Die Rechte des Käufers oder was viele nicht wissen...

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Die Rechte des Käufers !

oder

Was viele nicht wissen...

Der Verbraucherschutz in Deutschland geht weit - zum Glück!

Aber immer noch versuchen viele gewerbliche Händler bei eBay, diesen Verbraucherschutz zu umgehen!                      

Da werden in den AGB (= allgemeine Geschäftsbedingungen) die abenteuerlichsten Dinge geschrieben, an die sich der Käufer angeblich zu halten hätte. Vieles davon ist purer Quatsch! Tatsächlich sind AGB (im Gegensatz zur Widerrufsbelehrung, Anbieterkennzeichnung, Impressum, Gewährleistungsangabe, Batterieverordnung ect.) für gewerbliche Händler keine Pflicht, sondern dienen als Leitfaden und zum Schutz beider Vertragspartner, indem gewisse Regeln und Angaben gemacht werden. Allerdings kann der gewerbliche Händler sich diese Regeln nicht "wild zusammenschustern". Es gibt viele gesetzliche Vorgaben, an die er sich zu halten hat und die auch bestimmt oft unbequem für den Händler sein mögen. Auch der beliebte Hinweis : mit Gebotsabgabe werden die AGB akzeptiert, stimmt nur bedingt. Akzeptiert werden muss nur das, was auch rechtens ist. Viele Händler sind sich anscheinend nicht darüber im Klaren, dass die Verbraucher/Kunden sich nicht nur nicht an die selbstgemachten Regeln zu halten haben, sondern solche auch einem unlauteren Wettbewerb entsprechen. Unlauterer Wettbewerb ist gesetzeswidrig und strafbar, deshalb muß der Käufer sich auch nicht daran halten und im schlimmsten Fall ist soetwas sogar (für den Händler teuer) abmahnfähig durch einen gewerblichen Konkurenten, einem Rechtsanwalt oder der Wettbewerbszentrale. Der Käufer allerdings (meist Laie in solchen Dingen), geht leider viel zu oft davon aus, daß das, was in den AGB geschrieben steht, auch "wahr" sein muß. Diese Unkenntnis der Käufer machen sich viele gewerbliche Händler bei eBay zu nutze. 

Folgend nun einige Beispiele der "beliebtesten" unwahren und rechtswidrigen Angaben von gewerblichen Online-Verkäufern :

 

Kein Haftung, kein Ersatz bei einem unversicherten Versand...

Diese Aussage ist für einen gewerblichen Händler völlig unzulässig!!! Jeder gewerbliche Händler ist für eine ordnungsgemäße Zusendung der Ware zum Endkunden verantwortlich. Dieser Verantwortung kann sich der Händler in keinster Weise entziehen (seriöse Händler wissen das auch). Selbst dann nicht, wenn der Verbraucher angibt, die Haftung für einen unversicherten Versand zu übernehmen. Im Zweifel zieht der Händler immer den Kürzeren, denn es ist laut Wettbewerbsgesetz untersagt, einen unversicherten Versand auch nur anzubieten. Dieses könnte dem Kunden suggerieren, er trage die Verantwortung für die Versendung dann selbst und das wiederrum käme einer Irreführung gleich. Wenn also ein gewerblicher Händler bei eBay einen unversicherten Versand anbietet, nehmen Sie diesen ruhig an. Sie sparen dadurch Geld, aber haftbar zu machen sind Sie mit Sicherheit nicht. Der Grund, warum viele gewerbliche Händler dennoch einen unversicherten Versand anbieten, liegt auf der Hand. Der Käufer möchte natürlich so wenig Porto-und Versandkosten bezahlen, wie möglich. Gerade bei Waren, die klein und/oder sehr preiswert sind, würden dann evtl. die Versandkosten den Kaufpreis weit übersteigen. Der Verkäufer bietet in solchen Fällen oft einen unversicherten Versand an (z.B. Post-Warensendungen), um Kunden zu locken - verständlich, aber nicht legitim. Denn die Verkäufer, die sich an geltendes Recht halten (= versicherter Versand) werden so benachteiligt. Sowas nennt man dann unlauteren Wettbewerb. Noch eine beliebte Variante der Händler bei der Versandkostenangabe ist es, einen unversicherten  Versand anzbieten mit dem Hinweis, im Falle eines Schadens/Verlustes, die Haftung dennoch zu übernehmen bzw. Ersatz zu liefern. Nett gegenüber des Kunden, aber trotzdem nicht statthaft, da dieser Verkäufer sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurenz verschaffen würde. Aber dies soll ja nicht ein Ratgeber werden: wie mahne ich meine Konkurenz ab (das sollen die Händler unter sich austragen), sondern Sie auf Ihre Verbraucherrechte aufmerksam zu machen. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten für einen gewerblichen Internethändler, seinen Versandpflichten nachzukommen : 1. die Ware versichert zu versenden oder 2. eine persönliche Abholung durch den Kunden. Sollte sich trotzdem aus Versandgründen ein Streitfall ergeben, hilft vielleicht der Hinweis auf geltendes Recht bzw. der dezente Tipp, dass bei der Inanspruchnahme eines Rechtsanwalts, die Gegenseite (also der Händler) die vollen Kosten dafür zu übernehmen hätte. Sowas hift meist, wenn man anders nicht weiterkommt - weil es stimmt.

