Die Niederlande - eine Reise wert

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Dies wird eine Liebeserklärung an ein Land, an sich schon eine seltsame Sache, doch dieser Bericht soll mit den Vorurteilen, dass die Niederlande nur aus Coffieshops und Amsterdam bestehen, etwas aufräumen. Außerdem natürlich auch damit, dass alle Niederländer die Deutschen nicht leiden können, die niederländische Küche eine Katastrophe an sich ist und Holländer immer nur im Wohnwagen unterwegs sind. Da dies ja auch ein Bericht über die Niederlande allgemein ist, hier erst mal ein paar....


* FACTS *:

Wie jeder weiß, sind die Niederlande nicht gerade groß und überwiegend flach. Sie grenzen im Westen und Norden an die Nordsee, im Osten an Deutschland und im Süden an Belgien. Die geographische Lage ist zwischen 50° 46' und 53° 32' nördlicher Breite sowie 3° 23' und 7° 12' östlicher Länge.

Es wird kaum verwundern, dass bei einer Landesfläche von 41.5000 km² nur 9% von Wald bedeckt sind, weitere 30 % aus Wiesen und Weiden bestehen und noch mal 24% aus Ackerland. Übrigens haben die Niederlande eine gesamte Küstenfläche von 451 km. Die Hauptstadt Amsterdam kennt noch jeder und das war es dann meistens auch schon. Aber auch Rotterdam,, Den Haag, Eindhoven und Utrecht zählen zu den größeren Städten in den Niederlanden.

Vielleicht wundert es euch, warum ich die ganze Zeit Niederlande schreibe und nicht Holland. Holland ist aber im Prinzip die Bezeichnung zweier Bundesländer der Niederlande, denn die Niederlande sind in 12 Provinzen aufgeteilt, die da wären, Drenthe, Flevoland, Friesland, Gelderland, Groningen, Limburg, Noord-Brabant, Noord-Holland, Overijssel, Utrecht, Zeeland und Zuid-Holland. Ach ja, der höchste Berg ist nicht wie ich immer dachte der Lemmeleberg, aber an sich schon erstaunlich, dass die Niederlande überhaupt 2 Berge haben, denn es ist der Vaalserberg mit erstaunlichen 321 Metern.


Während wir äußerst selten Niederländisch sprechen, was zugegebener Maßen auch recht schwer ist, spricht es natürlich die ganze Bevölkerung und die Einwohner der Provinz Friesland sprechen zudem auch noch Friesisch. Durch das Fernsehen, das oft mit Untertiteln versehen ist, sprechen die meisten Niederländer sehr gut Deutsch, oft Englisch und ab und an etwas Französisch. Die Niederländer haben natürlich auch den € und überall Geldautomaten.

Wenn man in den Urlaub fährt und die ganzen Wohnwagen sieht, wundert man sich, dass überhaupt noch einer der 15.740.000 Einwohner im Land ist, denn man trifft das reiselustige Völkchen auch wirklich noch am entlegensten Fleck der Welt oder in massiger Ansammlung auf allen Campingplätzen jeden Kontinents.

Die Shoppingmöglichkeiten in den Niederlanden sind ziemlich gigantisch, günstig und die Geschäfte dürfen grundsätzlich bis 22 Uhr geöffnet sein, auf die Möglichkeiten werde ich später noch näher eingehen. Allerdings haben sogar in Amsterdam die Geschäfte mal geöffnet und dann wieder nicht, hauptsächlich ist das jedoch am Sonntag der Fall.

Zur Staatsform ist noch zu sagen, dass die Niederlande eine Republik ist und die Königin die Staatsführung inne hat.
Aber dass wissen wir ja spätestens seit Maxima Einzug ins Niederländische Königshaus gehalten hat. So, als letzte Info zu den Fakts, hier noch die Daten fürs Fremdenverkehrsamt:

Niederländisches Büro für Tourismus
Sprechzeit: Publikumservice Mo bis Fr 9-19 Uhr, Servicestelle Reiseindustrie Mo bis Fr 9-16 Uhr
Tel: Publikum-Service (01805) 34 33 22 (0,12 Euro/Min.)
Tel.: Servicestelle Reiseindustrie (02 21) 92 57 17 30
Fax: Publikum-Service (01805) 34 33 20 (0,12 Euro/Min.)
Fax: Servicestelle Reiseindustrie (02 21) 92 57 17 39


* MEINE * ERFAHRUNGEN *:

Ich war schon so oft in den Niederlanden, so dass ich schon gar nicht mehr wusste, wo ich mich mehr zu Hause gefühlt habe. Meine Tante und mein Onkel haben ja dort fast 20 Jahre gewohnt und so haben wir mindestens 2 x im Jahr dort auch Urlaub gemacht.


