Die passenden Computerkomponenten und -teile finden – ein Ratgeber

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Die passenden Computerkomponenten und -teile finden – ein Ratgeber

Hintergrundwissen über die einzelnen Computerkomponenten zahlt sich oft schon beim PC-Kauf aus. So erkennt man auf Anhieb, ob der neue PC optimal ausgestattet ist und wirklich die Leistung bringt, die Sie erwarten. Dabei richten sich die wichtigen Kriterien in der Regel nach dem Einsatzzweck, für den der Computer gedacht ist.

Aber auch, wenn ein Teil am PC nicht mehr richtig funktioniert oder ein älterer Computer aufgerüstet werden soll, ist es wichtig, über ein paar grundlegende Hardwarekenntnisse zu verfügen. Es ist nämlich auch für einen Laien nicht allzu schwer, einzelne Computerkomponenten auszuwechseln oder den PC mit Zusatzausstattung zu versehen.

Die wichtigsten Computerkomponenten auf einen Blick

Zunächst einmal benötigt ein Computer eine gewisse Mindestausstattung an Hardware, ohne die er nicht funktionieren würde. Alle einzelnen Komponenten sind in einem Gehäuse untergebracht, das unter anderem das Aussehen des PC bestimmt.

Das PC-Gehäuse ist die einzige Komponente, die sofort ins Auge fällt. Welche Technik sich dahinter verbirgt, erkennt man erst, wenn das Gehäuse geöffnet ist. Im Gehäuse fest integriert ist das Netzteil, das den gesamten Rechner mit dem notwendigen Strom versorgt. Außerdem muss ein Gehäuse über einen guten Lüfter verfügen, denn die Betriebstemperatur eines Rechners ist hoch. Wird er nicht ausreichend gekühlt, kommt es zu Fehlfunktionen oder sogar zum Ausfall des gesamten Systems.

Weitere unverzichtbare Hardwarekomponenten sind:

  • Mainboard (Hauptplatine),
  • Prozessor,
  • Arbeitsspeicher,
  • Festplatte und
  • optisches Laufwerk.

Moderne Mainboards haben in der Regel sowohl einen Grafik- als auch einen Soundchip on Board. Für einfache Anwendungen reicht das aus. Wer aber Musik in Hi-Fi-Qualität hören möchte und sich mit der Foto- und Videobearbeitung beziehungsweise mit aufwendigen PC-Spielen beschäftigt, sollte zusätzlich eine Sound- und eine Grafikkarte einsetzen, um eine optimale Wiedergabequalität zu erreichen.

Das PC-Gehäuse

Computergehäuse gibt es in unterschiedlichen Größen. Die früher üblichen Desktop-PCs, die man auf den Schreibtisch gelegt hat, werden heute kaum noch verwendet. In der Regel sind es Mini-, Midi- oder Maxi-Tower, die sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich eingesetzt werden.

Grundsätzlich gilt: Je größer das Gehäuse ist, umso leichter sind die einzelnen Komponenten zu erreichen. Wo Platz also kein Problem ist, sollte man möglichst auf einen Minitower verzichten. Das gilt besonders dann, wenn eventuell noch Erweiterungskarten eingebaut werden sollen, für die leere Einschübe benötigt werden.

ATX (Advanced Technology Extended) heißt der Standard, der schon seit vielen Jahren für PC-Gehäuse und Netzteile verwendet wird. Jedes Gehäuse verfügt – je nach Größe – über 3,5-Zoll- und 5,25-Zoll-Schächte. Festplatten, Grafik- oder Soundkarten benötigen einen 3,5-Zoll-Einschub, optische Laufwerke werden im 5,25-Zoll-Einschub eingesetzt. Einschübe, die nicht sofort verwendet werden, sind durch Blenden aus Metall abgedeckt, die sich bei Bedarf leicht herausbrechen lassen.

Netzteil und Lüftung

Das Netzteil zur Stromversorgung ist fest im Gehäuse eingebaut. Je nachdem, wie viele leistungsstarke Komponenten mit Strom versorgt werden müssen, sollte die Leistung des Netzteils gewählt werden. Moderne Computer benötigen in der Regel etwa 400 Watt, sodass die Leistung hier mindestens bei konstanten 500 Watt liegen sollte.

Wichtig: Das Netzteil sollte über einen ausreichend großen Lüfter verfügen. Um die Geräuschentwicklung einzudämmen, gibt es inzwischen Gehäuse, die mit mehr als einem Lüfter arbeiten. Das ist aber nur bei einem größeren PC-Gehäuse möglich.

