Die wichtigsten 10 Punkte beim Kauf von Angelrollen und Angelspulen

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Die wichtigsten 10 Punkte beim Kauf von Angelrollen und Angelspulen

Angelrollen mit passenden Angelspulen – ein Ratgeber mit zehn wichtigen Tipps

Mit das Wichtigste beim Kauf einer Angelausrüstung ist die Wahl der richtigen Angelrolle. Welche Angelrolle (inklusive Angelspule) geeignet ist, entscheidet unter anderem die Beschaffenheit des Angelgewässers und die Art der Fische, die man fangen möchte. Die Angelrolle ist nicht nur das Aufbewahrungsdepot für die Angelschnur, sie ist auch mitentscheidend für die Wurfweite und den Drill.

Je nach Ausführung bestehen Angelrollen aus verschiedenen Teilen. Dazu gehören unter anderem:

  • Schnurfangbügel
  • Rollenfuß
  • Kurbel
  • Rollenhalter
  • Schalter für die Rücklaufsperre
  • Angelspule
  • Schnur
  • Spulenbremse

Dieser Ratgeber bietet Ihnen zehn hilfreiche Tipps zu den unterschiedlichen Rollenarten und ihren Einsatzmöglichkeiten.

1. Die wichtigsten Arten von Angelrollen auf einen Blick

Grundsätzlich dient die Angelrolle zum Aufnehmen und Abspulen der Angelschnur. Eine erste Differenzierung findet anhand der folgenden Rollentypen statt:

An Binnengewässern werden überwiegend Stationär- und gelegentlich auch Multirollen verwendet. Der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Rollenarten liegt darin, dass sich beim Auswerfen der Stationärrolle die Spule nicht dreht, während sie das bei der Multirolle tut. Außerdem wird die Angelschnur bei der Stationärrolle quer zur Route aufgewickelt, während sie bei der Multirolle parallel zur Rute geführt wird.

Für das Brandungs- und Meeresangeln gibt es spezielle Meeresrollen, die überwiegend als Multirollen gebaut sind. Beim Tiefseeangeln kommen häufig auch elektrische Multirollen zum Einsatz, die über einen kleinen Hilfsmotor verfügen.

Für manche Fischarten oder Köder kommen noch spezielle Angelrollen zum Einsatz. Die sind unter anderem die

2. Die Eigenschaften einer Freilaufrolle

Eine Freilaufrolle ermöglicht es dem Fisch, wenn er angebissen hat, zunächst Schnur abzuziehen, ohne Widerstand zu bemerken. Der Freilauf ist auf das Gewässer und Umgebung individuell einstellbar. Sie ist also auch bei starkem Wind oder heftiger Strömung zu verwenden.

Damit die Rollenbremse wieder ihre Funktion übernimmt, wird der Freilauf über die Kurbel beendet. Freilaufrollen eignen sich besonders für Karpfen oder Hechte. Einige Anbieter integrieren einen elektronischen Bissanzeiger in diese Angelrollen, sodass die Rute bei ruhigen Gewässern auch abgelegt werden kann.

Freilaufrollen gibt es mit Front- und Heckbremsen. Aufgrund ihres robusten Aufbaus sind sie auch für Anfänger gut geeignet. 

3. Angelrollen für das Fliegenfischen

Das Forellenangeln an kleinen und verborgenen Gewässern übt auf viele Angler einen ganz besonderen Reiz aus. Speziell für das hier angesagte Fliegenfischen muss natürlich auch eine besondere Angelausrüstung angeschafft werden.

Beim Fliegenfischen ist es besonders wichtig, dass die Angelschnur drallfrei abgezogen und schnell wieder aufgerollt werden kann. Deshalb gibt es speziell für diese Disziplin des Angelns Fliegenrollen, die man nach drei unterschiedlichen Typen unterscheidet:

  • Die Standardrolle mit einem kleinen Rollenkern, einer Spule, die viel Schnur aufnimmt und einem relativ kleinen Rollendurchmesser.
  • Die Großkernrolle, eine der gebräuchlichsten Formen der Fliegenrollen. Sie hat einen großen Rollendurchmesser und erlaubt deshalb eine höhere Einholgeschwindigkeit.
  • Die Antireversrollen, die sowohl für leichte als auch für schwere Fischarten verwendet wird. Beim Schnurabzug steht hier die Kurbel still. Das sorgt über eine maximale Kraftübertragung, ohne dass die Angelspule durchdrehen kann. Der Fisch wird über die Bremse gedrillt, die sich bei zu starkem Druck auch jederzeit lösen lässt.

Fliegenrollen gibt es in unterschiedlichen Größen von ganz leicht bis hin zu schweren und meerwasserbeständigen Rollen, die auch bei der Salzwasserfischerei verwendet werden.

4. Spinnrollen für das Angeln mit Kunstködern

Spinnfischen bedeutet, dass die Angelschnur, an der sich Kunstköder befinden, ständig ausgeworfen und wieder eingeholt werden muss. So fängt man in der Regel sowohl im Süß- als auch im Salzwasser viele Arten von Raubfischen. Gelegentlich kann es aber auch vorkommen, dass ein Wels oder ein Karpfen anbeißt.

Damit ist aber schon klar, dass Spinnrollen eine ziemlich hohe Belastung aushalten müssen.

Kauftipp: Achten Sie besonders bei Spinnrollen auf eine gute Qualität. Hier sind wirklich gute Produkte empfehlenswert, damit Sie an der stark beanspruchten Rolle lange ihre Freude haben.

Es ist wichtig, bei der Auswahl von Spinnrollen auch auf das Gewicht zu achten. Da man bei dieser Angelweise die Rute permanent in der Hand hält, darf die Rolle nicht zu schwer sein. Zwei bis drei Kugellager sind für eine gute Spinnrolle völlig ausreichend.

Hinweis: Verwenden Sie beim Spinnfischen am besten eine dehnungsarme polyfile Angelschnur. Sie erzielt zusammen mit der unendlich langen Rücklaufsperre der Angelrolle die besten Ergebnisse. Ganz wichtig ist die Bremse bei der Spinnrolle. Es ist eine subjektive Entscheidung, ob man eine Angelrolle mit Front- oder Heckbremse wählt. Normalerweise lassen sich Heckbremsen etwas leichter bedienen.

Ganz wichtig beim Spinnfischen ist es, die Angelschnur so gleichmäßig wie möglich auf die Angelspule aufzuwickeln. Hier sollten auf keinen Fall wellige Ränder zu sehen sein.

5. Etwas für Experten – die Baitcastrollen

Baitcastrollen sind eine extrem leichte Form der Multirollen. Zusammen mit einer passenden Route entsteht so eine perfekte Kombination, die allerdings im Gebrauch ein wenig Erfahrung erfordert. Wie beim Spinnfischen angelt man mit Baitcastrollen und Ruten nur mit künstlichen Ködern. Die Rollen eignen sich zum Vertikal-, aber auch zum Schleppangeln auf Zander und Hecht.

Das Werfen mit einer Baitcastrolle ist nicht ganz einfach, und die Wurfweite einer Stationärrolle wird damit auch nicht erreicht. Zum Üben sollte man zunächst monofile Schnüre auf die Angelspule aufspulen. Geflochtene Schnüre bilden häufig sogenannte Perücken und das Entwirren ist eine langwierige Angelegenheit. Hat man den Dreh aber einmal raus, ist das Angeln mit diesen Angelrollen ein echtes Vergnügen.

Kauftipp: Manche Anbieter statten Baitcastrollen mit einem digitalen Anzeiger aus, der die Tiefe und die Entfernung des Köders angibt.

6. Angelrollen brauchen auch Bremsen

Um einen Fisch perfekt auszudrillen, muss es möglich sein, die Angelschnur beim Ablaufen von der Spule zu bremsen und wieder freizugeben. Dafür stehen sowohl Front- als auch Heckbremsen bei Angelrollen zur Verfügung.

Frontbremsen verfügen über größere Bremsscheiben als die Heckbremsen und lassen sich deshalb deutlich sensibler einstellen. Das ist besonders bei sehr feinen monofilen Schnüren ein großer Vorteil. Hinzu kommt, dass Angelrollen mit Frontbremse ruckfreier arbeiten und bei einem Biss die Schnur rascher wieder freigeben. Allerdings ist die Bedienung etwas unbequemer als die der Heckbremsen.

Heckbremsrollen sehen optisch besser aus als Rollen mit einer Frontbremse. Klare Vorteile – außer der leichteren Handhabung – gibt es eigentlich nicht. Es ist deswegen also eher Geschmackssache, mit welcher Angelrolle man lieber arbeitet.