Die Niederlande sind für mich immer das perfekte Reiseziel gewesen, egal zu welchem Alter, weil sie einfach alles vereinen. Mann kann gut shoppen, man hatte gute Diskos, es gibt für jede Altersklassen sehr gute Ausflugsziele, man ist überall schnell am Meer und die Preise für Kleidung und Eintritte sind meist sehr zivil.

Damit ich mich jetzt aber nicht verstruddele, werde ich versuchen die Vorzuge der Niederlande etwas gegliedert aufzuschreiben.

AUSFLUGSMÖGLICHKEITEN:

 



Meine Tante wohnte bis vor 2 Wochen in der Nähe von Hardenberg. Das wird natürlich wenigen etwas sagen, denn meistens kennt man eben nur Amsterdam. Hardenberg liegt 20 km von der deutschen Grenze entfernt und selbst dort war man schon mittendrin, im Käseland. In dem kleinen Land gibt es erstaunlich viele Freizeitparks und Zoos. Über einige habe ich ja hier schon separate Berichte geschrieben, wie z.B. Six Flagg oder Appenheul oder den Zoo in Emmen. Im Prinzip sind alle diese Parks und Zoo’s wirklich uneingeschränkt empfehlenswert, als einzige Ausnahme würde ich den Ponypark Slagharen nennen. Natürlich täuscht da der Name und der Ponypark ist auch ein Freizeitpark mit Achterbahnen und sonstigem Fahrgeschäft, meiner Meinung nach jedoch überteuert und veraltet.

Wirklich lohnenswert ist auf jeden Fall der Besuch in Appenheul, dem Affenpark in Appeldorn, der Besuch des Emmener Zoos oder eben dem Six Flagg Park in Biddinghuizen. Auch der Vogelpark Hogue Veluwe bei Appeldorn ist auf jeden Fall einen Besuch wert, nehmt euch einfach im nächsten VVV (Fremdenverkehrsamt) eine Broschüre, in der alle Freizeitparks aufgelistet sind, mit den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sowie einer Minibeschreibung.

Natürlich gibt es nicht nur Parks, sondern auch wunderschöne Ausflugsmöglichkeiten in der Natur. Einer meiner Geheimtipps ist Giethoorn, das Venedig der Niederlande. Der Ort ist mit etlichen Brücken verbunden und die Häuser dort stehen immer auf kleinen Grundstücken, die komplett von Wasser umgeben sind. Mittlerweile ist Giethoorn richtig groß geworden und im Sommer auch etwas überlaufen, wer aber Wochentags kommt, sollte sich ein Boot mieten und durch die Kanäle schippern bis hin zum Swarte Water, dort aussteigen und eine Tasse Kaffee trinken. Die Häuser sind alle Reetgedeckt und wirklich wunderschön.

Dann fahre ich noch gerne nach Urk, Urk ist ein kleines Fischerstädtchen so ganz nach meinem Geschmack. Besonders schön ist auch die Strecke von Lelystadt nach Enkhuizen, da geht es nämlich direkt durchs Meer, das Ijselmeer und die Nordsee werden hier getrennt und man kann ca. 20 km über das Wasser fahren, nicht auf einer Brücke, sondern auf einer Art Damm der aufgeschüttet wurde und auf dem sich jetzt eine Straße befindet.

Natürlich gibt es auch Schlösser und Museen, doch ich halte mich lieber im Freien auf. Ein schönes Freilichtmuseum ist Zaanse Schanz, dort stehen Windmühlen, in die man mal reinschauen kann, denn dort wird noch traditionell in verschiedenen Bereichen gearbeitet.(z.B. Schokiherstellung). Wer in der Nähe von Amsterdam ist, sollte sich mit Glanz und Gloria umgeben und mal in eine Diamantenschleiferei reinschauen. Schön ist auch die Fahrt durch die Grachten, allerdings würde ich von Ijmuiden aus starten, dort fährt eine Art Fähre 20 Minuten nach Amsterdam rein, das ist von der Fahrt her sehr interessant und man hat das Parkplatzproblem gelöst.

SHOPPEN:

 



Natürlich gefällt mir am allerbesten das Outlet-Center in Lelystadt (Bataviastadt). Hier kann man wirklich in ganz vielen Bereichen shoppen, sei es bei Bodum Teekannen, bei Cakewalk, Benetton, im Buchbereich, DVD’s, Schuhe und und und. Ich finde hier kann man wirklich tolle Schnäppchen machen und auch einen halben Tag verbringen, denn das liebevoll gestaltete Outletcenter ist sehr groß und selten überlaufen.