Unfrankierte oder nicht ausreichend frankierte Rücksendungen werden grundsätzlich nicht angenommen...

Auch diesen Satz darf der gewerbliche Internethändler so nicht schreiben! Selbstverständlich muss der Händler auch unfrankierte oder nicht ausreichend frankierte Rücksendungen erst einmal annehmen, auch im Falle des Widerrufsrechts (darüber nachher mehr). Allerdings wird und darf der Händler, die ihm dadurch entstandenen Kosten (nicht geringfügig) dem Rücksender in Rechnung stellen bzw. diese Kosten von Rückerstattungsbetrag wieder abziehen. Es ist also für den Kunden in jedem Fall günstiger, im Falle eine Rücksendung (beim Widerrufsrecht), die Portokosten auszulegen. Auch muß der Kunde beweisen können, daß er die Sendung rechtzeitig verschickt hat und das geht wiederum nur mit einem versicherten Versand. Sollte man also (vielleicht sogar aus Ärger über den Händler oder der Ware) die Ware unfrankiert zurückschicken, so muß der Händler die Sendung zwar annehmen, darf aber die Kosten zurückverlangen. Nicht dem Käufer in Rechnung stellen darf er übrigens, die ihm entstandenen eBay-Einstellgebühren und die von eBay verlangte Verkaufsprovision! Die vom Händler an eBay gezahlte Verkaufsprovision (nicht Einstellgebühr) bekommt er von eBay erstattet, wenn er unter dem Link: "Meldung einer Unstimmigkeit wegen eines nicht bezahlten Artikels" eine Erstattung beantragt. Diese Meldung kommt auch dem Käufer per E-Mail zu, die dieser dann zu bestätigen hat. Die Einstellgebühr für den Artikel darf der Händler ebenfalls nicht zurückverlangen (versuchen leider einige trotzdem...). Es ist das geschäftliche "Risiko" des gewerblichen Verkäufers, dass Kunden auch vom Kauf zurücktreten können oder von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen.

Widerrufsrecht oder Rückgaberecht ?

Es liegt im Ermessen des Händlers, ob er dem Kunden ein Widerrufsrecht oder ein Rückgaberecht einräumt. Aber eins von beiden muß er tun, nichts geht nicht. Der Unterschied zwischen Widerrufsrecht und Rückgaberecht besteht in der Zeitfrist der Rücksendung der Ware und in der Höhe der Portoerstattung durch den Verkäufer. Im Sept.06 hat das Landgericht Hamburg entschieden, daß das Widerrufsrecht im gewerblichen deutschen Internethandel 1 Monat (nicht 30 Tage, nicht 14 Tage, nicht 4 Wochen) beträgt. Das heisst, der Kunde hat 1 Monat Zeit sich für oder gegen die gekaufte Ware zu entscheiden. Es gibt kein "14 tägiges Widerrufsrecht". Viele Händler tun sich damit schwer... aber das ist in sofern wichtig, da der Käufer, im Falle einer nicht korrekt formulierten und/oder einer nicht ordnungsgemäß erhaltenen Widerrufsbelehrung, ein quasi zeitlich unbeschränktes Widerrufsrecht hätte. D.h. der Händler hat dafür zu sorgen, dass der Käufer vor dem Kauf über seine Rechte informiert wird. Das korrekt formulierte Widerrufsrecht hat daher deutlich auf der Artkeil-Beschreibungsseite zu stehen, nicht auf der "Mich-Seite" oder sonst wo. 

