Die verschiedenen Matratzenarten und -technologien im Überblick

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1. Latex

Der Latex kann entweder natürlich oder synthetisch sein. Um eine Latex Matratze aussuchen zu können, sollten Sie die richtige Dichte und die Höhe mitberücksichtigen. Die Dichte sollte ein Raumgewicht von 63 bis 83 kg/mᶟ haben. Latexschaum hat im Vergleich zu Kaltschaum eine höhere Dichte. Dieser Umstand, gepaart mit einer sehr guten Elastizität, ist der Grund für seine hervorragende Eignung als Matratzenwerkstoff. Die Langlebigkeit einer Latexmatratze bei gleichbleibend sehr gutem Liegekomfort wird ebenfalls maßgeblich durch die höhere Dichte gewährleistet. Die Latex-Kerne werden in verschiedenen Härtegraden angeboten.

Hier gilt die Regel: "Je härter, desto mehr Material (Dichte), desto schwerer".

2. Standardschaum

Den Grundstoff von synthetischem Polyurethan bezeichnen Chemiker als Polyether-Verbindungen. Unter dem Begriff PU-Weichschaumstoff werden alle Schäume zusammengefasst, die reversibel – also umkehrbar – verformbar sind. Das heißt, sie kehren nach der Verformung in ihre Ausgangslage zurück. Schaumstoffe werden mit Hilfe eines Treibmittels – z.B. Kohlensäure – aus Polyol und Isocyanat hergestellt. Toxikologisch sind Schaumstoffkerne völlig unbedenklich und nicht giftig.

Die Qualität von Schaumstoffmatratzen hängt vom Raumgewicht, der Stauchhärte und eingearbeiteten Profilen ab. Das Raumgewicht sagt aus, wie viel Kilogramm Rohstoff in einem Kubikmeter Schaumstoff verarbeitet wurde und ist entscheidend für die Elastizität.  Je höher das Raumgewicht, umso elastischer und stabiler ist der Schaumstoff. Das Raumgewicht guter Schaummatratzen sollte über 40 liegen. Die Stauchhärte ist ein Maß für die Festigkeit, das heißt es sagt aus, wie hart oder weich eine Matratze ist.

Bei Standardschaummatratzen ist das Material nicht so elastisch wie bei Kaltschaummatratzen.

3. Kaltschaum

Bei Kaltschaumkernen wird häufig ganz auf Treibmittel verzichtet. Im Vergleich zum Standardschaum weist Kaltschaum eine erheblich bessere Materialqualität auf. Grund dafür ist die unregelmäßige, grobe Porenstruktur des Materials, die es leicht und komfortabel macht. Die offenen Zellen sorgen zudem für gute Luftdurchlässigkeit und ein angenehmes Schlafklima. Lässt man eine Kugel auf eine Kaltschaummatratze fallen, so federt diese deutlich sichtbar nach: Die hohe Elastizität wird sichtbar. Diese Elastizität macht es möglich, dass Kaltschaum bei Entlastung unmittelbar in seine Ursprungsform zurückkehrt. Deshalb bezeichnet man ihn auch als HR-Schaumstoff, d.h. hochelastischen Schaumstoff (englisch „high resilient“).

Langzeitprüfungen haben zudem die dauerhafte Elastizität gut verarbeiteter Kaltschäume nachgewiesen. Gerade bei der Verarbeitung zu Matratzen ist die Haltbarkeit des Kaltschaums ein entscheidendes Kriterium, sind Matratzen doch jahrelang der täglichen Beanspruchung durch den Schlafenden ausgesetzt.

Kaltschaummatratzen eignen sich besonders für Menschen, die nachts schnell frieren.

4. Viskoelastischer Schaum

Diese Schaumstoffart wird auch Memory Foam (zu deutsch etwa „Gedächtnis-Schaum“) genannt, da sich das Material an die Belastung erinnert und nach dem Aufstehen noch einige Sekunden lang der Körperabdruck zu sehen ist. Diese Anpassung erfolgt dadurch, dass der Schaum auf Körperwärme und Körperdruck reagiert und ein Einsinken in die Matratze bewirkt. Nach einer Veränderung der Liegeposition begibt sich die viskoelastische Matratze zeitverzögert in die ursprüngliche Form zurück.

Manche Rückenprobleme und andere spezielle Beschwerden werden durch die druckreduzierte, ergonomische Lagerung des Körpers gemildert. 
So ist es nicht verwunderlich, dass diese Matratzenart ursprünglich für Sanitäts- und Krankenhausbetten entwickelt wurde. Viskoelastische Matratzen wirken in ihrer Grundeigenschaft eher „warm“.

Menschen, die zum Schwitzen neigen, sich aber aus orthopädischen Gründen für eine viskoelastische Schaummatratze entscheiden möchten, sollten darauf achten, dass die Matratzenumhüllung zur Luftzirkulation beiträgt, zum Beispiel durch eine entsprechende Wattierung.

5. Bonnellfederkern

Ein Bonnellfederkern ist das Basismodell der Federkernmatratzen. Die einzelnen Stahlfedern haben eine taillierte Form und sind miteinander verbunden.

Bonnellfederkernmatratzen bieten vor allem ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Die Qualität hängt von der Beschaffenheit und Menge der verwendeten Federn und den Polstermaterialien ab. Beim Preisvergleich sollte man also u.A. darauf achten, wie und mit welchen Materialien der Kern genau hergestellt ist. So erklären sich die oft erheblichen Preisunterschiede, die in der Tat auch Qualitätsunterschiede sind.

