Die besten Tipps zur Suche von Science-Fiction-Klassikern

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Die besten Tipps zur Suche von Science-Fiction-Klassikern

Faszination Science-Fiction entdecken

Der Begriff Science-Fiction, sei es nun in der Literatur oder im Film, wird bei den meisten Menschen mit Fantasie verbunden. Diese Definition ist richtig, wenn auch nur bedingt. Denn nur wenige Menschen wissen, worauf die Faszination, dass dieses Genre ausübt, tatsächlich beruht. Im Vordergrund stehen für Konsumenten oft nur die fantastischen, futuristischen Abenteuer der übernatürlichen Helden oder der Roboter, Gnome sowie Aliens, die einfach begeistern. Die meisten haben sich gar nie die Mühe gemacht, die Hintergründe oder die Entwicklung dieser Richtung zu erforschen. Es sei an dieser Stelle deshalb bereits angebracht zu bemerken, dass Science-Fiction auf mehreren Ebenen eine äußerst vielseitige Gattung darstellt, die eine genauere Betrachtung verdient. Das Wesen der Science-Fiction ist es nämlich, auf Basis wissenschaftlicher oder technischer Errungenschaften sowie gerade vorherrschenden Strukturen der Gesellschaft eine Geschichte zu konstruieren, die in einer fiktionalen Zukunft oder fiktionalen Welt die möglichen Auswirkungen dieser Tatsachen oder Zustände beschreibt. Kurz gesprochen, Science-Fiction ist ein Spiegel des jeweiligen Zeitgeschehens und soll den Leser oder Betrachter nicht nur in eine Welt der Fantasie entführen, besonders soll sie zum Nachdenken anregen.
Menschen, die sich näher mit dem Thema Science-Fiction auseinandersetzen möchten, werden deshalb nicht umhin kommen, auf die klassische Literatur zurückzugreifen. Das mag für Kino- und Film-Fans enttäuschend klingen, doch nur einige ausgewählte, der zahlreichen Science-Fiction-Klassiker wurden verfilmt. Außerdem werden in Filmen bereits Bilder vorgegeben, das Geschriebene sozusagen auf eine Weise interpretiert, die die Fantasie des Einzelnen oder möglicherweise auch die ursprüngliche Aussage des Autors begrenzt. Nur Buchklassiker der Science-Fiction vermögen das Genre in seiner ganzen Vielfalt und im Wandel der Zeit zu zeigen.
Zu beachten ist, dass sich zum Einlesen in das Genre mit Bestimmtheit nicht alle der zahlreichen Science-Fiction-Klassiker eignen werden. Grund dafür ist unter anderem, dass Science-Fiction-Romane, die bereits vor Jahrzehnten entstanden sind, möglicherweise von der Realität bereits ein- beziehungsweise überholt wurden. Natürlich kann es auch vorkommen, dass der einstige Zukunftsroman zur, oft bitteren, Realität wurde. Für das Auffinden entsprechender Literatur, muss guter Rat jedoch nicht teuer sein. Ein klare Begriffsdefinition, die die Abgrenzung zu anderen, ähnlichen Richtungen erleichtert, sowie die Kenntnis der wichtigsten Charaktere des Genres sollte dazu beitragen die individuell richtige Lektüre zu finden. Da die Literatur im Genre Science-Fiction nicht nur stilistisch dem Wandel der Zeit unterliegt, wird auf der Suche nach Schlüsselromanen auch ein kurzer Überblick in der Entwicklungsgeschichte von Vorteil sein.

Was ist Science-Fiction?

Wie bereits angedeutet, spielen in Romanen, die sich dem Genre Science-Fiction zuordnen lassen, technologische oder wissenschaftliche Hintergründe eine bedeutende Rolle. Mehr noch, gerade durch diesen Bezug kann die Science-Fiction von ähnlichen Richtungen, wie der Fantastik, Reiseromanen, Horror oder Utopie, abgegrenzt werden. Auch wenn es hier nötig wird zu erwähnen, dass Science-Fiction sich immer wieder durch Vermischungen mit diesen Genres charakterisiert, sind die Schwerpunkte von Romanen, die der Richtung Science-Fiction zugeordnet werden, in den technischen, wissenschaftlichen und später auch gesellschaftlichen Themen der jeweiligen Zeit zu finden. Oft wird die Science-Fiction, zusammen mit seinen verwandten Genres, salopp als fantastische Literatur bezeichnet.