Den perfekten Kompromiss zwischen guter Kühlleistung und geringer Lautstärke kann man mit einer Wasserkühlung für den PC erreichen. Allerdings sind diese Kühlungen relativ aufwendig in der Installation und auch ziemlich kostspielig. Der Einbau einer Wasserkühlung sollte möglichst von einem Fachmann vorgenommen werden. Bei unsachgemäßem Einbau kann Wasser in die Elektronik eindringen und zu irreparablen Schäden am PC führen sowie Kurzschlüsse im gesamten häuslichen Stromnetzwerk zur Folge haben.

Mainboard und Prozessor – Herz und Gehirn des Computers

Das Erste, was Sie gewöhnlich sehen, wenn Sie das Gehäuse Ihres Computers öffnen, sind viele Kabel. Dahinter versteckt sich in der Regel das Mainboard, die Hauptplatine des Computers. Es hat vielseitige Aufgaben zu erfüllen und ist zum Beispiel zuständig für den reibungslosen Transport der Daten zwischen den einzelnen Komponenten. Außerdem befinden sich auf dem Mainboard die Anschlüsse für die Hardware und die Peripheriegeräte wie Tastatur, Maus oder Drucker.

Grundsätzlich zeigt ein Mainboard in der Regel unter anderem die folgenden Anschlüsse:

  • Prozessor-Sockel,
  • Speicher-Steckplätze für den Arbeitsspeicher,
  • Steckplatz für Grafik- und Soundkarten,
  • Steckplätze für Erweiterungskarten,
  • Anschlüsse für die Festplatte (in der Regel S-ATA-Anschlüsse),
  • Anschlüsse für optische Laufwerke,
  • Firewire-Anschluss,
  • Grafik und Sound on Board,
  • ATX-Anschluss für das Netzteil und
  • den oder die Lüfter.

Natürlich gibt es unterschiedliche Layouts. Ein normales Mainboard, das für die meisten Officeanwendungen ausreicht, ist heute schon recht günstig erhältlich. Etwas teurer sind Mainboards mit zusätzlichen Anschlüssen, wie sie von ambitionierten Spielern oder für die Bild- und Videobearbeitung benötigt werden. Hier können teilweise bis zu vier Grafikkarten gleichzeitig angeschlossen werden. Wichtig ist, dass das Mainboard über einen guten Lüfter verfügt. Das entlastet den Gehäusekühler.

Der Prozessor ist die Kontrolleinheit des Rechners. Er steuert alle Vorgänge und übernimmt die elementaren Rechenoperationen. Die bekanntesten Prozessorhersteller sind Intel und AMD.

Prozessoren sind mit unterschiedlichen hohen Taktraten erhältlich (Angabe in Hertz). Wichtig sind aber auch die Größe des Cache (Zwischenspeicher) und die generelle Übertragungsgeschwindigkeit zu allen Komponenten des Computers. Heute werden überwiegend Mehrkernprozessoren verwendet, die es ermöglichen, Daten gleichzeitig vom und zum Prozessor zu transferieren. Der Grundtakt des Systems wird vom sogenannten Front-Side-Bus bestimmt und beeinflusst die Arbeitsgeschwindigkeit des Prozessors, des Arbeitsspeichers und der verwendeten Steckkartenplätze.

Achtung: Wenn Sie den Prozessor wechseln möchten, achten Sie darauf, welchen Prozessor-Sockel Ihr Mainboard hat. Hier gibt es Unterschiede, und nicht jeder Prozessor ist zu jedem Mainboard kompatibel. Genaueres erfahren Sie im Handbuch zu Ihrer Hauptplatine oder auf der Webseite des Herstellers.

Der Arbeitsspeicher ist das Kurzzeitgedächtnis des Rechners

RAM (Random Access Memory) ist die korrekte Bezeichnung für den Arbeitsspeicher. Daten, die von der Festplatte ausgelesen und zur Weiterverarbeitung benötigt werden, werden hier zwischengespeichert. Im Arbeitsspeicher befinden sich unter anderem

  • Programme,
  • Treiber für Hardwarekomponenten und
  • der Kern des Betriebssystems.

Es ist wichtig zu wissen, dass der Arbeitsspeicher alle Daten verliert, sobald die Stromzufuhr unterbrochen wird.

Arbeitsspeicher gibt es in unterschiedlichen Formaten, wobei heute bevorzugt die sogenannten DDR2- beziehungsweise DDR3-Speicher zum Einsatz kommen. DDR bedeutet Double Data Rate, das heißt, es werden zwei oder mehr Kanäle für den Datentransfer verwendet.

Die exakte Bezeichnung der Speicherbausteine richtet sich dabei nach der maximalen Datenmenge, die pro Sekunde auf einen Speicherbaustein übertragen werden kann. Ein Speicher mit einer Bandbreite von 3,2 Gigabyte pro Sekunde würde also die Ziffer 3200 in der Artikelbeschreibung aufweisen.

