Die richtige Bepflanzung für das Terrarium finden

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Die richtige Bepflanzung für das Terrarium finden

Die richtigen Pflanzen für Terrarien – darauf kommt es beim Einkauf an

Ein Terrarium kann ein wunderschönes Hobby sein. Unter Terrarien versteht man Behälter, in denen kleine Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Insekten, Skorpione oder Spinnen gehalten werden. Auch ein Flaschengarten zählt zu den Terrarien, denn ein Terrarium kann ebenso gut nur Pflanzen beinhalten. Wenn das Terrarium für Amphibien ausgelegt ist, also viel Wasser enthält, spricht man von einem Paludarium. Der Unterschied zu Aquarien liegt darin, dass bei einem Terrarium das Hauptaugenmerk auf dem Erdanteil oder dem Luftanteil liegt. Die Bezeichnungen kommen aus dem lateinischen – aqua bedeutet „Wasser“ und terra heißt übersetzt „Erde“.

Substrat und richtiges Düngen der lebenden Dekorationen

Vorrang vor den Bedürfnissen der Pflanzen haben selbstverständlich die Bedürfnisse der Tiere im Terrarium. Pflanzen sind sehr anpassungsfähig und es gibt eine große Anzahl von Arten, die wie gemacht sind für die klimatischen Bedingungen in Terrarien. Das Substrat kann aus den unterschiedlichsten Stoffen bestehen, wie beispielsweise Produkten aus Kokosnuss. Diese haben den Vorteil, dass sie Feuchtigkeit speichern und dem Boden je nach Produkt Struktur verleihen. Gut geeignet zum Speichern der Feuchtigkeit ist das Sphagnum Moos. Es ist als Bodendecker genauso geeignet wie als Substrat für diverse Hängepflanzen und Sie können es gut an der Rückwand anbinden. Um den Dünger brauchen Sie sich in den allermeisten Fällen nicht zu kümmern, denn die Düngung erledigen die tierischen Bewohner auf natürliche Weise. Mehr Augenmerk sollten Sie auf die richtige Bewässerung und die Lichtverhältnisse legen.

Pflanzen aus Kunststoff – pflegeleicht und unzerstörbar

Am pflegeleichtesten sind natürlich Kunstpflanzen. Sie sind so gut wie unzerstörbar, müssen nicht gegossen oder gedüngt werden und Sie können sie überall anbringen, wo es Ihnen gefällt. Manche der Kunststoffpflanzen haben Saugnäpfe, damit sie einfach an der Glasscheibe befestigt werden können. Zur Befestigung können Sie zudem Heißkleber oder Draht verwenden. Das hat den Vorteil, dass die Tiere im Terrarium so viel wie sie wollen daran klettern oder damit spielen können. Neben diesen Vorteilen haben Pflanzen aus Kunststoff aber auch Nachteile. Sie dürfen auf keinen Fall von den tierischen Bewohnern gefressen werden, weil sonst ernsthafte Krankheiten drohen. Sie sind in den seltensten Fällen umweltfreundlich und können nicht, wie echte Pflanzen, mit dem Biomüll entsorgt werden. Auch können die Farben ausgewaschen werden und so in das empfindliche Mini-Ökosystem geraten, oder die Farben bleichen im grellen Licht einfach nur aus.

Die Unterscheidung der Terrarien und die verschiedenen Bepflanzungen

Terrarien unterscheiden sich nach den Bedürfnissen der Lebewesen, die darin gehalten werden. Es gibt Terrarien für Tropenbewohner, die feucht-warme klimatische Bedingungen benötigen, ebenso wie Terrarien für Steppenbewohner, in denen eher trockenes Mikroklima vorherrscht. Die richtigen klimatischen Bedingungen werden mittels Beleuchtung, Luftbefeuchter und Heizungen geschaffen. Hier, bei den Luftbefeuchtern, kommen die Pflanzen mit ins Spiel. Denn mit der richtigen Bepflanzung können Sie die Luftfeuchtigkeit im Terrarium halten und in einem gewissen Maße sogar steuern. Aber in den meisten Fällen werden Sie nicht auf einen Luftbefeuchter oder eine Berieselungsanlage verzichten können.

