Die Honda CB 900 F: der Mythos von Bol d'Or

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Einer der großen Klassiker unter den japanischen Motorrädern ist die Honda CB 900 F oder CB 900 Super Sport, in Europa besser bekannt unter der Bezeichnung Bol d'Or. Seinen Namen erhielt der Sporttourer von dem französischen 24-Stunden-Langstreckenrennen, das bis 1999 auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich ausgetragen wurde.

 

Die Honda CB 900 F Bol d'Or erinnert an große Erfolge

Die Namensgebung für diese Neuentwicklung des japanischen Motorrad-Herstellers Honda erfolgte nach drei großen Rennerfolgen bei den 24-Stunden-Rennen von Paul Ricard. Nachdem Kawasaki mit der Z1 in den Jahren 1974 und 1975 das Langstreckenrennen gewann, entwickelte Honda aus den erfolgreichen CB 750-Motoren ein neues Rennmotorrad mit vier Zylindern und einem Hubraum zwischen 941 und 998 ccm. Dieses neu entwickelte Motorrad ging in den darauffolgenden drei Jahren als Sieger aus den Bol d'Or-Rennen hervor und bildete gleichzeitig die Grundlage für ein neues Straßenmotorrad, die CB 900 F. Im Jahr 1978 kam die Bol d'Or erstmals in Deutschland auf den Markt.

 

Honda setzt mit der Bol d'Or auf neue Technik

Nach den langjährigen Erfolgen der Honda CB-Modelle von der CB 450 und CB 500 bis zur CB 750 war es zum Ende der 1970er Jahre an der Zeit, die bewährte Technik zu modernisieren. Neben der Honda CBX, dem kraftvollen Sechszylinder, wurde das bei den Bol d'Or-Rennen so erfolgreiche Rennmotorrad mit straßentauglicher Technik ausgestattet. Zwei obenliegende Nockenwellen, 16 Ventile und Tassenstößel brachten aus dem 901 ccm-Motor eine Leistung von 95 PS oder 70 kW hervor. Ein Ölkühler sorgte für die zuverlässige Kühlung des Motors über den Fahrtwind hinaus. Das Leergewicht von 260 Kilogramm brachte dieser Motor zu einer Höchstgeschwindigkeit von 213 Stundenkilometern. Charakteristisch für die Honda CB 900 F Bol d'Or war ihre permanente Durchzugskraft bei niedrigen und hohen Drehzahlen.

 

Honda CB 900 F Bol d'Or – Oldtimer mit bahnbrechender Technik

Obwohl die Honda CB 900 F Bol d'Or seit 1984 nicht mehr hergestellt wird, gilt der zuverlässige und leistungsstarke Motor bis heute als technischer Meilenstein. Auch unter den Oldtimern gilt das Motorrad daher bis heute zu den Liebhabermodellen. Von 1978 bis 1984 erzielte die Bol d'Or hohe Verkaufszahlen wie kein anderes Honda-Modell dieser Zeit. Ein Naked-Bike mit einem Design, wie es heute selbst bei Retro-Motorrädern selten ist, bringt nach wie vor gestandene und junge Motorradfans zum Schwärmen. Der elegant geschwungene Übergang vom Tank über die Seitendeckel bis zur Sitzbank mit der einheitlichen Lackierung lässt ausreichend Raum für die freie Sicht auf den kraftvollen Vier-Zylinder-Reihenmotor.

 

Auch das Fahrwerk der CB 900 F setzte Akzente

Neben der eindrucksvollen Motorleistung überzeugte die Bol d'Or seinerzeit auch mit einem bis dahin einzigartigen Fahrwerk. Die Honda CB 900 F war das erste Serienmotorrad mit voll einstellbaren Federbeinen. Nochmals erneuert wurde die Fahrwerkstechnik ab 1981. Neben einer kräftigeren Gabel wurden die Scheibenbremsen mit Doppelkolben-Schwimmsatteln ausgestattet und das vordere Schutzblech mit einem kleinen Spoiler, der den Fahrtwind direkt auf den Ölkühler leitete. Zudem ergänzte Honda 1981 die Modellpalette um die Honda CB 900 F2 als vollverkleidetes Motorrad der Bol d'Or-Serie.

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