Falls der Kunde von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht, hat er innerhalb eines Monats den Händler darüber zu informieren. Entweder per E-Mail, per Brief oder auch einfach durch fristgerechte (versicherte) Rücksendung der Ware. Im Falle einer Rücksendung hat der Händler die Möglichkeit, dem Kunden die Rücksendekosten aufzulasten, wenn der Warenwert 40,-€ nicht überschreitet. Bei dieser Summe geht es um den eigentlichen Gesamtwarenwert (ohne Versandkosten). Falls der Warenwert 40,-€ übersteigt, hat in jedem Fall der Händler das Rückporto zu tragen, indem er nach Erhalt der Ware (siehe oben) das Porto zusammen mit dem Warenwert erstattet. Der Warenwert bezieht sich auf den Gesamtwarenwert, der zurückgeschickt wird, also nicht auf den Einzelwert (Bsp: 3 Artikel á 20,-€ = 60,-€ Gesamtwarenwert, es muß also nicht jeder Artikel einzeln 40,-€ gekostet haben). Würde aber nur 1 Artikel á 20,-€ zurückgesendet werden, hat der Käufer die Kosten dafür zu tragen. Für Erstattungen kann sich der Händler unterschiedlich viel Zeit nehmen. Eine "normale" Zeitfrist für eine Rückerstattung sind 10 Tagen. Der Händler hat übrigens auch dann die Rücksendekosten zu tragen (auch bei einem Gesamtwarenwert von unter 40,-€), wenn die gelieferte Ware nicht der bestellten entspricht, also z.B. eine falsche Grösse oder Farbe geliefert wurde oder der Artikel schadhaft/kaputt ist. Der Händler ist nicht nur verpflichtet versichert zu versenden, sondern auch vom Käufer dafür verantwortlich zu machen, daß der Artikel heil ankommt. Falls die Ware während eines versicherten Versandes beschädigt angeliefert wird (z.B. durch ein falsches Handling des Transportunternehmens), ist es Sache des Händlers, sich darum zu kümmern und das Transportunternehmen ggf. in Regress zu nehmen. Vom Kunden kann er dies nicht verlangen. Ansprechpartner des Kunden ist immer der Verkäufer.

Des weiteren ist der gewerbliche Online-Händler verpflichtet, lt. Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe von 09/2007, im Falle eines Widerrufs durch den Käufer auch die HINSENDEKOSTEN zu erstatten. Das heisst: macht der Käufer von seinem Widerrufsrecht Gebrauch, schickt die Ware innerhalb der gesetzlichen Frist wieder zurück an den Händler und verlangt eine Geld-Rückerstattung, so hat der Händler in jedem Fall dem Käufer nicht nur den reinen Kaufpreis zu erstatten, sondern auch die, vom Käufer zusätzlich bereits bezahlten Versandkosten - also den HIN-Versand zum Kunden. Es ist das gute Recht des Käufers, das zu verlangen. Die Versandkosten sind ja zumeist auch nicht unerheblich... Beispiel Nr.1 : Kaufpreis 10,-€ + 4,-€ Versandkosten = 14,-€ Rückerstattung bei Widerruf (die Rückversandkosten zum Händler bezahlt in diesem Fall der Käufer, da der Warenwert unter 40,-€ liegt). Beispiel Nr.2 : Kaufpreis 50,-€ + 10,-€ Versandkosten + 5,90€ Rückversandkosten = 65,90€ Rückerstattung durch den Händler. Dem Käufer dürfen also nur die Rückversandkosten auferlegt werden und auch nur dann, wenn der reine Warenwert unter 40,-€ liegt und die erhaltene Ware der bestellten Ware entspricht. Daran halten sich leider die wenigsten Händler, zumal die meisten von dieser gesetzlichen Regelung wohl auch keine Kenntnis besitzen. Aber es kann nicht Aufgabe des Käufers sein, den Händler über seine Pflichten zu unterrichten. Dafür ist er selbst zuständig!

