Die richtige Verbindung – ein Ratgeber über den Einsatz von Audiokabel und Adapter

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Die richtige Verbindung – ein Ratgeber über den Einsatz von Audiokabel und Adapter

Ohne sie geht nichts in der Unterhaltungselektronik – die Audiokabel. Bei den unterschiedlichsten elektronischen Geräten bilden sie die Grundlage der akustischen Übertragung. Ob PC oder Musikanlage, ob Notebook oder eine der zahlreichen Verbindungen zwischen den einzelnen Varianten (Computer und TV zum Beispiel): Fehlen die passenden Audiokabel, bleibt der Ton weg.
Der Vorteil in Sachen Kabel liegt dabei in der relativen Einfachheit der Beschaffung. Finanziell fallen die wenigsten Kabeltypen schwer ins Gewicht, zudem sind die Bezugsmöglichkeiten viele. Nicht zuletzt sorgt das breite Sortiment an Hifi- und PC-Accessoires im Onlinehandel für eine große Auswahl. Doch der Teufel steckt im Detail: Viele Audiokabel ähneln sich sehr. Doch was optisch noch so gleich aussah, stellt sich nach einigen vergeblichen Installationsversuchen als Fehlkauf heraus.

Tonübertragung im digitalen Zeitalter

Seit den ersten Stereoanlagen in den 70er-Jahren gehören Kabel zur Tonübertragung zum Repertoire der Unterhaltungselektronik. Seit einigen Jahren gibt es auch für diesen Klassiker die Möglichkiet der digitalen Umsetzung. Auch die mitunter rasanten technischen Entwicklungen der Computerbranche sind natürlich nicht spurlos am HiFi-Segment vorbeigegangen. Im Gegenteil. Die zahlreichen Neurungen führen zu immer neuen Symbiosen in der Konzeption der Endgeräte und nicht zuletzt zu einem völlig gewandelten Anspruchsdenken bei den Nutzern. Transportable Geräte und die damit einhergehende permanente Erreichbarkeit der Ressourcen sind aus dem Alltag vieler Anwender nicht mehr wegzudenken. Der klobige Walkman mit seiner bescheidenen Tonqualität als gelegentlicher Freizeitspaß ist längst abgelöst durch komplexe Alleskönner, bei denen die Audiofunktion nur eine unter vielen ist. Lernen Sie anhand dieses Textes die Grundlagen der hinter allem stehenden Technik kennen. Gewinnen Sie einen Überblick über die wichtigsten Audiokabeltypen und die entsprechenden Adapter an.

Audiokabel ist nicht gleich Audiokabel: Klinke, Cinch und Toslink

Neben den gerade bei älteren Modellen oft unverzichtbaren Adaptern besteht das Repertoire an Audiokabeln aus drei grundlegenden Typen: dem Klinken, dem Cinch- und dem Toslinkkabel. Mit diesen drei Versionen wird der gesamte Bereich abgedeckt, wobei Hersteller und Baujahr der Anlage eine eher untergeordnete Rolle spielen. Auch die überwältigende Mehrzahl der modern ausgerichteten Geräte lässt sich noch mit alten Steckern verkabeln.

