Die richtigen Leuchtmittel für perfekt ausgeleuchte Badezimmer

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
So finden Sie das richtige Leuchtmittel für Ihr Badezimmer

Badezimmerleuchten: Ästhetische und funktionelle Anforderungen

Badezimmerlampen sind im Gegensatz zu anderen Leuchtmitteln in Innenräumen schwierigen Bedingungen ausgesetzt. Vor allem Spritzwasser und Wasserdämpfe können Badezimmerleuchten beschädigen und verlangen teilweise nach speziellen Lösungen. Dabei dürfen jedoch auch ästhetische Aspekte nicht vernachlässigt werden, da Licht und vor allem die Lichtfarbe große Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben. Im folgenden Text erhalten Sie einige Tipps und Informationen für die Auswahl einer guten Badezimmerbeleuchtung.

Badezimmerlampen und Kontakt zu Spritzwasser

In den meisten Badezimmern kommen die Lampen nur selten mit Spritzwasser in Kontakt: Sie sind in aller Regel an der Decke befestigt und können daher bei normalem Dusch- und Badeverhalten nicht beschädigt werden. Anders ist dies bei Lampen an Badezimmerspiegeln oder bei Wandlampen in Bädern, die je nach Bade- und Duschverhalten durchaus direkt mit Wasser in Kontakt kommen. Hier besteht die Gefahr eines Kurzschlusses, der im schlimmsten Fall sogar Brände verursachen kann, da die Stromstärke im betroffenen Teil des Stromkreislaufes kurzzeitig stark zunimmt.

Die Raumluft in Badezimmern

Durch eine ausreichende Entfernung der Lampe zur Wasserquelle kann der Kontakt zu Spritzwasser jedoch verhindert werden. Weitaus problematischer als der Kontakt zu flüssigem Wasser in Badezimmern ist daher der Kontakt zur Raumluft in Bädern, da sich dieser praktisch nicht verhindern lässt. Einige Zahlen verdeutlichen dies: So werden pro Duschgang im Durchschnitt ca. 1.700 g Wasser in die Raumluft abgegeben. Diese Feuchtigkeit liegt in Form von Wasserdämpfen vor, die sich schnell gleichmäßig im Raum verteilen. Bemerkbar macht sich der Feuchtegehalt in der Raumluft besonders an kalten Gegenständen: Hier kondensiert er und ist nun in Form von Wasser sichtbar. Vor allem kalte Fliesen in Bädern oder der Badezimmerspiegel sind hiervon betroffen. Das Problem ist hierbei, dass die Feuchtigkeit aus den Dämpfen vom Duschen und Baden sich auch in den Lampen absetzt und somit zu einem Kurzschluss führen kann. Ein weiteres Risiko ist Korrosion, die ebenfalls langfristig zu einem Ausfall der Lampe führt.

Dennoch: Besondere Badezimmerlampen sind meist überflüssig

Aus diesen Gründen bedürfen Badezimmerlampen eines speziellen Schutzes. Dies gilt sowohl für die Lampen als auch für die Leuchtmittel selbst: Das Angebot an speziellen Lampen für Badezimmer ist vielfältig. Hierbei haben sie die Wahl aus einer großen Anzahl verschiedener Decken- und Wandlampen. Viele Hersteller machen spezielle Werbung für Lampen, die sich auch in „Feuchträumen“ einsetzen lassen. Hiervon sollten sich Kunden allerdings nicht beeinflussen lassen. Denn die Lampen an sich benötigen laut Gesetzgeber gar keinen besonderen Schutz und auch ein Badezimmer ist laut Definition gar kein „Feuchtraum“; stattdessen zählen auch Bäder zu normalen, trockenen Innenräumen. Der besondere Schutz von Lampen in Badezimmern bezieht sich also nur auf die eingesetzten Leuchtmittel. Theoretisch können in Badezimmern daher alle möglichen Innenraumlampen eingesetzt werden.

Die Schutzart von Leuchtmitteln nach IP

Die Leuchtmittel, also die Glühbirnen, müssen aber, je nach Nähe zu Wasserquellen, einer bestimmten Schutzart entsprechen. Zur Kennzeichnung dieses Schutzes gibt es den international genormten IP-Code. Dieser legt den Schutz vor verschiedenen Umgebungsbedingungen wie Berührungen mit großen Gegenständen, mit Staub sowie mit Wasser fest. Die Hersteller sind dazu verpflichtet, den IP-Code für die meisten elektrischen Geräte anzugeben. Leuchtmittel wie LEDs, Glühbirnen und Leuchtstoffröhren gehören auch hierzu.

