Die Geschichte des Militärs – ein Sammelgebiet mit bewegtem historischem Hintergrund

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Waffen

 

Das Sammlungsgebiet der sogenannten „Militaria“ ist eines der größten überhaupt – und auch eines der ältesten. Denn: Gesammelt wurden militärische Artefakte schon seitdem es kriegerische Auseinandersetzungen gibt. Viele beginnen damit bereits in der Kindheit. Das Spielen mit Soldaten, mit Spielzeugpistolen oder Pfeil und Bogen gehört in die Kindheitserinnerung so mancher Erwachsener heute.

Dabei ist das Sammelgebiet „Militaria“ sehr groß und unterteilt sich in viele verschiedene Einzelgebiete, die dieser Ratgeber zwar nicht in Ihrer gesamten Fülle darstellen, aber wenigstens doch anreißen kann. Eine wesentliche Faszination beim Sammeln von militärischen Artefakten dürfte auch deren Geschichte selbst sein. Wer schon einmal einen antiken Wurfspeer oder ein Orden aus den Napoleonischen Kriegen in der Hand gehabt hat, spürt den Windhauch der Geschichte.

Eine Spezialisierung ist fast unumgänglich

Die große Bandbreite an Sammlungsgebieten der Militaria ist dabei eng mit den individuellen Vorlieben der Sammler selbst verbunden. Militariasammler spezialisieren sich zumeist auf ein bestimmtes Teilgebiet oder auch nur einen speziellen Teilaspekt. So gibt es beispielsweise Sammler, die sich ausschließlich auf Uniformen spezialisiert habe, oder solche, die nur Militärspielzeug sammeln. Eine andere Möglichkeit, sich zu spezialisieren, besteht darin, sich einer speziellen Zeitepoche zuzuwenden, so zum Beispiel dem 1. Weltkrieg oder der Kaiserzeit. Nur sehr wenige Sammler sammeln alles, was sie bekommen können. Möglichkeiten hierzu haben, jedoch auch eingeschränkt, nur größere Institutionen wie etwa Museen.

Wo liegen Ihre Interessen?

Wenn Sie sich für das Sammeln von Militaria interessieren, vielleicht selbst Sammler sind oder es gerne werden wollen, ist dieser Ratgeber der Richtige für Sie. Wollen Sie erst Sammler werden, sollten Sie im Vorfeld über ihre persönlichen Interessen nachdenken, wenn Sie nach einem geeigneten Sammelgebiet suchen. Auch nicht zu unterschätzen ist der Platzaufwand, der sich mit der Zeit und einer stetig anwachsenden Sammlung eröffnet. Neben geeigneten Räumlichkeiten sollten Sie weiterhin bedenken, dass das Sammeln von Militaria auch mit einem entsprechenden Zeitaufwand verbunden ist, den Sie mit einplanen sollten.

Was diesen Ratgeber selbst anbelangt, so wird er sich als allererstes dem Thema Militär & Geschichte widmen, dann die Frage beantworten, was Militaria überhaupt sind. Weiterhin taucht der Ratgeber in das Spezialsammelgebiet ein und erläutert einige wesentliche Sammelkategorien der Militaria.

Militär und Militärgeschichte als Hintergrund des Militaria-Sammelns

Das Militär, die Streifkräfte, die Armee – die Liste an Begriffen wäre lange fortsetzbar. Sie alle bezeichnen eine uralte Institution der menschlichen Zivilisation, eine spezielle Gruppe der Gesellschaft. Das Militär (abgeleitet vom lateinischen militaris: den Kriegsdienst betreffend, bzw. miles: Soldat) ist in gewisser Weise schon so alt, wie die Menschheit selbst. Als Gruppe zur Austragung bewaffneter Konflikte, stellt das Militär auch ein Forschungsgebiet der Geschichtsschreibung dar. Es ist darüber hinaus jedoch auch ein faszinierendes Sammelgebiet für Laien genauso wie für professionelle Sammler.

Dabei beleuchtet die Geschichtsschreibung eine große Bandbreite an verschiedenen Themen, die mit dem Militär zu tun haben, oder die mit ihm in gewisser Weise verbunden sind. Dabei geht es sowohl um die Darstellung als auch um die Erforschung der inneren Strukturen des Militärs und seines Handelns. Weiterhin schaut die Geschichtsschreibung jedoch auch darauf, wie das Militär als Institution mit anderen gesellschaftlichen Gruppen interagiert. Die ältere Militärgeschichte war jedoch reine Kriegsgeschichte. Sie wurde vor allen Dingen als eine Abfolge der verschiedenen Schlachten und Kriege erzählt.

