Die richtigen Lichtmaschinen für Traktoren finden

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Die richtigen Lichtmaschinen für Traktoren finden

Was ist eine Lichtmaschine?

Die Lichtmaschine in der Landtechnik bezeichnet die Einheit am Motor, die für die Erzeugung von elektrischer Energie verantwortlich ist. Die elektrische Energie, kurz als "Strom" bezeichnet, wird vom Traktor für zwei Dinge benötigt. Sie versorgt beim Starten und Laufen des Traktors die Zylinder mit einer Glühstelle bzw. Zündfunkten. Ob Glühkerzen oder Zündkerzen am Traktor verbaut sind, hängt davon ab, ob der Traktor mit einem Dieselmotor oder einem Ottomotor ausgestattet ist. Dieselmotoren haben Glühkerzen, Ottomotoren haben Zündkerzen. Glühkerzen werden nur beim Starten von Dieselmotoren benötigt, da der Dieselmotor im Normalbetrieb ein "Selbstzünder" ist. Das bedeutet, dass sein Luft-Kraftstoff-Gemisch nur durch den Kompressionsdruck des hochfahrenden Kolbens genügend hoch erhitzt wird, um eine Selbstzündung einzuleiten. Ganz anders funktionieren dagegen die Ottomotoren. Das Luft-Kraftstoff-Gemisch muss bei jedem Kolbenhub durch einen Funken gezündet werden, der exakt im richtigen Moment von der Zündkerze geliefert wird. Zwar erhalten beim Dieselmotor wiederum die Glühkerzen ihren Strom von der Batterie, diese muss aber auch während des Betriebs wieder geladen werden. Dies ist die zweite Aufgabe der Lichtmaschine. Die dritte Aufgabe der Lichtmaschine besteht darin, allen elektrischen Verbrauchern des Traktors während des Betriebs die richtige Strommenge zukommen zu lassen. Zu diesen Verbrauchern gehören auch die Scheinwerfer, weshalb die Lichtmaschine diesen Namen trägt. Ebenfalls dazu gehören aber auch alle anderen Verbraucher wie die Zündspule, der Anlasser, Hupen, Funkgeräte, Radios, elektrische Seilwinden oder extern angeschlossene Verbraucher. Beim Ruhebetrieb, also ohne laufenden Motor, werden diese Verbraucher von der Batterie gespeist. Diese entlädt sich aber relativ schnell, weshalb man beim Dauerbetrieb von mehreren Verbrauchern auch im Stand stets den Motor des Traktors mitlaufen lassen sollte.

Woraus besteht eine Lichtmaschine?

Es gibt verschiedene Ausführungen von Lichtmaschinen, die sich aber nur geringfügig in ihrem inneren Aufbau unterscheiden. Im Wesentlichen bestehen Lichtmaschinen aus einem Gehäuse, einem Stator und einem Rotor. Der Stator ist ein mit lackiertem Kupferdraht umwickeltes Paket aus dünnen Eisenplatten, welches an der Innenseite des Gehäuses befestigt ist. Der Rotor ist ein ebensolches mit lackierten Kupferdrähten umwickeltes Paket aus dünnen Eisenplatten, welches auf einer Welle aufgesteckt ist. Diese Welle ist im Inneren des Stators drehend gelagert. Bei den meisten Motoren wird die Lichtmaschine durch einen Riemen angetrieben, welcher den Rotor in eine Drehbewegung versetzt. Eine oder zwei Schleifkohlen nehmen den Strom am Rotor ab oder führen ihn zu, je nachdem ob es sich um eine Gleich- oder Wechselstromlichtmaschine handelt. Der abgeführte Strom wird gegebenenfalls noch durch eine Diode in die richtige Spannungsart versetzt werden.

Wie funktioniert eine Lichtmaschine?

Zwei sich gegeneinander bewegende Magnetfelder induzieren einen elektrischen Strom. Sobald der Zündschlüssel des Traktors gedreht wird, fließt Strom von der Batterie in die Lichtmaschine. Durch einen kurzen Induktionsstrom werden Stator und Rotor magnetisiert. Der Rotor beginnt sich mit dem Starten des Motors zu drehen, die Magnetfelder von Stator und Rotor bewegen sich gegeneinander. Dadurch wird der Lichtstrom am Traktor erzeugt.

Welche Bauarten von Lichtmaschinen gibt es?

