Die ganze Welt in Kunststoff: beliebte Themenwelten für Plastikmodell-Bausätze

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Die ganze Welt in Kunststoff: beliebte Themenwelten für Plastikmodell-Bausätze

Man sitzt stundenlang in einer Mischung aus Konzentration und Entspannung vor dem Arbeitstisch. Darauf befinden sich jede Menge kleine Teile, Baupläne, Werkzeuge und andere Utensilien. Wir befinden uns am Arbeitsplatz eines Modellbauers. Der Modellbau, speziell der Plastikmodellbau, um den es in diesem Ratgeber gehen soll, ist eine faszinierende Beschäftigung. Der Plastikmodellbau kennt dabei viele verschiedene thematische Facetten. Einige davon sind eher exotischer Natur, manche sind hingegen weitaus beliebter, denkt man einmal beispielsweise an die weitverbreiteten Flugzeug- oder Militärmodelle.

Was macht die Faszination am Modellbau aus?

Eine wesentliche Frage ist, was die Faszination am Plastikmodellbau ausmacht. Diese Frage ist nicht gerade leicht zu beantworten, hat man noch nie ein Modell selbst von Anfang bis zum Ende zusammengebaut. Wenn Sie sich für diese Form des Modellbaus interessieren, sollten Sie also direkt aktiv werden. Dabei kann Ihnen dieser Ratgeber eine Hilfe sein. Er möchte Sie über die beliebtesten Themenwelten des Plastikmodellbaus informieren. Zu diesem Zweck wird es zunächst kurz um die Geschichte dieses Hobbys gehen.

Woher kommt der Plastikmodellbau?

Die Geschichte des Modellbaus lässt sich weit in die Vergangenheit hinein verfolgen. Modellbau als Hobby in der heutigen Form hat jedoch seine Wurzeln in den 1930er Jahren. Hier fertigte die Firma Frog Peguin erstmals die ersten Flugzeugmodelle, die aus Cellulose Acetat bestanden. Diese besaßen einen Maßstab von 1:72. Die Firma hatte bis zu diesem Zeitpunkt vor allen Dingen flugfähige Modelle aus Holz hergestellt. Hier ist auch schon ein erster wesentlicher Unterschied des Plastikmodellbaus gegenüber anderen Modellbauformen angesprochen. Plastikmodellbau ist in den meisten Fällen der Bau von Standmodellen.

Frog Penguin erweiterte sukzessiv sein Angebot an Modellbausätzen. In Großbritannien wurde der Plastikmodellbau daher als Erstes populär. Schon in den 1940er Jahren kam der Gründer von Revell, Lewis H. Glaser, auf die Idee Automodelle aus mehreren zuvor gefertigten Plastikbauteilen herzustellen. Die Idee und die ersten Modelle fanden Anklang bei den Konsumenten, viele neue Hersteller von Plastikmodellen suchten auf den wirtschaftlichen Erfolg dieser „Spielzeugsparte“ aufzuspringen. Bald wurde auch in Deutschland ein Tochterunternehmen von Revell gegründet, das bald eigene Modelle vertrieb, die eher auf den deutschen Markt zugeschnitten waren.

In den 1960er und 1970er Jahren kamen immer mehr Modellbaufirmen hinzu. Sie produzieren zum Teil noch heute.  Hierzu gehören Fujimi, Hasegawa oder Tamiya. Waren die ersten Modellbausätze vornehmlich aus Bakelit gefertigt, wurde das Material schnell durch Polysterol abgelöst. Bis heute kommt es in den meisten Plastikmodellbausätzen zur Anwendung. Die Kits der damaligen Zeit waren jedoch noch relativ einfach gehalten und nicht so detailgetreu wie heute. Die Angebotspalette wurde immer größer und mit ihr auch die Möglichkeiten der Gestaltung und Bemalung. Spezielle Farben, Klebstoffe, Werkzeuge, Airbrushpistolen und weitere Hilfsmittel wurden entwickelt.

Der Plastikmodellbau setzt sich durch

In den 1970er Jahren hatte sich der Plastikmodellbau dann komplett zu einer gleichberechtigten Sparte innerhalb des Modellbauwesens entwickelt. In den 1980er Jahren waren es speziell die japanischen Hersteller, die die Qualität und die Detailgenauigkeit innerhalb des Plastikmodellbaus weiter voranbrachten. Dadurch entstand ein durchaus gesunder Wettbewerb, der die Bausätze immer komplexer werden ließ. So wurden beispielsweise die Abziehbilder (Decals) immer umfangreicher und detailverliebter. Durch den Fall des Eisernen Vorhangs drangen zu Beginn der 1990er Jahre auch Hersteller aus dem ehemaligen Ostblock auf den Markt.

