Die rumänische Volkskunst Ikonenmalerei

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Die rumänische Schule in Rahmen der Ikonenmalerei, findet sich im Raum nördlich von Griechenland, hauptsächlich in den Gegenden Bessarabiens, Moldaviens in Osten, Transsylvaniens in Westen und der Walachei in Süden Rumäniens. Sie erreichte ihren Höhepunkt im 17. Jahrhundert. Die Fresken an den Wänden der Klöster und innerhalb der Kirchenräume zeugen davon.

Besonders und erwähnenswert für diesem Gebiet ist die Volkskunst-Ikonenmalerei. Sie hat sich Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelt und ist von großer Bedeutung. Die Ikonenmalerei war ursprünglich von Mönchen gepflegt. Sie geriet allmählich in Verfall aus Mangel an Aufträge vonseiten der kirchlichen Behörden.

Doch das einfache Volk konnte ohne Ikonen nicht leben. Für ein orthodoxen Christen bedeuten diese Heiligenbilder sehr viel. Es sind eine Art Verbindung zum Göttlichen, Mahnung, Erinnerung, Schutz. Auch heute noch küssen die Gläubigen die Bilder und Fresken in den Kirchen, und in so manche Stellen ist davon schon die Farbe abgenützt. Aus Mangel aus Ikonen seitens der Kirche, hat das arme, ungebildete, in dürftigen Verhältnissen lebende Volk, aus tiefempfundenen Glauben heraus, Ikonen selbst gemalt.

Die in Bysanz entstandenen Motive wurden gewissermasen mit neuem Leben erfüllt.Obwohl das Göttliche in jener Bauernkunst niemals in den Bereich des Menschlichen herabsank, bestechen die in den rumänischen Ikonen dargestellte Heiligen durch ihre humane, warme, natürliche Gesichtszüge. Dies fasziniert mich besonders.

Prachtvoll sind Hinterglasikonen mit den grellen Farben und der unbefangenen Linienführung. Soweit ich informiert bin, sind diese Ikonen eine ganz große Besonderheit Rumäniens, und leider wenig bekannt in Westen.

Dabei gerade diese Ikonen können nicht verfälscht und kopiert werden. Bei dieser Art ist bis jetzt keine Massenanfertigung möglich. Jede einzelne ist ein Kunststück für sich und sind wunderschön. Hier gibt es die unterschiedlichste Inspirationen und jede Künstler sein eigenen Stil. Der Transport ist leider problematisch und diese Kunstwerke haben zurecht ein gewissen Wert.Schon die Technik des "rückwärts Malens" ist was besonderes. Zu diesem Thema werde ich in ein weiterm Ratgeber die Gedanken  einer Künstlerin, welche diese Technik beherrscht, darstellen.

Während in anderen ortodoxen Ländern der Ikonenmaler im günstigsten Falle nach einer vorgeschriebenen Technik kopiert, hat der rumänische, einfache Bauernmaler aus einem innerlich durchlebten religiösen Empfinden heraus seine heiligen Ikonen gemalt und damit den Beweis erbracht, daß Ikonenkunst neu und dennoch vom Glauben her inspiriert, lebenssprühend sein kann. 

 

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