Überall dort, wo Militärgeschichte ganz konkret und erfahrbar wird, beginnt die Welt der Militariasammler. Ein bunter Uniformrock, ein kunstvoll gestalteter Orden, ein dramatisches Schlachtengemälde oder ein geschichtsträchtiges Dokument: Besonders die „Dinge“ geben Auskunft über eine gewalttägige Vergangenheit und stärken das Bewusstsein für ein friedliches Miteinander. Im Folgenden wird der Ratgeber Ihnen einen kleinen Einblick in die verschiedenen Sammelgebiete der Militaria geben.

Das Sammelgebiet der Militaria

Der Begriff leitet sich von dem lateinischen militaris: den Kriegsdienst betreffend, soldatisch, kriegerisch, ab. Er bezeichnet alle Dinge, die in Verbindung mit den Bereichen Militär, Militärdienst, Soldaten(tum), Uniformen, Orden, Krieg und Kriegszeiten gebraucht werden können. Zwar gilt dem Militär die vornehmliche Sammlungstätigkeit, es können jedoch von Fall zu Fall auch Gegenstände anderer uniformierter Organisationen unter den Begriff Militaria fallen.

Allen Gegenständen der Militaria liegt eine bestimmte geschichtliche oder antiquarische Bedeutung und Relevanz zugrunde. Militaria sind das bei Weitem größte und am meisten verbreitete Sammlungsgebiet. Darunter fällt eine Vielzahl an einzelnen Sammelgebieten, wie beispielsweise:

  • Waffen wie Hieb-, Stoß- und Schusswaffen
  • Uniformen
  • Kopfbedeckungen und Helme, wie Stahlhelme, Pickelhauben, Tschakos usw.
  • Uniformeffekte und Abzeichen
  • Ausrüstungsgegenstände, optische und technische Geräte
  • Orden und Ehrenzeichen
  • Dokumente, wie Wegpässe, Soldbücher, Postkarten, Fotografien, Militärbücher usw.
  • Militärspielzeug

 

Wichtige Informationsquellen für Sammler

Die Quellen des Militariasammlers sind ebenso zahlreich wie Spezialgebiete. Es existiert ebenso eine große Fülle an Literatur, Katalogen und Zeitschriften zum Thema. Weiterhin ist natürlich das Internet eine wahre Fundgrube an Militaria-Artfakten und Foren, in denen man sich miteinander austauschen kann. Letztlich sollen auch die „professionellen Sammler“, die Museen, nicht unerwähnt bleiben. Wichtige Museen zum Thema Militaria bzw. Militärgeschichte sind etwa das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (Dresden), das Wehrtechnische Museum der Bundeswehr (Koblenz) oder das Wehrgeschichtliche Museum (Rastatt).

Einige wichtige Sammelgebiete im Überblick

Zwar ist die Liste der Militaria-Sammelgebiete, so wie sie oben zu sehen ist, bei Weitem noch nicht komplett. Sie stellt jedoch die größten Teilbereiche dar. Deswegen wird der Ratgeber diese im Folgenden etwas detaillierter beleuchten.

Waffen

Waffen stehen an der ersten Stelle, wenn es um Militaria geht, sind sie doch eines der anschaulichsten und bedeutungsschwersten Objekte des Militärs und des Soldaten. Ein sehr beliebtes Sammelgebiet hierbei sind sogenannte Blankwaffen. Dazu zählen beispielsweise alle Handwaffen mit Klingen, Stangen – und Schlagwaffen. Selbstverständlich gehören auch alle anderen Waffen, die nicht für den direkten Nahkampf konzipiert sind, Fernwaffen, Schusswaffen, Maschinenwaffen sowie Munition usw., in diese Kategorie.

