Die passende Ausrüstung für den Pferdestall und für die Weide finden

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Die passende Ausrüstung für den Pferdestall und für die Weide finden

Pferdehaltung ist keine leichte Aufgabe

Reitställe, die Pferdebesitzern den Luxus eines komplett eingerichteten Stalles ermöglichen, sind weit verbreitet. Daher ist es für diese nicht wichtig, sich über Dinge wie Stalltüren, Weidezäune oder nützliche Einrichtungsgegenstände Gedanken zu machen. Wer aber seine Pferde in Eigenregie halten möchte, steht einer Vielzahl von Entscheidungen gegenüber. Welche Haltungsart ist möglich und welche die ideale für die persönliche Situation? Wie werden die Pferde am besten mit Wasser und Futter versorgt? Und was ist sonst noch unbedingt nötig, um das Stallleben für Mensch und Tier so angenehm wie möglich zu gestalten?

Verschiedene Möglichkeiten der Einrichtung von Box, Paddock und Sattelkammer

Innenboxen – die platzsparende und kostengünstige Möglichkeit der Pferdehaltung

Wenn Sie ein begrenztes Platzangebot haben, oder keine Möglichkeit, das Stallgebäude nach außen hin zu öffnen, ist die Innenbox nicht nur eine gute, sondern oft auch die einzige praktikable Lösung. Die Trennwände und Boxentüren bestehen meist bis etwa auf Rückenhöhe des Pferdes aus Holz. Die obere Hälfte der Box kann offen oder vergittert sein. Wichtig ist, dass sich die Pferde gegenseitig sehen und hören können, weswegen von Boxen, die bis oben hin geschlossen sind, abzuraten ist.
Im Falle einer vergitterten Boxentür gibt es die Möglichkeit, dem Pferd mithilfe eines Stallguards mehr Freiheit zu verschaffen. Der Stallguard besteht aus elastischen Gurten und wird einfach bei geöffneter Boxentür in die Trennwände eingehakt. So dient er als Absperrung und bietet dem Pferd gleichzeitig die Möglichkeit, mehr von seiner Umwelt mitzubekommen. Der Nachteil dieser Vorrichtung ist, dass sie praktisch nur bei Boxen mit Schiebetür anwendbar ist. Darüber hinaus muss das Pferd aus Sicherheitsgründen mit dieser Art der Absperrung vertraut gemacht, und die erste Zeit bei offener Boxentür ständig beobachtet werden.

Offenboxen – ein Stück mehr Freiheit für Ihr Pferd

Offenboxen, auch Außenboxen genannt, zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht, oder nicht nur, eine Tür nach innen zur Stallgasse hin haben, sondern dem Pferd bei geöffneter Tür einen direkten Zugang nach draußen ermöglichen. Ist genügend Platz vorhanden, ist ein angeschlossener Paddock die optimale Lösung, um dem Pferd bei Stallhaltung ein Mindestmaß an freiem Bewegungsraum anzubieten. Schon ein kleiner Paddock, der etwa die Größe der Box hat, kann das Wohlbefinden des Pferdes enorm verbessern. Um das Pferd im Innenbereich der Box vor Wind und Regen zu schützen, bietet sich die Installation eines Vorhangs an. Ein solcher Vorhang besteht aus PVC-Streifen, durch die das Pferd hinein- und hinausgehen kann.
Da der Boden des Paddocks direkt der Witterung ausgesetzt ist, ist eine Strohmatte hier nicht zu empfehlen. Möchten Sie Sand oder Holzspäne verwenden, ist das Auslegen des Bodens mit Paddockplatten vor der Verteilung der Sand- oder Späneschicht ratsam. Die Platten stabilisieren den Boden und unterstützen das Versickern von Regenwasser. Eine Alternative bieten rutschfeste Stallmatten aus weichem, wasserdurchlässigem Material. Diese Matten sind nicht nur gelenkschonend und somit für Pferdebeine besser geeignet als Sandboden, sie sind auch leichter zu reinigen. Ein sehr viel höherer Kostenfaktor muss hierbei allerdings auch bedacht werden.

Sattelschränke oder Halter zum Verstauen von Sätteln und Zubehör

Platz zur Aufbewahrung von Sätteln und anderen Utensilien ist in jedem Stall unabdinglich. Haben Sie einen abschließbaren Raum für diesen Zweck und ein eher begrenztes Budget, bietet sich die Option an, spezielle Halterungen an den Wänden zu befestigen, um Sättel und Kopfstücke dort aufzuhängen.
Sattelhalter gibt es in verschiedenen Variationen, die alle recht kostengünstig sind. Für die dauerhafte Aufbewahrung von teuren Sätteln sollte hier aber nicht jeder Euro gespart werden. Modelle in Sattelform sind kaum teurer als solche, die nur aus einer Stange bestehen und beugen dem Verformen des Leders vor. Mit einem speziellen Trensenhalter, der meist aus einer Ablage für das Kopfstück und einem Haken für ein zusätzliches Gebiss besteht, können Sie jedem Sattel das entsprechende Kopfstück des jeweiligen Pferdes zuordnen. Alle restlichen Utensilien wie Putzkästen, Longen oder Gurte finden bei dieser Art der Aufbewahrung leider keinen Platz und müssen meist auf dem Boden verstaut werden, was zu Platzproblemen und Unordnung führen kann.
Eine komfortablere Lösung ist die Installation von Schränken als Stauraum. Sattelschränke bieten Platz für einen oder mehrere Sättel, diverse Aufhängungen und genügend Stauraum für das komplette Zubehör eines Pferdes. Da sie meist abschließbar sind, ist eine separate Sattelkammer bei der Verwendung der Schränke nicht unbedingt notwendig und weil ein Schrank meist mehrere Jahrzehnte problemlos verwendet werden kann, relativieren sich die hohen Anschaffungskosten auf Dauer.

Was es bei Weidehaltung zu beachten gibt – Zäune, Futterversorgung und Anbindemöglichkeiten

Vor- und Nachteile verschiedener Zaunsysteme

Dass Weidezäune einen wichtigen Faktor für die sichere Weidehaltung darstellen, ist theoretisch selbstverständlich. Praktisch wird dies aber gerne vernachlässigt, denn viele Pferdebesitzer machen sich kaum Gedanken um die korrekte Einzäunung ihrer Weiden. Wichtig ist ein stabiles Zaunsystem, das ein Ausbrechen der Pferde so gut wie möglich verhindern kann und keine Gefahr für Pferd und Mensch darstellt. Der noch vor 20 Jahren häufig verwendete Stacheldraht ist nicht nur extrem rostanfällig, seine Verwendung kann auch erhebliche Verletzungen hervorrufen, was ihn für Pferdeweiden gänzlich ungeeignet macht.

Elektrische Weidebänder

Viel sicherer und ebenso kostengünstig ist elektrisches Weideband, das es als breites, meist weißes und damit gut sichtbares Band, und als dünne Kordel gibt. Dieses Band wird mithilfe von Isolatoren an den Zaunpfählen befestigt und von einem Weidezaungerät mit Strom versorgt. Dieses Gerät liefert in der Regel genug Strom, um Pferde am Ausbrechen zu hindern, ohne einen gesundheitlichen Schaden zu verursachen. Dadurch ist ein solches Zaunsystem auch für Menschen absolut unbedenklich. Beachten Sie aber, dass die Stromstärke an die Länge des Zaunes angepasst sein sollte.
Das Spannen der Elektrozäune ist unkompliziert. Sie müssen nur darauf achten, einen geschlossenen Stromkreis herzustellen, bei dem der Stromfluss nicht durch hohes Gras oder sonstige Fremdeinwirkung beeinflusst wird. Neben dem Elektrozaun ist der Holzzaun für Pferdeweiden beliebt. Er ist robust und langlebig und passt besser in die Natur als ein Zaun aus künstlichen Materialien. Der Aufbau dauert allerdings in der Regel bedeutend länger als der eines Elektrozauns und seine Kosten sind um ein Vielfaches höher. Wenn Sie sich für den Bau eines Holzzaunes entscheiden, ist es notwendig, darauf zu achten, ein splitterfreies, glattes, und natürlich ungiftiges Holz zu verwenden.

