Die bedeutsamsten 10 Punkte beim Kauf eines NTBAs

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Die bedeutsamsten 10 Punkte beim Kauf eines NTBAs

ISDN, Analog, DSL, Modem, Router, Splitter, NTBA, LAN, WLAN - die Terminologie der Telekommunikationstechnik kann ganz schön verwirrend sein. Wer da nicht so richtig technikbegabt ist, kommt schnell mal in die Versuchung, den Kopf in den Sand zu stecken. Und selbst Zeitgenossen, die etwas mehr von der Materie zu verstehen glauben, können hier den Überblick verlieren. Welche Teile benötige ich wirklich, auf was kann ich verzichten, in welcher Reihenfolge wird was verkabelt und verstöpselt und welchen Zweck erfüllt die Geräte eigentlich?

Die Verantwortung der Telekom endet mit dem Ende der Teilnehmeranschlussleitung an der ersten TAE-Dose im Haus. Danach kann der Teilnehmer nach eigenem Gutdünken Telefone, Telefonanlagen, Faxgeräte, Anrufbeantworter, Modems oder Router anschließen. Doch da beginnen schon die Probleme. Sind wirklich alle Teile miteinander kompatibel? Kann man an einen ISDN-Anschluss analoge Telefone anschließen und umgekehrt?

Was ist eigentlich ISDN?

ISDN ist die Abkürzung für Integrated Services Digital Network und stellt einen internationalen Standard für ein digitales Telekommunikationsnetzwerk dar. Über dieses Netzwerk können verschiedene Dienste wie Fernschreiben (Telex), Teletext, leitungsvermittelte Datenübertragung, paketvermittelte Datenübertragung oder eben auch Telefonie abgewickelt werden. Früher mussten alle diese Dienste über eigenständige Netze betrieben werden. Der am meisten frequentierte und für den normalen Bürger wichtigste Service ist allerdings die Telefonie, weshalb sich verkürzend sagen lässt, dass ISDN gleichzusetzen ist mit digitaler Telefonie.

Analog oder digital?

Die analogen Vermittlungsstellen der Telekom wurden mittlerweile durch digitale Vermittlungsstellen abgelöst. Dadurch konnte die Leitungskapazität in etwa verdoppelt werden. Für den einzelnen Teilnehmer hat sich damit aber unter Umständen nichts verändert. Die alten analogen Endgeräte können unverändert weitergenutzt werden, denn technisch gesehen wurden nur die Vermittlungsstellen auf ISDN umgestellt, die einzelnen Teilnehmeranschlüsse hingegen nicht, bzw. nur auf Bestellung durch den Teilnehmer. Signale von analogen Teilnehmeranschlüssen werden an der Vermittlungsstelle digitalisiert und so in das Netz übertragen.

Mehrere Nummern und Anschlüsse

Entschied der Teilnehmer sich aber für einen ISDN-Anschluss, bedeutete dies in der Tat einige Veränderungen. Die alte Leitung, der bisher nur eine Telefonnummer zugeordnet war, hatte nun zwei Kanäle, die völlig unabhängig voneinander für Datenübertragungsdienste genutzt werden konnten, außerdem erhielt der Teilnehmer drei Telefonnummern zur freien Verwendung. Mit zwei Leitungen kann man selbst dann noch telefonieren, wenn etwa die Tochter stundenlang mit ihrer besten Freundin sprechen muss. Außerdem hat sie so auch noch ihre eigene Telefonnummer. Gleichzeitig telefonieren und mit dem Faxgerät ein Fax absenden ist ebenso möglich. Wo noch kein DSL zur Verfügung steht, kann man sich auch auf einer Leitung über Modem ins Internet einwählen, während die zweite Leitung frei bleiben kann. Eingehende Anrufe werden also nicht mehr verpasst, während man mit dem Internet verbunden ist. Und das sind nur die Eigenschaften des Basis-Anschlusses. In Deutschland können einem Anschluss bis zu zehn Rufnummern zugeordnet werden, die alle frei auf verschiedene Endgeräte verteilt werden können.

