Die richtige Heckschutzstoßstange - wichtiger als Sie vielleicht denken

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Die richtige Heckschutzstoßstange - wichtiger als Sie vielleicht denken

Stoßstangen sind wichtige Karosserieelemente an Front und Heck eines jeden Fahrzeugs. Sie sorgen für die Stabilisierung und wehren leichte Stöße ab. Ursprünglich dienten sie als Einparkhilfe, wenn der Fahrer die Abstände und Ausmaße seines Fahrzeugs nicht richtig abschätzen konnte. So zerkratze man sich nicht die teure Lackierung, sondern erhielt nur einen kleinen Schaden an der Stoßstange. Ihr Äußeres hat sich über die Jahre hinweg stark verändert. Groß und robust mussten sie sein. Zwischen den dreißiger und sechziger Jahren entstand hinsichtlich Form und Farbe der Stoßstangen ein wahrer Trend. Sie folgten nicht nur ihrem Zweck, sondern waren verchromt und teilweise mit senkrechten Hörnern versehen. Umso ärgerlicher war es für die Besitzer, sie in ihrer eigentlichen Funktion einzusetzen. Das verchromte Material sollte glänzen, beeindrucken und durfte keinen einzigen Kratzer aufweisen. Während diese Heckschutzstoßstangen noch sichtbar am Auto montiert waren, gibt es heute integrierte Modelle. Sie sind kaum noch als solches zu erkennen, übernehmen jedoch die gleiche Funktion. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die geschichtlichen Hintergründe der Stoßstangen und gibt hilfreiche Hinweise für den unschönen Schadensfall.

Die Geschichte der Stoßstangen – wo kommt das wichtige Bauteil her?

Die erste Stoßstange wurde im Jahr 1905 an einem Wagen montiert. Frederick R. Simms gilt dabei als Erfinder der Stoßstange und legte einen Grundstein für die Sicherheit am Fahrzeug. Der Prototyp und die nachfolgenden Modelle befanden sich an der Autofront und bestanden aus einem robusten Querbügel aus Stahl. Über zwei Halterungen war dieser Bügel fest mit dem Fahrzeug verbunden. Damit konnte er im Schadensfall leichter abgeschleppt werden. Der klare Vorteil bei einem Aufprall war, dass der Wagen selbst von weiteren Schäden verschont blieb. Hintergrund: Die Stahlstange fängt die Energie des Aufpralls optimal ab und leitet sie um den Wagen herum. Das Fahrgestell selbst, die empfindliche Front und die hochwertige Lackierung bleiben unversehrt.

Bis zum Ende der 20er Jahre mussten Stoßstangen gesondert bestellt werden. Sie galten nur als Zubehörteil für Fahrzeuge und zählten nicht zur serienmäßigen Ausstattung. Die meisten Hersteller und Autofahrer entschieden sich nur für eine Stoßstange an der Front. Mit der Heckschutzstoßstange hatte es erst später seine Bewandtnis. Grundsätzlich bestanden die Stoßstangen aus einem Rundstahl mit vernickelten Hülsen als Abschluss an jeder Seite. Der Stahl selbst war entweder in der Farbe des Fahrzeugs lackiert oder erhielt ebenso eine vernickelte Schicht. Durch diese runde Optik erhielt die "Stoßstange" ihren bis heute bekannten Namen. Später lagen verchromte Modelle im Trend. Sie passten sich mit ihrem silbernen und glänzenden Aussehen fast allen Fahrzeugmodellen an und durften keinen Kratzer erleiden. 1926 ging der erste Serienwagen mit einer Chromstoßstange von Buick in Serie.

