Die Zigarre ein Genussmittel mit langer Geschichte

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Tipps für den Genuss von Zigarren

 

Eine Zigarre besteht aus gerollten Tabakblättern und ist ein Genussmittel mit Tradition. Der meist aus Südamerika stammende Tabak wurde dort bereits vor Jahrtausenden geraucht. Ihren Weg auf den Weltmarkt fand die Zigarre im 18. und 19. Jahrhundert. Besonders in den nordamerikanischen Kolonien entstanden Tabakplantagen, aus deren Blättern Zigarren gefertigt wurden. In dieser Zeit wurde das Rauchen von Zigarren auch in Europa sehr beliebt. Im 20. Jahrhundert wurde die Zigarre durch die Zigarette abgelöst, erfährt seit Beginn der 1990er aber wieder einen Aufschwung.

Der Aufbau einer Zigarre

Das Äußere einer Zigarre bildet ein makelloses Tabakblatt, das Umblatt oder auch Deckblatt genannt wird. In das Deckblatt ist der Zigarrentabak eingerollt, welcher aus getrockneten Tabakblättern besteht. Dabei unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller, ob hierbei ganze oder zerkleinerte Tabakblätter verwendet werden. Es gibt so viele verschiedene Formen und Größen, dass nur ein wahrer Zigarrenexperte alle kennen kann. Für den Anfang reicht es erst einmal zu wissen, dass die Form einer Zigarre keine Auswirkung auf das Aroma hat. Das Aroma wird durch den Tabak bestimmt, der zur Herstellung der Zigarre verwendet wurde. Form und Größe spielen also lediglich für die Optik eine Rolle. Was alle Zigarren gemeinsam haben, sind der Zigarrenfuß und der Zigarrenkopf. Der Zigarrenfuß ist das Ende, das man in den Mund nimmt und der Zigarrenkopf das Ende, das man anzündet.

Eine Zigarre richtig genießen können – alles Vorbereitungssache

Um eine Zigarre richtig Rauchen zu können, gilt es einige Vorbereitungen zu treffen. Für diese Vorbereitungen braucht man bestimmte Utensilien. Als Erstes wäre da natürlich die Zigarre an sich. Hierbei sollte man darauf achten, eine hochwertige Zigarre zu haben. Eine Zigarre von minderer Qualität beeinflusst das Erlebnis stark negativ.

Qualitätsmerkmale einer hochwertigen Zigarre

Hochwertige Zigarren werden von Hand gerollt und allenfalls maschinell gepresst. Bei dem Umblatt sollte man darauf achten, dass dieses keine dicken Adern enthält. Die Adern einer Zigarre enthalten keine Aromastoffe, sondern pures Nikotin und mindern somit nicht nur das Geschmackserlebnis, sie steigern sogar das Gesundheitsrisiko. Es gilt also, je weniger und je feiner die Adern, desto besser die Zigarre. Das Deckblatt einer hochwertigen Zigarre sollte außerdem keine Risse haben. Durch Risse wird dem Rauch Luft beigemischt, was das Aroma abschwächt. Zu guter Letzt sollte man die Konsistenz der Zigarre prüfen. Sie darf beim Eindrücken weder zu hart noch zu weich sein. Ist sie zu hart, bedeutet dies, dass die Tabakblätter zu eng eingerollt wurden. Das macht einen kräftigen Zug an der Zigarre schwierig. Ist sie zu weich, ist das Gegenteil der Fall und die Zigarre brennt zu heiß und zu schnell ab. Beispiele für Zigarrenhersteller, die für hohe Qualität stehen, sind Cohiba, Handelsgold, Clubmaster und Dannemann.