Utopie versus Dystopien

Ein Beispiel für die Vermischung mit ähnlichen Richtungen ist die häufige Verwendung der Utopie und der Anti-Utopie, Dystopie genannt, in der Science-Fiction. Während in der Utopie zukünftige Welten, die als Vorlage für die Gesellschaft der Gegenwart dienen sollen, positiv skizziert werden, zeigt die Dystopie ein negatives oft auch apokalyptisches Bild der zukünftigen Welt, die auch das Ende des Fortschritts und gar des Überlebens der Menschheit bedeuten kann. Nun kann zu Recht vermutet werden, dass die Vermischung mit ähnlichen Richtungen in der Science-Fiction existentiellen Charakter hat. Science-Fiction-Fans wissen, dass unter anderem auch Elemente der Fantasy oft in Science-Fiction-Romanen, wie bei Phillip K. Dick, „Blade Runner“ oder „Minderheitenbericht“, zu finden sind.

Hard-Science-Fiction versus Soft-Science-Fiction

Für Menschen, die sich in das Genre Science-Fiction erst einzulesen beginnen, mag die Unterscheidung dieser beiden großen Charaktere der Science Fiction relevant sein. Denn für den Einsteiger werden sich Romane, die in die Kategorie Soft-Science-Fiction fallen, eher eignen.
Während sich Romane der Hard-Science-Fiction mit den Naturwissenschaften, wie zum Beispiel der Astronomie oder der Physik, befassen sowie einen Hang zur Detailtreue aufweisen, zeichnen sich Soft-Science-Fiction-Romane vorwiegend durch einen geisteswissenschaftlichen, also philosophischen, psychologischen, politischen oder gesellschaftlichen Bezug aus. Hier stehen eher die Emotionen und Charaktere der Romanfiguren im Vordergrund und technische Beschreibungen kommen nur am Rande vor. Als Vertreter der Hard-Science-Fiction gelten Isaac Asimov mit zum Beispiel „Ich, der Robot“ sowie Arthur C. Clark, Greg Bear oder Stephen Baxter mit „Doctor Who: Rad aus Eis“ und „Das Multiversum“.
Als beispielhaftes Werk für die Soft-Science-Fiction kann „Dune – Der Wüstenplanet“ von Herbert Frank dienen. Auch Philip K. Dick mit unter anderem „Das Orakel vom Berge“ oder Ray Bradbury „Utopie Fahrenheit 451“ schrieben im geisteswissenschaftlichen Kontext. Um schließlich herauszufinden, ob ein Klassiker der Soft- oder der Hard-Science-Fiction zuzuordnen ist, bedarf es meist nur eines kurzen Blicks auf die Inhaltsangabe oder einer Rezession des gewählten Romans.

Science-Fiction-Klassiker im Zeitgeschehen

Die Entstehung der Science-Fiction ist somit eng mit der technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen und Entdeckungen auf unserem Planeten verbunden. Science-Fiction im weiteren Sinn ist zwar bereits in den Werken der Antike, wie in Homers „Odyssee“ anzutreffen, doch mussten Wissenschaft und Technik erst reifen, um Science-Fiction im engeren und heute bekannten Sinn überhaupt möglich zu machen. In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden schließlich in ersten ernsthaften Ansätzen mit dem grundlegendem Wesen der Science-Fiction in Romanen experimentiert. Bedingt durch die Entwicklung des Fernrohrs entstand zum Beispiel „Der Traum“ von Johannes Kepler. Auch die Ära der großen Weltentdeckungen blieb in dieser Richtung nicht unberücksichtigt. Bis in das 19. Jahrhundert bedienten sich Schriftsteller, wie Jonathan Swift mit „Gullivers Reisen“, immer wieder an Elementen dieses noch unbenannten Genres. Auch Romane von E.T.A Hoffmann oder Edgar Allen Poe basieren zum Teil auf wissenschaftlichen Errungenschaften dieser Zeit. Der noch im Genre Gothic Novell im Jahre 1818 entstandene Roman „Frankenstein“ von Maria Shelley, der bereits die Erschaffung eines künstlichen Menschen beschreibt, gilt als Wegbereiter der neuen Richtung, die schließlich im Laufe des 19. Jahrhunderts Fuß fassen konnte.

