Die Geschichte der Hummel-Figuren von Goebel

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Die Geschichte der Hummel-Figuren von Goebel

Hummel: Das sind putzige Kinderfiguren, die sich seit vielen Jahrzehnten großer Beliebtheit erfreuen. Manchmal ist der Werdegang eines Kultobjektes erstaunlich. Darüber, wer die Idee hatte und wie es den Machern erging, lesen Sie hier mehr.

 

Die Idee einer jungen Nonne und Kunstlehrerin bei den Franziskanerinnen

Berta Hummel ist die Erfinderin der Kinderfiguren. Früh entdeckte sie ihre Berufung zum Klosterleben, ebenso früh ihre Leidenschaft für das Zeichnen von spielenden Kindern und humorvollen Situationen des Alltags. Beides ließ sich im Kloster Sießen, Niederbayern, kombinieren. Berta, die nun Maria Innocentia hieß, arbeitete als Kunstlehrerin der angeschlossenen katholischen Schule. Der katholische Verlag veröffentlichte die Werke von Maria Innocentia Hummel, die in der breiten Öffentlichkeit schnell beliebt, von den Nationalsozialisten jedoch als entartete Kunst bewertet wurden, da die Bilder nicht ausschließlich blonde und blauäugige Menschen zeigten. Jung verstarb die Künstlerin und Nonne 1946 mit nur 37 Jahren an den Folgen einer Rippenfellentzündung.

 

Die Porzellanfabrik W. Goebel und die Figuren der Berta Hummel

Schon 1934 erwarb W. Goebel nach einem Treffen mit Maria Innocentia die Lizenz, ihre Zeichnungen als Vorlage für die Hummel-Figuren zu nutzen, die weltberühmt werden sollten. Schon im Folgejahr kamen die ersten Kleinplastiken aus Feinkeramik auf den Markt. Die Erschaffer dieser farbig glasierten Figuren hießen Arthur Möller und Reinhold Unger. Insgesamt 400 Figuren entstanden, ständig auf Intention und Stil überprüft. Diese Aufgabe übernahmen die Familie Hummel in Zusammenarbeit mit dem Sachverständigengremium des Klosters Sießen und der Geschäftsführung der Firma Goebel. Noch immer fließt ein Teil der Erlöse aus den Hummel-Figuren in die Kassen der Franziskanerinnen des Klosters in Niederbayern. Mit diesen Geldern werden diverse Projekte finanziert.

 

Von der Zeichnung zum begehrten Sammlerobjekt: Hummel-Figuren erobern die Welt

Neben den Deutschen fanden auch die US-Amerikaner schnell Gefallen an den putzigen Figuren. Schon 1935 wurden auf der Leipziger Frühjahrsmesse viele Tausend Stück in die USA verkauft. Nach dem Weltkrieg brachten die Alliierte Hummel-Figuren als Mitbringsel mit nach Hause. Sie galten als "typisch deutsch". Fast in jedem Haushalt soll eine der Figuren zu finden gewesen sein.

Erst 2008 stellte die Porzellanfabrik W. Goebel die Produktion ein. Grund: fehlende Wirtschaftlichkeit. 2009 wurde die Herstellung der Figuren von der Manufaktur Rödental wieder aufgenommen. 30 Fachkräfte arbeiteten daran. 2013 musste die Manufaktur jedoch Insolvenz anmelden. Doch schon Ende des Jahres konnte es weitergehen. Die Hummel-Figuren werden heute noch immer in Rödental hergestellt, nun von der "Hummel Manufaktur GmbH".

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