Echte Pflanzen – Nahrung, Luftverbesserung und Versteck

Wenn Sie echte Pflanzen wählen, müssen diese auf alle Fälle ungiftig für die anderen Terrarienbewohner sein. Eventuell überlegen Sie sich die Anschaffung von passenden Pflanzenlampen und, je nach Terrariumtyp, einer Berieselungsanlage für die gleichmäßige Bewässerung der Pflanzen. Lebendige Grünpflanzen sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern sie sind teilweise ein köstlicher Leckerbissen für die tierischen Bewohner. Aus diesem Grund sollten Sie sich vor der Anschaffung darüber informieren, welche Pflanzen bevorzugt auf dem Speiseplan stehen, damit Sie nicht einen Tag nach dem Einsetzen nur noch kümmerliche Stängel vorfinden. Sehr hilfreich dabei sind die Ratgeber, die Ihnen nicht nur bei der richtigen Bepflanzung gute Ratschläge erteilen, sondern auch die eine oder andere kreative Idee bereit halten.

Die Planung der richtigen Bepflanzung ist gar nicht so schwierig

Bevor Sie bei eBay blindlings irgendwelche Pflanzen für das Terrarium kaufen, sollten Sie so etwas wie eine grobe Vorstellung vom fertigen Terrarium haben. Am besten setzen Sie sich mit Bleistift und Papier hin und machen einen groben Plan, wie die Bepflanzung aussehen könnte. Falls Sie das Terrarium schon haben – umso besser, denn so kennen Sie schon die einzelnen Zonen und die unterschiedlichen Anforderungen an Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichtverhältnisse, die dort in jeweils herrschen. Übrigens, wenn Sie beim Fotografieren Ihres Terrariums Blitzlicht benötigen, ist es schlichtweg zu dunkel für die meisten Lebewesen - Tiere wie Pflanzen. Sie sollten auch daran denken, dass Sie den tierischen Lebewesen nicht den Weg zu deren Lieblingsplätzen verbauen, sonst klettern die Tiere einfach über die Pflanzen. Aus diesem Grund sollten Sie eher stabile Gewächse wählen oder empfindlichere Arten außerhalb der Reichweite der Tiere anpflanzen.

Das Klima im Terrarium – tropisch oder Wüste?

Das Klima im Terrarium richtet sich natürlich zuallererst nach den tierischen Bewohnern. Doch ohne Pflanzen sieht es schnell leer und trist aus. Natürlich können Sie künstliche Pflanzen verwenden, doch so richtig lebendig wirken die meisten leider nicht. Im Terrarium selbst gibt es wiederum abgestufte Mikroklimazonen und am Boden ist es kühler als an der Lichtquelle. Unten herrscht außerdem eine größere Luftfeuchtigkeit als oben. Auch bedenken sollten Sie den Schattenwurf der einzelnen Dekorationen oder Pflanzen. Aber auch in der Länge oder Breite können Sie verschiedene Zonen einrichten, von der Feuchtzone bis zum Trockengebiet ist dabei alles möglich.

Groß oder klein – Baum oder Moos

Natürlich unterscheidet sich ein Terrarium für Riesenschlangen deutlich von einer Ameisenfarm. Doch beide profitieren optisch gewaltig von der richtigen Bepflanzung. Auch für die Tiere ist es sehr von Vorteil, wenn sie so artgerecht wie möglich gehalten werden und wenigstens ein kleines Stück Natur in Form von echten Pflanzen um sich herum haben. Einzige Ausnahme bildet hier ein Quarantäne-Becken, das gut zu reinigen und gegebenenfalls zu desinfizieren sein soll. Hier sind echte Pflanzen kontraproduktiv, sie würden eventuell Erreger übertragen. Sie können sich hier aber leicht mit Kunstpflanzen behelfen, um den sterilen Eindruck etwas zu mildern und Farbe ins Spiel zu bringen.

Langlebig oder für den Augenblick – die Mischung ist das Richtige

Bestimmte Pflanzen können oft jahrelang leben, während andere Gewächse viel schneller absterben. Beides kann seinen Reiz haben. Wenn Sie Abwechslung lieben, können Sie es mit Blütenpflanzen versuchen, anderenfalls empfehlen sich Moose oder andere langsamer wachsende Gattungen. Oder Sie verwenden stattdessen Äste und andere Dekorationen, um Abwechslung ins Terrarium zu bringen. Für die Rückwandgestaltung bietet sich ein Stoff namens „Xaxim“ an. Das ist eine Art Geflecht aus tropischen Baumfarnen, welches sich gut bepflanzen lässt. Mit etwas Glück können nach ein paar Monaten sogar eventuell darin enthaltene tropische Samen keimen und Sie haben einen lebenden Teppich im Terrarium. Achten Sie aber beim Einkauf darauf, dass Sie das Material aus Plantagenwirtschaft beziehen, um Wildrodungen in den Regenwäldern nicht zu unterstützen. Sehr apart wirken diverse Wurzeln und Hölzer, die mit lebenden Pflanzen besetzt werden. Solche Äste haben zudem den Vorteil, dass die Tiere daran klettern und sich darunter verstecken können.