Die Grundlagen oder Inspirationen in der modernen Science-Fiction-Literatur

Der Kapitalismus, die industrielle Revolution und nicht zuletzt die Entdeckung der Marskanäle im Jahre 1877 sowie die damit verbundene Vorstellung eines bewohnten Planeten im Weltall lieferten neue fantastische Vorlagen für das Genre. H.G. Wells, zum Beispiel befasste sich zu dieser Zeit in seinem Buch „Die Zeitmaschine“ mit technischen und gesellschaftskritischen Inhalten der Soft-Science-Fiction, während der Roman von Jules Verne, „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ eher den wissenschaftlich-romantischen Charakter der Hard-Science-Fiction aufwies. Kurd Laßwitz veröffentlichte im Jahre 1897 „Auf zwei Planeten“. Er gilt mit seinem „Vom Nullpunkt des Seins“ aus dem Jahre 1871 als Begründer der Science-Fiction im deutschsprachigem Raum.
Während zu Beginn noch stark auf detaillierte technische Beschreibungen wertgelegt wurde, wie in Hugo Gernsbacks „Ralph 124 C41+“ im Jahre 1911, erfassten spätere Romane auch die Bereiche der Soziologie, Psychologie und Politik, wie in „Das unglaubliche System“ von John W. Campell oder Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“. Auch Roboter-Figuren hielten nach und nach Einzug in die Geschichten. Karel Capek, der in seinem Theaterstück „W.U.R“ bereits im Jahre 1920 den Roboter ins Spiel brachte, wurde schließlich auch durch seine späteren Werke, wie unter anderem „Krakatit“, zu einem wichtigen Vertreter dieser Richtung. Das Genre war und ist damals wie heute stark von amerikanischen Autoren geprägt. Durch Werke wie George Orwells „1984“, Robert A. Heinleins „Der rote Planet“ oder Arthur C. Clarkes „Projekt Morgenröte“ wurde das Genre Science-Fiction vom sogenannten Golden Age, Mitte der 1930er Jahre bis in die 1960er Jahre, zu einer angesehenen Literaturgattung, deren Popularität stetig zunahm. Die Werke dieser Zeit waren durch militärische Entwicklungen wie den 2. Weltkrieg, den Kalten Krieg oder die Angst vor nuklearen Angriffen beeinflusst. Wiederum inspirierten auch neue Erkenntnisse in der Raumfahrt die Science-Fiction-Autoren.
Die Science-Fiction-Literatur bekam in der Bevölkerung schließlich einen völlig neuen Stellenwert, als Mitte der 1950er Jahre der technische Fortschritt zunehmend auch in den einzelnen Haushalten Einzug hielt. Dadurch war dem Leser die Welt, die in Science-Fiction-Romanen beschrieben wurde, gar nicht mehr so fremd. Dieser neue Nahebezug machte die Leser in gewissem Sinne zu Betroffenen, denn es war nicht mehr auszuschließen, dass die konstruierte Geschichte des Romans nicht eines Tages auch für ihn zur Realität werden könnte. Schließlich wurde die Science-Fiction-Literatur düsterer und pessimistischer, Weltuntergangsszenarien wurden vermehrt publiziert. Die Themenvielfalt in der Science-Fiction erweiterte sich durch die Philosophie, Theologie und Soziologie. Autoren, die diese Entwicklungen förderten waren James Graham Ballard mit unter anderem „Welt in Flammen“ oder Anthony Burgess mit „Uhrwerk Orange“. Romane, wie „More than human“, heute in deutscher Fassung unter „Die ersten ihrer Art“, von Theodor Sturgeon sowie „Demolition“ von Alfred Bester entstanden in dieser Zeit. Sowohl Sturgeon als auch Bester beschritten in ihren Werken stilistisch neue Wege und waren damit unter anderem Vorläufer einer Strömung innerhalb der Science-Fiction, die Mitte der 1960er Jahre als New Wave bezeichnet wird. Auch Werke von Philip K. Dick, Ray Bradbury, Stanislav Lem oder Herbert Frank skizzieren die Entwicklungen der Modernen Science-Fiction.

New Wave, Cyberpunk und Alternative Realität

In der Ära des New Wave kam es zu einer stilistischen Aufwertung der Science-Fiction. Diese neue literarische Ausrichtung kann unter anderem in Werken von Michael Moorcock, wie in „Das blutrote Spiel“ oder Thomas Michael Disch beobachtet werden. Der Begriff Cyberpunk, wie in „Count Zero“ von William Gibson, bezeichnet Science-Fiction-Romane, die sich mit Themen, wie Computer, Internet und Virtualität, befassen. Wenn eine Welt beschrieben wird, deren Entwicklung einen anderen geschichtlichen Verlauf genommen hat als in der Wirklichkeit, wird heute der Begriff Alternative Realität, wie „Pavane“ von Keith Richards, vorangestellt.

Bestens gerüstet für Science-Fiction-Klassiker

Mit einem Überblick in dieser Literaturgattung sollte es einfacher sein, Science-Fiction-Klassiker ausfindig zu machen. Klassiker sollten einerseits den individuellen Ansprüchen des Lesers genügen und es andererseits zu bewerkstelligen, die unzähligen Facetten dieser Richtung aufzuzeigen. Sicher ist, dass die Science-Fiction eine Art Magie ausübt, der sich der Mensch, einmal eingelesen, kaum mehr entziehen kann. Auf den Begeisterten warten unzählige Werke. Selbstverständlich entstehen auch in der Gegenwart Science-Fiction-Romane, die technischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Weltgeschehen bieten ausreichend Inspiration. Als Klassiker der neueren Zeit sollten „Der Haarteppichknüpfer“ von Andreas Eschenbach oder „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams nicht unerwähnt bleiben.

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