Die Kondensation von Uhren - Beschlagen von innen

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Die Kondensation

Die Raumtemperatur enthält stets eine gewisse Menge Luftfeuchtigkeit, die mit einem Hygrometer messbar ist. Wird in einem Raum mit einem Luftfeuchtigkeitsgehalt X eine Uhrgehäuse geschlossen, schliesst man gleichzeitig mit der Luft eine kleinste Menge Wasser mit ein! Da es sich nur um wenige Tausendstel Gramm Wasser handelt ist nicht zu befürchten.

Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist begrenzt durch das Mass der Absorbation von Wasser durch die Luft, welche temperaturbedingt stark variiert. Bei einem so genannten Feuchtigkeitsmaximum ist die Luft "gesättigt".

Wird dieses Maximum überschritten, schlägt sich das überschüssige Wasser in Form von Tau auf dem am meisten abgekühlten Teilen nieder (Glas und Gehäuseboden). Dieser Dunst oder Tau ist nicht anderes als kondensierter Wasserdampf.

Das synthetische Glas ist unzerbrechlich und hydroskopisch, d.h. es besitzt die Fähigkeit, Wasser zu absorbieren. Es kann im Verlauf von 8 bis 14 Tagen bei normaler Temperatur auch den beschriebenen Wasser- dampf entweichen lassen. Es ergibt sich somit, ein Gleichgewicht zwischen dem Feuchtigkeitsgraben ausserhalb und innerhalb der Uhr.

Aus diesen Gründen ist en unnütz, eine Uhr in total trockener Atmosphäre zu schliessen, da im Verlauf einer Woche die in der Uhr enthaltene Luft ebenso feucht sein wird wie die, die sie umgibt.

Wird eine Wasserdichte Uhr plötzlich stark abgekühlt, wird der Wasserdampf, der in der im Gehäuse eingeschlossenen Luft enthalten ist. verdichtet oder kondensiert sich zu feinstem Nebel und ergibt einen Niederschlag unter dem am meisten abgekühlten Gehäuseteilen (Glas und Boden). Dieser feine Dunst, der wie ein kleiner Schleier unter dem Glas haftet, hat keine nachteilige Einflüsse auf das Werk, sofern die Uhr nicht all zu lange der Kälte (Wasser/Schnee) ausgesetzt ist oder der Vorgang (warm-kalt-warm-kalt) nicht zu rasch aufeinanderfolgend wiederholt wird. Dieser Wasserdampf verdunstet rasch, sobald die Uhr wieder unter normalen Temperaturbedingungen getragen wird.

Der gleiche Vorgang bei einer Uhr, die aus irgendeinem Grund nicht mehr ganz wasserdicht ist, ergibt verschiedenen Aspekte:

Während einem Kontakt mit Wasser, selbst bei starker Transpiration der Trägers. kann eine kleine Menge Wasser in das Gehäuse eindringen. Wird eine solche Uhr dem Wasser entnommen und in normale oder erhöhte Temperatur zu derjenigen der Wasser verbracht, verwandelt sich, das eingedrungene Wasser in Wasserdampf, dieser schlägt sich wiederum unter dem Glas nieder.

Der Niederschlag kann aber auch auf dem Werk oder auf dem Gehäuseboden erfolgen. Zeigt sich ein starker Nebel in Form feinster Wassertröpfchen, ist die Uhr mit Sicherheit leck (undicht). Sie muss deshalb rasch repariert und kontrolliert werden. Dieser Niederschlag ist wesentlich stärker als beim vorangegangenen Fall und ist durch seine Intensität leicht zu unterscheiden.

Quelle: Zeno
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