Welcher Arbeitsspeicher für Ihren PC geeignet ist, bestimmt der Chipsatz auf dem Mainboard. Ob Sie DDR2- oder DDR3-Speicherriegel verwenden können, hängt von den vorgesehenen Steckplätzen ab. Wenn Sie nicht sicher sind, sollten Sie hierzu die Webseite des Mainboard-Herstellers kontaktieren. Mithilfe der Seriennummer können Sie die Technischen Datenblätter einsehen und genau nachvollziehen, welcher Arbeitsspeicher geeignet ist.

Die Festplatte – der Massenspeicher im PC

Auf der Festplatte Ihres Computers werden alle relevanten Daten dauerhaft gespeichert. Hier befindet sich auch das Betriebssystem, ohne das der PC überhaupt nicht arbeiten könnte. Festplatten sind sogenannte permanente Speicher, die ihre Daten auch beim Abschalten des Netzstroms behalten.

Herkömmliche Festplatten bestehen aus mehreren rotierenden Magnetscheiben. Auch die Daten werden magnetisch abgelegt. Zwischen den einzelnen Scheiben sind bewegliche Lese- und Schreibköpfe eingebaut. Moderne Festplatten arbeiten mit Umdrehungsgeschwindigkeiten von bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute. Das entspricht einer Datentransferrate von bis zu 60 Megabyte pro Sekunde. Normalerweise liegt die Speicherkapazität für eine durchschnittlich große Festplatte zwischen einem und acht Gigabyte. Inzwischen werden aber auch bereits Festplatten in Terrabytegröße angeboten.

Damit der Datentransfer reibungslos funktioniert, benötigt die Festplatte eine schnelle Schnittstelle. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber standardmäßig sollte eine Serial-ATA-Schnittstelle verfügbar sein.

Der Vorteil der SATA-Schnittstelle liegt darin, dass nur zwei Anschlusskabel benötigt werden. Die früher üblichen Breitbandkabel sind damit überflüssig, und so kann auch das PC-Gehäuse deutlich besser durchlüftet werden.

Achtung: Wenn Sie eine neue Festplatte an das Mainboard anschließen, muss diese zunächst formatiert und gegebenenfalls partitioniert werden. Dazu gibt es eine spezielle Software.

Durch das Partitionieren können Sie eine große Festplatte in mehrere logische Laufwerke unterteilen, die unabhängig voneinander genutzt werden können. Das Formatieren versorgt die Festplatte beziehungsweise die logischen Laufwerke dann mit einem Dateisystem, ohne das sie nicht arbeiten könnten. Die bekanntesten Dateisysteme sind FAT32 oder NTFS, und sie sind abhängig vom verwendeten Betriebssystem. Welches Dateiformat Sie verwenden müssen, können Sie zum Beispiel in der Beschreibung Ihres Betriebssystems nachlesen.

Wer besonderen Wert auf einen sehr leisen Computer legt, kann anstelle der herkömmlichen Festplatten auch auf eine SSD-Festplatte (Solid State Drive) zurückgreifen. SSD-Festplatten haben keine beweglichen Teile und erzeugen demnach auch keine Geräusche. Sie arbeiten im Grunde wie die Speicherkarten, die man zum Beispiel aus Digitalkameras kennt. Auch der Energieverbrauch ist deutlich geringer.

Allerdings sind SSD-Festplatten wesentlich teurer als herkömmliche Massenspeicher, sodass sie im privaten Gebrauch eher unüblich sind.

Optische Laufwerke

Optische Laufwerke wie CD-, DVD- oder Blueray-Laufwerke haben die früher üblichen Diskettenlaufwerke vollständig ersetzt. Sie bieten auf den Leermedien eine wesentlich höhere Speicherkapazität. Beschrieben werden CD-, DVD- oder Blu-Ray-Rohlinge mithilfe eines Lasers. Damit sind die Daten verschleißfrei gespeichert.

Unterschiede gibt es in der Geschwindigkeit, mit der die Rohlinge beschrieben und ausgelesen werden können. Moderne PCs sind in der Regel standardmäßig mit einem DVD-Brenner ausgestattet. Damit können aber auch CD-Rohlinge beschrieben werden. Eine DVD kann bis zu 20-mal mehr Daten speichern als eine CD.

Erweiterungsmöglichkeiten für den PC

Neben diesen Grundkomponenten gibt es zahlreiche Erweiterungsmöglichkeiten für den PC. So können zusätzliche USB-Ports, zusätzliche optische Laufwerke oder Grafik- und Soundkarten eingebaut werden. Bedienungsanleitungen sowie die Informationen auf den jeweiligen Herstellerwebseiten bieten weitere hilfreiche Unterstützung beim Auf- und Umbau eines Computers.

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