Die passende Trachtenjacke finden

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Wie Sie auf eBay eine passende Trachtenjacke finden

Reich verzierte Oberteile mit langer Tradition

Trachtenjacken sind heutzutage nicht nur bei der älteren Generation beliebt. Dabei besitzen Trachten eine lange Geschichte, bei der die Identifikation mit dem Heimatland im Vordergrund steht. Zahlreiche Volksfeste, die sich einer großen Beliebtheit in der Bevölkerung erfreuen, halten die Tradition aufrecht. Moderne Designs passen sich dem Geschmack junger Leute an. In einer schlichten Ausführung, die frei von jeglichen Details ist, können Trachtenjacken zu nahezu jeder Kleidung getragen werden. Reich verzierte Modelle fallen aus dem Rahmen. Von knallbunten Farben bis zu ungewöhnlichen Verzierungen ist alles möglich. Im Gegensatz dazu stehen die traditionellen Trachtenjacken.

Geschichte der Trachten reicht bis ins 19. Jahrhundert

Die Wiederbesinnung auf traditionelle Trachtenkleidung entstand im 19. Jahrhundert. Die Französische Revolution war beendet, das Land schien unter der Besatzung seine eigene Identität zu verlieren. Während bereits Politiker auf dem Wiener Kongress demonstrativ in Trachtenkleidung erschienen, plädierten daheim Landesherren für mehr Heimatgefühl. Ausdruck dieser neuen Bewegung war traditionelle Kleidung. Dabei bestand ein wesentlicher Teil aus ehemaliger Arbeitskleidung. Selbst der bayrische König Maximilian lud zur prinzlichen Hochzeit Paare in Tracht ein. So integrierte er viele der annektierten Landesteile. Er förderte jegliche Art des Brauchtums. Durch Schützenvereine und Volkstheater verstärkte sich das Wir-Gefühl im Land Bayern.

Trachtenarten als Brauchtum einer Bevölkerungsgruppe und für den Beruf

Strenge Kleiderordnungen verhinderten in den vergangenen Jahrhunderten eine Ausprägung der bäuerlichen Tracht. Der Reichserlass von 1530 bestimmte, dass sich jeder Bürger gemäß seines Standes angemessen zu kleiden habe. Damit sollte eine übermäßige Prunksucht verhindert werden. Man unterscheidet folgende Trachtenarten, bei denen die Trachtenjacke eine wesentliche Rolle spielt:

Traditionelle Volkstrachten als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe

Als Ergebnis einer langwierigen Entwicklung bildeten sich in einzelnen Regionen strenge Kleiderordnungen. Die ursprünglichen Trachten wiesen auf den persönlichen Stand des Trägers hin. Regionale Zugehörigkeit, wirtschaftliche Verhältnisse, soziale Verhältnisse, Anlass oder der Personenstand wurden aus der Tracht deutlich. Innerhalb einer Dorfgemeinschaft kannten die Einwohner die Bedeutung der Erkennungsmerkmale.

Amts-, Zunfts- oder Berufstrachten als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe

Vor allem in früheren Zeiten besaßen viele Berufsgruppen eine eigene Tracht. Sie waren zweckgebunden gestaltet und fielen durch eine sehr schöne Verarbeitung auf. Die traditionelle Berufskleidung von Schustern oder Gerbern findet man heute nur noch auf Trachtenfesten oder im Heimatmuseum. Im Laufe der Jahrhunderte haben verschiedene Berufsbranchen eine typische Kleidung entwickelt, die den heutigen Anforderungen entspricht. Polizei, Bäcker, Schonsteinfester sind auch in der heutigen Zeit an ihrer Berufskleidung zu erkennen.

Trachtenjacken: Die Tradition lebt in Material, Farbe und Form

Materialien: Lodenjacken zu einer zünftigen Lederhose

Die ursprüngliche Trachtenjacke unterlag keinem Modetrend. Die Bürger besaßen unterschiedliche Jacken, die sie je nach Festivität wechselten. Jedes der Kleidungsstücke musste jedoch viele Jahre lang halten. Dementsprechend hochwertig und langlebig waren die verwendeten Materialien. Hochpreisige Trachtenjacken sind auch heute noch aus Loden, edler Schurwolle oder Wolle gefertigt. Vor allem Herren wählen in der Regel etwas grobere Stoffe. Echte Wolle besitzt temperaturausgleichende Eigenschaften. Daher sind Trachtenjacken aus dem Naturstoff sommers wie winters beliebt. Damen tragen über ihrem Dirndl Janker, die das Kleid ergänzen. Leichte Stoffe, wie Strick im Winter oder Leinen im Sommer, bieten sich als Ergänzung der Tracht an. Bei aktuellen Trachtenjacken ist alles erlaubt, was gefällt: Ziegenleder, Wildleder oder Baumwolle geben der liebenswerten, rustikalen Trachtenkleidung einen modernen Anstrich.

