre schaffen

Licht und Farbe bringen Spannung oder Entspannung und verändern je nach Einsatz und Dosierung die Wohnatmosphäre. Ein wechselndes Lichtambiente lässt sich durch mehrere Lichtquellen im Raum verwirklichen, die Sie nach Lust und Laune aus-, ein- oder zuschalten können.

Warme Farben und Lichttöne (bis etwa 2900 Kelvin) haben eine beruhigende Wirkung und eignen sich am besten für Räume wie das Schlafzimmer, in denen es auf eine heimelige Stimmung ankommt.

Kalte Farben und Lichttöne (über 3300 Kelvin) haben eine anregende Wirkung. Durch ihren Blauanteil fördern sie Sachlichkeit und Konzentration. Doch im Badezimmer sind kühle Farben ebenso angebracht und rufen eine erfrischende Stimmung hervor. Um harte Kontraste zu vermeiden, ist auch hier eine Kombination aus verschiedenen Lichtquellen ratsam. Die Schutzart einer Leuchte gibt Auskunft darüber, ob sie in feuchten Räumen sicher betrieben werden kann.

Schöne Bilder, Möbel oder Kunstobjekte setzen Sie durch eine Akzentbeleuchtung richtig in Szene. Durch die Wahl eines extravaganten oder besonders edlen Designs - vom antiken Kronleuchter bis hin zur schicken Industrieleuchte - können Sie aber auch die Leuchte selbst zum Highlight machen.

Lichterketten sind nicht nur an Weihnachten dekorativ: Die vielen kleinen Lichtquellen sind je nach Geschmack nur mit Kunststoffkappe wie auch aus Stoff oder Papier erhältlich und zaubern das ganze Jahr über ein schönes Flair.

8. Fahrradlicht

Das falsche Fahrradlicht kann im Ernstfall teuer und nicht zuletzt gefährlich werden: Vorgeschrieben sind ein festmontiertes, dynamobetriebenes weißes Vorder- sowie ein rot strahlendes Rücklicht. Das Vorderlicht muss eine Beleuchtungsstärke von mindestens 10 Lux auf 10 Meter Entfernung produzieren. Die höchste Lichtausbeute bei geringem Energieeinsatz bieten LED-Anlagen, wobei die Scheinwerfer nicht zu hoch eingestellt werden dürfen. Ebenso wichtig ist ein leistungsfähiger Dynamo, der mindesten drei Watt und sechs Volt Spannung aufbringen sollte. Außerdem empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung und Kontrolle.

9. Autoscheinwerfer

Die optimale Fahrzeugbeleuchtung birgt weniger Risiken auf der Straße. Bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen muss das Abblendlicht eingeschaltet werden. Doch auch tagsüber ist es von Vorteil, mit einer Tagfahrleuchte nachzurüsten. Zusätzliche Sicherheit im Regen- oder Schneefall gewährleisten Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchten. Grundsätzlich ist die richtige Einstellung der Scheinwerfer unabdingbar.

10. Energie sparen

Nutzen Sie helle Wand- und Deckenflächen als Reflektoren für Ihr Licht, dadurch brauchen Sie weniger Energie für die gleiche Helligkeit. Konventionelle Glühlampen schaden der Umwelt und sind Stromfresser, die sich leicht durch energieeffiziente Lampen wie LEDs ersetzen lassen. Im Treppenhaus, Flur oder Keller macht es Sinn, einen Bewegungsmelder zu installieren. Dieser schaltet sich nur dann ein, wenn das Licht auch wirklich benötigt wird, und trägt so zu einer Senkung der Stromkosten bei.

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