Der Aufbau des IP-Codes

Der IP-Code besteht aus zwei Ziffern, wobei die erste für den Berührungs- und Fremdkörperschutz steht und die zweite für den Schutz gegen Wasser. Für Badezimmer ist also vor allem die zweite Ziffer von Bedeutung: Alle Leuchtmittel, deren IP-Code mindestens eine 2 in der zweiten Stelle trägt wie zum Beispiel IP 42 halten auch gelegentlichem Spritzwasser sowie den Wasserdämpfen in Badezimmern stand. Je höher die zweite Ziffer, desto besser, wobei eine Lampe mit IP 43 oder IP 44 deutlich teurer ist und vor allem im Außenbereich und unter wirklich schwierigen Bedingungen mit häufigem Wasserkontakt zum Einsatz kommt. Hierbei kann durchaus schon von spezieller Outdoor-Ausrüstung gesprochen werden, die - wie oben erwähnt - in den meisten Badezimmern jedoch nicht nötig ist.

Die Entfernung zur Wasserquelle

Wie bereits weiter oben angesprochen, sind Badezimmer per Definition gar keine Feuchträume. Einzig die tatsächliche Entfernung zur Wasserquelle kann einen bestimmten Schutz für Lampen voraussetzen. Im Baugewerbe gibt es hierfür drei Schutzbereiche:

  • Bereich 0: Dieser Bereich ist zum Beispiel der Innenraum der Badewanne, also der Bereich unmittelbar an oder gar in der Wasserquelle. Hier helfen nur Leuchtmittel mit der Schutzart IP X7, die vollständig wasserdicht sind.
  • Bereich 1: Dieser Bereich beschreibt einen Radius von 120 cm um die Wasserquelle herum. Hier müssen Leuchtmittel und andere elektronische Geräte einen Schutz von mindestens IP X4 haben.
  • Bereich 2: Dieser Bereich beschreibt einen um 60 cm vergrößerten Radius um den Schutzbereich 1, also einen Radius von 180 cm rund um die Wasserquelle. In diesem Bereich müssen Leuchtmittel ebenfalls einen Schutz von IP X4 haben.
  • Außerhalb des Schutzbereiches: Alles, was über diese Entfernung hinausgeht, liegt gänzlich außerhalb des Schutzbereiches. Da die meisten Decken deutlich höher als 180 cm sind, bedürfen sie also keines speziellen Schutzes – dies sagen die Bauvorschriften. Dennoch sind Kunden mit Leuchtmitteln mit einem Schutz von IP X2 gut beraten, da dieser auch gegen starke Wasserdämpfe schützt.

Die Lichtfarbe und wie sie entsteht

Während der Schutz vor Spritzwasser und Wasserdämpfen also eher zweitrangig ist, sollte bei der Auswahl der richtigen Lampen für Bäder auf einen weiteren Aspekt geachtet werden: die Wirkung des Lichts und insbesondere der Lichtfarbe.

Früher spielte die Art des eingesetzten Leuchtmittels für die Lichtfarbe noch eine große Rolle. So konnten zum Beispiel Leuchtstoffröhren nicht alle Lichtfarben abgeben. Mittlerweile gibt es jedoch nahezu jedes Leuchtmittel in verschiedenen Versionen mit den unterschiedlichsten Lichtfarben. Besser als je zuvor kann die Beleuchtung in Badezimmern und anderen Räumen heute also den Bedürfnissen der Bewohner angepasst werden.

Lichtfarben sollten nicht gemischt werden

Gerade beim Badezimmer vernachlässigen viele Menschen allerdings oft den Einfluss von Licht auf das Wohlbefinden. So sollten die Wahl der Lichtfarbe und auch die Helligkeit einer Lampe stets auf einer Kombination aus Funktionalität und ästhetischem Empfinden beruhen. Für Badezimmer heißt dies, dass auch hier, wie in allen übrigen bewohnten Räumen, von den meisten Menschen warmes Licht bevorzugt wird.
Der Haken dabei: Lichtfarben mischen sich und sobald Tageslicht hinzukommt, wird die Farbe des Lichts verfälscht. Aus diesem Grund besagt eine Regel, dass in Räumen mit natürlicher Beleuchtung durch Fenster am besten Lampen mit einer ähnlichen Lichtfarbe eingesetzt werden sollten. Konkret sind dies Lampen mit einem neutralweißen Licht. Diese sind die wahrscheinlich beste Wahl für Deckenleuchten in Tageslichtbädern. Hat das Badezimmer hingegen keine Fenster, so empfiehlt sich der Einsatz einer warmweißen Lampe, die ein deutlich gelberes Licht als das natürliche Tageslicht abstrahlt. Bei diesen Lampen handelt es sich um die am angenehmsten empfundenen Leuchtmitteln, die daher auch in den meisten Wohnräumen eingesetzt werden.