Ein wichtiges Utensil von Trachtenjacken sind die Knöpfe: Hirschhorn und Messing dominieren in der Trachten-Männerwelt. Oft verziert mit traditionellen Mustern und Bildern wie Edelweiß oder Enten sind die Knöpfe wahre Schmuckstücke. Erschwinglichere Trachten verzichten oft auf die hochwertige Ausstattung im Detail.

Formen: Vielfalt für Damen und Herren

Traditionelle Trachtenjoppen finden Sie in kurzer oder langer Form. Trachtenfans mit Heimatliebe drücken ihren Stolz auf Schützenfesten oder dem Münchener Oktoberfest gerne mit Modellen aus, welche die traditionellen Werte betonen. Zur feschen Lederhose passt am besten eine hüftlange Jacke mit einem kleinen Stehkragen. Gerade geschnitten repräsentieren sie Ehrlichkeit, Männlichkeit und Entscheidungskraft. Eine Ausnahme bilden Janker aus Wildleder. Bereits durch den lockeren Sitz und weicheren Fall wirken sie leger. Eine leichte Taillierung unterstreicht das lausbübische Aussehen. Formeller kommen Trachtenjacken in längerer Form daher. Sie eignen sich hervorragend für repräsentative Zwecke. Den traditionellen Stehkragen ergänzt teilweise eine Reversjoppe. Hübsch verziert bildet sie den Mittelpunkt der Trachtenjacke.

Janker für Damen zeigen die ganze Vielfalt der Mode. Alle Jackenformen, die auch bei der regulären Mode angeboten werden, finden Sie gleichermaßen im Trachtenbereich. Blusenjacken in leichter Qualität überzeugen vor allem im Sommer durch ihre kurzen Ärmel. Kurzblazer mit Revers oder Stehkragen setzen den Rock des Dirndls in den Blickpunkt. Traditionelle Janker erkennen Sie an einem geraden, schnörkellosen Schnitt. Trachtenjacken in langer Blazerform geben einem Businessoutfit den letzten Schliff. Schmal geschnitten lassen sie sich sehr gut zu Hosen kombinieren. Der Gehrock war lange dem männlichen Volk vorbehalten. Heute betont die trendige Langjacke weibliche Formen.

Farben: Naturfarben dominieren traditionelle Trachtenjacken

Traditionelle Kleidung wurde im Zuge der Modernisierung aus dem Alltag verdrängt und findet nur noch als Festtagstracht Beachtung. Um die heutige Farbzusammenstellung zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Anfänge der Bekleidung. Als Arbeitskleidung mussten Kleider, Hosen und Jacken vor allem eines sein: praktisch. Feldarbeit, Wäsche waschen und Obst auf dem Markt verkaufen verursachte viel Schmutz. Eine hübsch anzusehende weiße Jacke würde den Zweck nicht erfüllen. Zusätzliche Arbeit durch tägliches Waschen konnte man sich damals nicht erlauben. Bei der Farbwahl der ersten Modelle gaben daher Braun und Grau den Ton an. Als sich das Kleidungsstück zum Festtagskleid entwickelte, begann man einzelne Teile einzufärben. Jedoch beschränkten sich die Möglichkeiten auf Naturfarben, wie Henna und Indigo. Die Farbpalette der heutigen Trachten umfasst Rot, Grün, Grau, Blau sowie Braun in verschiedenen Schattierungen. Moderne Trachtenjacken sind in allen Farben erhältlich. Außergewöhnliche Kombinationen werden oftmals durch Stars auf dem Oktoberfest eingeführt.

Eine Janker allein macht noch keine Tracht

Wer sich in die Feierlichkeiten des Oktoberfestes begeben möchte, feilt oft bis zur letzten Minute an seinem Outfit. Nur eine gelungene Kombination der Einzelteile ergibt ein Ganzes, mit dem Sie auffallen. Doch woraus besteht eine komplette Tracht?