Uniformen

Die Uniform ist ein ebenso beliebtes Sammlungsgebiet. Die Geschichte der militärischen Bekleidung geht bis in die Antike zurück und fußt besonders auf der Geschichte der römischen Legionen. Diese waren zum ersten Mal im großen Stil mit einer kontinuierlichen Ausstattung von Kleidung und Rüstung versehen. Waren die Uniformen – besonders im 18. und 19. Jahrhundert – noch an der zeitgenössischen Zivilmode orientiert, aber schon mit einer kräftigen Farbgebung ausgestattet, orientierte sich die Uniform in neuerer Zeit um. Vor allen Dingen wurde sie funktionaler und erhielt Tarnfarben. Neben der Uniform als „Kampfanzug“ interessiert den Militariasammler hingegen auch die festlich geschmückte Galauniform.
Ebenso wie die Uniform ist die Kopfbedeckung des Soldaten ein interessantes Sammelgebiet. Hier ist besonders der Helm zu nennen, der schon aus der Vor- und Frühgeschichte bekannt ist. Vormals eher aus Filz oder Lederstreifen bestehend, ist der Helm bereits seit dem 3. Jahrtausend vor Christus aus Metall. Durch die großen Fortschritte der Waffenindustrie in der Neuzeit und der Industrialisierung wurden Helme benötigt, die einen zumindest rudimentären Schutz gegenüber den neuen Widrigkeiten wie Patronen und Granatsplittern boten. Der wohl bekannteste Helm in diesem Zusammenhang ist der „Stahlhelm“.

Abzeichen und Orden

Bleibt man zunächst bei der Kleidung des Soldaten, so sind die Abzeichen und Uniformeffekte ein weiteres lohnenswertes Sammelgebiet. Diese können, je nach Alter und Gebiet, aus unterschiedlichen Materialien, Formen und Farben bestehen. Abzeichen und Effekte bestehen oft aus Emblemen bzw. Wappen, es sind Anstecknadeln, Schulterklappen oder Schilder usw. Sie machen meistens die Zugehörigkeit zu einer gewissen Gruppe, den Rang oder den Dienstgrad des Soldaten deutlich.
Mit Abzeichen und Uniformeffekten stark verwandt sind Orden und Ehrenzeichen. Auch diese haben bereits eine lange Geschichte und der findige Militariasammler bekommt diese für nahezu jede Epoche der neueren Zeit. Waren im Mittelalter besonders Ritter die Träger von Orden, unterlagen diese im Zuge der Napoleonischen Kriege einem grundlegenden Wandel. In dieser Zeit wurden viele neue Auszeichnungen geschaffen. In diese Zeit fällt beispielsweise auch die Gründung des „Eisernen Kreuzes“, das als Orden für besonders ehrenvolles Handeln während der preußischen Befreiung von Napoleon konzipiert wurde.

Ausrüstungsgegenstände

Weiterhin beliebt auf der Militaria-Sammel-Skala sind Ausrüstungsgegenstände und andere optische oder technische Geräte. Das kann zum Beispiel das Feldtelefon sein, ein Fernrohr, Fotoapparate und Filmkameras oder Mikrofone sowie Funkgeräte und einiges mehr. Darüber hinaus geht es aber auch hier beispielsweise um Klappsparten, Feldkoffer, Gasmasken, Feldflaschen und Geschirr usw.

Dokumente

Militaria-Dokumente hingegen sind eine Welt für sich, die sich noch einmal in viele verschiedene Sammelgebiete aufteilt. Diese beginnt beispielsweise beim Militärpass, nach 1919 auch Wehrpass genannt. Er diente als Ausweisdokument für den Soldaten genauso wie das Soldbuch. Dieses versammelten jedoch noch eine ganze Anzahl an weiteren Informationen, wie Nachweise über den Sold, über erhaltene Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände oder Lazarettaufenthalte. Weiterhin zählen zu „Dokumenten“ auch Postkarten und Feldpost, Reklamemarken, militärisches Kartenmaterial, Plakate, Führerscheine sowie Urkunden aller Art. Ein spezielles Feld sind dabei Fotografien und Zeichnungen, die eigentlich ein eigenes Sammelgebiet darstellen.

Militärspielzeug

Zuletzt sei nach ein klassisches Sammelgebiet der Militaria gestreift, das mit der Figur des Zinnsoldaten seinen bekanntesten Ausdruck besitzt: Militärspielzeug. Das Spielen mit nachgebauten Waffen, Uniformen, mit Modellfahrzeugen und –Soldaten ist in vielen Ländern populär. Viele der heutigen Militaria-Sammler waren schon von Kindesbeinen an davon fasziniert. Die Soldatenfigur als Spielzeug etwa ist jedoch schon bereits für die Zeit des Römischen Reiches belegt.

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