Die Phalaenopsis Orchidee: eine Zierde für Ihre Fensterbank

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Phalaenopsis Orchideen mit Blütenstengeln bis 100 cm: außergewöhnliche Zierde Ihrer Fensterbank

Die Pflanzengattung Phalaenopsis gehört zu der großen Orchideen-Familie, unter dem botanischen Namen Orchidaceae, und umfasst eine beträchtliche Zahl exotischer Arten. Die botanische Bezeichnung geht auf die griechischen Wörter phalaina, was auf Deutsch so viel wie „Nachtfalter" heißt, und opsis, was mit „ähnlich" oder „sieht aus wie" übersetzt werden kann, zurück. Dies ist auch zutreffend, da die Blüten der Phalaenopsis an die Form tropischer Nachtfalter erinnern. Im deutschen Verbreitungsgebiet heißen diese Orchideen auch Malaienblume oder Nachtfalter-Orchidee. In erster Linie ist Phalaenopsis unter den heimischen Verbrauchern als Zierpflanze bekannt.
Besonders beliebt ist die kaum überschaubare Anzahl der großblumigen Hybriden. Diese erfreuen sich wachsender Nachfrage und steigender Bekanntheit über den ganzen Erdball hinweg. Jahr für Jahr werden Millionen von Zimmerpflanzen in Gartencentern, Baumärkten und Supermärkten oder als Schnittblumen in Blumenfachgeschäften verkauft. Teilweise werden reine Arten von Sammlern stark nachgefragt. Phalaenopsis wurde um 1704 zum ersten Mal erwähnt, 1886 wurden die ersten Hybriden in Chelsea bei London gezüchtet. Die Herkunft der Phalaenopsis liegt in den tropischen Regenwäldern Südost-Asiens.

Botanischer Hintergrund der Phalaenopsis Orchidee

Der schwedische Zoologe und Botaniker Carl von Linné verlieh der Pflanze den botanischen Namen Phalaenopsis um 1753. Linné fühlte sich beim Anblick der Blüten an umherschwirrende Motten erinnert. Schon 1704 wurde die erste Art der Gattung dieser Pflanze von Georg Joseph Kamel unter dem Namen Visco-Aloes Luzonis decima quarta beschrieben. Dabei handelte sich um eine Orchidee der Art Phalaenopsis aphrodite. 1825 wurde die Gattung selbst durch den Botaniker Carl Ludwig Blume beschrieben. In der „Hamburger Garten- und Blumenzeitung" wurde 1860 eine erste geordnete Auflistung aller bis zu diesem Zeitpunkt bekannten Arten präsentiert, 1862 wurde diese Zusammenfassung um elf weitere Neuentdeckungen erweitert. 1886 wurde der erste künstlich erzeugte Hybride bei der Firma Veitch and Sons gezüchtet.

Die Gattung Phalaenopsis wird innerhalb der Familie der Orchideen in die Subtribus Aeridinae eingeordnet. Hierdurch gehört sie auch in die Nähe der Gattung Aerides. Nächste Angehörige von Phalaenopsis sind die Gattungen Pteroceras und Ascochilopsis. Innerhalb der Subtribus stellen diese Gattungen die fundamentalen, am frühesten von den anderen Gattungen getrennten Pflanzen dar. Inzwischen gibt es neben den etwa 100 Arten, Formen, Naturhybriden und Varietäten eine nicht zu überblickende Anzahl gezüchteter Kulturhybriden. Da selbst in Expertenkreisen unterschiedliche Meinungen über die Zugehörigkeit bestimmter Arten zur Gattung Phalaenopsis existieren, ist es besonders schwierig, eine genaue und vor allem allgemeingültige Übersicht über die Arten zu geben. Besonders schwierig scheint sich die Eingliederung der Gattungen Kingidium und Doritis in Phalaenopsis darzustellen.

Der Gattung Phalaenopsis wird in der Fachwelt fünf Untergattungen zugeordnet:

  • Aphyllae
  • Parishianae
  • Phalaenopsis, die weiter in die Sektionen Esmeralda, Phalaenopsis, Stauroglottis und Deliciosae unterteilt werden
  • Polychilos mit den Sektionen Amboinenses, Fuscatae, Polychilos und Zebrina
  • Proboscidiodes.