Dann war ich oft in Zwolle, richtig gelesen, nicht Wolle sondern Zwolle. Zwolle liegt mittendrin, man kann toll parken und von den Geschäften her erinnert es mich immer ein wenig an Heidelberg, auch wenn es etwas kleiner ausfällt. Wer ganz durch die lange Fußgängerpassage durchgeht, kann sich den Bauch im Pfannekuchenschiff voll schlagen.

Ansonsten gibt es in jeder kleineren Stadt wie z.B. Emmen wirklich sehr viele Einkaufsmöglichkeiten. So gut wie alles findet man z.B. im Hema, auch sehr schöne Kinderkleidung übrigens. Mein Mann, der ziemlich groß ist, findet in den Niederlanden die besten Sachen u.a. bei Lake Side. Frau findet erstaunlicher Weise u.a. auch ganz nette Oberteile bei M&S Mode, die sind zwar qualitativ nicht der Hit, aber super günstig und ziemlich hipp. Die scheinen eine andere Kollektion zu haben.

In Amsterdam gibt es ein großes Kaufhaus, ich glaube dass es de Bijenkorf heisst. Das Kaufhaus ist eigentlich recht teuer, aber man kann hier und da auch wieder sehr gute Ware für einen recht günstigen Preis einkaufen. Die Ware ist im Stil vom La Fayette in Paris und tendiert eher in Richtung Luxus, aber auch sehr ausgefallene Sachen und Labels. Wer eher auf Unikate steht, kann in Amsterdam an den Grachten mal schauen, da gehen kleine Treppen zu noch kleineren Läden von unbekannten oder mittlerweile bekannteren Designern.

* AM * MEER *:

 



Die Niederlande haben etliche Plätze am Meer die wunderschön sind. Zandvoort z.B. mag ich ganz gerne, noch lieber Scheveningen. Auf Texel ist es sehr schön. Die Liste könnte man ewig lang führen, da dieser Bericht aber sonst jeden Rahmen sprengt, sag ich euch noch meinen Geheimtipp in Richtung Strand und wo ich nie wieder hinfahren möchte.

Mein Tipp ist der Ort Schoorl, der zwar nicht direkt am Meer liegt, dafür aber in unmittelbarer Nähe. Auch hierrüber hab ich schon mal einen Bericht geschrieben. Schoorl liegt am Rand eines Dünen- und Heidegebietes und eine Düne erstreckt sich direkt bis in den Ort. Natürlich kann man die ca. 1 ½-3 Kilometer durch das Gebiet auch zum Strand laufen, schneller ist man natürlich mit dem Auto an den schönsten Stränden. Der Ort ist einfach klein und schnuckelig, man hat trotzdem alle Einkaufsmöglichkeiten die man brauch, dafür ist er aber nicht so überlaufen.

Wo ich nie wieder hinmöchte und damit meine ich den Ort, ist Ijmuiden. Ijmuiden hat zwar ein wunderschönes Hotel, auf das ich gleich noch kurz eingehen werde, aber am Strand schaut man direkt auf eine wirklich riesige Fabrik, die direkt vis-a-vis liegt. Den Niederländern scheint das nicht allzu viel auszumachen, ich finde es furchtbar.

Bitte beachtet bei den Stränden noch, dass viele Parkplätze kostenpflichtig sind, um nicht zu sagen eigentlich alle. Bitte nicht ohne Parkticket im Ort parken, denn dann gibt’s die berühmte Parkkralle.... und das wird richtig teuer. Die Wege zum Strand können recht lang sein. Es gibt extra Strände an denen Hunde erlaubt sind, Strände zum Drachen steigen lassen oder FKK-Strände. Toiletten befinden sich in den obligatorisch, windgeschützten Cafes am Strand.

* WIE * MAN * SICH *BETTET * SO * LIEGT * MAN *:

 



Ja, ich als Reiseverkehrskauffrau und der niederländischen Sprache mächtig, habe es doch tatsächlich geschafft, in einem Stundenhotel in Amsterdam unterzukommen, ohne es auch großartig zu bemerken. Erst durch die Kondomautomaten wurden meine Reisebegleitung und ich stutzig und als dann das befreundete Paar, dass mit uns gereist war, sich auch über die lauten Geräusche im Hotel beschwerte, konnten wir uns nach dem Frühstück bei der Puffmutti das Grinsen nicht mehr verkneifen. Aber günstig wars.

Wer ein schönes Hotel möchte und nicht viel Wert auf den Ausblick legt, der kann getrost nach Ijmuiden ins recht neue Hotel „Holiday Inn Ijmuiden Seaport Beach“ Hotel fahren, ich fand die Zimmer wunderschön und bezahlbar und wie ja schon erwähnt, ist man per Fähre schnell in Amsterdam und auch sonst schnell bei allen Zielen.