Gesetzliche Vorschrift in den 1970ern

Die Bauweise dieser Sicherheits-Elemente wurde mit den Jahren zunehmend flacher. Die Stoßstangen schmiegten sich immer mehr an die Fahrzeuge selbst an, bis sie optisch angeglichen wurden. Die Fahrzeughersteller integrierten die Stoßstangen nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr in die Karosserie des Fahrzeugs. Sie waren dabei so stabil, dass einige Fahrzeuge beim Wechsel der Reifen an der Stoßstange nach oben gezogen werden konnten. Eine gesetzliche Vorschrift einer Stoßstange kam erst in den 70er Jahren. Sie absorbiert bei einem Aufprall die Energie und war zuerst an der Front und später am Heck Pflicht für jedes Fahrzeug. Heute sind sie kaum als solche zu erkennen und fügen sich ideal in das Gesamtbild des Wagens ein. Es gibt sie als hochwertige Variante verchromt oder in Fahrzeugfarbe lackiert. Die günstigen Stoßstangen älterer Fahrzeuge werden von einem farbigen oder schwarzen Kunststoffteil umhüllt. Wichtig ist, dass sie ihre Funktion behält und einen kleineren Aufprall des Wagens an Front und Heck abwehrt. Für diesen Zweck bestehen Sie aus einem Stahlträger, der mit der Karosserie oder dem Körper bei selbsttragenden Karosserien verbunden ist.

Funktion oder Design? Das haben die Fahrzeughersteller über die Jahre gelernt

Die Stoßstangen boten anfangs vor allem an der Front nur einen sehr begrenzten Schutz. Die Fahrzeuge waren unterschiedlich hoch gebaut und hatten die Stoßstangen auf unterschiedlicher Höhe. Größere Modelle lagen grundsätzlich über denen der kleineren und die beiden Stangen verhakten sich im Schadensfall ineinander. Die Hersteller reagierten sofort, um den starken Beschädigungen bei einem Aufprall vorzubeugen. Sie entwickelten deutlich breitere Stoßstangen und führten Sie teilweise doppelt an der Front. Dabei waren zwei Stoßstangen übereinander montiert. Sogenannte Hörner oder Overrider verhinderten das Verharken der beiden Stoßstangen ineinander und wurden zum echten Markenzeichen. Schon von Weitem erkannte man besonders hervorstechende Hörner und Stoßstangen bestimmter Hersteller. Heckschutzstoßstangen blieben einfach und sicherten den Wagen beispielsweise beim Einparken oder bei Auffahrunfällen vor einem größeren Schaden.

Hart muss nicht immer gut sein

Je härter die Stoßstangen wurden, desto größer wurde ihr Nachteil. Bei einem Aufprall nahmen die Stangen die Energie ab und leiteten diese auf den Fahrzeugrahmen weiter. Besonders starke Stöße verschoben somit den kompletten Rahmen. Später erkannte man das hohe Verletzungsrisiko für Fußgänger und Radfahrer. Ein Zusammenstoß ging häufig mit einem verletzten oder gebrochenen Unterschenkel einher. Handelte es sich um eine kantige oder sehr spitze Form der Stoßstange, kamen Schnittverletzungen bei einem Unfall hinzu. Design und Funktion mussten folglich geändert werden.

Die Heckstoßstange heute – ein wichtiges Schutzelement

Die Stoßstange besteht heute an der Front und am Heck aus einer sogenannten Schürze. Sie ist mit einer Kunststoffhaut umgeben und kann passend zur Fahrzeugfarbe lackiert sein. Diese Art der Bauweise haben die Fahrzeughersteller etwa Mitte der 90er Jahre übernommen. Sie schützt gleichermaßen bei einem Aufprall, verhindert jedoch eine verzogene Karosserie. Durch die flache und integrierte Bauweise sind Fußgänger oder Radfahrer bei einem Aufprall nicht mehr in Gefahr. Gerade die Heckschutzstoßstange bietet Platz für intelligente Technik. Viele neuen Autos sind mit speziellen Rückfahrsensoren ausgestattet. Sie messen bei eingelegtem Rückwärtsgang den Abstand zu den dahinter befindlichen Objekten. Ein Piep-Ton im Innenraum warnt den Fahrer vor einem möglichen Aufprall. Gerade bei größeren und breiten Modellen bietet sich dieser Sensor zum besseren Einparken an. Eine andere Möglichkeit ist die eingebaute Heck-Kamera. Auch sie dient dem sicheren und problemlosen Einparken und übermittelt ein Bild der Rückseite an den Fahrer weiter. Grafische Darstellungen helfen sogar ohne Blick in den Außenspiegel, das Fahrzeug punktgenau in die Parklücke zu manövrieren.