Bessere Übertragung

Im Vergleich zu analogen Verbindungen hat ISDN deutlich bessere Übertragungsqualitäten zu bieten. Während bei analogen Gesprächen das Signal von Zeit zu Zeit verstärkt werden muss - wobei nicht nur das Gesprächssignal, sondern gleichzeitig auch Rauschen und Fremdgeräusche mitverstärkt werden - kann das digitale Signal regeneriert werden. Über lange Strecken ist die Gesprächsqualität somit bei weitem klarer als bei analogen Verbindungen. Bei einem ISDN-Anschluss entfällt auch die Umwandlung des analogen Signals an der Vermittlungsstelle, wodurch die Verbindung auch schneller wird.

Telefonanlage oder ISDN-Telefon?

ISDN hat also eine Menge Vorteile zu bieten. Aber kann man sie einfach so nutzen? Um über ISDN telefonieren zu können, benötigt man ein ISDN-fähiges Endgerät, sprich ein ISDN-Telefon. Das ist jedenfalls die bequemste Variante. Viele Teilnehmer möchten sich aber nur ungern von ihren liebgewonnenen alten Geräten trennen. Das ist zum Glück auch nicht notwendig, wenn man eine Telefonanlage dazwischen schaltet. An einer solchen Telefonanlage lassen sich meist mehrere analoge Geräte anschließen. Oft ist so eine Telefonanlage mit einer komfortablen Steuerung versehen, mit der sich wiederum verschiedene Rufnummern den einzelnen analogen Endgeräten zuweisen lassen. Natürlich ist das mit einer zusätzlichen finanziellen Aufwendung verbunden, aber der Nutzen und der Gewinn an Bequemlichkeit vermögen das vielleicht aufzuwiegen.

Was macht der NTBA?

NTBA ist die international gültige Abkürzung für Network Termination for ISDN Basic Rate Access. Im Sprachgebrauch der Telefonanbieter wird der NTBA jedoch auch als Network Termination Basisanschluss bzw. Netzterminator Basisanschluss bezeichnet.

Die Verbindung zur Vermittlungsstelle erfolgt in der Regel durch eine Kupfer-Doppelader. Diese zweiadrige Leitung endet im Haus des Teilnehmers in der TAE-Dose (Telekommunikations-Anschluss-Einheit). Die Aufgabe des NTBA besteht drin, das eingehende Signal von der zweiadrigen auf die vieradrige S0-Schnittstelle umzusetzen. Elektronisch wird der Übergang durch eine Gabelschaltung sowie durch Echokompensation erreicht. Angeschlossen wird der NTBA direkt an die TAE-Dose.

Die TAE-Dose ist im Grunde genommen technisch nicht notwendig. In Deutschland behält die Telekom sie aber aus Kostengründen bei, da die Installation des NTBA in den meisten Fällen durch den Teilnehmer in Eigenregie durchgeführt werden soll (NTBA mit Selbstmontage). Der Kunde muss lediglich mit einem speziellen Kabel, das dem NTBA beiliegt, NTBA und TAE-Dose miteinander verbinden. Am NTBA können nun verschiedene ISDN-Endgeräte angeschlossen werden. Auch eine Telefonanlage für den Betrieb von analogen Endgeräten muss mit dem NTBA verbunden werden.

Regelstromversorgung

Ist der NTBA mit einem Netzteil ausgestattet, erzeugt er eine Speisespannung von 40 Volt. Über den S0-Bus wird diese zu den Endgeräten geleitet, um sie mit Strom zu versorgen. Der Anschluss des NTBA an das 230-Volt-Netz ist nur dann zwingend notwendig, wenn am NTBA ein Endgerät ohne eigene Stromversorgung angeschlossen ist - etwa ein ISDN-Telefon. Haben alle angeschlossenen Geräte einen eigenen Netzanschluss (z. B. eine Telefonanlage oder ein schnurloses Telefon), benötigt der NTBA keine Verbindung zum 230-Volt-Netz. Die nötige Energie für den Eigenbetrieb wird dem NTBA über die Teilnehmeranschlussleitung von der Vermittlungsstelle aus zugeführt. Diese Form der Installation spart einerseits Energie und wirkt sich unter Umständen positiv auf die Lebensdauer des NTBA aus, da das Netzteil nicht dauerhaft in Betrieb ist und keine Hitze produziert.