Mit der Entwicklung des World Wide Web in den 1990er Jahren war die mittlerweile sehr große Gemeinde an Plastikmodellbauern in der Lage, sich besser zu vernetzen und auszutauschen. Mit der Zeit entstanden Foren und informative Webseiten, die gerade auch für Bastler interessant sind, die in keinem Klub oder Verein aktiv sind. Dieser Ratgeber möchte Ihnen, der Sie sich für Modellbau interessieren, den Besuch einiger der zahlreichen Modellbauseiten und –Foren ans Herz legen.

Wer sind die Bastler von Plastikmodellbausätzen eigentlich?

Die große Gemeinde der Plastikmodellbauer kann grob in zwei Teile geteilt werden. Auf der einen Seite befinden sich dabei Kinder und Jugendliche. Der Modellbau dient für diese Gruppe besonders zum nachfolgenden Spielen mit den Modellen. Die Detailgenauigkeit und die Originaltreue spielt bei dieser Gruppe weniger eine Rolle. Zwar lässt sich mit Plastikmodellen durchaus spielen, sie sind jedoch nicht so robust wie Modelle aus anderen Materialien und müssen daher gut gepflegt werden.

Eine zweite Gruppe von Plastikmodellbastlern sind Erwachsene. Diese investieren nicht selten sehr viel Geld, Zeit und Aufwand in Ihr Hobby. Die hier vorherrschende Intention ist nicht das Spielen, sondern die Entwicklung möglichst detailgenauer Abbildungen der Realität. Neben dem Spaß am Bauen und Tüfteln verbindet die Mitglieder dieser Gruppe auch in nicht seltenen Fällen das Interesse an den Originalen, die gebaut wurden.

Was sind populäre Themengebiete bei Plastikmodellen?

Wie der zweite Abschnitt bereits vermitteln konnte, gibt es heutzutage eine unüberschaubare Vielfalt an unterschiedlichen Bausätzen aus einer großen Zahl von thematischen Bereichen. Im Folgenden sollen einige der beliebtesten Themenbereiche vorgestellt werden.

Autos und weitere Fahrzeuge

Plastikmodellbausätze für Pkws, Motorräder oder Lkws und andere Nutzfahrzeuge sind sehr beliebt. In diesem Bereich hat sich eine Vielzahl von Maßstäben und Herstellern etabliert. Auch die thematische Breite innerhalb dieser Plastikmodellbausparte ist sehr weit gefächert. Von historischen Modellen, über in- und ausländische Fahrzeuge bis hin zum Motorsport ist hier alles vertreten.

Flugzeuge

„Flugzeuge“ ist das älteste Themengebiet im Bereich des Plastikmodellbaus. Wie wir gesehen haben, war der erste Modellbausatz der Firma Frog Penguin in den 1930er Jahren ein Flugzeug. Neben Flugzeugen zählen auch Hubschrauber in diesen Bereich. Darüber hinaus sind gehören Modelle des militärischen Flugverkehrs (Propeller und Jet) sowie die zivile Luftfahrt mit ihren Passagiermaschinen ebenso zu den beliebtesten Motiven in diesem Bereich.

Schiffe

Alles das, was auf hoher See oder in Binnengewässern fahren kann, ist ebenso Teil der Plastikmodellbauwelt. Schiffe sind dabei ebenfalls eines der ältesten Modellbaumotive. Besonders Segelschiffe mit ihren vielen Masten, Segeln und weiteren Details zählen zu den anspruchsvollsten Modellbausätzen. Weiterhin werden auch gerne zeitgenössische Schiffe wie Kreuzfahrtschiffe oder Tanker sowie militärische Schiffe als Vorbild für Plastikmodellbausätze verwendet.

Die Welt der Eisenbahn

Ein Klassiker der Modellbauwelt ist die Lokomotive oder der Eisenbahnzug. Hier sind Dampflokomotiven, Diesel-, Elektro- oder Kleinlokomotiven beliebt. Darüber hinaus sind zeitgenössische wie historische Schnell- und Personenzüge, Güterzüge und Rangierlokomotiven vertreten. Diese Liste ließe sich weiter fortsetzen.

