Die richtigen Versicherungen für zukünftige Hauseigentümer

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Die richtigen Versicherungen für zukünftige Hauseigentümer

Versicherungen während der Bauzeit

Wenn Sie sich zu den zukünftigen Hauseigentümern zählen, haben Sie eventuell schon ein passendes Grundstück gefunden oder sind gerade auf der Suche nach einem solchen. Zwischen der ersten Planung Ihres neuen Eigenheimes bis zur endgültigen Fertigstellung kann eine größere Zeitspanne liegen. Für die Baustelle, auf der Ihr Haus entstehen soll, sind Sie als Bauherr verantwortlich und Sie haften daher auch für Schäden, die an Personen oder Gegenständen eintreten. Die Risiken, die eine Baustelle mit sich bringt, betreffen nicht nur Sie und Ihre Familie, sondern alle dort anwesenden Personen wie Handwerker und Bauhelfer. Jeder, der die Baustelle betritt – ob befugt oder unbefugt – kann dort zu Schaden kommen. Das kann je nach Schadensumfang große finanzielle Auswirkungen auf Sie haben. Es ist daher sinnvoll, diesbezüglich mit entsprechenden Versicherungen vorzusorgen.

Feuer-Rohbauversicherung

Selbst wenn sich Ihr Haus erst im Rohbau befindet, ist es schon einer Gefahr durch Feuer ausgesetzt. Sei es durch Brand, Blitzschlag oder eine Explosion. Die meisten Finanzierungsinstitute zahlen nur dann Kredite aus, wenn Sie als Bauherr den Abschluss einer Feuer-Rohbauversicherung nachweisen können. Diese Versicherung ersetzt Schäden, die durch Feuer verursacht worden sind, einschließlich etwaiger Folgeschäden durch Rauch, Ruß und Löschwasser. Zudem werden auch mit dem Schadensereignis zusammenhängende Aufräum- beziehungsweise Abbruchkosten und gegebenenfalls Mieteinnahmeverluste bei Wohngebäuden erstattet. Versichert sind die im jeweiligen Vertrag genannten Gebäude sowie die zur Errichtung notwendigen Baustoffe, die auf dem Baugrundstück gelagert sind. Der Versicherungszeitraum erstreckt sich vom Beginn der Rohbauphase bis zur bezugsfertigen Fertigstellung des Gebäudes, maximal aber auf 12 Monate. Eine Verlängerung nach Ablauf der 12 Monate erfolgt nicht automatisch. Die Feuer-Rohbauversicherung sollten Sie auch dann abschließen, wenn Sie den Kauf eines Hauses im Rohbau getätigt haben.
Die Versicherungssumme für die Feuer-Rohbauversicherung errechnet sich aus dem Betrag, der zum Aufbau des Gebäudes aufgewendet werden müsste. Zur Ermittlung der Versicherungssumme wird der sogenannte Gebäudeversicherungswert 1914 herangezogen, der den Versicherungswert des Gebäudes für das Jahr 1914 angibt. Das Jahr 1914 wird als Basis verwendet, da es als das letzte Jahr mit stabilen Baupreisen angesehen wird. Es handelt sich um einen fiktiven Rechenwert, der eine einheitliche Basis zur Berechnung des Gebäudeneuwertes und der Versicherungsprämie schaffen soll. Multipliziert man den Gebäudeversicherungswert 1914 mit dem sogenannten Baupreisindex, erhält man den heutigen Neubauwert des versicherten Gebäudes und damit die Versicherungssumme.

Baufertigstellungsversicherung

Zweck der Baufertigstellungsversicherung

Problematisch und in der Folge unter Umständen äußerst kostspielig wird es, wenn während der Bauphase einer der am Bau beteiligten Vertragspartner, zum Beispiel der Bauunternehmer, der Architekt oder gar der Hersteller Ihres Fertighauses, zahlungsunfähig wird und Insolvenz anmeldet. In diesem Fall kämen sämtliche Bauleistungen zum Erliegen. Das kann aufgrund der weiterlaufenden Kosten für den Bauherrn einen großen finanziellen Nachteil bedeuten. Eine Baufertigstellungsversicherung würde die dann entstandenen Mehrkosten erstatten. Das sind die Ausgaben, die dem Bauherrn dadurch entstehen, dass er einen neuen Vertragspartner für die Fertigstellung des Objektes suchen muss, der seine Leistungen eventuell nicht zu dem vom ursprünglichen Vertragspartner veranschlagten Preis erbringt. Achten Sie darauf, dass die Baufertigstellungsversicherung auch die Gewährleistung für die Arbeiten des in Insolvenz gegangenen Unternehmens mit einschließt. Mit der Insolvenzanmeldung wird die Durchsetzung etwaiger Gewährleistungsansprüche nicht mehr möglich sein und Sie würden bei auftretenden Mängeln an Ihrem Eigenheim auf den Kosten zur Behebung dieser Mängel sitzen bleiben. Je nachdem, um welchen Schadensumfang es sich handelt, können das hohe Geldsummen sein.

