Die heilende Kraft von Salbei hilft bei vielen Beschwerden

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Die heilende Kraft von Salbei hilft bei vielen Beschwerden

Salbei ist eines der ältesten bekannten Heilkräuter. Die Pflanze mit den wohltuenden Eigenschaften kam bereits im alten Ägypten zum Einsatz. Das Gewächs galt als wirksames Mittel bei Unfruchtbarkeit. In der Antike nutzten die Menschen den Salbei, um Probleme bei der Verdauung und bei Zahnschmerzen zu beheben. Und auch in der keltischen Mythologie wurde der Salbei als Heilkraut geschätzt.

In der heutigen Zeit ziert die Salbeipflanze die Beete in Nutzgärten oder die Blumentöpfe von Küchenfensterbänken. Neben den heilenden Pflanzeneigenschaften lieben viele Menschen den pikant aromatischen Geschmack der Salbeiblätter und nutzen die sie zur Verfeinerung zahlreicher Gerichte.

Die Salbeipflanze

Die lateinische Bezeichnung des sogenannten Echten Salbeis lautet Salvia officinalis, was übersetzt „heilende Medizin" bedeutet. Synonym werden auch die Namen Küchensalbei, Garten-Salbei oder Heilsalbei verwendet. Die Gewächse gehören zu der Familie der Lippenblüter. Die überwiegend mehrjährige wachsende Salbeipflanze blüht in den Monaten Mai bis Juli.

Der Echte Salbei ist ein Halbstrauch. Er kann eine Wuchshöhe von nahezu 70 Zentimetern erreichen. Der Salbeistängel besitzt eine filzig, haarige Oberfläche. Die grüngrauen Blätter der Pflanze liegen sich gegenüber. Sie verfügen über eine schmalelliptische Optik. Die hellen bis intensiv blauvioletten Blüten befinden sich in den oberen Blattachsen. Sie sind ährenartig angeordnet und eindeutig zweilippig.

Der Salbei gedeiht überall auf der Erde, wobei er die tropischen bis gemäßigten Zonen bevorzugt. Aktuell existieren zwischen 800 und 1.100 Salbeiarten. Wer den perfekten Standort für diese Pflanzen im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon wählt, kann sich auch in unseren Regionen an dem wirkungsvollen Heilkräuter erfreuen. Bei optimaler Pflege kann sich Salbei sogar über mehrere Quadratmeter hinweg ausbreiten.

Neben dem Garten-Salbei sind im Fachhandel auch zahlreiche Ziervarianten der Salbeipflanze erhältlich. Aus diesem Grund sollte bereits beim Kauf auf die Genießbarkeit der Gewächse geachtet werden.

Salbei im Garten selber pflanzen

Der Echte Salbei bevorzugt einen luftdurchlässigen Boden, der über eine gute Kalkversorgung verfügt. Zur Kultivierung der Pflanzen eignet sich spezielle Kräutererde am besten. Der Humusgehalt der Erde darf nicht zu hoch sein. Der optimale Standort für Salbei sollte sonnig, warm und vor allem windgeschützt sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann der Salbei sehr gut wachsen.

Salbei-Saatgut kann direkt in die Gartenerde eingebracht werden. Es ist jedoch eher zu empfehlen, junge Salbeipflanzen vorzukultivieren, da sich bei dieser Variante mehr Gewächse ausbilden.

Die Aussaat der Salbeisamen erfolgt generell in den Monaten Februar und März. Am besten wird hierzu eine sogenannte Saatkiste verwendet. Geschützt unter einer Glasscheibe gedeihen die Pflanzen bis zum Mai prächtig. Ende Mai kann mit der Umsetzung der Salbeipflanzen in den Garten begonnen werden. Der Pflanzabstand sollte zwischen vierzig und sechzig Zentimeter betragen. Aufgrund ihrer schädlingsabschreckenden Wirkung eignen sich die Gewächse besonders gut als Umrandung von Gemüsebeeten. Die Halbsträucher haben sich hervorragend als Bestandteil einer sogenannten Mischkultur mit Bohnen, Möhren oder Salat bewährt.

Allerdings ist ein eigener Garten nicht unbedingt Voraussetzung für einen erfolgreichen Anbau von Salbei. Die Heilpflanzen lassen sich ebenso sehr gut in einem Topf großziehen

Die Pflege von Salbeipflanzen

Der echte Salbei gilt als allgemein sehr pflegeleicht. Es handelt sich um eine relativ genügsame Pflanze, die nicht zwingend einer Düngung bedarf. Wer jedoch auf eine ergänzende Nährstoffzuführung nicht verzichten möchte, sollte sehr selten und vor allem in kleinen Mengen tun. Die Pflanzen neigen ansonsten dazu, ihre Energie nicht mehr in die Ausbildung von Blüten und deren Aufblühen zu investieren. Darüber hinaus ist eine Düngung mit rein organischen Mittel zu empfehlen, da der Salbei zum Verzehr bestimmt ist. Die Pflanzen kommen mit verhältnismäßig wenig Flüssigkeit aus. Beim Gießen ist darauf zu achten, dass sich keine Staunässe bildet.