Die richtigen Pflanzen für die einzelnen Verwendungszwecke

Pflanzen gedeihen an den verschiedenen Stellen im Terrarium unterschiedlich gut. Durch Ausprobieren und Nachlesen in den richtigen Büchern oder Ratgebern finden Sie bestimmt schnell heraus, welche Pflanze wo am besten gedeiht. Beim Einsetzen der Pflanzen entfernen Sie bitte vorher unbedingt die Erde, damit keine Dünger oder Pflanzenschutzmittel ins Terrarium kommen und sich die Tiere nicht vergiften können. Achten Sie außerdem auf schon vorhandene Schädlinge, denn Sie wollen, sofern Sie keine Ameisenfarm haben, bestimmt keine Blattlauskolonie im Terrarium.

Bodenpflanzen für verschiedene Klimazonen und Anforderungen

Wenn Sie zum Beispiel im Regenwaldterrarium einen richtigen grünen Teppich haben wollen, eignen sich für den Boden diverse Bodendecker oder Moose wie das Sphagnum. Moose sind zudem ein guter Indikator für die Feuchtigkeit in einem Regenwaldterrarium, denn wenn sie sich bräunlich verfärben, ist das Klima zu trocken, falls sie aber dunkel werden oder schleimig, ist es zu nass. Ein solcher pflanzlicher Indikator kann aber leider nicht die richtigen Messgeräte ersetzen. Auch andere Pflanzen wie der Bubikopf (Soleirolia Soleirolii ) eignen sich gut zum Bedecken des Bodens. Des Weiteren lieben diverse Farnarten die klimatischen Bedingungen des Regenwaldterrariums. Ein Wüstenterrarium hingegen wird kaum nach einem üppigen Bodendecker verlangen. Hier können Sie stattdessen diverse Aloe Vera Sorten einsetzen, oder auch Bromelienarten. Gut zum Thema und zum Klima würden auch Sukkulenten oder Kakteen passen.

Kletterpflanzen und Hintergrundgestaltung

Bei der Rückwand eines Terrariums haben Sie die Wahl zwischen teppichbildenden, hängenden oder kletternden Pflanzen. Eine sehr schnell wachsende und zumindest für Schildkröten ungiftige Pflanze ist die Efeutute (Epipremnum), vielen wahrscheinlich schon aus dem heimischen Wohnzimmer bekannt. Sie kann leicht durch Stecklinge vermehrt und aufgebunden werden. An der Rückwand machen sich außerdem diverse Orchideen gut. Mit etwas Glück fangen diese auch zu blühen an, was einen zusätzlichen farbigen Akzent in Ihren Dschungel bringt. Den Hintergrund eines Wüsten- oder Steppenterrariums könnten Sie zum Beispiel mit dem quer-gestreiften Bogenhanf (Sansevieria javanica) gestalten. Diese Pflanze mit langen schwertförmigen Blättern ist pflegeleicht und hält Trockenphasen und Hitze gut aus. Sie wächst ziemlich langsam, ist aber dafür anspruchslos und pflegeleicht.

Strukturgebende Pflanzen für ein echtes Dschungelgefühl

Für einen Tiefeneffekt im Regenwaldterrarium bieten sich verschiedene Strukturpflanzen an. Sie können dabei aufgebundene Pflanzen verwenden, die Sie an Ästen, Korkstücken oder Xaximstreifen befestigen. Ein besonderer Effekt lässt sich erzielen, wenn Sie immer mehrere nebeneinander anpflanzen oder ein, zwei davon von der Halterung befreien und von der Rückwand herabhängen lassen. Sie müssen aber darauf achten, dass sie der Beleuchtungsquelle nicht zu nahe kommen, damit die Pflanzen nicht verbrennen. Bei einem Wüstenterrarium sollten nicht zu viele Pflanzen verwendet werden, um den Anblick authentisch wirken zu lassen. Gut eignen sich einzeln stehende Gewächse oder vereinzelte kleine Gruppen gleichartiger Pflanzen. Einen besonderen Blickfang bieten zum Beispiel diverse Crassula-Arten, auch unter dem deutschen Namen „Pfennigbaum“ bekannt.

Sie werden sehen, wie schnell Sie den richtigen Dreh heraus haben, welche Pflanzen wo am besten gedeihen. Mit etwas Geduld und Beobachtungsgabe können Sie mit der richtigen Gestaltung hinreißende Ergebnisse erzielen. Auch Ihre Tiere werden es Ihnen mit mehr Unternehmungslust und Vitalität danken, wenn sie eine möglichst naturnahe Umgebung in ihrer Heimat vorfinden.

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