Abschluss der Baufertigstellungsversicherung

Die Baufertigstellungsversicherung wird in den meisten Fällen von Ihrem Baupartner abgeschlossen. Der dafür erforderliche Versicherungsbeitrag ist dann in dem mit Ihnen vereinbarten Preis für die Fertigstellung Ihres Hauses enthalten, sodass Sie die Beiträge indirekt selbst zahlen. Diese Vorgehensweise hat für Sie einen großen Vorteil: Das Versicherungsunternehmen, das mit Ihrem Baupartner diese Versicherung abschließt, prüft vorher umfassend dessen Bilanzen und das Management. Wären Anzeichen einer baldigen Zahlungsunfähigkeit beziehungsweise Insolvenz ersichtlich, würde das betreffende Unternehmen keine Baufertigstellungsversicherung abschließen können. Wenn Ihr Baupartner diese Versicherung anbietet, spricht dies für eine solide Finanz- und Unternehmenslage. Auch wenn eine anstehende Insolvenz während der Bauphase nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, wird einem von der Versicherungsgesellschaft geprüften Unternehmen sicherlich eher zu vertrauen sein als einem, das eine entsprechende Versicherung nicht anbietet.

Bauleistungsversicherung

Jeder Tag auf der Baustelle kostet den Bauherrn Geld. Allein deshalb schon hat er ein großes Interesse daran, dass sein Haus rechtzeitig zum vereinbarten Termin fertiggestellt wird. Es gibt jedoch Ereignisse die niemand vorhersehen kann, so zum Beispiel Konstruktions- und Materialfehler, unbekannte Eigenschaften des Baugrundes sowie Vandalismus. Die dadurch entstandenen Schäden werden durch die Bauleistungsversicherung, früher Bauwesenversicherung genannt, ersetzt. Der Schutz umfasst Bauleistungen und -materialien während der gesamten Bauzeit und besteht unabhängig davon, ob der Schaden zulasten des Bauherrn oder des Bauunternehmers geht. Letzteres wird im Einzelfall auch schwer nachvollziehbar beziehungsweise kaum zu unterscheiden sein. Aber auch Schadensereignisse im Zusammenhang mit höherer Gewalt werden von der Bauleistungsversicherung abgedeckt. Falls beispielsweise Ihr Grundstück in Rheinland-Pfalz liegt oder Sie ein Grundstück in Brandenburg Ihr Eigen nennen, besteht für Ihr Objekt, je nach seiner Lage in den entsprechenden Regionen, eine erhöhte Gefahr durch Hochwasser. Unabhängig von besonders hochwassergefährdeten Gebieten gilt dies für alle Arten von Wassergrundstücken. In diesen Fällen ist der Abschluss einer Bauleistungsversicherung von enormer Bedeutung. Schäden die durch Diebstahl entstehen sind nur dann mitversichert, wenn das gestohlene Material bereits fest mit dem Gebäude verbunden war. Wurde dagegen auf dem Baugrundstück gelagertes Baumaterial gestohlen, wird das nicht von der Bauleistungsversicherung erfasst. Schäden durch Feuer fallen ebenfalls nicht unter den Versicherungsschutz. Diese werden von der Feuer-Rohbauversicherung abgedeckt.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Mit den Bauarbeiten für Ihr Haus beginnt gleichzeitig die Haftung für Schäden an Personen und Gegenständen, die dadurch entstehen, dass eine Gefahr von Ihrem Hausbau ausgeht. Vor allem bei späteren Schadensersatzzahlungen aufgrund der Verletzung einer Person können schnell sehr hohe Summen zusammenkommen, insbesondere dann, wenn die Person aufgrund des eingetretenen Schadens keiner Arbeit mehr nachgehen kann und dafür finanziellen Ersatz fordert. Jeder Bauherr muss seine Baustelle ordnungsgemäß absichern, damit sich dort niemand verletzen kann. Schließlich schaffen Sie als zukünftiger Hauseigentümer mit der Baustelle auch eine Gefahrenzone.
Entsprechende Pflichten, auch Verkehrssicherungspflichten genannt, bestehen unter anderem darin, für eine gute Beleuchtung und eine ausreichende Beschilderung zu sorgen sowie die Unversehrtheit der Absperrungen und Bauzäune zu gewährleisten. Da der Bauherr jedoch nicht ständig auf der Baustelle sein kann oder ihm auch die notwendige Erfahrung für solche Maßnahmen fehlt, überträgt er in der Regel seine Verkehrssicherungspflichten auf den Bauunternehmer. Das befreit den Bauherrn jedoch nicht von seiner Haftung, denn ihm obliegt dann eine Pflicht zur Überwachung des Bauunternehmers. Ebenso besteht im Vorfeld eine Verpflichtung zur sorgfältigen Auswahl aller auf der Baustelle arbeitenden Personen. Sind mehrere Unternehmer am Bauvorhaben beteiligt, muss jemand die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften und Gefahrgutregelungen organisieren und überwachen. Kann der Bauherr diese Aufgabe nicht selbst übernehmen, kann er zum Beispiel einen Architekten damit beauftragen. Auch neben diesem besteht die Haftung des Bauherrn weiterhin fort. Da sich Schäden in irgendeiner Form aber kaum vollständig vermeiden lassen, sollten Sie als Bauherr eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Das Bauherrenrisiko ist normalerweise bereits in der Privat- und in der Betriebshaftpflichtversicherung enthalten, in den meisten Fällen allerdings auf eine bestimmte Bausumme beschränkt. Prüfen Sie diese Verträge daher vor Baubeginn sorgfältig. Übersteigt die von Ihnen veranschlagte Bausumme die im Vertrag vorgegebenen Grenzen, sollten Sie eine gesonderte Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen. Die Summe der Bauherrenhaftpflichtversicherung wird in der Regel mit einem Tausendstel der Baukosten berechnet.

Versicherungsbedarf nach Fertigstellung des Hauses

Gebäudeversicherung

Nach der Fertigstellung unterliegt Ihr Eigenheim vielen Gefahren, zum Beispiel Blitzeinschlägen, Feuer, Sturm und Hagelschlag. Auch austretendes Leitungswasser kann großen Schaden anrichten. Eine Gebäudeversicherung schützt Sie vor finanziellen Nachteilen aufgrund solcher Schadensereignisse. Der Versicherungsschutz bezieht sich auf das Gebäude und Nebengelass, also zum Beispiel angeschlossene Garagen, Carports oder Geräteschuppen. Jeder Hauseigentümer von Wohnimmobilien braucht eine Wohngebäudeversicherung. Kreditinstitute, die den Hausbau finanziert haben, fordern regelmäßig einen solchen Versicherungsschutz. Die Gebäudefeuerversicherung ist in einigen Regionen Deutschlands sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Beitragshöhe zur Gebäudeversicherung richtet sich nach dem jeweils gewählten Tarif und dem Wert des Gebäudes. Da dieser Wert im Laufe der Zeit Veränderungen unterliegen kann, sollte die Versicherung auf Basis einer gleitenden Neuwertversicherung abgeschlossen werden, damit die Versicherungssumme stets dem aktuellen Wert des Hauses entspricht.

Elementarschadenversicherung

Sie können Ihr Eigenheim zusätzlich gegen Schäden durch Grundwasser, Hochwasser, extreme Niederschläge sowie gegen einen durch diese Gefahren verursachten Rückstau absichern. Dies erreichen Sie durch die Erweiterung des Versicherungsschutzes auf Elementarschäden, welche die Versicherungsunternehmen als Ergänzung zur Gebäudeversicherung anbieten. Die genauen Leistungen sollten Sie aber, sofern sie nicht in einem Komplettpaket angeboten werden, auf ihre Notwendigkeit hin überprüfen. So kann eine Absicherung gegen Lawinengefahr für Grundstücke in Bayern sinnvoll sein, für Immobilien in Niedersachsen dagegen nicht. Ebenso ist über die Einbeziehung von Beschädigungen durch Erdbeben, Erdrutsch, Erdabsenkung und Überschwemmungen in die Versicherung stets im Einzelfall zu entscheiden. Sowohl in der Bauphase als auch nach der Fertigstellung Ihrer Wohnimmobilie bedarf es einiger Versicherungen, die Sie vor finanziellen Nachteilen schützen sollen. Besonders wichtig sind dabei die Absicherung gegen Feuer, denn dieses kann Ihre Immobilie inklusive aller Einrichtungsgegenstände vollständig zerstören, sowie die Bauherrenhaftpflichtversicherung, die vor Schadensersatzzahlungen mit möglicherweise sehr hohen Summen schützt. Für einige Optionen ist die Notwendigkeit für Ihr Gebäude zu klären, denn nicht jedes Risiko besteht für jede Immobilie. Haben Sie für sämtliche Risiken vorgesorgt, werden Sie als Bauherr beziehungsweise später als Hauseigentümer keine bösen Überraschungen erleben.

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