Die Angaben zur Lichtfarbe beim Leuchtmittelkauf

Um beim Kauf die richtigen Leuchtmittel für Badezimmer zu finden, sollte man sich aber nicht auf die Bezeichnungen der Hersteller verlassen; diese sind oftmals einfache Werbebezeichnungen und daher nicht standardisiert. Vielmehr empfiehlt sich ein Blick auf die angegebenen Ziffern: So wird die Lichtfarbe in Kelvin angegeben, woraus die Lampenhersteller einen genormten Code bilden. Dieser setzt sich aus drei Ziffern zusammen, wobei die letzten beiden Stellen für die Lichtfarbe in Kelvin stehen. Ein Beispiel: Eine Glühbirne mit der Angabe 830 hat eine Lichtfarbe von 3000 Kelvin. An die letzten beiden Ziffern werden also einfach zwei Nullen angehängt und schon erhält man die tatsächliche Farbe des Lichts. Der Einfachheit wegen haben sich drei verschiedene Lichtfarben etabliert:

  • Warmweiß / warm white < 3300 Kelvin
  • Gelbweißes Licht
  • Neutralweiß / neutral white 3300 – 5300 Kelvin
  • Weißes Licht (Tageslicht-ähnlich)
  • Tageslichtweiß / day light > 5300 Kelvin
  • Tageslichtersatz

Die Beleuchtung von Badezimmerspiegeln

Die obenstehenden Empfehlungen gelten jedoch nur eingeschränkt für alle in Badezimmern eingesetzten Lampen: Vor allem die Deckenbeleuchtung kann diesen Ratschlägen entsprechend gestaltet werden. Beim Licht an Badezimmerspiegeln steht jedoch der funktionelle Aspekt im Vordergrund. Hier muss das Licht vor allem sehr hell sein, was insbesondere beim Rasieren oder Schminken von Vorteil ist. Aus diesem Grund sind viele Beleuchtungen an Badezimmerspiegeln mit Halogenstrahlern ausgestattet. Diese zeichnen sich durch ein sehr weißes und vor allem sehr helles Licht aus.

Die Angabe der Helligkeit von Licht im Verhältnis zum Energieverbrauch

Die Helligkeit von Licht lässt sich auch mit normalen Glühbirnen und sogenannten Kompaktleuchtstoffröhren (Energiesparlampen) erzeugen, die deutlich weniger Energie verbrauchen. Dies setzt abermals einen Blick auf die Angaben voraus. Besonders interessant ist hierbei die Lichtausbeute, also wie viel Energie eine Lampe für eine bestimmte Lichtmenge benötigt. Ausschlaggebend hierfür ist die Angabe Lumen pro Watt. Spezielle Energiesparlampen haben dabei die beste Bilanz. Ihr einziger Nachteil: Nach dem Anschalten benötigen sie einige Sekunden, bis sie die volle Leuchtkraft erreicht haben. Dies ist bei Halogenstrahlern und herkömmlichen Glühbirnen mit Glühfaden, die jedoch vom Gesetzgeber nach und nach abgeschafft werden, nicht der Fall.

Fazit für Kauf von Leuchtmitteln für Badezimmer

Die Auswahl der richtigen Beleuchtung im Badezimmer hängt also von mehreren Faktoren ab:

  • Der Sicherheit und dem Schutz gegenüber Spritzwasser, wobei die Nähe zur Wasserquelle ausschlaggebend ist.
  • Gibt es bereits ein Fenster? In diesem Falle wählt man am besten eine Lampe mit einer ähnlichen Lichtfarbe wie die des Tageslichts.
  • Der Ort der Lampe: Bei Deckenleuchten empfiehlt sich ein anderes Licht als bei Lampen für den Badezimmerspiegel, die besonders hell sein müssen.
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden