Die verschiedenen Varianten der Kreidler Florett

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Alfred Kreidler liebte Krafträder. Als er 1949 die Metall- und Drahtfabrik seines Vaters in Kornwestheim übernahm, begann er mit dem Bau von Krafträdern. Die K 50, das erste Kreidler-Modell, war ein Motorfahrrad mit einem 50-ccm-Motor und einer Leistung von 2,2 PS. Bald darauf folgte die erste Kreidler Florett, die zu einer wahren Erfolgsserie führte.

  

Ein erfolgreicher Start in den Markt ab dem Jahr 1957

Im Jahr 1957, nur wenige Jahre nach der K 50, kamen die ersten Florett-Modelle K 53 und K 54 auf den Markt. Sie wurden von einem liegend montierten Einzylinder-Zweitaktmotor mit Gebläsekühlung angetrieben. Ausgestattet war die K 54 mit einer 3-Gang-Handschaltung und der Florett-typischen Klauenschaltung. Der Motor mit 3 PS wurde mit einem Kickschalter gestartet, der eierförmige Tank fasste 8,7 Liter Sprit mit einer Reserve von 1,7 Liter, die Höchstgeschwindigkeit betrug 62 km/h.

Von den ersten Modellen wurden etwas mehr als 25.000 Stück verkauft. Die Kosten damals: 758 Mark für die Maschine mit dem Solositz, 775 Mark für das Modell mit Sitzbank für einen Sozius. Als Sonderzubehör konnten Gepäckträger und Beinschild hinzugekauft werden.

  

Die Fortsetzung der Erfolgsserie der Florett Mopeds

Die Kreidler Florett konnte sich schnell einen Namen machen. In den 60er-Jahren folgte eine ganze Reihe weiterer Modelle der Serie. Vor allem die Mokicks fanden schnell eine Fangemeinde. Die Motoren waren gedrosselt, um unter der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Mopeds und Mokicks zu bleiben. Aber mit etwas Bastlerfachwissen und handwerklichem Geschick sowie mit den (illegalen) Bauteilen zum Frisieren der Maschinen war es auch Moped-Kreidleristen möglich, statt auf nur 40 oder 45 km/h auf rasante 90 km/h zu kommen. Auf den ersten Blick war eine frisierte Maschine kaum vom Serienmodell zu unterscheiden. Ein Unterschied war noch bei den Bremsen sichtbar: Während die Bremstrommeln bei den Mokicks nur einen Durchmesser von 116 oder 120 mm hatten, gab es bei den Kleinkrafträdern einen Bremstrommeldurchmesser von 150 bzw. 160 mm.

  

Noch schneller als die Mokicks: die Florett Motorräder

Ganz legal schnell fahren durften die damaligen Motorräder oder Kleinkrafträder. Ein erster Erfolg unter den leistungsstärkeren Maschinen war die Florett Super von 1961 mit der Typenbezeichnung K 54/2. Die Maschine überzeugte mit einem 4,2-PS-Motor, dem Bing-Vergaser 1/16/59, einer 4-Gang-Fußschaltung, Rädern mit 17 Zoll sowie einem Kniekissen. Eine Rarität ist heute die Florett Super TS 1966, die es nur im diesem Sommer gab. Der Kaufpreis damals: rund 1.200 Mark, das waren vor allem für Lehrlinge gleich mehrere Monatsgehälter.

Aber auch die späteren Motorräder waren zu ihrer Zeit sehr erfolgreich: Ab 1967 waren die Florett-Modelle GT bzw. TM mit Gebläsekühlung das begehrte Objekt vieler Jugendlicher. Ab 1973 wurde die Florett RS als schnellste Kreidler-Maschine zum Erfolgsmodell. Bis 1981 wurden 125.000 Exemplare gebaut, dennoch musste die Firma 1982 wegen Insolvenz schließen. Seit wenigen Jahren wird der Name Kreidler für moderne Zweiräder genutzt. Wer aber an den alten Maschinen mehr Interesse hat, findet angefangen von der Zündung bis zum Auspuff bei eBay eine Vielzahl von Ersatzteilen, um den Fahrspaß der alten Modelle wieder erleben zu können.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden