Die Geschichte der Taler und Doppeltaler

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Die Geschichte der Taler und Doppeltaler

Im Jahr 1486 wurde der erste Taler, der bis ins Jahr 1901 Thaler geschrieben wurde, unter dem Namen Tiroler Guldiner gefertigt. Diesen Taler nannte man auch Großer Groschen oder Großer Pfennig. Die Idee des Talers stammt aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen, als die Herrscher feststellten, dass die Goldreserven für die Herstellung des Guldens zur Neige gingen und aus diesem Grund eine Münze aus Silber gefertigt werden sollte. Durch die Goldknappheit wäre der Preis für die Fertigung der Münzen unwirtschaftlich geworden. Damit der Wert des Talers mit dem Gulden gleichzusetzen war, wurde das Gewicht auf 31,9 Gramm festgelegt. Der erste Taler wurde im Ort Hall in Tirol gefertigt und war mit einem Feingewicht von 937,5 Tausendstel fast eine reine Silbermünze. Von dort aus wurde sie zu einer der wichtigsten Münzen im europäischen Raum. In Deutschland blieb der Taler bis ins Jahr 1871 gültiges Zahlungsmittel, wo er dann von der Mark abgelöst wurde. Für Sie als Sammler beginnt hier die Talerreise in eine lange zurückliegende Geschichte.

Der sächsische und der Schlicksche Guldengroschen

Das Kurfürstentum Sachsen verfügte über große Silberaufkommen, sodass dort im Jahr 1500 der sächsische Groschen herausgegeben wurde. Zu dieser Zeit erließ Kurfürst Friedrich der Weise mit Genehmigung des Herzogs Albrecht die Münzordnung, die die Vorlage für andere Münzen war, und als Basis für die im 16. Jahrhundert folgende Reichsmünzordnung galt. Im Jahr 1525 wurde der sächsische Guldengroschen umbenannt in den Klappmützentaler. Aufgrund der Silbervorkommen im Erzgebirge wurde auch hier seit dem Jahr 1519 unter Graf Schlick der Schlicksche Guldengroschen in großen Mengen geschlagen. Aufgrund der Herkunft aus dem Ort Joachimsthal in Nordböhmen wurden sie kurz darauf in Joachimsthaler umbenannt.

Der Reichstaler - der erste richtige deutsche Taler

Ab dem Jahr 1524 arbeiteten Mitglieder im Reichstag daran, durch Münzordnungen den Taler auf eine einheitliche Währung im ganzen Land festzuschreiben. Viele Versammlungen gingen ins Land, bis im Jahr 1566 endlich der Durchbruch gelang und der Reichstaler geschaffen wurde. Der Reichstaler war auch die erste Münze, die die Bezeichnung Taler erhielt, und löste die wichtigste Silbermünze, den Guldiner, ab. Eine Münze hatte nun einen festgelegten Wert von 68 Kreuzer mit einem Silberfeingehalt von zirka 27 Gramm. Trotz Festlegung des Silbergehaltes wurde das Silber immer weiter reduziert, sodass die Münzen später nur noch einen Wert von ungefähr 133 Kreuzern hatten. Der Reichstaler blieb bis ins Jahr 1700 die wichtigste Münze des Reiches und wurde zuletzt als Schaumünze im Jahr 1797 im Kurfürstentum Hannover geprägt. Sammler finden ein großes Sortiment an Reichstalern, von der ersten Ausgabe bis ins 17. Jahrhundert, vor.

Der Laubtaler wurde aus Frankreich eingeführt

Im 17. Jahrhundert vollzog sich innerhalb des Heiligen Römischen Reiches erstmals ein Verfall einer Währung. Es waren zum einen die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges in der Zeit von 1618 bis 1648, der die Stabilität der Münzen sehr ins Wanken brachte. Dieses wollte man unterbinden, indem der Wert des Talers von 68 Kreuzern auf maximal 1000 Kreuzer erhöht wurde. Die zweite Auswirkung war, dass in den Bergwerken die Silbervorkommen deutlich zurückgingen. Dadurch blieb den Münzherren keine andere Wahl als kleinere Teilstücke des Reichstalers zu fertigen. Mit dieser Maßnahme sank der Reichstaler im europäischen Wert. Das Volk bevorzugte nun Währungen aus den benachbarten Ländern und so verbreitete sich beispielsweise der französische Écu aux lauriers in Deutschland. Der Écu aux lauriers, der in Frankreich bereits im Jahr 1726 eingeführt wurde, bekam in Deutschland den Namen Laubtaler, weil auf den Münzen Lorbeerzweige abgebildet waren.

Der Konventionstaler - die erste Münze mit Nennwert

Aus Angst von einer ausländischen Währung abhängig zu sein, versuchten die Verantwortlichen im Reich im Jahr 1753 mit der Veröffentlichung des Konventionstalers das Land wieder zu stabilisieren. Zum ersten Mal trug nun die Münze eines Talers einen Nennwert, da in der Vergangenheit die Werte der Taler nur anhand der Größe unterschieden werden konnten. Auf den Münzen befanden sich nun Angaben, wie beispielsweise „X Eine feine Mark" für einen ganzen Taler, und „XX Eine feine Mark" für einen halben Taler. Die ersten Taler wurden in Bayern und Österreich und ab dem Jahr 1763 im Norden von Deutschland eingesetzt. Der Konventionstaler wurde in Sachsen bis ins Jahr 1838 geprägt. In Österreich wurde der berühmteste Konventionstaler, der Maria-Theresien-Taler bis ins Jahr 1858 als gesetzliches Zahlungsmittel eingesetzt.

Der Kronentaler hat noch heute einen hohen Sammlerwert

Die Habsburger Monarchie führte im Jahr 1755 in den österreichischen Niederlanden, dem jetzigen Belgien, den Kronentaler ein. Diese Region zählte als zunehmend unabhängig, obwohl sie zur Region des Heiligen Römischen Reiches gehörte. Der Kronentaler löste in diesem Land den Albertustaler, der bis zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Handelsmünze geworden war, und ab dem Jahr 1760 in Süddeutschland den Laubtaler ab. Ab 1809 begannen die Münzprägestätten in Süddeutschland aus der Not heraus die Kronentaler selber zu fertigen, da die Münzen im Land sehr knapp wurden und Österreich im Jahr 1800 die Produktion der Münzen eingestellt hatte. Da die Deutschen zur Herstellung der Münzen keine Unterlagen besaßen, wurde die Zusammenstellung der Rohstoffe zur Herstellung der Münzen geschätzt. Das hatte zur Folge, dass es bei der Herstellung sehr große Differenzen im Fein- und Gesamtgewicht gab. Im Zeitraum der Jahre 1755 bis 1800 existierten in Österreich für die Fertigung vorgeschriebene Maße und Gewichte. Für Sie als Sammler sind daher die anfänglichen Prägungen der Münzen sehr interessant, da Sie Kronentaler erwerben können, die recht unterschiedlich in ihrer Materialzusammensetzung sind. Die große Beliebtheit der Kronentaler aus Süddeutschland in Sammlerkreisen trägt dazu bei, dass Sie nur noch vereinzelte Prägungen aus dieser Zeit erwerben können.

Der Doppeltaler stellte sich schnell als stabile Währung heraus

Der Doppeltaler ist eine Talermünze mit einem Nennwert von zwei Talern. Die Münze wurde zum ersten Mal im Jahr 1838 in Preußen gefertigt und unterlag den Bestimmungen des Dresdner Münzvertrages vom 30. Juli 1838. Der Doppeltaler stammte vom preußischen Taler ab und wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Johann Philipp Graumann entworfen. Der Doppeltaler löste den Konventionstaler als Währung ab und blieb bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Umlauf. Im Jahr 1838 einigten sich zehn der 18 deutschen Zollvereinsstaaten darauf, den Doppeltaler in ihrem Bundesland einzuführen. Da sich die Währung als sehr stabil abzeichnete, führten im Jahr 1858 die restlichen Zollvereinsstaaten sie ebenfalls in ihren Ländern ein. Nachdem auch Österreich und Liechtenstein den Taler einführen wollten, wurde dieser in Anlehnung an die Zollvereine Vereinstaler getauft.

Der Vereinstaler - der Nachfolger des Doppeltalers

Am 24. Januar 1857 wurden in Wien mit dem Wiener Münzvertrag die Bestimmungen des Vereinstalers festgeschrieben. Von nun an gab es einfache und doppelte Vereinstaler. Die einfachen Vereinstaler hatten einen Feingehalt von 16,667 Gramm, die doppelten Vereinstaler einen Feingehalt von 33,408 Gramm. Die österreichische Talerprägung endete im Jahr 1866 nach der Niederlage im Deutschen Krieg. Im Deutschen Reich wurde der Vereinstaler noch bis ins Jahr 1871 geprägt und wurde danach von der Goldmark abgelöst. Anlässlich der Goldenen Hochzeit des sächsischen Königspaares im Jahr 1872 wurde der letzte Doppel-Vereinstaler als Gedenkmünze gefertigt.

Besondere Ausgaben von Talern aller Art

Seit dem Aufkommen des Talers wurden diverse Ausgaben geprägt, die teils nur kurz in Umlauf waren oder in einer bestimmten Region aufgelegt wurden. Zu einem dieser Taler zählte beispielsweise der Lübeck-Stadt-Taler, der während der Hanse im 16. Jahrhundert herausgegeben wurde. Die Stadt Lübeck gehörte zu einer der reichsten Städte und hatte unter anderem das Recht, eigene Münzen zu prägen.

Seit dem 15. Jahrhundert wurde eine Vielzahl lokaler Talermünzen geprägt und herausgegeben. Der Ausbeutetaler war zum Beispiel ein solcher lokaler Sondertaler und konnte als Zahlungsmittel genutzt werden. Anhand der Prägung konnte der Taler der Region zugeordnet werden, aus welcher er stammte. Die Prägungen der Ausbeutetaler unterschieden sich von normalen Talern, sodass man diese leicht erkennen konnte. Noch immer finden sich die aufgrund ihrer limitierten Auflagen sehr begehrten und äußerst seltenen Taler aus unterschiedlichen Regionen im Angebot.

Bremen gehörte ebenfalls zu den reichen Hansestädten und prägte daher eigene Variationen von Talermünzen. Seltenheitswert haben zum Beispiel die Sonderausgaben der Jahre 1863, 1865 sowie 1871, die aus Silber hergestellt wurden, jedoch den Aufdruck „Ein Thaler Gold" trugen. Grund hierfür war, dass der Bremer Goldtaler, der als Währung im 18. Jahrhundert in Bremen Einzug hielt, lediglich auf dem Papier bestand. Des Weiteren können Sie Ihre Sammlung mit Talermünzen der Stadt Bremen ab dem Jahr 1542 ergänzen, denn seit dem Jahr 1541 war Bremen zur Prägung von Münzen befugt. Dieses Recht erlosch erst 1872 durch die Gründung des Deutschen Kaiserreiches.

Was Sie beim Kauf von Talern und Doppeltalern berücksichtigen sollten

Eine gewisse Vorkenntnis kommt Ihnen beim Kauf von Talern und Doppeltalern zugute. Dieses Know-how schützt Sie vor dem unerwünschten Kauf von Fälschungen. Eine informative Quelle können für Sie zum Beispiel Münzkataloge sein, die für Münzsammler von unterschiedlichen Verlagen herausgegeben werden. Ziehen Sie diese zurate, um alles Wichtige über die Münzen und Taler sowie Sonderausgaben ab dem Jahr 1486 zu erfahren. Die Herausgeber der Kataloge sorgen durch regelmäßige Aktualisierung dafür, dass Ihnen der neueste Wert zur Verfügung steht. 

So bewahren Sie Ihre Sammlung mit Talern und Doppeltalern professionell auf

Es gibt ein breit gefächertes Sortiment an Sammelalben, in denen Sie Ihre Taler und Doppeltaler zur Aufbewahrung unterbringen können. In diesen Alben sortieren Sie Ihre Sammlung nach Serien. Dies ermöglicht Ihnen einen präzisen Überblick über vorhandene, fehlende oder doppelte Exemplare. Außerdem sind die Münzen durch eine professionelle Aufbewahrung vor Kratzern, Beschädigungen, Fingerabdrücken und Staub geschützt. Denn nur unversehrte Taler in vollständigen Serien oder Sonderausgaben und Gedenkmünzen haben einen Sammlerwert.

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