Hier zeigt sich aber einer der wenigen Nachteile des ISDN-Systems gegenüber dem analogen Telefonanschluss. Während beim analogen Anschluss ohne weiteres ein schnurgebundenes Telefon ohne eigene Stromversorgung betrieben werden kann, ist das im ISDN-Betrieb nicht vorgesehen. Entweder der NTBA oder das Endgerät muss mit eigener Stromversorgung versehen sein.

Notstromversorgung

Um auch im Falle eines Stromausfalls einen Notruf zur Polizei oder zur Feuerwehr absetzen zu können, ist es möglich, geeignete ISDN-Telefone auch von der Vermittlungsstelle aus mit Strom zu versorgen. Die Spannung wird über den NTBA an den S0-Bus weitergeleitet. Es steht allerdings lediglich eine Leistung von 400 Milliwatt zur Verfügung. Es kann daher nur ein einziges notspeisefähiges Telefon betrieben werden und nur ein Telefon darf notspeiseberechtigt sein. Weitere notspeisefähige Telefone dürfen durchaus mit an dem S0-Bus angeschlossen sein, sie dürfen aber keine Notspeiseberechtigung haben, da ansonsten diese Verbindung überlastet würde. Eine Schutzabschaltung wäre die wahrscheinliche Folge. In der Regel kann die Berechtigung durch einen mechanischen Schalter am Telefon zugewiesen werden. Auf diese Weise kann dem Telefon bei bereits eingetretener Notspeisung noch nachträglich die Berechtigung zugeteilt werden, was sonst unter Umständen nicht möglich wäre, da im Notbetrieb verschiedene Funktionen des Endgerätes nicht zur Verfügung stehen. Man kann ganz normal telefonieren, aber energieintensive Funktionen wie das Freisprechen oder die Displaybeleuchtung sind in der Regel deaktiviert.

Während der Notspeisung liegt die Speisespannung mit umgekehrter Polarität am S0-Bus an. Auf diese Weise erkennen ISDN-Geräte den Notspeisezustand und schränken dementsprechend ihren Energieverbrauch ein.

Verwendung eines DSL-Splitters

Der NTBA wird in der Regel direkt an die TAE-Dose angeschlossen - mit einer Ausnahme. Bei der Verwendung von DSL (Digital Subscriber Line) für den Zugang zum Internet muss ein DSL-Splitter verwendet werden. Dabei handelt es sich im technischen Sinne um eine Frequenzweiche, die die gemeinsam übertragenen Frequenzen von Telefon und DSL aufspaltet und unabhängig voneinander weiterleitet. In Senderichtung muss der Splitter die getrennten Signale wieder zusammenführen und in die Teilnehmeranschlussleitung einspeisen.

Um diese Aufgabe wahrnehmen zu können, muss der DSL-Splitter selbstverständlich noch vor dem NTBA direkt an die TAE-Dose angeschlossen werden. Direkt darauf folgt an einem Anschluss des Splitters der NTBA, am anderen Anschluss hängt das DSL-Modem. Auf diese Weise kann man komfortabel über Breitbandverbindung ins Internet gehen, während die Kanäle der ISDN-Verbindungen in keiner Weise beeinflusst werden.

So finden Sie einen NTBA

NTBAs werden bei eBay in der Kategorie Festnetz-Zubehör gelistet. In spezialisierten Unterkategorien finden Sie hier neben NTBAs auch Anschlussdosen, Kabel und Adapter oder Ersatzteile. Die Vielfalt an NTBAs ist nicht sehr groß, es handelt sich um rein technische Hilfsmittel ohne jegliche Sonderformen und -funktionen.

Fazit

Telekommunikationstechnik ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Scheinbar undurchdringlich und komplex, wirkt dieser Bereich oft einschüchternd oder sogar abschreckend. Wenn man sich aber nur ein wenig mit der Materie auseinandersetzt, wird man merken, dass alles gar nicht so kompliziert ist wie es scheint. Nicht umsonst ist der NTBA von der Telekom für die Selbstmontage durch den Kunden konzipiert. Tiefgehende technische Fähigkeiten werden hier von niemandem verlangt. Es handelt sich letztendlich nur um zwei, drei kleine Kästen, die mit den passenden Kabeln miteinander verbunden werden müssen.

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