Der Salbei übersteht die Wintermonate hierzulande nur bedingt im Freien. Das Gewächs kann durchaus kurze Frostperioden mit Temperaturen von bis zu Minus 15 Grad überstehen. Dennoch sollten Salbeipflanzen besser frühzeitig an ihren Winterstandort verbracht werden.

Das Wachstum und die Ernte von Salbeipflanzen

Mit dem Einsetzen der Wachstumsphase ist ein Rückschnitt der Salbeipflanzen auf eine Handbreit über dem Boden ratsam. Hierzu eignet sich eine scharfe Gartenschere oder ein anderes adäquates Schnittwerkzeug. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass dabei nicht das alte Holz verletzt wird. Das verhindert im schlimmsten Fall das Austreiben der Salbeipflanze.

Wer in wärmeren Regionen lebt, kann sich mit dem Rückschnitt seiner Salbeipflanzen auch noch Zeit lassen – bis spätestens August sollte er allerdings erfolgt sein. Ein verspäteter Rückschnitt kann zur Folge haben, dass sich die nachkommenden Pflanzentriebe nicht mehr optimal entwickeln.

Die Blätter der Salbeigewächse können bei Bedarf das gesamte Jahr geerntet und genossen werden. Wer möchte, kann die Pflanzenbestandteile auch haltbar machen und lagern. In diesem Zusammenhang empfiehlt sich die Ernte der Salbeiblätter kurz vor der Blüte der Pflanze.

Das Aroma von Salbeiblättern verstärkt sich im getrocknetem Zustand. Wer in den Genuss dieses Geschmackes kommen möchte, trennt ein paar Salbeistiele von der Pflanze und bindet sie mit einem Stück Gartenschnur zusammen. Anschließend wird das Salbeibüschel kopfüber an einem schattigen Ort aufgehängt. Hier entfaltet die Pflanzen ein unverwechselbares Aroma und dient gleichzeitig als hübsche Dekoration.

Die Eigenschaften der Salbeipflanze

Salbei wird eine starke antibakterielle, pilzfeindliche, schweißhemmende und zusammenziehende Wirkung nachgesagt. Aufgrund dieser Eigenschaften erfreut sich die wertvolle Heilpflanze bei der Behandlung zahlreicher Beschwerden großer Beliebtheit.

Die Pflanze und ihre Inhaltsstoffe

Zur medizinischen Anwendung werden die Blätter des Salbeis genutzt. Diese bestehen zu 1 bis 2,5 Prozent aus ätherischen Ölen, die sich vorrangig aus Kampfer und Thujion zusammensetzen. Zusätzlich bestehen Salbeiblätter zu etwa zwei bis sechs Prozent aus den Lamiaceengerbstoffen. Dabei handelt es sich unter anderem um die Rosmarinsäure, Triterpen, Ursolsäure oder Flavonoide. Für das leichte Bitteraroma der Salbeiblätter ist der Inhaltsstoff Carnosol verantwortlich.

Der Salbei als Heilmittel

Die Salbeipflanze gilt schon seit sehr langer Zeit als bewährtes pflanzliches Heilkraut. Ihr werden lindernde Eigenschaften bei Halsschmerzen, Heiserkeit oder Entzündungen des Zahnfleisches nachgesagt. Die Ursache dieser heilenden Wirkung liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Kombination der verschiedenen Inhaltsstoffe. So soll das ätherische Salbeiöl in der Lage sein, die Ausbreitung und das Vermehren der Krankheitserreger zu unterbinden.

In der traditionellen Pflanzenheilkunde wird die Anwendung von Salbei bei drei Symptomatiken empfohlen. Dabei handelt es sich um die Therapie von Atemwegserkrankungen, bei Entzündungen und Beschwerden im Mund- und Rachenbereich sowie bei verstärkter Transpiration.

Salbei und die Anwendung bei Atemwegserkrankungen

Die Behandlung von Atemwegserkrankungen mit Hilfe von Salbei hat sich über mehrere Jahrhunderte bewährt. Bis heute dienen Salbeibonbons angereichert mit Honig und Bienenwachs der Linderung von Husten und Halsweh. Früher wurden die Lutschpastillen Tuberkulosepatienten verabreicht. Die Therapie verlief besonders erfolgreich, wenn der Betroffene zusätzlich ein Glas heißes Wasser mit Zitronensaft trank.