6. Leichtfederkerne (LFK)

Der Name verrät es schon: Mit Hilfe von Leichtfederkernen geht es darum, eine möglichst flexible und leichte Federkernmatratze herzustellen. Dazu werden rechteckige oder elipsenförmige Federendringe eingesetzt, die eine hohe Flexibilität ermöglichen. Wegen seiner feinen, aber hochfesten Drähte gilt der LFK als Leichtgewicht unter den klassischen Federkernsystemen. Eine dichte Oberfläche verhindert, dass Polsterschichten in die Zwischenräume rutschen. 

Verglichen mit einem Standard Bonnellfederkern verfügt ein gleich großer Leichtfederkern über doppelt so viele Einzelfedern und kommt so an die Federmengen eines einfachen Taschenfederkerns heran. Deshalb sind Leichtfederkerne elastischer als Bonnellfederkerne.

7. Taschenfederkerne

Taschenfederkernmatratzen sind hochwertiger als Bonnellmatratzen, weil die Produktion aufwendiger ist, um die Liegeeigenschaften zu optimieren. Einzelne Federn werden in Stofftaschen eingenäht und diese in Reihen aneinander gesetzt. An ihren Berührungspunkten werden sie miteinander verklammert oder verklebt. Aufgrund der vielen kleinen Taschen, in denen die jeweilige Feder steckt, hat diese Federkernart ihren Namen. 
Im Gegensatz zu Bonnellfederkernmatratzen geben hier nur die jeweils belasteten Federn nach, während die nicht beanspruchten Federn gespannt bleiben und die Liegenden stützen.

Besonders hohen Komfort bietet die Tonnentaschenfederkernmatratze, eine Unterform der Federkernmatratze. Die in diesem Matratzenkern verwendeten Metallfedern haben eine bauchige Form und weisen damit eine höhere Flexibilität auf als herkömmliche Federkernmatratzen.

Die hohe Atmungsaktivität sorgt für einen sehr guten Feuchtigkeitstransport. 
Diese Matratzenart eignet sich deshalb besonders für Menschen, die nachts stark schwitzen.

8. Boxspring

Der Boxspring ist bei uns in Deutschland ein relativ neues Phänomen, obwohl er in angelsächsischen und den Benelux-Ländern bereits seit Jahren beliebt ist. Die typische Boxspringmatratze besteht aus drei Elementen: An die Stelle von Bettgestell und Lattenrost kommt eine matratzenähnliche (Federkern-) Unterkonstruktion (Box), darauf liegt eine (Federkern-) Matratze und den Abschluss bildet eine Auflage aus Viskose- oder Kaltschaum (Topper). Beim Boxspring handelt es sich also um eine Kombination von Bettgestell, Unterfederung und Matratze, die hohen Komfort ermöglicht und eine Alternative zum üblichen System aus Bettgestell, Unterfederung und Matratze darstellt. Besonders die ansprechende Optik von Boxspringbetten, bei denen alle Teile perfekt miteinander harmonieren, macht sie so populär.

Beim Kauf sollte man sich allerdings bewusst machen, dass ein attraktives Aussehen allein keine Garantie für hochwertige Qualität bietet.

9. Mischformen

Es gibt Matratzen mit einer Kombination aus verschiedenen Technologien, dabei werden die besonderen Eigenschaften der Technologien miteinander verbunden.

Verbreitet sind Kombinationen aus Federkern und Schaumkern sowie Kombinationen aus Latex mit anderen Materialien (Schichtlatex). Matratzen aus Schichtlatex bestehen aus mehreren Schichten von Latex. Durch die verschiedenen Schichten können entweder unterschiedliche Latexqualitäten oder Latex und andere Materialien, wie Schaumstoff oder Naturmaterialien wie Kokosfasern, miteinander kombiniert werden.

Auf diese Weise können Liegeeigenschaften verschiedener Materialien in einer Matratze zusammengeführt werden.

10. Futonmatratzen

Der Begriff Futon (jap. „Decke“) bezeichnet alle Arten von Decken. Auf Futons liegt man hart. Ein Nachteil besteht darin, dass sie normalerweise auf den Boden gelegt werden und im Winter die kalte Luft direkt über der Schlafstätte zirkuliert. Weil Futonmatratzen Feuchtigkeit relativ schlecht abgeben, sind die richtige Pflege und Durchlüftung maßgeblich für ihre Lebensdauer.

Diese Art des Schlafens hat sich in westlichen Ländern nicht durchgesetzt. Aus Marketinggründen werden hierzulande jedoch manchmal etwas dünnere Matratzen als Futonmatratzen bezeichnet.

11. Luftmatratzen

Luftmatratzen bestehen aus einer Folie, die in Kammern unterteilt ist und mit Luft gefüllt wird. Ab einer Höhe von ca. 30 cm werden Luftmatratzen auch als Luftbett bezeichnet. Der Liegekomfort auf Luftmatratzen wird dadurch beeinträchtigt, dass der Körper bei weicher Einstellung der Matratze praktisch nicht unterstützt wird, da schwerere Körperteile naturgemäß tiefer einsinken als leichtere. 
Luftmatratzen sind für den permanenten Schlafgebrauch aus vielfältigen Gründen ungeeignet.
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