Eine Zigarre richtig lagern

Hat man auf diese Merkmale geachtet und eine oder mehrere hochwertige Zigarren in seinem Besitz, sollte man alles dafür tun, dass diese auch hochwertig bleiben. Dies erreicht man, indem man die Zigarren richtig aufbewahrt. Zur Aufbewahrung von Zigarren wird ein Humidor verwendet. Es ist darauf zu achten, dass dieser ein gut funktionierendes Befeuchtungssystem hat, damit Ihre Zigarren mit der Zeit nicht trocken werden. Die Luftfeuchtigkeit innerhalb eines Humidors sollte zwischen 68 % und 75 % betragen. Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, trocknet eine Zigarre aus. Eine Austrocknung hat zur Folge, dass eine Zigarre ihr Aroma verliert. Ist das Gegenteil der Fall und die Luftfeuchtigkeit zu hoch, kann Schimmel entstehen. Schimmel ist stark gesundheitsgefährdend und ruiniert eine Zigarre somit endgültig.
Als Material für einen Humidor wird in den allermeisten Fällen Holz verwendet. Achten Sie beim Kauf daraus, dass eine Holzsorte verwendet wurde, die viel Wasser aufnehmen kann, da die Luftfeuchtigkeit innerhalb des Humidors wie gesagt sehr hoch sein sollte. Ein weiterer Punkt, der zu beachten ist, ist ein passgenauer Deckel, damit der Humidor richtig schließt. Ein nicht richtig geschlossener Humidor schützt Ihre Zigarren nur unzureichend. Zu einem sicheren Verschlussmechanismus gehören außerdem starke Scharniere, die das Öffnen und Schließen des meist schweren Deckels problemlos aushalten.

Die Zigarre „skalpieren“ und dann „toasten“

"Skalpieren" und "toasten" sind zwei wichtige Schritte, bevor die Zigarre geraucht werden kann. Eine Zigarre zu „skalpieren“ heißt, das Kopfende anzuschneiden. Dabei entsteht eine Öffnung, die nötig ist, damit der Rauch in den Mund gelangen kann. Ein solcher Schnitt wird mit einem Cutter vorgenommen. Es gibt verschiedene Arten von Zigarrencuttern. Für welchen Sie sich entscheiden hängt größtenteils von Ihren persönlichen Vorzügen ab. Die Zigarrenschere ist ein zeitloser Klassiker. Idealerweise sind die Klingen scharf und robust und sorgen somit für eine weite, saubere Öffnung am Ende der Zigarre. Der Zigarrencutter ist meist günstiger als die Zigarrenschere und hat vor allem den Vorteil sehr handlich zu sein. Somit ist er ideal für Sie, wenn Sie auch auf Reisen nicht auf eine Zigarre verzichten wollen. Wem ein Zigarrencutter immer noch zu unhandlich ist, der sollte es einmal mit einem Zigarrenbohrer versuchen. Diese sind so klein, dass sie an jeden Schlüsselbund passen und einfach in der Handhabung. Man drückt sie einfach in das Kopfende der Zigarre und erhält so ein kleineres Loch als beispielsweise bei der Zigarrenschere.

Die Zigarre "toasten"

Haben Sie sich für eines dieser Werkzeuge entschieden, geht es an das Anzünden der Zigarre. Auch hier sollte man auf ein Paar einfache Dinge achten, um den Genuss zu optimieren. Denn nichts ist ärgerlicher, als bis hierher alles richtig gemacht zu haben, nur um sich dann die Zigarre durch ein Benzinfeuerzeug oder ein Streichholz zu verderben. Beides beeinflusst den Geschmack einer Zigarre negativ. Ein Zigarrenfeuerzeug enthält Gas. Gas hat keinen Einfluss auf das Geschmackserlebnis und verfälscht das Aroma somit nicht. Wollen Sie die Zigarre entzünden, so halten Sie diese nicht einfach in die Flamme. Das vorher angesprochene „Toasten“ ist die Insiderbezeichnung dafür, die Zigarre langsam über der Flamme zu drehen. Erst wenn sich ein Aschering am Fußende gebildet hat, nimmt man den ersten Zug.