Das Klinkenkabel - ein Klassiker
Beim Klinkenkabel handelt es sich um den unbestrittenen Klassiker des Genres. Unverkennbar in seiner Form gehört er seit fast hundert Jahren zum Standard. Anfangs ausschließlich in den Telefonzentralen genutzt, musste der Stecker eine entsprechend robuste Konstruktion aufweisen, um den Belastungen des ständigen Ein- und Aussteckens standhalten zu können. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich zwar der Kunststoffmantel verändert, die Kontaktstelle und auch die übliche Größe von 6,35 mm aber sind im Wesentlichen erhalten geblieben. Die Übermittlung erfolgt prinzipiell nach den unveränderten Abläufen wie noch zu Beginn des vorherigen Jahrhunderts. In der Zwischenzeit wurde der althergebrachte Anschluss um eine gerade für mobile Einsätze deutlich besser geeignete Variante mit einen Durchmesser von 3,5 mm ergänzt. Fast alle Kopfhöreranschlüsse basieren auf diesem Steckertyp, das gilt für den traditionellen Kassetten-Walkman ebenso wie für das iPhone. Hervorzuheben am Umgang mit den handlichen und robusten Klinkensteckern ist vor allem die unkomplizierte Verbindung und der nach wie vor erstklassige Ton. Obwohl der Stecker rasch eingesteckt und sofort einsatzbereit ist, steht die Qualität der Übermittlung rein digitalen Angeboten nur wenig nach. Eine HDMI-Verbindung im Computerbereich (etwa die Tonspur eines Youtube-Clips) erzielt nur marginal bessere Resultate als der herkömmliche Weg über den Klinkenstecker. Diese erfüllen trotz ihrer simplen Nutzung alle Sicherheitsstandards und sitzen fest verankert, sodass plötzliche Störungen eher unwahrscheinlich sind. Dass ein Kabelanschluss schnell zum Ärgernis werden kann, kennen viele PC-Nutzer aus Erfahrung. Die relativ ungesicherten und nicht selten lose heraushängenden HDMI-Kabel erweisen sich nur allzu oft als nicht ausreichend stabil. Aus diesem Grund verzichten einige Hersteller auf die serienmäßige Verwendung bei mobilen Geräten. Anders der Klinkenstecker, bei dem noch der günstige Anschaffungspreis hinzukommt. Selbst Verlängerungskabel von über zehn Metern machen keinen allzu großen finanziellen Aufwand erforderlich. Klinkenkabel werden gerne als Meterware angeboten und individuell zugeschnitten. Auch bereits bestehende Verkabelungen, etwa eingebaute und nicht ohne Weiteres zu entfernende, sind unproblematisch mit einer Verlängerung zu versehen. Bei einer durchschnittlichen Wohnung können so schon einmal mehrere Dutzend Meter zusammenkommen, ohne die Kreditkarte über Gebühr zu belasten.

Zusammen mit dem Klinkenstecker weltweit gefragt: das Cinchkabel

Das Cinchkabel ist auch unter der Bezeichnung RCA-Kabel bekannt, das Kürzel steht dabei für „Radio Corporation America". Ursprünglich stammt diese Steckerversion aus dem Radiobereich, von wo aus es längst den gesamten Audiomarkt erobert hat. Dabei funktioniert ein Audio-Cinchkabel fast so einfach wie das ähnlich populäre Klinkenkabel, in erster Linie wegen seiner universellen Einsetzbarkeit, die sich keinesfalls auf den Musikbereich beschränkt. Die Standard-Ausführung in Sachen Audio bilden zwei Paar Cinch-Anschlüsse pro Kabel, also insgesamt vier. Diese sind farblich unterschieden in Rot und Weiß und entsprechen damit den Markierungen auf der Ausgangsseite der Boxen – eine Verwechslung mit der Videobuchse scheidet damit aus. Hinzu kommen weitere Cinch-Varianten, wie etwa für Videogeräte. Bei diesen kommt zusätzlich ein gelber Stecker ins Spiel. Ebenso ist auch eine Kopplung von Audio und Video möglich. Bei der Cinch-Technik handelt es sich - wie übrigens bei fast allen Steckern - um eine internationale Norm, unterschiedliche Hersteller fertigen so gesehen immer das gleiche Produkt.
Unverzichtbar im heutigen Multimediazeitalter ist die Existenz von Adaptern. Gerade Cinch-Kabel lassen sich hier gut einsetzen, ob nun als Brückenschlag zur bewährten Klinke oder in Verbindung mit digitalen Geräten. Computer verfügen zum Beispiel meist über einen Klinkensteckplatz, während Fernseher in der Regel mit Cinch ausgerüstet sind. Ein Adapterkabel ist hier leicht dazwischenzuschalten und gewährt den Datentransfer ohne Qualitätsverlust.

