Die Tracht zur Schau tragen – schmückende Accessoires zur Herrentracht

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Einkaufsleitfaden: Accessoires für die Herrentracht

Die Tracht – traditionelle und zeitlose Kleidung, die nie aus der Mode kommt

Als Tracht wird im Allgemeinen jede historisch überlieferte Kleidung bezeichnet, die urtümlich für eine bestimmte Region oder Bevölkerungsgruppe typisch ist. Auch heute noch möchten sich einzelne Gruppierungen durch ihre Tracht abgrenzen und die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinschaft hervorheben. Zu solcher Kleidung gehören beispielsweise die klassische Zunfttracht eines Zimmermanns oder die einheitliche Kleidung einzelner Volksvereine oder Musikkapellen. Fachkundige können auch heute noch an einer Tracht die Region, den Familienstand und die bestimmte Rolle des Trägers in der Gemeinschaft herauslesen.

Ob Kimono in Japan, Sari in Indien, Kilt in Schottland oder eben volkstümliche Tracht in Deutschland – traditionelle Gewandung ist rund um den Globus zu finden. Was im Schwarzwald der typische Bollenhut, sind im Süddeutschen und österreichischem Raum das Dirndl und die Lederhose. Besonders im 19. Jahrhundert, der Zeit der Heimatbewegung und Romantik, besann man sich in Deutschland wieder auf Trachten der verschiedenen Regionen. Das ländliche Leben und alte Traditionen wurden zu dieser Zeit vermehrt thematisiert und idealisiert.

Bayerische Trachten

Aus diesem Bereich – dem bäuerlichen Brauchtum nämlich – stammen bayerische Trachten ursprünglich. Wie auch heute noch wurden Trachten besonders zu feierlichen Anlässen getragen. Das Kleidungsstück stand im Mittelpunkt, nicht der Träger. Reich verziert und aufwendig geschmückt repräsentierte die Tracht den eigenen Wohlstand und Stand. Man konnte sich auf diesem Weg des Ansehens und der Bewunderung seines Umfelds sicher sein. Auch heute werden Trachten besonders gerne an wichtigen Tagen getragen. Volksfeste, Vereinssitzungen und kirchliche Anlässe bieten die perfekten Rahmenbedingungen, seine Tracht aus dem Schrank zu holen und vorzuführen.

Der Begriff "Herrentracht" und seine Bedeutung

Mit dem Begriff "Herrentracht" sind selbstverständlich alle Kleidungsstile gemeint, die sich an – nationalen und internationalen – traditionellen Gewandungen orientieren. Doch im alltäglichen Sprachgebrauch werden mit Trachtenmode meist Lederhose und Dirndl assoziiert. Diese Art der Kleidung wird heute gerne in modisch raffinierter Form getragen und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Genau genommen stammt diese Tracht aus dem oberbayrischen alpinen Raum und hat sich von dort aus in der heute bekannten Form verbreitet. Die folgenden Tipps und Hinweise möchten Ihnen aufzeigen, welche Accessoires für diese Art der Herrentracht angeboten werden.

Klassische Bestandteile der traditionellen bayrischen Herrentracht

Zur bayrischen Tracht gehört in erste Linie natürlich die Lederhose. Ob kurze, kniebündige oder lange Lederhose – das Beinkleid ist das markante Kennzeichen der süddeutschen Tracht. Traditionell wird die Hose aus Hirschleder gefertigt und ist mit aufwendigen Stickereien, der sogenannten "Auszier", geschmückt. Eine Lederhose ist sehr haltbar, nicht selten in reiner Handarbeit hergestellt und begleitet ihren Träger für gewöhnlich mehrere Jahrzehnte. Doch eine Lederhose allein macht noch keine Tracht aus.

Zur Lederhose werden traditionell Hosenträger getragen. Die Träger sind drei bis vier Zentimeter breit und im Rücken gekreuzt. Vorne am Oberkörper befindet sich das Taferl, das mit auffallender Stickerei verziert ist. Neben den klassischen Eichen- oder Weinlaub-Ornamenten finden hier gestickte Abbildungen von Wappen, Jagdmotiven oder die eigenen Initialen Platz.

Trachtenhemd, Strümpfe und Co

Auch Trachtenhemd und Weste sind fester Bestandteil der bayrischen Traditionskleidung. Das Hemd besteht aus Leinen oder Baumwolle und hat ursprünglich einen Stegkragen, in den die Initialen eingestickt werden können. Hemden sind meist weiß oder cremefarben, gelegentlich mit Karomuster. Die Vorderseite der Weste ist aus Filz oder aus Leinen gearbeitet. Der Westenrücken besteht aus schwarzer Seide. Je nach Region sind die Westen grün, grau oder schwarz, haben Silberknöpfe und sind meist mit dezenter Stickerei verziert. Auch die Joppe, eine Überjacke aus Filz oder Schurwolle, gehört zur Oberbekleidung der Herrentracht.