Problemlose Versorgung der Pferde dank Heuraufen und Selbsttränken

Pferde, die ihr Leben ganzjährig auf der Weide verbringen, werden in der Regel im Winter mit Heu oder Silage versorgt. Dabei ist es wichtig, dass auch die rangniedrigen Pferde in der Herde immer genügend Raufutter abbekommen. Um dies sicherzustellen, ist eine große Heuraufe, an der möglichst alle Pferde Platz finden, ideal. Gibt es keinen Unterstand auf der Weide, unter dem Sie die Raufe aufstellen können, oder ist darin nicht genügend Platz, bietet sich ein überdachtes Modell an. Dies verhindert das Nasswerden und Schimmeln des Futters. Möchten Sie lieber kleine Heumengen auf verschiedene Stellen verteilen, können Sie alternativ auch kostengünstige Heunetze aufhängen. Diese haben allerdings den Nachteil, dass Pferde sie gerne als Spielzeug verwenden und dabei zerreißen oder sie herunterreißen und mit den Beinen darin hängen bleiben.

Für ausreichend Wasser sorgen

Auf keinen Fall zu vernachlässigen ist im Winter wie im Sommer eine ausreichende Versorgung mit frischem Wasser. Große Wasserbottiche verteilt auf verschiedene Stellen der Weide sind eine einfache und praktikable Lösung. Im Winter müssen Sie aber darauf achten, dass das Wasser nicht gefriert. Eine erleichterte Frischwasserversorgung für Weidepferde bietet ein Wasserwagen mit Selbsttränke. Diese besteht aus einem kleinen Tränkebecken mit beweglicher Zunge, die den Wasserzufluss regelt. Der Vorteil dieses Systems liegt, neben der geringeren Arbeit aufgrund des enormen Fassungsvermögens eines Wasserwagens, darin, dass das Wasser im Inneren, genau wie die Zuflussrohre, gegen Frost geschützt ist. In Herden kann es aber zu Problemen kommen, wenn rangniedrige Tiere von den anderen nicht an die Tränke herangelassen werden. Denn hier können die Pferde, im Gegensatz zu einem großen Bottich, nur nacheinander trinken.

Anbindemöglichkeiten müssen auch auf der Weide bedacht werden

Auch bei der Weidehaltung muss es die Möglichkeit geben, die Pferde zum Satteln, Beschlagen oder für einen Besuch des Tierarztes sicher anzubinden. Eine beliebte Methode bei Pferdebesitzern ist der Eigenbau eines Anbindebalkens aus mehreren Holzbalken. Wird ein solcher Balken mit Beton im Boden verankert, bietet er eine sichere Anbindemöglichkeit für mehrere Pferde. Der Bau ist allerdings mit einigem Aufwand verbunden. Haben Sie eine stabile Stallwand, bieten Anbinderinge eine platzsparende Möglichkeit, das Pferd sicher zu befestigen. Neben dem enorm niedrigen Kostenfaktor ist die schnelle und einfache Anbringung solcher Ringe ein großer Vorteil. Ein offensichtlicher Nachteil liegt darin, dass an einem Ring nur ein Pferd Platz findet. Je mehr Anbinderinge Sie befestigen, desto mehr Platz ist nötig und desto stabiler muss auch die Wand sein.

Treffen Sie Kaufentscheidungen, die die Bedürfnisse des Pferdes berücksichtigen

Die große Menge an Zubehör für Stall und Weide in unterschiedlichen Varianten macht es für die meisten Menschen anfangs schwierig, sich eine Meinung über die einzelnen Produkte zu bilden. Oft ist es in dem Fall sinnvoll, auf Altbewährtes zurückzugreifen, doch nicht immer ist das, was vielen anderen hilft, für einen selbst die optimale Lösung. Es ist wichtig, sich einen guten Überblick über die persönliche Situation und das eigene Vorhaben zu machen, und sich im Anschluss in Ruhe zu informieren, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Dabei darf nicht nur der Geldbeutel eine Rolle spielen, sondern vorrangig das Wohl der Vierbeiner.

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