Die Technik der Ikonenmalerei. Originale & Fälschungen

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Die Technik der Ikonenmalerei hat sich in Jahunderten praktisch nicht geändert bis auf die Verwendung der Farbstoffe und des Maluntergrundes. Anstelle des einfachen Holzbrettes, das, aus nicht harzhaltigem Holz hergestellt, hinten durch Querstäbe verstärkt wurde, um eine Verformung der Platte zu verhindern, wurde in späteren Jahrhunderten eine verleimte Holzplatte aus mehreren Schichten verwendet.

Die alten enkaustischen Farben (Malerei mit eingebrannten Wachsfarbe) wurde in späteren Jahrhunderten durch Temperafarben  ersetzt. Auf die Holplatte wurde eine Leinwand aufgespannt, und diese mit dem eigentlichen Malgrund (Lewkas) bestrichen. Diese Grunschicht bestand aus Gips, Kreide und Leim. Mit dieser Schicht wurde die Holzplatte  masiv grundiert. Das  Auftragen erfolgte in mehreren Schichten.

Die erstarrte und gut durchgetrocknete Fläche wurde schließlich glatt poliert. Auf diese Schicht wurde nun mehr die Zeichnung, die in Übereinstimmung mit den Ikonenhandbüchern sein musste, aufgetragen. Dies geschah häufig mit einer feinen Ritznadel. Mit der Zeichnung wurge die gesamte Komposition der Ikone festgeleg. Nach Beendigung der Vorzeichnung wurden die Goldflächen mit Blattgold belegt, wobei häufig Farbstoffe beigemengt oder untergelegt wurden, um eine Verfärbung des Goldtones zu erreichen. Auf die so vorbereitete Fläche wurde dann die eigentliche Malerei aufgetragen. Die Gesichter sowie die anderen unbedeckten Körperteile auf einer Ikone wurden ind der Ikonenmalerei zuletzt gemalt. In unzähligen Farbschichten, die mit sehr transparenter Farbe gemalt wurden, wurden auch mit feinsten Nuancen herausgeholt. Abschließennd wurde das Bild mit gefirnist. In der Ikonenmalerei sind dem Kunstler sehr enge Grenzen gesetzt, innerhalb derer er sein Kunstwerk zu schaffen hat. Dies ist einmal die vorgegebene Zeichnung, die dem religiösem Urbild entsprechen muss. Zum anderem wird alles, was "materielen Ursprungs" ist, gedämpft und zurückgedrängt. So gibt es zum Beispiel keine Schatten.    

Es wird meistens nach antiken oder alten Ikonen gesucht. Auch schon früher hat es Fälschungen gegeben.  Die üblichste Weise war, Litografien (Drucke) an Holz zu kaschieren. Beim Kauf von Ikonen sollte man auf  Details achten oder Detailbilder anfordern um erkennen zu können was echt handgemalt und was zu "perfekt" aussieht.

Handgemalte Ikonen sind Unikate. Wenn es mehrere zu gleichem Thema gibt, wird keine der anderen genau gleichen.

Heutzutage gibt noch ein paar wenige Künstler oder Manufakturen welche die handwerkliche Ttradition bewahren. Sie werden in den Ländern mit orthodoxen Tradition gefunden. Eine von ihnen ist die Manufaktur Opait in Rumänien. Ich habe diese Manufaktur besichtigt und konnte mich an Ort und Stelle überzeugen daß sie korrekt arbeiten. 

Italien hat Rumänien als Ikonenlieferant entdeckt und es laufen bereits Pläne für Massenproduktionen von Fälschungen: kaschierte Litografien mit etwas Tempera übertüncht um es noch als Handarbeit zu unterjubeln. Das gleiche wird in Griechenland praktiziert.

Eine Ikone muss nicht unbedingt alt sein. Auch moderne Ikonen werden irgenwann mal alt. Achten sie auf das künstlerische Wert und die Schönheit der Kompositionen, auf die Gesichtsausdrücke, Farbharmonie. Heute gibt es noch diese Kunstwerke zu haben. Durch Massenproduktionen und billige Fälschungen gepaart mit der Unkenntnis kann sein das diese Kunst irgenwann mal verdrängt wird. Ich würde mir wünschen durch diese Informationen so einem Trend entgegen gewirkt zu haben.

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