Alle beispielhaften Preisangaben verstehen sich natürlich brutto, also inkl. gesetzlicher MwSt.!!! Der Händler kann sich also nicht darauf berufen, nur den Nettowarenwert ( ./. 19% MwSt.) erstatten zu wollen, da er die MwSt. bereits wieder abgeführt hat. Pflichtgemäße Erstattungen jeglicher Art an den Käufer (z.B. Kaufpreiserstattungen, Versandkostenerstattungen, Schuldzinserstattungen ect.) laufen beim Händler unter Kosten, die er beim Finanzamt wiederrum als Mindereinnahme geltend machen kann/muß. Damit hat der Käufer nichts zu tun.

Ein eingeräumtes Rückgaberecht beträgt 14 Tage. Wie der Name schon sagt, muss der Kunde ( wenn er die Ware nicht behalten möchte ) den Artikel innerhalb von 14 Tagen dem Händler zurückgeben/-schicken. Die Rücksendekosten bei einem 14tägigen Rückgaberecht trägt dabei in jedem Fall der Händler, auch wenn der Kunde die Rücksendekosten erst einmal auslegen muss. Der Händler hat dem Kunden diese zu erstatten. Allerdings ist dabei Realismus angesagt. Der Händler muß nur die tatsächlich entstandenen Portokosten erstatten, d.h. keine Fahrt-/Benzinkosten, Parkgebühren, Verpackungskosten o.ä. . Zurückgeschickt wird natürlich klugerweise versichert, damit die Rücksendung auch auf sicher ankommt. Denn : keine gesicherte Rücksendung - keine Erstattung.

 PayPal Gebühren / eBay Gebühren trägt der Käufer...