Bei einigen Arten von Phalaenopsis ist der Status unsicher oder unbekannt. Dies liegt in erster Linie daran, dass sie wie etwa Phalaenopsis mysorensis oder Phalaenopsis robinsonii seit langer Zeit als nicht mehr auffindbar gelten. Über die Gattungsgrenzen hinweg sowie innerhalb der Gattung selbst gibt es eine sehr große Anzahl von Hybriden. Experten gehen davon aus, dass es etwa 25.000 Hybriden gibt. Jährlich kommen ungefähr 200 bis 300 neue Registrierungen hinzu. Über die Zahl der offiziell bei der Royal Horticultural Society (RHS) registrierten Hybriden hinaus gibt es noch eine nicht zu überblickende Menge von Kreuzungen, die keinerlei Bezeichnung erhalten. In aller Regel werden diese für Supermärkte, Baumärkte und auch für das Floristik- und Dekorationsgewerbe produziert. Die wichtigsten Ziele bei den meisten auf kommerzielle Ergebnisse gezüchteten Phalaenopsis Orchideen sind Robustheit und Blühfreudigkeit, die mit einem kompakten Wuchs und vielen Blüten pro Blütentrieb sowie möglichst vielen und großen Blüten gepaart sind.

Verbreitungsgebiet der Phalaenopsis Orchidee

Das Herkunftsgebiet der Arten der Gattung Phalaenopsis befindet sich in erster Linie auf den indonesischen Inseln und auf den Philippinen. Alles in allem reicht das Verbreitungsgebiet jedoch von Queensland in Nordaustralien über die Malaiische Halbinsel bis nach Taiwan, Südchina, Myanmar und Bhutan. Charakteristisch für die Standorte sind meist Tagestemperaturen von 25 Grad bis 35 Grad Celsius und Nachttemperaturen von 15 Grad bis 25 Grad Celsius. Typisch sind darüber hinaus eine ganzjährig hohe Luftfeuchtigkeit sowie hohe Niederschlagsmengen während der Wachstumszeit.

Manche Regionen, in denen die Pflanze vorkommt, sind durch deutlich niedrigere Temperaturen vor allem während der kalten Jahreszeit gekennzeichnet. Einzelne Arten ertragen selbst tiefe Temperaturen bis 5 Grad Celsius. Die Pflanzen gedeihen in erster Linie im Hellen oder im Halbschatten, in jedem Fall ohne unmittelbares Sonnenlicht. Unter bestimmten Umständen befinden sich die Habitate aber auch in vollem Sonnenlicht.

Charakteristik der Phalaenopsis Orchidee

Sämtliche Arten der Phalaenopsis Orchidee sind gekennzeichnet durch einen monopodialen Wuchs. Dies bedeutet, dass sie lediglich in die Höhe wächst und normalerweise keinerlei Seitentriebe ausbildet. Die überwiegende Anzahl der Arten wächst auf den Ästen und Zweigen von anderen Stämmen oder Bäumen. Einzelne Arten gedeihen auf moosbewachsenen Felsen, was botanisch als lithophytisch bezeichnet wird. Die normalerweise zwei bis sechs zweizeilig wachsenden, unterschiedlich stark ledrigen Laubblätter sind abhängig von der Art in ihrer Größe, Farbe und Form verschieden. Die kleinsten Arten, wie etwa Phalaenopsis appendiculata mit nur mäßig ledrigen Blättern, die eine Länge von zehn bis 40 Zentimeter aufweisen, unterscheiden sich sehr deutlich von den großen Exemplaren wie Phalaenopsis gigantea. Diese weisen Blattlängen von bis zu 100 cm und mehr auf und können dabei sehr fleischig-ledrige Blätter besitzen. Die Färbung der Blätter reicht hierbei von einfarbig hell- bis dunkelgrün, wie bei Phalaenopsis gigantea und Phalaenopsis amabilis.

Einzelne Arten weisen silbrig gefleckte Blätter auf, beispielsweise die Phalaenopsis schilleriana und die Phalaenopsis stuartiana. Normalerweise wachsen ein bis zwei neue Blätter pro Wachstumsperiode aus dem Zentrum der Pflanze heraus. Gleichzeitig werden ein bis zwei Blätter am unteren Ende der Sprossachse gelb, vertrocknen und fallen ab. An der Basis der Sprossachse oder an deren unteren Knoten, zum Teil auch zwischen den Blättern, entwickeln sich die zahlreichen fleischigen und glatten Wurzeln. Sie weisen eine Dicke zwischen einem und acht Millimetern auf und werden von der Pflanze, neben der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen, zusätzlich als Haftorgan verwendet. Einige Arten werfen aufgrund der klimatischen Bedingungen am Standort ihr Laub ab. Aus diesem Grunde besitzen sie Chlorophyll-haltige Wurzeln. Darüber hinaus sind die Wurzeln vom abgestorbenen Gewebe umgeben.