Die Mönche des Mittelalters produzierten eine sirupartige Salbeiflüssigkeit, die mit Honig und Apfelessig verfeinert wurde. Dieses Getränk kam Behandlung von Hustenleiden, Halsschmerzen oder Bronchitis zum Einsatz.

Die wohltuende und heilsame Kraft des Salbeis wird auf die in den Blättern enthaltenen Lamiaceengerbstoffe zurückgeführt. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Mund- und Rachenschleimhaut zusammenzieht. Das erschwert Viren oder Bakterien ein weiteres Vordringen in den Körper. Gleichzeitig beruhigt sich der betroffene Halsbereich.

Salbei und die Anwendung im Mund- und Rachenraum

Salbei kann auch natürliche Zahnbürste bezeichnet werden. Lange bevor es Zahnbürsten gab, wickelten sich die Menschen die würzigen Blätter um einen Finger und rieben so Zahnfleisch und Zähne gründlich ab. Diese Methode beugt Zahnfleischbluten vor und sorgt für die gründliche Beseitigung von Zahnbelag, kräftigeres Zahnfleisch und frischen Atem. Auch heute verwenden zahlreiche Produzenten von Zahnpasta Salbei in ihren Produkten.

Zahnprothesen verursachen oft schmerzhafte Druckstellen. Auch hier hat sich das Heilkraut bewährt. Zur Linderung der Schmerzen wird etwa ein Teelöffel fein geschnittener Salbeiblätter in 150 Millilitern heißem Wasser aufgebrüht. Nach einer Ziehzeit von etwa 10 Minuten kann der Betroffene seinen Mundraum mit der Lösung ausspülen.

Salbei und die Anwendung bei Transpiration

Wissenschaftliche Studien haben bereits vielfach die schweißhemmende Wirkung des Echten Salbei bestätigt. In den 1920er-Jahren nutzten Mediziner eine Tinktur beziehungsweise den Salbeiaufguss zur Beseitigung des Nachtschweißes bei Tuberkulosepatienten. Die ätherischen Salbeiöle wirken im Zentralen Nervensystem. Es ist verantwortlich für die Funktion der Schweißdrüsen.

Diese schweißregulierende Wirkung entfaltet sich innerlich wie äußerlich. So verspricht eine äußere Anwendung von Salbei bei einem Schweißfußleiden Linderung. Als Tinktur genossen hilft die Pflanze bei Nervosität, Übergewicht oder Beschwerden in den Wechseljahren. Viele Mediziner kombinieren beide Behandlungsmethoden, um den Therapieerfolg zu maximieren.

Der Salbei und die moderne Medizin

Auch die moderne Schulmedizin weiß die Salbeipflanze als wirkungsvolles Heilkraut zu schätzen. Neben dem Zurückgreifen auf altbewährte Behandlungsmethoden, treten heutzutage verstärkt weitere Anwendungsgebiete hinzu. So entwickelten Dermatologen ein antibakterielles Gesichtswasser zur Therapie von Hautproblemen. Müttern wird durch Gynäkologen empfohlen, die Rückbildung der Muttermilch nach dem Abstillen des Babys mit Salbei zu unterstützen. Innovative Deos auf Salbeibasis helfen im Kampf gegen Schweißbildung. Darüber hinaus sollen spezielle Teesorten helfen, den Blutzuckerspiegel herabzusenken. Gleichzeitig erhoffen sich Mediziner von diesen aromatischen Salbeigetränken eine gedächtnissteigernde Wirkung bei Alzheimerbetroffenen.

Was ist bei der Anwendung von Salbei zu beachten?

Wer seine Hausapotheke mit Salbeiöl ausstattet, sollte daran denken, diese Flüssigkeit niemals unverdünnt anzuwenden. Das kann zu einer starken Reizung der Schleimhäute führen – lieber wenige Tropfen des Öls in einem Glas mit Wasser auflösen.

Salbeipräparate sollten niemals dauerhaft eingenommen werden. Die Anwendung empfiehlt sich lediglich für den Zeitraum, in dem ein Leiden besteht. Ursache dafür ist der Thujion-Wirkstoff der Salbeiblätter, der im schlimmsten Fall zu einer Vergiftung führen kann.

Der Einsatz von Salbei ist generell nicht bei Säuglingen, Kleinkindern oder Stillenden anzuraten. Auch Asthmapatienten sollten von einer Behandlung mit Salbei Abstand nehmen.

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