Die Deutsche Film AG - Was Sie als Filmsammler über die Defa wissen sollten

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Die Deutsche Film AG - Was Sie als Filmsammler über die Defa wissen sollten

Die Deutsche Film AG, DEFA, war das staatliche Filmunternehmen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Von der Gründung im Mai 1946 bis zur Auflösung der DEFA im Jahr 1992 wurden ungefähr 700 Spielfilme, 2.250 Dokumentar- und Kurzfilme sowie 750 Animationsfilme gedreht und mehr als 8.000 Filme synchronisiert. Die DEFA bestand nach der Gründung der DDR aus mehreren volkseigenen Betrieben mit unterschiedlichen Aufgaben an verschiedenen Standorten. Seit 1998 pflegt die gemeinnützige DEFA-Stiftung das Filmerbe der DEFA; die Auswertungsrechte, unter anderem für DVD und Video, liegen beim Progress-Film-Verleih.

  

Das DEFA-Studio für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg

Zum DEFA-Studio für Spielfilme gehörten die ehemaligen Studios der UFA in Potsdam-Babelsberg und die traditionsreichen Ateliers in Berlin-Johannisthal, in denen in den 1920er-Jahren bereits Stummfilmklassiker wie "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" von Friedrich Wilhelm Murnau und "Dr. Mabuse, der Spieler" von Fritz Lang gedreht worden waren. Das DEFA-Studio für Spielfilme war dem Ministerium für Kultur unterstellt und produzierte hauptsächlich Spielfilme für das Kino und das Fernsehen. Daneben wurden Dienstleistungen für ausländische Filmproduktionen angeboten. Noch heute sind zahlreiche Spielfilme der DEFA bekannt und beliebt, wie zum Beispiel "Die Mörder sind unter uns" von Wolfgang Staudte mit Hildegard Knef aus dem Jahr 1946, "Berlin – Ecke Schönhauser" von Gerhard Klein mit Ekkehard Schall und Ilse Pagé aus dem Jahr 1957 und "Solo Sunny" von Konrad Wolf und Wolfgang Kohlhaase mit Renate Krößner und Alexander Lang von 1980.

  

Das DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme in Potsdam

Das DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme war in Potsdam-Babelsberg in der Straße Alt-Nowawes ansässig und stellte vorrangig Kurzfilme, Lehrfilme, Industrie- und Werbefilme sowie Kulturfilme her. Auftraggeber für diese Filme waren unter anderem die Akademie der Pädagogischen Wissenschaften, das Deutsche Hygienemuseum, das Ministerium für Kultur und das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten.

  

Die DEFA-Studios für Dokumentarfilme in Berlin und Potsdam

Das DEFA-Studio für Dokumentarfilme produzierte in zwei Studios in Berlin und in Potsdam-Babelsberg. Die Dokumentarfilme der DEFA wurden sowohl für das Fernsehen als auch für das Kino produziert und erreichten damit ein großes Publikum. Bekannte Produktionen waren beispielsweise "Rangierer" von Jürgen Böttcher aus dem Jahr 1984, "Mädchen in Wittstock" von Volker Koepp aus dem Jahr 1974, "Erinnerungen an eine Landschaft – Für Manuela" von Kurt Tetzlaff aus dem Jahr 1983, das noch heute beliebte "Sandmännchen" sowie die Sendereihen "Verkehrskompass" und "Der Augenzeuge".

  

Das DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden

Das Dresdner DEFA-Studio für Trickfilme bestand von 1955 bis 1992 als eigenständiger volkseigener Betrieb. Neben Zeichentrickfilmen wurden hier auch Scherenschnitt-, Puppentrick- und Handpuppenfilme hergestellt. Das zählten zum Beispiel 1955 "Der kleine Häwelmann", 1960 "Das Wolkenschaf" sowie zahlreiche Märchenfilme. Seit 1993 wird das Erbe des Trickfilmstudios durch das Deutsche Institut für Animationsfilm (DIAF) verwaltet und erforscht.

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