Es gibt zahlreiche Bauarten von Lichtmaschinen. Zunächst einmal muss für die Wahl der richtigen Lichtmaschine geklärt werden, welche Bordspannung für den Traktor vom Hersteller vorgesehen wurde. Seltene, ganz alte und manchmal auch Eigenbau- Traktoren haben noch ein 3 Volt-Bordnetz, viele Traktoren aus den Fünfzigern bis Sechzigern haben bereits sechs Volt Bordspannung und etwas modernere Traktoren aus dem siebziger bis achtziger Jahren haben meistens eine Stromversorgung mit zwölf Volt. Besonders leistungsstarke Traktoren warten aber auch schon mit einer 24 Volt-Anlage auf, welche beispielsweise im LKW-Bereich Standard ist. Daran sieht man schon, dass man unbedingt seinen Traktor kennen sollte, wenn man die Lichtmaschine wechseln möchte. Eine zu starke Lichtmaschine führt unweigerlich zu schweren Schäden an der gesamten elektrischen Anlage, bis hin zum Kabelbrand und der potentiellen Zerstörung des gesamten Schleppers. Die zweite Frage, die man sich beim Neukauf einer Lichtmaschine fragen sollte ist, ob der Traktor mit einer Lichtmaschine für Gleichstrom oder für Wechselstrom ausgestattet ist. Die Gleichstromlichtmaschinen waren bei älteren Traktoren Standard. Der technische Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass der Strom im beweglichen Bauteil, dem Rotor, produziert und dort abgeführt wird. Das Problem bei Lichtmaschinen mit Gleichstrom ist, dass ihre Stromproduktion stark von der Drehzahl des Motors abhängig ist und dass ihre Schleifkohlen sehr schnell verschleißen. Bei Lichtmaschinen mit Wechselstrom wird der Strom am Stator abgenommen, was diese Probleme beseitigt hat. Es empfiehlt sich deshalb, sich genau über seinen Traktor und die vom Hersteller darin verbaute Lichtmaschine zu informieren. Gerade bei Traktoren gibt es eine besonders große Typenvielfalt an Lichtmaschinen. Nicht nur ihre Spannungsart und Stromproduktion unterscheidet sich, es gibt auch große Unterschiede beim inneren Aufbau und bei der Art des Antriebes. Ein Beispiel, welches aber aus der Motorradtechnik stammt, soll dies verdeutlichen: Bei der YAMAHA XT 500 wird das gesamte Prinzip umgekehrt. Bei der Lichtmaschine dieses Motorrades dreht sich ein Permanentmagnet um zwei fest montierte Spulen herum. Diese Lichtmaschine ist fest in den Motor integriert und benötigt weder Schleifkohlen, noch einen externen Riemenantrieb. In der großen Typenvielfalt der Traktorentechnik gibt es ähnliche Prinzipien. Häufig hat man aber auch Traktoren, bei denen die Lichtmaschine über ein Zahnrad oder eine Zapfwelle angetrieben wird. Hat man dann das aus der PKW-Technik bekannte Bild von der angeschraubten und mit einem Riemen angetriebenen Lichtmaschine vor Augen, sucht man bei einem solchen Traktor die Lichtmaschine häufig vergeblich.

Wie äußert sich ein Schaden an einer Lichtmaschine?

Eine Lichtmaschine geht entweder schleichend oder hörbar kaputt. Wenn die Batterie nicht mehr ausreichend geladen wird, macht sich das u.a. mit schwachen Lichtern bemerkbar. Hier kann man, sofern möglich, sein Tagwerk beenden und sich nach der Heimkehr in aller Ruhe mit der Lichtmaschine befassen. Hört man hingegen ein lautes Rasseln oder Klappern aus der Lichtmaschine, ist in der Regel eines der Lager kaputt. Die Lager befinden sich am Deckel und am Gehäuse der Lichtmaschine. In ihnen ist die Welle gelagert, auf die der Rotor befestigt ist. Gehen diese Lager kaputt, können Folgeschäden eintreten. Die Welle selbst kann sich verziehen oder sich schlimmstenfalls verkanten. Die Kugeln in den Lagern können zerbrechen und ins Innere der Lichtmaschine geraten. Dort können sie Kurzschlüsse verursachen oder die Spulen beschädigen. Bei klappernden oder rasselnden Geräuschen aus der Lichtmaschine sollte man sie deshalb umgehend entfernen.

Kann man Lichtmaschinen reparieren?