Mit Sicherheit NICHT! Um es mal vorweg zu nehmen : Ich bin kein PayPal Fan!!! PayPal wurde erst vor nicht so langer Zeit offiziell als Bank anerkannt und ist trotzdem nichts anderes als eine Gelddurchlauf-Maschinerie. Dennoch ist PayPal für den Käufer eine bequeme, schnelle und relativ sichere Online-Zahlungsmethode und nicht nur bei eBay anzutreffen sondern bei vielen Händlern im gesamten Internet. PayPal könnte man aber auch als „zweischneidiges Schwert“ bezeichnen, denn PayPal zeigt sich für Käufer und Verkäufer gänzlich unterschiedlich. Der Verkäufer (gleich ob gewerblich oder privat) hat sämtliche PayPal-Gebühren (und natürlich auch die eBay-Gebühren) zu tragen. Die Gebühren für PayPal belaufen sich z.Zt. im Inland auf 1,9% pro empfangene Zahlung + einmalig je 0,35€ (Zahlungseingänge aus dem Ausland sind noch teurer). Das ist eine ganze Menge... Trotzdem darf der Verkäufer in keinem Fall diese Kosten auf den Käufer übertragen - nicht gesamt, nicht pauschal und auch nicht anteilig. 1.) wäre auch das wettbewerbswidrig und abmahnfähig 2.) ist es geben die eBay-Grundsätze. Falls also ein Verkäufer PayPal-Gebühren von Ihnen verlangt, ignorieren Sie dies einfach : das geht nicht. Sollte der Verkäufer sich daraufhin weigern, Ihnen die Ware zu zusenden, wenden Sie sich an das eBay Sicherheitsteam und melden einen nicht erhaltenen Artikel oder noch besser an PayPal und beantragen Käuferschutz. Hat dieser Verkäufer dann noch weitere laufende Angebote, in denen er PayPal-Gebühren verlangt, werden diese nach einer Meldung an das Sicherheitsteam ohne weitere Vorwarnung von eBay aus gelöscht. Es ist zudem nicht zulässig : PayPal nur als Zahlungsmethode für ausländische Käufer zu akzeptieren und nur im Inland, oder erst ab einer bestimmten Kaufsumme, oder nur für bestimmte Artikel, oder bei einer PayPal Zahlung die Versandkosten zu erhöhen, oder dem Käufer abzuraten mit PayPal zu zahlen, oder vom Käufer bei einer PayPal Zahlung bestimmte "Qualifikationen" einzufordern (Personalausweis), oder Rabatte bei Nicht-PayPal Zahlungen anzubieten, oder Kreditkartenzahlungen via PayPal abzulehnen u.s.w.! Wer PayPal als Zahlungsmethode anbietet, kann dies in keinster Weise einschränken bzw. dafür Gebührenerstattungen verlangen. Diese zusätzlichen unlauteren und individuellen Gebührenerhebungen und Zahlungseinschränkungen der Verkäufer bei PayPal Zahlungen, tauchen übrigens dann auch nicht in der Kaufabwicklung auf. Auch seperat einfordern kann der Verkäufer diese Gebühren nicht. Wer trotzdem mehr zahlt ist selber schuld ...wenn man allerdings unbedingt möchte, darf man natürlich dem Verkäufer, quasi als Trostpflaster, noch etwas Geld dazu schenken...;-))) ! Fairerweise muß aber auch erwähnt werden, dass etliche Verkäufer bei eBay, PayPal nicht freiwillig als Zahlungsmethode in ihrer Kaufabwicklung haben. Ebay zwingt (um nicht zu sagen nötigt) Verkäufer ggf. dazu, die angeblich nicht ganz eBay-konform handeln, also die Bewertungen nicht den hohen Anforderungen entsprechen oder die Grundsätze angeblich nicht eingehalten werden oder einfach auch eBay Neulinge. Wie eBay das errechnet oder beurteilt bleibt dabei im Verborgenen. Ebay verkauft diese Maßnahme als Käufer-/Verkäufervorteil. Sie erwähnen dabei natürlich nicht, dass damit auch eine Menge Geld verdient wird und gleichzeitig der 'alte' eBay-Käuferschutz weggefallen ist. Ebay bietet einen Käuferschutz nur noch an, wenn via PayPal bezahlt worden ist. Einen Rechtsanspruch auf Geldrückerstattung über den PayPal Käuferschutz hat man allerdings nicht. Die Entscheidung über geltend gemachte Ansprüche der Käufer obliegt allein PayPal. Bleibt auch noch die Frage offen, ob dieser "PayPal Zwang" überhaupt rechtens ist : ein Verkäufer muß PayPal akzeptieren, ob er will oder nicht, und muss dafür auch noch viel Geld bezahlen...??? (das ist eBay-Logik!)

Es gibt leider bei eBay einige (unwissende bzw. unseriöse) Händler die zwar theoretisch ein Widerrufsrecht bzw. Rückgaberecht einräumen, aber versuchen dieses geltende Recht dann in der Praxis stark einzuschränken.

z.B. keine Rücknahme von Unterwäsche-/Badeartikeln...

...ist nicht zulässig! Auch diese Artikel muss der Händler zurücknehmen. Allerdings hat der Kunde darauf zu achten, dass im Falle einer Anprobe z.B. bei Unterwäsche "etwas darunter angezogen" wird. Falls dies nicht geschieht, ist der Händler berechtigt einen gewissen Prozentsatz des Warenwertes als Wertminderung zu beanspruchen, d.h. der Händler muß ggf. nicht den vollen Kaufpreis zurückerstatten. Eine generelle Weigerung der Rücknahme ist aber ausgeschlossen.

z.B. nur Rücknahme, wenn der Artikel unbenutzt, originalverpackt, versiegelt, ungeöffnet ect. ist...

Ja und nein! Selbstverständlich muss der Verkäufer dem Kunden die Möglichkeit geben, die Ware zu testen bzw. anzuprobieren, wenn sich dieses im normalen Rahmen befindet. Falls eine"normale"Anprobe (nicht In-Gebrauchnahme!) nur möglich ist, indem Etiketten oder Kunststoffbefestigungen zu entfernen sind, muss der Händler dies gestatten. Eine Ansicht/Anprobe der Ware, wie sie in einem Ladengeschäft möglich wäre, ist dem Kunden einzuräumen. Nicht gestatten muß der Händler eine regelrechte In-Gebrauchnahme der Ware, d.h es wird eine Hose gekauft, ein paar mal getragen und dann (ohne ersichtlichen Grund oder bei Nichtgefallen) wieder zurückgegeben. Originalverpackt zurückschicken ja, aber zur Ansicht bzw. Anprobe geöffnet werden, darf die Originalverpackung. Eine leichte Beschädigung dieser Verpackung ist leider nicht immer auszuschließen, aber kein Grund für den Händler, eine Rücknahme zu verweigern. Sollte die Ware allerdings Gebrauchsspuren aufweisen, ist der Händler auch hier berechtigt eine prozentuale Wertminderung zu beanspruchen. Also - wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, den Artikel auch behalten zu wollen, behandeln Sie diesen nicht wie Ihr Eigentum.