  • Die Lederhose, auch unter der Bezeichnung Krachlederne bekannt, bildet das Herzstück einer Ausstattung. Ob als Kniebundhose oder Knie umspielend – Hauptsache sie besteht aus Wildleder. Mutige Damen wählen ebenfalls die Hot Pants-Variante. Charakteristisch für die Lederhose ist der reich bestickte Latz. Durch das in Bayern übliche Schuhplattlern glänzt das Leder auf dem Oberschenkeln, was der Hose einen typischen Look verleiht.
  • Herren tragen zu der Lederhose ein Hemd, meist mit langem Arm. Wer das Urwüchsige der Tracht betonen möchte, kombiniert ein Oberteil mit Karomuster. Zu den traditionellen Farben Rot-Weiß haben sich in den letzten Jahren zahlreiche modische Töne hinzugesellt. Bei festlichen Anlässen überwiegen weiße Hemden, die durch wertvolle Knöpfe und edle Stickereien auffallen.
  • Die weibliche Entsprechung zum Hemd ist eine Bluse. Hochgeschlossen sind sie selten, im Gegenteil. Die individuellen Designs besitzen in der Regel einen weiten Ausschnitt. Puffärmel ergänzen den mädchenhaften, reinen Look.
  • Dirndl findet man heutzutage in vielen Varianten. Von klassisch bis modern gilt die Tracht in vielen Gegenden als ideales Sommerkleid. Schnürungen an Bauch oder im Rücken sind reizvolle Details, die ein Dirndl einzigartig machen. Mit der um den Bauch gebundenen Schleife weisen fesche Trachtendamen auf ihren Familienstand hin: rechts gebunden bedeutet verheiratet, links gebunden bedeutet frei.
  • Fußballschuhe zur Krachledernen? So weit überlagert die Mode noch nicht die Tradition. Passend zum eher derben Look wählen Herren bequeme Schuhe aus Leder oder Wildleder. Mit einer runden Kappenform passen sie perfekt ins Gesamtbild. Dazu trägt der Herr Kniestrümpfe aus Wolle. Damen betonen das Weibliche ihrer Kleidung. Zu großen Ausschnitten und weiblichen Schnitten gehören feine Schuhe. Wer den Partymarathon überstehen möchte, greift auf farblich passende Ballerinas zurück. Pumps mit moderaten Absätzen oder modische Schnürstiefel sind ebenfalls erlaubt.
  • Trachtenhüte gehören zur männlichen Tracht. Die einzelnen Modelle unterscheiden sich vorwiegend in der Breite der Krempe. So ungewöhnlich die Formen, so kreativ die Namen: Geissenpeter und Seppl weisen auf die Historie der Hüte hin. Eine grobe Kordel am oberen Rand der Krempe und ein Gemsbart oder dekorative Federn dürfen bei waschechten Bayern nicht fehlen. Inzwischen ist die Hutmode auch in der Damenwelt angekommen. Große, flache Krempen sieht man bei Modellen, die zum Dirndl getragen werden. Damen in Lederhosen wählen auch beim Hut ein Herrenmodell.
  • Bei einer Bekleidung, die durch ihre reichen Verzierungen auffällt, dürfen passende Accessoires nicht fehlen. Die Bergwelt ist tonangebend. Edelweiß, Steinbock, Horn und Bergsteigerschuh schmücken als Ketten, Armbänder oder Anhänger nahezu alle Teile der Tracht. Hinzu kommen bei Damen Herzchen in allerlei Farben und Formen. Auch Handtasche und Sonnenbrille sind ganz dem Alpenlook angepasst. Ein hübsches Halstuch um den Hals drapiert ergänzt das Outfit perfekt. Auch unter der Tracht lässt sich das Heimatfeeling erleben. Fesche Unterwäsche für Sie und Ihn mit aufgestickten Symbolen werden im Fachhandel und online in vielen Ausführungen angeboten.

Trachtenmode lebt heute mehr denn je

Jahr für Jahr findet das Münchener Oktoberfest eine weltweite Aufmerksamkeit. Diese Trends zum Heimatkult finden seit einigen Jahren immer mehr Anhänger. Viele Restaurants und Diskotheken haben das erkannt und locken mit eigenen Oktoberfesten. Zünftige Kleidung, bayerisches Essen und Musik versetzen für ein paar Stunden in eine andere Welt. Zwar wird dadurch die Tradition nicht in den Alltag gebracht, doch sie lebt jeden Oktober aufs Neue auf.

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