Pflege der Phalaenopsis Orchidee

Für den Orchideen-Freund ist es wichtig, dass die Blüten einer Phalaenopsis zu jeder Jahreszeit erscheinen können und sich bis zu drei Wochen halten. Neben den verschiedenen Phalaenopsis Arten gibt es eine große Anzahl von Hybriden dieser attraktiven Orchideen mit den ansprechenden Blüten, die unter dem botanischen Begriff Phalaenopsis-Hybriden zusammengefasst werden.

Optimaler Standort und günstigste Verhältnisse für die Phalaenopsis Orchidee

Der Orchideen-Besitzer stellt seine Phalaenopsis Orchideen das ganze Jahr hindurch an einen möglichst hellen, jedoch nicht vollständig sonnenbeschienenen Ort. Die Phalaenopsis Orchideen sollten an den kurzen, lichtarmen Wintertagen mithilfe von zusätzlicher künstlicher Beleuchtung zur Entwicklung neuer Blütenknospen angeregt werden. Bei der Kultivierung einer Phalaenopsis darf die Temperatur der Umgebung nicht unter 20 Grad Celsius sinken. Der Orchideen-Freund sollte in jedem Falle auch auf eine hohe Luftfeuchtigkeit achten. Die Phalaenopsis Orchidee benötigt keine Ruhephase und wächst das ganze Jahr hindurch.

Bodenbeschaffenheit und Bewässerung der Phalaenopsis Orchidee

Der Orchideen-Freund verwendet als Pflanzensubstrat für eine Phalaenopsis Baumrinde, Osmunda-Fasern oder eine grobe Erde auf der Grundlage von Torf. Zur Verbesserung der Drainage füllt der Liebhaber der exotischen Pflanzen zunächst eine etwa vier Zentimeter hohe Schicht Tonscherben in den Topf. Recht gut gedeihen die Phalaenopsis Orchideen in Holz- oder Drahtkörben, die mit Torfmoos ausgelegt sind. Phalaenopsis Orchideen sollten mäßig gegossen werden und der Pflanzen-Freund sollte darauf achten, dass die oberste Schicht des Substrates zwischen dem Bewässern abtrocknet. Im günstigsten Fall wird eine Phalaenopsis Orchidee am frühen Morgen gegossen, denn diese Pflanzen werden leicht von Pilzerkrankungen und Fäulnis befallen. Die Phalaenopsis Orchidee bekommt dunkle Flecken, wenn über Nacht Wassertropfen auf den Blättern zurückbleiben.

Vermehren und Umtopfen der Phalaenopsis Orchidee

Die Orchideen der Gattung Phalaenopsis haben einen Hang dazu, am Zentrum der Pflanze oder den Verzweigungen verblühter Blütenstände Seitensprossen auszubilden. Wenn die Wurzeln eine Länge von etwa drei bis vier Zentimeter erreicht haben, kann der Orchideen-Züchter die Sprosse vorsichtig abschneiden und diese einzeln in kleine Pflanzbehälter mit dem für die Orchidee empfohlenen Substrat setzen. Die Sprösslinge werden an einen hellen, warmen, jedoch nicht zu sonnigen Ort platziert. In den folgenden fünf bis sechs Wochen werden die frisch gepflanzten Phalaenopsis nur schwach bewässert. Die junge Phalaenopsis Orchidee wird ab der siebten Woche behandelt wie eine erwachsene Pflanze. Die Orchidee wird etwa alle zwei Jahre außerhalb der Blütezeit umgetopft. Die Phalaenopsis wird dann in ein etwas größeres Pflanzgefäß oder auch nur in frisches Substrat im selben Gefäß gesetzt, wenn sie ihre maximale Größe bereits erreicht hat.

Ein besonderer Hinweis zum Schluss: Wer die Blütezeit seiner Phalaenopsis Orchideen verlängern möchte, kann die Blütenschäfte bis knapp unter die Stelle zurückschneiden, an der sich die erste Blüte gebildet hat. An Seitenzweigen, die sich an diesen Stellen ausbilden, treten dann die neuen Blüten heraus. Das alte Substrat wird aus den Wurzeln geschüttelt und alle abgestorbenen Wurzeln der Pflanze werden entfernt. Die Orchidee sollte nach dem Umtopfen für drei bis vier Wochen an einen schattigen Ort gestellt werden.

Die zahlreichen Arten und Kreuzungen der Phalaenopsis Orchideen sind unter den heimischen Orchideen-Züchtern sehr beliebt.

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