Wer sehr schön wohnen möchte, allerdings mittendrin im Land und nicht am Meer, der kann in alle Landal-Green-Parks gehen, die sich eben im Landesinneren befinden. Ich selbst war schon im Park t’Loo und kann ihn nur weiterempfehlen, er hat sogar einen Badesee.

Was in den Niederlanden auch eine beliebte Unterkunftsmöglichkeit ist, sind natürlich die Center Parks, die ich persönlich recht teuer finde, vor allem vom Sportangebot, aber natürlich auch sehr reichhaltig vom Unterhaltungs-angebot. Insgesamt findet man auch oft in Freizeitparks Übernachtungsmöglichkeiten. Mein Lieblingshotel in Slagharen „De Bonte Wewer“ ist leider im letzten Jahr abgebrannt, so dass ich dafür keine Empfehlung mehr aussprechen kann, aber ich hoffe doch mal stark, dass er wieder aufgebaut wird.

Bei meinen Flitterwochen habe ich im Hotel "Merlet" in Schoorl übernachtet, dass zu den schönsten Hotels zählt, in denen ich je wohnen durfte. Ich versuche unten mal ein Bild hochzuladen!

* VORURTEILE*:

 



Ja es stimmt, viele Niederländer sind ziemlich unfreundlich zu den Deutschen, vor allem wenn sie mit Fußballshirts der Nationalelf herumrennen. Aber mal im Ernst, sind wir besonders freundlich zu den Niederländern. Ich denke mal, wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder raus.

Ein weiteres Vorurteil betrifft die Drogensucht der Niederländer. Tatsächlich kenne ich keinen Niederländer (und ich kenne viele) der Drogen konsumiert, denn das sind eigentlich die Touris, die dorthin kommen. Sicherlich werden dort sehr viele "Einheimische" schon mal ein Tütchen geraucht haben, aber dadurch, dass es "legal" ist bzw. fast überall zu erhalten, verliert es wohl den Reiz.

Dann gibts noch was, was stimmt, nämlich ein sehr großer Ausländeranteil in den Niederlanden. Gerade in Amsterdam weiß man oft nicht so recht, ob man wirklich noch in "Holland" ist. Trotzdem klappt das Miteinander erstaunlich gut und das einfach mit der Tolleranz, die den Niederländern eben etwas mehr angeboren scheint, als anderen.

Über die Küche lasse ich mich ja unten schon aus, über die niederländische Fußballmanschaft muß man nichts sagen und zum Königshaus und der Bewunderung der Niederländern zu den Oraniern kann man nur sagen, ja stimmt alles, aber auch das sollte man mit einem zwinkernden Auge sehen.

* CONCLUSIO *:


Also, man kann in den Niederlanden natürlich noch viel mehr machen, das waren ja nur die Spitze auf dem Eisberg. Was man nicht machen sollte, ist allerdings auch recht schnell gesagt, nämlich in einen der berühmten verrauchten Shops in Amsterdam gehen oder im Amsterdam parken. Am wenigsten sollte man sich in Amsterdam ins Rotlichtviertel verirren, dass unmittelbar neben dem Viertel mit den Diamantenschleifereien liegt, denn das kann wirklich ganz unangenehm werden.

Ihr seht also, die Niederlande haben viel zu bieten. Ich liebe es dort einfach zu shoppen und für einen Appel und ein Ei z.B. Markenklamotten von Mexx für die Kids zu bekommen.Ich esse dort sogar gerne einige Sachen wie Bitterballen, Pindakaas, Rijstemelpapp, Vanille-Fla oder Hagelslag. Essen gehen würde ich in den Niederlanden aber trotzdem nur zum Chinesen, den man übrigens auch an jeder Ecke findet und der oft „Lange Muur“ (lange Mauer) heißt.

Ich hoffe ich habe nicht allzu viel vergessen, viel Spaß im Land, aus dem der Käse kommt.
Fahrt mal nach Gouda auf den Käsemarkt, esst mal Komijnkaas oder Lekkerbekjes für mich mit und lasst den Drachen mal für mich steigen, wenn ihr das nächste Mal die frische Luft schnappt und ruft Tot ziens, ik komm terug!

PS: Ich finde es immer schön und auch ein bisschen respektvoll, wenn man in einem fremdem Land ist und dort wenigstens einige Wörter in Landessprache sagen kann. Niederländisch ist zwar nicht so einfach, aber ein paar Worte bekommt man schon hin:

Alstublieft- Bitte (alstübliewt)
Bedankt – Danke (bedankkt)
Tot Ziens – Auf Wiedersehen (todd siens)
Graag – gern – (graachh)
 

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