Wollene Trachtenstümpfe mit Zopfmuster und Haferlschuhe vervollständigen die Tracht. Die Stümpfe reichen entweder bis zum Knie, oder sie enden bei den Knöcheln und werden zusätzlich von Wadenwärmern ergänzt. Die Wollstümpfe sind grau, oder grün, gelegentlich auch naturfarben. Das typische an Haferlschuhen ist ihre seitliche Schnürung. Der stabile Trachtenschuh wirkt eher schlicht und ist aus schwarzem oder beigefarbenem Leder gearbeitet. Zu einer echten Tracht kommt kein anderes Schuhwerk infrage.

Die Tracht zur Schau tragen – schmückende Accessoires zur Herrentracht

Der passende Schmuck an einer Tracht ist nicht nur reine Frauensache. Auch Herrentrachten lassen sich mit traditionellen Accessoires optisch aufwerten und individuell ausstatten. Erst die kleinen Extras machen eine Tracht komplett.

Zu den klassischen Lederhosen gehören Hosenträger – ziehen Sie jedoch den dezenteren Landhausstil vor, sollten Sie zur Lederhose einen Trachtengürtel tragen. Besonders eine dekorative silberne Gürtelschnalle wird zum Blickfang. Wie auf dem Taferl der Hosenträger, kann das Koppelschloss des Gürtels mit aufwendigen Motiven aus der Jagd oder mit Wappen aufgewertet werden.

Lodenhüte und Krawatten

Ein unbedingtes Must-have zur Herrentracht ist der passende Lodenhut. Es liegt in Ihrem Ermessen, ob Sie einen schlichten Filzhut mit einfacher Kordel oder den mit Gamsbart dekorierten Trachtenhut bevorzugen. Ähnlich wie bei Jägern gehört der Hut zum standesgemäßen Erscheinungsbild, wenn Sie sich entscheiden, in Tracht ein traditionelles Volksfest zu besuchen. Die Tatsache, dass ein Trachtenhut in der Regel nicht abgenommen wird – einzige Ausnahme stellt die Kirche dar –, verdeutlicht die Bedeutung, die dem Trachtenhut zukommt. Genauso unterschiedlich und vielseitig wie der Hutschmuck kann auch dessen Farbe ausfallen. Ob grau, grün oder braun – der Gesamteindruck muss in sich stimmig sein.

Zum Trachtenhemd wird eine Krawatte oder ein sogenannter "Bindl" getragen. Herkömmliche Krawatten, die mit Jagd- oder Trachtenmotiven versehen sind, finden ihre Verwendung eher in der Landhausmode. Zur ursprünglichen Tracht wählen Sie besser ein "Mascherl" – das ist ein schlichtes Band, das unter dem Hemdkragen zu einer Schleife gebunden wird – oder einen Bindl. Ein Bindl ist ein rautenförmiges Seidentuch, das mit einer Brosche um den Hals getragen wird. Eine weitere Abwandlung der Krawatte ist ein schmales Band, das oft aus Wolle geknüpft ist. Dieses wird ebenfalls mit einer Brosche aus Silber oder Hirschhorn unter dem Kragen zusammengehalten. Die Brosche wird gerne mit traditionellen Motiven verziert und ist ein ganz besonderer Blickfang.

Auch Umhängetaschen und Geldbörsen sollten zur Tracht passen. Beides kleine Details, die Ihren Auftritt in Tracht abrunden werden.

Das Trachtenmesser – ein nützliches Accessoire mit langer Tradition

Die kurze Lederhose war ursprünglich eine reine Arbeitshose im ländlichen Bereich und besonders beliebt bei Jägern. Auf diesen Ursprung lässt sich auch die seitlich angebrachte kleine Tasche zurückführen. Hierin führen Jäger ein Messer, den sogenannten "Nicker", mit sich. Er ist Waffe, Werkzeug und zugleich ein Statussymbol. Die Tradition, in der Lederhose ein Messer zu tagen, ist bis heute erhalten. Zwar findet das Trachtenmesser kaum noch praktische Verwendung, es gilt aber als unverzichtbarer Schmuck, der nicht fehlen sollte. Ein Hingucker ist es allemal – zücken Sie zur Brotzeit Ihr reich verziertes Trachtenmesser, um sich mit der scharfen Klinge ein Stückchen Speck abzuschneiden!

Der Griff eines original bayrischen Trachtenmessers ist aus Hirschhorn oder Edelholz gefertigt. Häufig sind die feststehenden Klingen mit Gravuren aus Eichenlaub oder mit Jagdmotiven verziert. Die Klinge steckt in einer Scheide aus festem Rindsleder.

Das Charivari – nicht nur am Dirndl, auch an der typischen Herrentracht beliebt

Das Charivari gehört zu den besonders auffälligen und schmückenden Accessoires einer Herrentracht. Auch dieser Bestandteil der süddeutschen Tracht geht auf Traditionen des Jagdbrauchtums zurück. Früher wurden kleinere Trophäen an einer Silberkette zur Schau gestellt, um der Welt den eigenen Jagderfolg zu demonstrieren. Der Begriff Charivari stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Durcheinander". Und so muss ein echtes Charivari auch aussehen – ein Sammelsurium an verschiedensten Anhängern. Heute befinden sich häufig stilisierte Silbermünzen und kleinere Jagdanhänger an der Silberkette. Diese wird an den zwei äußeren Knöpfen des Hosenlatzes befestigt und stolz vor der Brust getragen.

 
 
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