Das ist die gute Nachricht: In der Regel kann man Lichtmaschinen mit wenigen Mitteln wieder instand setzen. Verliert eine Lichtmaschine an Leistung, liegt dies zumeist nur an den Schleifkohlen. Diese kann man bei den meisten Lichtmaschinen mit wenigen Handgriffen entfernen, ohne dabei den Generator auszubauen. Meistens sind die Schleifkohlen nur mit einer Schraube von außen am Gehäuse der Lichtmaschine befestigt und lassen sich nach dem Lösen einfach herausziehen. Die Schleifkohlen muss man aber nicht unbedingt sofort austauschen. Manchmal hat der Abrieb der Schleifkohlen diese nur in ihrem Führungsgehäuse verklemmt. Eine gründliche Reinigung kann hier unnötigen Investitionen vorbeugen. Zum Reinigen der Schleifkohleneinheit empfiehlt sich aber unbedingt nur ein Mittel, nämlich Bremsenreiniger. Bremsenreiniger hat neben seiner stark schmutzlösenden und reinigenden Arbeitsweise die Eigenschaft, rückstandslos und sehr schnell zu verdampfen. Keinesfalls darf man ölige oder wasserbasierte Reinigungsmittel verwenden. Das ansonsten sehr beliebte Allroundmittel WD-40 ist hier wirklich ungeeignet, da seine Öle zu einer Verharzung und zu einer Brandgefahr beim Betrieb der Lichtmaschine führen können. Wasserbasierte Reinigungsmittel wie Seifen oder Glasreiniger führen unweigerlich zu Korrosionen. Die Federn, mit denen die Schleifkohlen auf den Rotor gepresst werden, bestehen beispielsweise aus sehr dünnem Stahl. Rosten diese durch, ist die Schleifkohleneinheit nicht mehr zu gebrauchen. Gut mit Bremsenreiniger geflutet und die Kohlen in ihrer Führung bewegt, erzielt man schnell sehr gute Ergebnisse. Man sieht dann auch sehr gut, ob die Schleifkohlen erheblich aus ihrer Führung herausgesprungen kommen. Ist das der Fall, kann man sie wieder einbauen. Meistens funktioniert die Lichtmaschine anschließend wieder einwandfrei. Hat man aber nur noch Stümmelchen an Schleifkohlen, muss dieses Bauteil ausgetauscht werden. Leider ist es in der Regel damit nicht getan. Stark abgenutzte Schleifkohlen hinterlassen in der Regel auch tiefe Laufspuren auf den Kupferringen, die auf die Rotorwelle aufgepresst sind. Tauscht man nun die Schleifkohlen aus, ohne sich diese Kupferringe anzusehen, können die von den alten Kohlen eingearbeiteten Furchen, zu einem schnellen Verschleiß der neuen Schleifkohlen führen. Man kann sich damit helfen, die Kupferringe in einer Schlosserei auf das eingegrabene Maß herunter drehen zu lassen. Dies geht aber auch nur bis zu einem gewissen Maß. Sind die Kupferringe ebenfalls zu stark verschlissen, müssen sie auch ausgetauscht werden. Das ist aber in der Regel immer noch wesentlich billiger, als eine komplette Lichtmaschine auszutauschen. Beschädigte oder verschlissene Nadellager oder Kugellager sollte man ebenfalls in einer Schlosserei oder einem Fachbetrieb wechseln lassen. Dies gilt vor allem für Lager, welche eingepresst werden müssen. Versuche, die Lager mit einer Lötlampe zu entfernen und mit einem Schraubstock oder einer Schraubzwinge wieder einzupressen, können schnell zu irreparablen Schäden am Gehäuse der Lichtmaschine führen. Man kann aber schon viel Geld damit sparen, indem man die Lichtmaschine zerlegt, gereinigt und mit den korrekten Lagern in die Schlosserei bringt. Schäden an der Spule sind bei neueren Lichtmaschinen hingegen oft das Todesurteil für diese Bauteile. Man kann zwar diese theoretisch auch noch einmal reparieren, es lohnt sich aber in den meisten Fällen nicht. Vor allem, wenn dieses Bauteil noch erhältlich ist, ist ein Neukauf und Austausch die sinnvollerer Maßnahme. Bei Restaurationsobjekten sollte man auf die Hilfe eines Spezialisten vertrauen, der in der Regel nicht nur die Spulen der Lichtmaschine neu wickelt, sondern eine komplette Überholungsdienstleistung anbietet. Meistens werden diese Dienstleistungen aber im Austausch angeboten. Darum ganz wichtig: Die alte Lichtmaschine, und ist sie noch so kaputt, niemals wegwerfen. Fehlt hingegen die Lichtmaschine an einem Restaurationsobjekt völlig, ist der Kauf einer alten und defekten Lichtmaschine unter Umständen eine sinnvolle Maßnahme. Auch wenn diese alt, verrostet und kaputt ist - man kann sie immer noch als Austauschteil verwenden. Die Preise beim professionellen Instandsetzungsbetrieb für Lichtmaschinen fallen mit der Lieferung eines Austauschteils immer deutlich niedriger aus, als wenn keine alte Lichtmaschine mitgeliefert wird. Außerdem erhält man so deutlich schneller seine instandgesetzte Lichtmaschine zurück.

Umgekehrtes Prinzip, gleiches Schicksal: Der Anlasser

Der Anlasser ist zwar ein Elektromotor, dennoch ist sein Aufbau dem einer Lichtmaschine sehr ähnlich. Bei Anlassern sind viele Komponenten verbaut, die auch bei einer Lichtmaschine vorkommen. Die Schadensbilder von Anlasser und Lichtmaschine ähneln sich deshalb auch. Fachbetriebe, welche Lichtmaschinen wieder instand setzen, bieten die gleiche Dienstleistung meistens auch für Anlasser an. Bei einer Totalrestauration ist es also eine Überlegung wert, beide Komponenten gemeinsam einzuschicken und sie im hervorragenden Zustand mit Garantie wieder zurück zu erhalten.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden