Die Geschichte der Betriebssysteme: Von DOS zu Windows – Eine Zeitreise

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Die Geschichte der Betriebssysteme: Von DOS zu Windows – Eine Zeitreise

Mit den Betriebssystemen DOS und Windows ist das 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründete Unternehmen Microsoft untrennbar verbunden. DOS entstand durch die Zusammenarbeit mit IBM und wurde 1981 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der IBM-PC und alle Nachbauten auf Personal-Computer-Basis wurden fortan mit diesem Betriebssystem ausgestattet.

In den 1990er-Jahren setzte Microsoft dann auf die Entwicklung eines grafischen Betriebssystems, und Windows war geboren. Heute ist das amerikanische Unternehmen Marktführer sowohl im Bereich der Computerbetriebssysteme als auch bei den sogenannten Office-Anwenderprogrammen.

Die ersten Heimcomputer

In den 70er-Jahren lag die Geburtsstunde der Heimcomputer. Die Prozessoren hatten gerade einmal 8 Bit, und Software musste von den Anwendern meist selbst geschrieben werden. Eine der bekanntesten Programmiersprachen war damals Basic, die auch von Microsoft auf viele Systeme übertragen wurde. Basic ermöglichte erstmals eine eigene Datenträgerverwaltung. Die logische Folge war die Entwicklung des heute noch bekannten Dateisystems FAT (File Allocation Table). Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass Basic bei komplexeren Anwendungen nicht mehr ausreichte.

1978 brachte Intel einen 16-Bit-Chip auf den Markt. IBM baute zu diesem Zeitpunkt überwiegend große Rechenanlagen und plante, einen Personal Computer (PC) auf den Markt zu bringen. So entstand das Projekt „Chess“. Als Programmiersprachen sollten

  • Basic,
  • Fortran,
  • Pascal und
  • Cobol

eingesetzt werden. Für die Programmiersprache Cobol wurde allerdings ein eigenständiges Betriebssystem benötigt, für dessen Entwicklung Microsoft auf Umwegen den Auftrag erhielt. Die erste MS-DOS-Version hieß 86-DOS und wurde speziell an den IBM-PC angepasst.

Die Geburt von MS-DOS

Als sich die Wege von IBM und Microsoft in den 80er-Jahren trennten, entwickelte IBM das Betriebssystem auf einer eigenen Schiene weiter. Microsoft nannte seine Versionen fortan MS-DOS (Microsoft-DOS), die in anderen als den von IBM gebauten Industriecomputern zum Einsatz kam.

MS-DOS war zwar nicht das erste von Microsoft entwickelte Betriebssystem, aber eines der erfolgreichsten war es auf jeden Fall.

MS-DOS 1.0

  • Vorgestellt im Jahr 1981
  • 4.000 Programmzeilen Assembler-Code
  • Verwaltung eines Arbeitsspeichers von bis zu 64 Kilobyte
  • Speicherung von Daten auf Disketten mit bis zu 160 Kilobyte
  • Hauptspeicher 8 Kilobyte

MS-DOS 1.1 und 1.25

  • Vorgestellt 1982
  • Unterstützt doppelseitige Disketten (5 ¼ Zoll) mit bis zu 360 Kilobyte
  • In der Version 1.25 auch für Hersteller wie Compaq oder Zenith

MS-DOS 2.0

  • Vorgestellt 1983
  • Festplatten mit bis zu zehn Megabyte
  • Quellcode von etwa 20.000 Zeilen
  • Hierarchisches Dateisystem
  • Durch die Config.sys konnten Anwender erstmals die Betriebsweise von MS-DOS beeinflussen.
  • Ab Version 2.11 gab es länderspezifische Währungs- und Datumsformate und ein erstes Betriebssystem unter diesem Namen für die Laptops von Toshiba.

Zeitgleich erfolgte mit Lotus 1-2-3 die erste Einführung eines Tabellenkalkulationsprogramms aus dem Haus Microsoft.

MS-DOS 3.0

  • Vorgestellt 1984
  • 32 Megabyte Festplatte
  • High Density Disketten (5,25 Zoll)
  • 40.000 Zeichen Quellcode
  • Version 3.1 (1984) erstmals als Netzwerkversion mit dBASE III Plus als Datenbanksystem
  • Version 3.2 (1986) für 3,5 Zoll Disketten mit bis zu 720 KB Speicherplatz
  • Version 3.3 (1987) für Disketten mit bis zu 1,44 MB Speicher. Erstmals die Funktion zur Partitionierung der Festplatte (maximal 800 MB) in bis zu 24 logische Laufwerke

MS-DOS 4.0

  • Vorgestellt 1988
  • Im gleichen Jahr ersetzt durch die Version 4.01
  • Erstmals ein Installationsprogramm mit grafischer Benutzeroberfläche
  • Neue Festplattenpartitionierung für bis zu 2 Gigabyte (FAT 16)

MS-DOS 5.0

  • Vorgestellt 1991
  • Bessere Speicherverwaltung
  • Komfortabler Text-Editor und neue grafische Benutzeroberfläche
  • Erstmals zwei Spiele auf einem PC (basierend auf QBasic)
  • Erstmals Upgrades von älteren MS-DOS-Betriebssystemen auf die Version 5.0

MS-DOS 6.0

  • Vorgestellt 1993
  • Automatische Speicheroptimierung
  • Möglichkeiten zur Defragmentierung und Datenträgerkomprimierung
  • Erstmals Back-ups und Antiviren-Programm
  • Ab Version 6.2 auch mi Scandisc, das CHDSK als Analysewerkzeug ablöste und auch unter Windows noch gebräuchlich war
  • Ab Version 6.22 mit dem Datenträgerkomprimierer DRVSPACE

Die Entstehung der Windows-Betriebssysteme von Microsoft

MS-DOS 7.0 wurde 1995 als Bestandteil des neuen Betriebssystems Windows 95 vorgestellt. MS-DOS konnte zu diesem Zeitpunkt noch selbstständig geladen werden und war besonders bei der Nutzung diverser Spiele lange Zeit noch sehr populär. Mit der B-Version von Windows 95 wurde 1996 auch MS-DOS in der Version 7.1 vorgestellt. Nun konnte auch mit FAT-32-Laufwerken gearbeitet werden.

Die letzte Version von MS-DOS erschien im September 2000. Es gab bei MS-DOS 8.0 keine Neuerungen, sondern eher Einschränkungen. Die Funktion wurde auf den Bootloader beschränkt. Es konnte fortan auch nicht mehr im reinen DOS-Modus gestartet werden.

Trotzdem basieren bis heute alle Microsoft-Betriebssysteme auf MS-DOS. Selbst für Windows XP gab es eine Option, mit der man eine MS-DOS-Startdiskette erstellen konnte. Damit konnten über MS-DOS Geräteaktualisierungen (BIOS oder Firmwareupdates) ausgeführt werden.

Die Besonderheiten von MS-DOS

Das Betriebssystem MS-DOS war etwa 20 Jahre lang fester Bestandteil eines jeden PCs. Es wurde ständig weiterentwickelt und ermöglichte relativ schnell auch den Betrieb sehr ausgereifter Programme. Anfang der 90er-Jahre sorgten Spiele unter MS-DOS für einen neuen Boom. Zeitgleich stieg auch die Nachfrage nach Zubehör wie Soundkarten, Grafikkarten und CD-ROM-Laufwerken stark an.

Anfang der 80er-Jahre lag das Hauptaugenmerk von Microsoft auf dem Verkauf von DOS-Lizenzen. Um mit den technischen Entwicklungen der Mitbewerber Schritt halten zu können, musste eine grafische Benutzeroberfläche entwickelt werden. Das zunächst als „Interface Manager“ bezeichnete neue System erhielt rasch den Namen „Windows“, weil die Entwickler immer von Fenstern gesprochen hatten.

Da Windows nach den Vorstellungen von Bill Gates auf jedem Computer eingesetzt werden sollte, mussten viele unterschiedliche Treiber entwickelt werden. Die Windows-Version 1.0 kam mit erheblicher Verspätung dann Ende 1985 auf den Markt.

Allerdings zeigte sich rasch, dass das Arbeiten mit MS-DOS Anwendungen unter Windows kaum Vorteile brachte. Es gab kaum Farbmonitore, und auch die Diskettenlaufwerke waren relativ langsam.

Besonderheiten der ersten Windows-Generation

Zwei Komponenten bestimmten die Oberfläche der ersten Windows-Generation. Auf dem Desktop findet man

  • minimierte Fenster in Form von Symbolen und
  • geöffnete Fenster auf einer eigenen Ebene.

Die Darstellung von überlappenden Fenstern war hingegen nicht möglich. Erstmals gab es die Möglichkeit, Fensterinhalte im Vollbildmodus anzuzeigen oder einzelne Fenster zu minimieren. Außerdem wurde das Drag-and-drop-Verfahren zum Verschieben von Fenstern eingeführt. Eine Tastenkombination ermöglichte das Umschalten zwischen den einzelnen Fenstern.

Gestartet wurden die ersten Windows-Versionen aber nach wie vor auf der MS-DOS-Ebene.