Science-Fiction und Fantasy

Weiterhin sind Plastikmodellbausätze aus Science-Fiction- oder Fantasy-Welten Teil des großen Themenspektrums. Hier sind vor allen Dingen die bekannten großen Science-Fiction- und Fantasyerzählungen populär. Ob der Millennium Falcon aus Star Wars, Raumschiff Enterprise aus Star Trek oder andere Modelle: Es gibt viele Möglichkeiten seine literarischen oder filmischen Vorlieben auch im Modellbau zu verwirklichen.

Die Welt im Kleinen

Der Plastikmodellbau von Figuren stellt die höchsten Ansprüche an die Fähigkeiten und Kenntnisse des Modellbauers. Es ist weniger der Zusammenbau, der oftmals (aufgrund des Maßstabs) gar nicht nötig ist. Vielmehr ist die nachfolgende Gestaltung und Farbgebung das Schwierige. Das weiß jeder, der schon einmal ein Gesicht bemalt hat. Der kreative Umgang mit Schattierung und Aufhellung macht hierbei den Meister.

Militärmodelle

Modellbausätze mit militärischem Thema sind die am weitesten verbreiteten Bausätze. Ob Militärfahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe, Soldaten, Panzer - der größte Bereich dürfte wohl bei Modellen des Zweiten Weltkriegs liegen. Besonders beliebt sind hierbei Fahrzeuge und Figuren im Maßstab 1:35. Dieser stellt einen guten Kompromiss zwischen Platzbedarf und Detaillierungsmöglichkeit dar.

Die bekanntesten Hersteller von Modellbausätzen

Wie bereits angedeutet hat sich mit der Zeit eine große Anzahl unterschiedlicher Hersteller von Plastikmodellbausätzen etabliert. Im Folgenden sollen einige der wichtigsten kurz genannt sein:

  • Academy
  • AFX-Club
  • Airfix
  • Alpine Miniatures
  • Dragon
  • eduard
  • Faller/Hasegawa
  • Heller
  • Italeri
  • Legend Productions
  • Matchbox
  • Revell/Monogram,
  • Tamiya
  • Tristar
  • Trumpeter
  • Verlinden
  • Zvezda

Wie man beim Bauen vorgeht?

Haben Sie sich ein Modellbausatz mit einer hohen Detailstufe besorgt, sollten Sie nach folgenden Schritten vorgehen. Der erste Schritt ist das Zusammenkleben der einzelnen Baugruppen. Da Plastikmodelle heute im Spritzgussverfahren hergestellt werden, gibt es immer Fugen und Grate. Der zweite Schritt besteht darin, die Modelle zu verschleifen und zu verspachteln. Dann folgt die Bemalung oder Lackierung, solange die Bauteile noch gut zugänglich sind.

Sind diese fertig bemalt, können die einzelnen Baugruppen zusammengefügt werden. Erst dann erfolgt das Aufbringen von Markierungen und Beschriftungen, die Decal genannt werden. In einem letzten Schritt erfolgt der Feinschliff, was die Bemalung anbelangt. Durch Schattierungen und Aufhellungen werden bestimmte Effekte, wie Tiefenwirkung, Abnutzungs- oder Alterungserscheinungen erzielt. In einem letzten Schritt erfolgt eine Schicht Lack zum Schutz der Modelle.

Wie präsentiert man die Modelle?

Das Modell ist fertig. Sie haben viele Stunden Arbeit in den Bau gesteckt und jetzt suchen Sie nach der richtigen Form der Inszenierung oder Präsentation. Hierbei bieten sich auf der einen Seite Vitrinen an, in die Sie Ihre Modelle, unter Umständen mithilfe einer ansprechenden Base, hineinstellen können.

In den meisten Fällen werden jedoch Dioramen, maßgeschneiderte und maßstabsgetreue Landschaften verwendet. Wer schon einmal eine Modelleisenbahn gesehen hat, die durch ein Alpenpanorama fährt, weiß, wovon hier die Rede ist. Doch der Dioramenbau ist noch mal ein Extrathema, das separat behandelt werden muss. Dieser Ratgeber konnte Ihnen jetzt erst einmal Grundinformationen zum Thema Bausätze für Plastikmodelle vermitteln.

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