Innovation für das digitale Zeitalter: Das Toslink-Kabel erobert den Markt

Mittels Lichtimpulsen sorgt das Toslink-Kabel für die Übertragung und behauptet sich vor allem durch seine enorme Stabilität. Gegen negative Einflüsse von Außen, in erster Linie in Form von elektromagnetischen Störungen, zeigt sich Toslink besonders gewappnet. Die Kunststoffkabel leiten ein leicht zu erkennendes rotes Lichtsignal und sind in unterschiedlichen Durchmessern zwischen einem und sechs Millimetern erhältlich. Erfunden wurde diese Technologie in den Achtziger Jahren von der japanischen Firma Toshiba, daher rührt auch die Bezeichnung „Toslink". In Europa ist auch der Begriff „F5-Stecker" gebräuchlich.
Dieser digitale Übertragungsweg ist mittlerweile Standard bei Heimkinosystemen, da er dank seiner Lichtwellen eine enorm hohe Rate garantiert, bis zu 20 MB pro Sekunde sind möglich. Die Daten gelangen als Lichtblitze an ihr Ziel, wo sie wieder in übliche elektrische Signale umgewandelt werden. Mit der Leistungssteigerung geht aber auch eine gewisse Anfälligkeit einher, nicht durch Elektrosmog, sondern durch ein viel banaleres Problem: Wird ein Toslink-Kabel zu sehr geknickt, wirkt sich das direkt auf die Tonqualität aus. Die zwar rasant sich vorwärtsbewegenden, aber eben auch gegenüber Beeinträchtigungen äußerst empfindlichen Lichtwellen können so durchaus zum Ärgernis werden. Bei engen Platzverhältnissen oder unterwegs stellte Toslink damit durchaus einen begrenzten Anwendungsrahmen dar, der aber in jüngster Zeit durch flexiblere Kabelarten wieder massiv ausgeweitet werden konnte. Unterm Strich überwiegen die Vorzüge und entschädigen mit Geschwindigkeit im Transport der Lichtwellen an anderer Stelle für etwaige Ungereimtheiten. Darüber hinaus bietet Toslink mit Adaptern für die alternativen Audio-Varianten wie Klinke und Cinch einen großzügigen Spielraum.

Allen praktischen Innovationen zum Trotz: Vorsicht bei Kombinationen von Steckertypen

In der Tat lassen sich zahlreiche Anschlussarten oftmals unabhängig vom Baujahr des zu verkabelnden Geräts miteinander kombinieren. Bezüglich der rein auf Lichtwellen basierenden Toslink-Technik gilt es allerdings zu beachten, dass die möglichen und auch populären Adapter für den Klinken-Anschluss keineswegs automatisch auf die Toslink-Übertragungsmethode zurückgreifen, nur weil ein entsprechender Adapter auf die Steckleiste passt. Primär im mobilen Computerbereich, etwa bei Notebooks, finden solche Adapter-Konstruktionen ihre Anwendung. Aus Platzgründen können aber nicht beliebig viele Ausgänge in das Gerät integriert werden, was die Hersteller dazu veranlasst hat, die Ausgänge zum Teil doppelt zu belegen. Das hat zur Folge, dass durchaus auf einem Stecker zwei technisch verschiedene Anschluss-Arten anwendbar sind, zum Beispiel Klinke und Toslink. Ein Adapter leistet hier unkompliziert hervorragende Arbeit, indem er beiden Versionen den erfolgreichen Anschluss sichert. Dieser Vorgang gelingt bei vielen Geräten, aber eben nicht bei allen. Voraussetzung ist immer eine entsprechende Konfiguration des Geräts, die den Wechsel von Klinke und Toslink explizit ermöglicht. Auf den Klinken-Steckplatz einer 25 Jahre alten Stereoanlage passt rein technisch selbstverständlich ein Klinken-Toslink-Adapter, nur wird im Ergebnis wahrscheinlich keine Musik über die Kopfhörer laufen – schließlich war die Lichtwellentechnik zum Zeitpunkt der Herstellung keinesfalls dermaßen verbreitet wie heutzutage, vom allgemeinen Grad der Digitalisierung des Elektronikbereichs ganz abgesehen.

Analog oder digital: In Sachen Audiokabel sind die Grenzen fließend

Beachten Sie derartige Besonderheiten, bietet die üppige Auswahl an zeitgemäßen und ganz unterschiedlichen Kombinationen eine breite Anwendung. Das große Plus vor allem im Vergleich zur Computertechnik mit ihren weitaus komplexeren Steckern (HDMI, DVI, VGA, USB etc.), deren mögliche oder unmögliche Zusammenschließung deutlich mehr Konfliktpotenzial bereitstellt, leisten Audiokabel eine erstaunliche und auch über Generationsgrenzen hinweg verträgliche Stabilität. Zu guter Letzt schlagen Fehlkäufe oder falsche technische Berechnungen nicht wirklich zu Buche, sämtliche Adapter und auch Audiokabel selber sind verhältnismäßig günstig erhältlich. Nimmt man deren Vielseitigkeit in allen Bereichen der modernen Unterhaltungselektronik hinzu – vom Tablet über das Handy bis hin zum Mac-Rechner – ergibt sich ein für den Kunden vorteilhafter Gebrauch auf lange Zeit.

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