Für die Alltagsanwendung von Windows wurden nützliche Komponenten als Zubehör programmiert. Dazu gehören unter anderem:

  • die Systemsteuerung als eigenständiges Programm,
  • Write als eigene Textverarbeitungssoftware,
  • Paint als Malprogramm,
  • eine analoge Uhr,
  • eine Kalendersoftware und
  • ein Taschenrechner.

Die Installation erfolgte mithilfe von Disketten über ein textbasiertes MS-DOS-Programm. Windows selbst wurde dann unter dem MS-DOS-Befehl „win“ gestartet.

Windows 2.0 und 3.0 revolutionierten den digitalen Markt

Unter Windows 2.0 waren erstmals Anwenderprogramme wie Microsoft Excel als Tabellenkalkulator und MS-Word lauffähig. Als 1990 MS-Windows in der Version 3.0 auf den Markt kam, hielten viele dieses Betriebssystem für eine echte Revolution. Die Benutzeroberfläche stellte sich deutlich professioneller dar, und außerdem konnten nun auch komplette Netzwerke unter Windows arbeiten. Dafür war die Version Windows for Workgroups notwendig, die sowohl in der normalen Version 3.1 als auch unter NT 3.1 (New Technology) auf den Markt kam. Das alles war aber nur möglich, weil inzwischen auch die sogenannten Heimcomputer über eine ausreichend große Rechenleistung verfügten. Von Windows 3.0 hat Microsoft insgesamt mehr als 10 Millionen Lizenzen verkauft.

Windows 95

Windows 95 war als Vereinigung der Versionen Windows for Workgroups und des herkömmlichen MS-DOS-Betriebssystems entwickelt worden. Dieses Programm konnte sowohl mit der herkömmlichen 16-Bit- als auch mit der 32-Bit-Technologie arbeiten.

Die neue grafische Oberfläche sorgte für eine hohe Akzeptanz. In den ersten drei Monaten nach seinem Erscheinen wurde Windows 95 etwa 45.000.000 Mal verkauft. Gegenüber Windows 3.1x waren unter anderem folgende Neuerungen zu verzeichnen:

  • Startmenü statt Programmmanager,
  • Explorer anstelle des Dateimanagers,
  • bessere Multimedia-Unterstützung und
  • automatische Hardwareerkennung.

Windows 98

Drei Jahre später erschien mit Windows 98 der lang ersehnte Nachfolger mit diversen Erweiterungen. Dazu gehörten:

  • der leichtere Zugang zum Internet,
  • FrontPageExpress zum Erstellen eigener Webseiten,
  • Schnellstartleiste,
  • Favoriten direkt im Startmenü,
  • bessere Suchfunktionen,
  • Wartungsassistent und „Dr. Watson“ zum Protokollieren von Softwarefehlern,
  • NetMeeting für Onlinekonferenzen,
  • Outlook-Express als eigenes E-Mail-Programm
  • und vieles mehr.

Unter Windows 98 und der Folgeversion 98 SE gab es auch erstmals ein Microsoft-Betriebssystem mit USB-Unterstützung.

Windows 2000

Windows 2000 (Nachfolger von Windows NT 4.1) sollte eigentlich die 9xer- und die NT-Versionen ersetzen. Eingesetzt wurde es jedoch überwiegend in großen Firmennetzwerken, sodass für private Anwender die Veränderungen kaum von Interesse waren.

Windows XP

Das änderte sich allerdings schlagartig 2001 mit der Einführung von Windows XP. Dieses Programm hat mehr Lizenzen verkauft als alle bisherigen Windows-Versionen zusammen. Allerdings soll nach dem Erscheinen von Windows 8 im Oktober 2012 der Support für Windows XP in absehbarer Zeit auslaufen. XP war auch das erste Betriebssystem von Windows, dass es in einer 64-Bit-Version gab. Das ist für die letzten Versionen, die unter der Bezeichnung Windows 7 und Windows 8 auf den Markt kamen, eine Selbstverständlichkeit.

Windows Vista, Windows 7 & Windows 8

Windows 7 ist eigentlich kein neues System, sondern eine Weiterentwicklung von Windows Vista, das bei seiner Einführung 2006 nicht wirklich überzeugen konnte. Dieses Problem ist gelöst, denn Windows 7 erfreut sich großer Akzeptanz. Dahingegen scheint Windows 8 eher wieder ein Nischenprodukt für besondere Anwender zu sein.

Fakt ist aber sicher eines: Die Erfolgsgeschichte der Betriebssysteme von Microsoft hat noch lange nicht ihr Ende erreicht. Wie bei den Vorgängerversionen auch, zeigt Windows 8 im Anwenderbereich einige Schwächen, an deren Beseitigung bei Microsoft mit Hochdruck gearbeitet wird. Es bleibt spannend abzuwarten, wann uns neue Technologien im Bereich der Computerbetriebssysteme überraschen.

 
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