Ein intelligentes Stück Kunststoff

Stoßstangen unterliegen sowohl an der Front als auch am Heck genauen Richtlinien. Die geschlossene und anliegende Form verbessert die Aerodynamik des Fahrzeugs und hilft beim Einsparen von Kraftstoff. Eine Besonderheit ist der Einsatz von "intelligenten" Kunststoffteilen. Sie haben Sollbruchstellen eingearbeitet, sodass sich ein Aufprall deutlich besser kontrollieren lässt. Die Energie wird bei einem zu starken Aufprall durch genau diese Bruchstellen absorbiert. Es handelt sich hierbei um reversible Stoßfänger. Bei einem sehr schwachen Aufprall, beispielsweise beim Einparken mit einer maximalen Geschwindigkeit von 7 km/h, knautscht sich die Stoßstange nur leicht zusammen. Das Material sorgt dafür, dass sie sich wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückbildet. An der Front ist die Stoßstange zusätzlich mit halbharten Schaumstoffen ausgestattet. Sie sollen das Verletzungsrisiko für Fußgänger und Radfahrer deutlich minimieren. Bei Unfällen nehmen die Schaumstoffe die größte Energie des Aufpralls auf und schützen den Körper.

Ratgeber: Was tun bei einer defekten Stoßstange?

Beim Einparken oder in engen Straßen ist es schnell passiert und die Stoßstange erhält einen kleinen Schaden. Um die Karosserie zu schonen und vor schweren Folgeschäden zu schützen, sollten Sie den Schaden reparieren lassen. Andernfalls dringt Feuchtigkeit unter die offenen Lackstellen. Die Karosserie setzt schnell die ersten Roststellen an und der eigentliche Reparaturaufwand vergrößert sich immens. Die Reparaturkosten dafür richten sich natürlich nach dem Ausmaß des Schadens. Nicht immer ist ein kompletter Austausch notwendig. Viele Werkstätten scheuen das Reparieren und tauschen die defekte Heckschutzstoßstange einfach aus.

Austauschen oder ausbessern?

Günstiger sind Sie manchmal beraten, wenn Sie den Schaden ausbessern lassen. Die Mechaniker bohren den Schaden im Stoßfänger zunächst sauber und komplett aus. Somit dehnt sich dieser im Material nicht weiter aus. Danach kommt ein engmaschiges Metallnetz zum Einsatz. Es wird so zugeschnitten, dass es das Loch ideal abdeckt und die Ränder dabei mit einfasst. Die Stellen rings um das Loch sind nun auszufräsen für spätere Spachtelarbeiten. Mit einem Heißluftföhn schweißen die Mechaniker das Metallnetz auf das Loch. Durch die Hitze verbindet sich das Metallgitter mit dem Kunststoff und stabilisiert ihn wieder. Danach ist die Fläche zu spachteln, bis keine Dellen mehr zu sehen sind und eine ebene Fläche entstanden ist. Anschließend geht der Stoßfänger erneut zum Lackieren. Professionelle Werkstattmeister arbeiten so genau, dass hinterher nichts mehr von dem Schaden zu sehen oder gar zu fühlen ist.

Gleichzeitig verkürzt sich der Werkstattaufenthalt bei einer Reparatur erheblich. Im Vergleich zum Austausch muss hier nur ein kleiner Teil der Stoßstange wieder neu lackiert werden. Andernfalls sind die Arbeit des Austauschs und die komplette Lackierung im Aufwand zu berücksichtigen. Bei der Reparatur bleibt die Schürze am Fahrzeug montiert. Damit umgehen Sie zusätzlichen Aufwand oder Fehler, die beim Aus- und Umbau geschehen können. Kleinere und oberflächliche Schäden lassen sich einfach aus der Stoßstange auspolieren. Dafür muss sie weder abmontiert werden, noch komplett neu lackiert. Bestenfalls bietet Ihnen die Lackiererei einen nahtlosen Klarlack an, um die beschädigten Stellen wieder neu zu schützen. Reagieren Sie bei Schäden an der Heckschutzstoßstange sofort, verlängern Sie deren Lebensdauer enorm.

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