Die kunsthistorische Bedeutung von Kaiser-Wilhelm-Porträts

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Die kunsthistorische Bedeutung von Kaiser-Wilhelm-Porträts

Kaiser Wilhelm II lebte von 1859 bis 1941. Er herrschte als preußischer König und letzter deutscher Kaiser vom Dreikaiserjahr 1888 bis zum Ende der deutschen Monarchie im Jahre 1918. Porträts dieses Regenten spiegeln die Kunstauffassung im deutschen Kaiserreich wider. Auf eBay finden Sie diese Bilder in großer Auswahl sowohl als Originale als auch in Form von hochwertigen Reproduktionen.

 

Kaiser Wilhelm II in großer Pose und Gala-Uniform

Große Gegensätze prägten die Zeit um die Jahrhundertwende, für die auch die Bezeichnung Belle Epoque weitverbreitet ist. Auf der einen Seite erlebten Mode und traditionelle Malerei eine Blüte, auf der anderen Seite entstand in dieser Epoche die moderne Kunst und drückte sich im Jugendstil aus. Der Maler Ludwig Noster schuf um 1900 ein bedeutendes Porträt Kaiser Wilhelms. Es zeigt den Herrscher auf dem Zenit seiner Macht in weißer Ausgehuniform mit hohen, schwarz glänzenden Reitstiefeln. Seine Haltung ist sehr selbstbewusst, er steht breitbeinig auf einen Säbel gestützt an einem Sockel. Auf diesem liegt seine Kaiserkrone. Der zur Seite gerichtete Blick lässt jedoch erkennen, dass Kaiser Wilhelm II durchaus sensible und unsichere Züge hat. Auf diese Weise gelang es dem Hofporträtmaler Ludwig Noster, trotz Beachtung der damals geltenden Konventionen ein vielschichtiges Bild des Kaisers zu vermitteln.

 

Porträts von Kaiser Wilhelm II mit seinen Söhnen

Kaiser Wilhelm II hatte mit seiner Gemahlin Kaiserin Auguste Viktoria sieben Söhne. Er ließ sich mit den Söhnen besonders gern in Uniform und martialischer Haltung porträtieren. Zahlreiche kunstvolle Fotoaufnahmen und Gemälde zeugen von seiner militaristischen Einstellung. Mit Cape und Pickelhaube oder in Marine-Uniformen machte die preußische Herrscherfamilie eine gute Figur. Diese Porträts verdeutlichen die Auffassung von Männlichkeit, die damals große Kreise der Gesellschaft vertraten.

 

Stets geschickt kaschiert – das Problem mit dem linken Arm

Durch Komplikationen bei der Geburt war der linke Arm des Kaisers leicht verkrüppelt und wesentlich kürzer als der rechte. Alle Porträts verstecken diese Behinderung entweder durch eine geschickte Perspektive oder durch eine besondere Haltung des Arms. Sie zeigen die seinerzeit herrschende Auffassung von Schönheit, die makellos zu sein hatte. Obwohl sich damals in der Malerei der Naturalismus zu einer bedeutenden Stilrichtung entwickelte, hielten die Kaiser-Porträts unbeirrt an dieser Form der Idealisierung fest.

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