z.B. kein Widerrufsrecht bei Kaufverträgen, die im Rahmen von Auktionen/Versteigerungen geschlossen werden...

Diesen Paragraphen gibt es zwar (§156 BGB), aber die deutsche Rechtssprechung hat eindeutig festgestellt, dass darunter keine Internetauktionen zu verstehen sind. Dieser Paragraph trifft also für Artikel, die bei einem gewerblichen eBay-Händler gekauft oder ersteigert werden nicht zu. Auch geben einige Händler vor, nur Festpreisartikel zurücknehmen zu wollen, keine durch Auktionen erstandene Ware. Sowas geht natürlich auch nicht.

Es gibt aber auch Ausnahmen in der Rückgabemöglichkeit :

Nicht zurücknehmen muß der Händler Artikel, die speziell für den bestellenden Kunden angefertigt wurden (z.B. maßgefertigte Kleidungsstücke, gemalte Porträtbilder ect.). Auch entsiegelte Tonträger (CD´s, Videocassetten) muß der Händler nicht zurücknehmen.

 

Ich muß noch daraufhinweisen, dass ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Richtigkeit des Ratgebers erhebe. Dieser Ratgeber wurde von mir als Privatperson verfasst und stellt weder eine Rechtsberatung/Rechtsbelehrung dar noch ersetzt er diese. Rechtsberatungen dürfen nur von Personen erteilt werden, die dazu autorisiert sind wie Rechtsanwälte, Rechtsberatungsstellen, Verbraucherzentralen ect. ! Bitte wenden Sie sich ggf. z.B. an eine Verbraucherzentrale, wenn Sie Fragen zum Verbraucherschutz haben oder Probleme mit einem gewerblichen Händler. Dafür sind solche Stellen da!

Übrigens - sich in rechtsbezogenen Fragen an eBay zu wenden, macht keinen weiteren Sinn und wird nicht fruchten! Auch eBay ist keine Rechtsberatungsstelle! Ebay stellt sich lediglich als Handelsplattform zur Verfügung, auf der Sie Ware käuflich erwerben und veräussern können. Was, warum und wie jemand etwas verkauft, interessiert eBay (leider) nicht. Es sei denn es verstösst (grob) gegen die eBay-Grundsätze. Aber auch in solchen Fällen verhält sich eBay sehr willkürlich und oft nicht nachvollziehbar und Forderungen stellen kann man schon gar nicht. Falls Sie also berechtigte Ansprüche gegen einen Händler haben, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als diese ggf. zivilrechtlich geltend zu machen.

Ich hoffe trotzdem, "etwas Licht in das Dunkel" gebracht zu haben, da viele Verbraucher bzw. Kunden, die AGB einiger eBay-Händler als "die heilige Schrift" ansehen und nicht ahnen, dass die Händler selbst oft nicht wissen (wissen wollen), was sie da eigentlich schreiben! Lassen Sie sich also bitte "kein X für ein U" vormachen oder sogar irgendwelche nicht legitimen "Extrakosten" aufbürden.

Weiterhin wünsche ich allen Käufern, daß auch bei einigen eBay-Händlern endlich mal "die Glocken läuten" und diese sich besser darüber informieren, was eigentlich rechtens ist und was nicht, denn dazu sind sie gesetzlich verpflichtet!

Gute, sichere und faire Einkäufe für alle!

 

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ACHTUNG! : Dieser Ratgeber unterliegt meinem Urheberrecht! Er ist nicht zu kopieren, zu übertragen, abzuschreiben oder in sonstiger Weise zu vervielfältigen!

 

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