Häufig verwendet werden Angelrollen mit Heckbremse zum Beispiel von Match- oder Federanglern, und auch bei Meeresforellen sind sie ein guter Partner. Schon während des Drills kann die Heckbremsrolle gut nachjustiert werden. Das ist besonders beim Angeln von Raubfischen gut, denn hier sind immer Überraschungen möglich.

7. Multirollen mit und ohne Antrieb

Multirollen sind zum Beispiel an allen Ruten für das Meeresangeln zu finden. Aber auch für Hechte, Welse oder Lachse eignen sich diese Angelrollen sehr gut. Man kann damit auch vom Boot aus in großen Tiefen angeln.

Der Begriff Multirolle hat übrigens weniger etwas mit Multifunktion zu tun. Er leitet sich von dem Wort Multiplikator ab und gibt vor, dass beim Schnureinzug eine Übersetzung vorhanden ist. Das Vorteilhafte an Multirollen ist, dass sie nahezu wartungsfrei sind. Die Schnur wird ohne Drall und sehr direkt auf die Angelspule aufgespult.

Für das Tiefseeangeln gibt es spezielle Angelrouten: die Multirollen mit Hilfsmotor. Dieser Motor hat eine Einholkraft von bis zu 45 Kilogramm und eine Einholgeschwindigkeit von etwa 110 Metern pro Minute.

8. Diese Angelrollen eignen sich für das Meeresangeln besonders gut

Speziell für den Angelsport im Salzwasser, aber auch, wenn an Binnengewässern harte Bedingungen vorliegen, sind sehr robuste Angelrollen und Angelspulen notwendig. Meeresrollen und sogenannte Großfischrollen eignen sich perfekt für Meeresforelle oder Wolfsbarsche sowie schwere Hechte, Karpfen oder Welse. Trotzdem kann man diese Angelrollen auch für das Meeres-Spinnfischen verwenden.

Das Besondere an diesen Rollen ist:

  • Die Frontbremse ist salzwasserfest.
  • Die Angelrolle verfügt über eine Weitwurfspule.
  • Sie ist mit einer hochwertigen Carbonbremse ausgestattet.

In der Regel sind Gehäuse und Bremse wasserdicht versiegelt, und das CNC-gefräste Getriebe ist hoch belastbar. Es gibt Hersteller, die auf Meeresrollen eine lebenslange Garantie geben. 

9. Angelrollen benötigen Pflege

Nach dem letzten Angeln in jeder Saison sollte die komplette Angelausrüstung sortiert und gereinigt werden. Dazu gehört natürlich auch eine konsequente Rollenpflege, damit beim Anangeln im nächsten Frühjahr alles reibungslos funktioniert.

Besonders aufmerksam sollte dabei das Schmierfett, das das Getriebe schützt, kontrolliert werden. Wird die Angelrolle häufig benutzt, kann es austreten oder an manchen Stellen verharzen.

Tipp: Warmes Wasser und eine ausrangierte Zahnbürste eignen sich perfekt für die Rollenreinigung. Damit können Anhaftungen von Sand, Futter und Salz vorsichtig entfernt werden.

Auch die Angelspule sollte gründlich mit warmem Wasser gespült werden. Liegen keine Verharzungen beim Schmierfett im Getriebe vor, genügt es, das Fett auf der Zahnstange nur wieder gleichmäßig zu verteilen. Im Zweifelsfall ist es aber immer besser, das alte Fett komplett zu entfernen und auf alle Getriebeteile neues Fett aufzutragen.

10. Noch ein kleiner Blick auf die Angelspulen

Wer eine Angelrolle neu kauft, kann sicher sein, dass sich darin die passende Angelspule befindet. Beim Nachkauf sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die richtige Spule ausgewählt wird. Normalerweise ist in den Produktdetails beschrieben, für welche Angelspulen die Rolle geeignet ist. Ansonsten hilft ein Blick auf die Webseite des Herstellers.

Angelspulen gibt es in drei unterschiedlichen Typen, und zwar für die Stationär-, die Multi- und die Fliegenrolle. Stationärrollen benötigen eine Angelspule mit feststehendem Spulenkopf. Mithilfe eines rotierenden Faltbügels kommt hier die Schnur aus der Spule. Bei Multirollen erfolgt die Schurwicklung direkt auf den Spulenkopf. Für das Fliegenfischen gibt es besondere Angelspulen, die auch entsprechend gekennzeichnet sind.

Achtung: Achten Sie sowohl auf das Fassungsvermögen als auch auf die passende Übersetzung beim Kauf von Angelspulen.

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