Richtig Zigarre Rauchen – eine hohe Kunst

Haben Sie den Leitfaden befolgt, müssen Sie die Zigarre nur noch richtig Rauchen, um Ihr Zigarrenerlebnis perfekt zu machen. Man raucht eine Zigarre ganz anders als andere Tabakwaren wie beispielsweise Zigaretten. Der Rauch wird nicht in die Lunge inhaliert, sondern lediglich gepafft. Auch ist die Freude, die Sie an einer Zigarre haben von größerer Dauer. Man zieht nur einmal alle ein bis zwei Minuten. Diese Pausen zwischen den einzelnen Zügen stellen sicher, dass die Glut nicht zu heiß wird. Zu häufiges oder zu starkes Ziehen und die dabei entstehende Hitze vermindern das entfaltete Aroma. Das Rauchen einer Zigarre kann somit schon einmal, je nach Größe, von einer halben bis zu einer Stunde dauern. Das letzte Drittel der Zigarre dient als Filter und sollte somit nicht geraucht werden. Hat man aufgeraucht, drückt man die Zigarre nicht aus, sondern legt sie in den Aschenbecher und lässt sie dort ausglimmen.

Den richtigen Rahmen schaffen

Das Rauchen einer Zigarre sollte zelebriert werden, denn es ist etwas ganz Besonderes. Damit sich das auch so anfühlt, muss der richtige Rahmen geschaffen werden. Um das Ganze in vollen Zügen genießen zu können, ist es zuerst einmal wichtig, sich Zeit zu nehmen. Es kann einem die Zigarre verderben, wenn man während des Rauchens unterbrechen muss, um einen Termin wahrzunehmen, noch Besorgungen zu machen oder anderweitig gestört zu werden. Nach einem stressigen Tag gibt Ihnen eine Zigarre die Möglichkeit, sich für Ihre Leistung zu belohnen, die Seele einmal baumeln zu lassen und dem Alltag zu entkommen. Machen Sie es sich an Ihrem Lieblingsplatz gemütlich, spielen Sie Ihre Lieblingsmusik und genießen Sie das Getränk Ihrer Wahl. Hervorragend zu einer Zigarre passen Wein, Whiskey und Kaffee. Der holzige Geschmack eines guten Whiskeys, die Fruchtigkeit eines Weines oder die Würze einer Tasse guten Kaffees bilden ein Wechselspiel mit den Aromen einer Zigarre und intensivieren das Geschmackserlebnis. Etwas zu essen, während man eine Zigarre raucht, ist nicht zu empfehlen, da Essensrückstände im Mund das Aroma der Zigarre überdecken können. Nach einem guten Essen ist im Gegensatz dazu ein hervorragender Zeitpunkt für eine Zigarre.

Zigarren und Zubehör günstig erstehen

Bei Zigarren und deren Zubehör ist hohe Qualität unabdingbar. Durch den Kauf minderwertiger Produkte wird niemals der Genuss erreicht, der möglich wäre. Hohe Qualität ist zwar oft nicht billig, lohnt sich aber auf jeden Fall. Bei eBay gibt es ein großes Angebot an Markenprodukten in den Bereichen Zigarren und Zigarrenzubehör. Auch haben Sie hier die Chance Zigarren zu erstehen, die es selbst in dem traditionsreichsten Tabakfachgeschäft nicht mehr zu kaufen gibt. Der einfache Grund dafür ist, dass Zigarren ähnlich wie Weine auch stark von der jeweiligen Ernte abhängig sind. Die Ernte ist von Umweltfaktoren abhängig, die von Jahr zu Jahr verschieden sein können. Dies führt zwangsläufig dazu, dass es bessere und schlechtere Jahrgänge gibt. Zigarren aus guten Jahrgängen sind heiß begehrt und werden von Liebhabern oft über Jahre gelagert. Außerdem sind die Auflagen von Zigarren in einigen Fällen streng limitiert.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden