Die Details zählen - Vintage-Schmuck online finden

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Die Details zählen - Vintage-Schmuck online finden

Vintageschmuck als pfiffiges Accessoires

Das Wort Vintage ist englischen Ursprungs und bedeutet alt, gereift, besonders. Im Deutschen wird dieses Wort dazu verwendet, um eine besondere Güte oder Qualität herauszustreichen und bedeutet auch hier das Besondere und das Althergebrachte. Anders als im deutschen Sprachgebrauch wird im Englischen allerdings nur alte und nicht künstlich gealterte Kleidung als "vintage" bezeichnet. In den letzten Jahren kristallisiert sich dabei allerdings ein eigener Vintage-Stil heraus. Die bekannteste Form der Vintage-Kleidung stellt wohl die zerrissene und ausgebleichte Jeans dar.

Als Kleidung im Vintagestil werden im allgemeinen Kleidungsstücke oder Schmuckstücke bezeichnet, die im Retrolook der 1920er bis 1970er Jahre gestaltet worden sind. In der Mode kann aber auch ein Kleidungsstück aus einer älteren Kollektion eines Designers damit bezeichnet werden. Die Merkmale des Vintage sind eine gehäufte Verwendung von Ornamenten oder blumigen Details. Auch sind die Formen oftmals von Pflanzen oder Blumen inspiriert. Ein weiteres Merkmal des Vintage ist zudem die Verwendung von alten Schnitten oder Mustern. Doch damit Sie eine ungefähre Vorstellung davon haben, ob der Vintage-Schmuck, sich mit dem Schmuckstil der gesuchten Stilepoche deckt, sollten Sie einiges über den Schmuck der Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts wissen.

Der Schmuck der goldenen 1920ern

In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts herrschte gerade wirtschaftlicher Aufschwung, es wurden rauschende Partys gefeiert und auch die Mode der 1920er repräsentierte dabei fantasievoll diesen Umbruch. Das Korsett wurde abgelegt, die Kleidung wurde androgyn. Stilikonen wie Marlene Dietrich oder Coco Chanel waren stilangebend in der Damenmode. Dabei kristallisierten sich drei verschiedene Stile heraus: Garçonne, Art déco und Charleston.

Garçonne kommt vom französischen Wort "garçon" für "junger Mann". Dieser Stil herrschte in den frühen 1920er Jahren vor, wobei die Mode für Frauen schlicht und männlich gehalten wurde. Charakteristisch für diese Zeit war die Bubikopf-Frisur. Besonders populär waren dabei perlenbesetzte Halsbänder in Krawattenform.

Art déco ist ebenfalls ein Kunststil, der von ca. 1918–1940 herrschte. In Deutschland löste er den Jugendstil ab und gab sich betont modern. Typisch für den Art decó Schmuck sind neben den glatten Flächen und den geraden Linien die geometrischen und akkurat ausgerichteten Formen. Die reichen Verzierungen der früheren Epochen galten als unmodern. Es wurden vermehrt edle und ausgefallene Materialien wie Elfenbein oder Edelmetalle verwendet. Besonders der prachtvolle Diamantschmuck ist heute noch in Erinnerung.

Charleston war ursprünglich ein Gesellschaftstanz, der als provokativ und unschicklich galt. Man kann den Charleston einzeln oder als Paar tanzen, sollte aber in Übung sein, da es sich um einen sehr schnellen Tanz handelt. Auch ein Modestil wurde nach dem Charleston benannt. Typisch für diesen Stil sind die Fransenbesätze an den Kleidern, Applikationen aus Perlen und Pailletten und die Stirnbänder mit großen Federn und Halsketten mit in regelmäßigen Abständen eingearbeiteten Perlen. Auch Federboas und Zigarettenhalter gehören unabdingbar zum Charleston.

Der Schmuck der 1930er Jahre – die Zeit der Weltwirtschaftskrise

Nach den goldenen 20er Jahren folgte die Weltwirtschaftskrise zwischen 1928 und 1930. Es kam zur Verelendung vieler Arbeiter und zu Massenarbeitslosigkeit. Die Mode wurde wieder femininer und eleganter. Der Vamp der 1920er Jahre wurde von eleganten Damen abgelöst, die sich als repräsentative Gattin in weich fallende Stoffe kleidete. Unverzichtbar waren asymmetrische Schnitte und Schmuckstücke aus dem vergleichsweise günstigen Bakelit. Der Art Déco ist immer noch die vorherrschende Stilrichtung und der Schmuck wird aus eher preiswerten Materialien angefertigt. Dabei wird die schlichte Linie des Art Déco fortgesetzt. Nicht fehlen durften in diesem Jahrzehnt natürlich die Hutnadeln, um einerseits den Hut zu schmücken und andererseits diesen an der Frisur zu befestigen.

Der selbstgemachte Schmuck der 1940er

Die 1940er Jahre waren vorrangig vom Krieg geprägt. Die Männer waren im Krieg, die Städte zerbombt und die Frauen mit dem puren Überleben beschäftigt. Da wegen des Krieges auch bei Stoffen Mangel herrschte, wurden die Röcke kürzer und verschiedene Stoffreste kombiniert. Die Kleider waren hochgeschlossen und die Figur durch an Uniformen erinnernde Kostüme betont. Oft wurde Schmuck selbst hergestellt, aus Wollresten oder anderen Materialien. Auch aus günstigem Glas wurden Schmuckstücke angefertigt.

Die 1950er – Zeit des Rock 'n' Roll

Die 1950er Jahre waren das Jahrzehnt des Wiederaufbaus, des Rock 'n' Roll und des Petticoats. Da die Kriegsjahre ganz langsam anfingen in der Erinnerung zu verblassen und wieder mehr Geld dem Haushalt zu r Verfügung stand, wollten die Frauen auch wieder mehr Weiblichkeit zeigen. Dabei wurden besonders die Hüfte und der Busen betont. Bei der Mode war besonders Christian Dior ein Vorreiter. Er sorgte dabei mit seinem "New Look" weltweit für Aufsehen. Er selbst nannte diese Linie allerdings corolle (französisch für Blütenkrone), weil ihn der weite Rock in Verbindung mit einer schmalen Taille an eine umgedrehte Blüte erinnerte. Die Frau war nicht mehr das working girl, sondern wandelte sich wieder zur Dame. Die Röcke verbreiterten sich nach unten, und das Babydoll setzte sich als Nachthemd durch. Ursprünglich war ein Babydoll ein leichter Pyjama, während heute nur noch das Oberteil so bezeichnet wird.

Mode der Gegensätze

Die Mode dieses Jahrzehnts kannte dabei viele Gegensätze, es gab Petticoatkleider und enge Bleistiftröcke. Für die Partybesuche kamen glamouröse Cocktailkleider in Mode. Damit der neue Wohlstand nach den Kriegsjahren gezeigt werden konnte, waren die Röcke wieder wadenlang und voluminös. Auch die Hüte, die zusammen mit den Handtaschen und Schuhen auf die Kleider abgestimmt worden sind, wurden wieder größer. Eine absolute Neuheit waren die Taschen aus dem Kunststoff Lucite. Dabei wurde der acrylglasähnliche Stoff ausgewalzt, in Platten gepresst und zu Handtaschen geformt. Verziert worden sind diese Taschen mit Blüten, Muscheln und Strasssteinen. Ein großes Thema der 1950er ist die Mode der Rockabillys. Neben den allgegenwärtigen Punkten auf Kleidern, Handtaschen und Haarschleifen waren auch große Blumenohrringe oder anderer Schmuck im Tiki-Style modern. Der heutige Vintageschmuck, der zum Thema 50er-Jahre passt, zeigt meist Motive, die auch bei Tätowierungen verwendet werden, wie zum Beispiel stilisierte Totenköpfe, Würfel, flammende Herzen, Seemannsmotive und dergleichen mehr.

Die 1960er Jahre – die Zeit des Wirtschaftswunders

Die 1960er Jahre waren das Jahrzehnt der Hippies. So wurden die Anhänger der gegenkulturellen Jugendbewegung genannt, die ihre Anfänge in den Vereinigten Staaten hatte. Diese Bewegung stellte den in den 1950ern entstandenen Wohlstand mit seinen Idealen infrage. Die Hippies wollten nicht nur dem Druck der Gesellschaft entfliehen, sondern auch eine neue Lebensweise mit menschlicheren Umgangsformen finden. Die Mode der Hippies war bunt. Batikgewänder wurden mit Sandalen kombiniert, das Haar wurde lang und offen getragen. Der Drogenkonsum prägte die psychedelischen Farben der Kleider und der Accessoires. Die Musikrichtungen reichen von Rockmusik über Folk zu Reggae. Diese Vielfalt spiegelt sich auch im Schmuck der Blumenkinder wider. Das Motto der 1960er war: je bunter, desto besser. Der Vintageschmuck der 60er Jahre war wie das Jahrzehnt selbst bunt und schrill und in den 60er Jahren wurde wie in den 1950ern Lucite verwendet.

Flower Power

Im biederen Mittelstand löste der Minirock eine Revolution aus und auch Schlaghosen mit Plateauschuhen wurden beliebt. Zudem ist Elfenbein verwendet worden, um Ketten, Armbänder und Broschen herzustellen. Da heutzutage aus Tierschutzgründen die Verwendung von Elfenbein untersagt ist, werden Sie dieses bei eBay allerdings vergeblich suchen. Was Sie jedoch finden können, sind Broschen oder Ohrringe mit Libellen oder Schmetterlingen als Motive. In rauen Mengen wurden auch Schmuckstücke mit geschnitzten Blumen, wie zum Beispiel Rosen oder Stiefmütterchen hergestellt. Falls der Schmuck nicht aus echtem Gold bestand, wurde er zumindest golden eingefärbt, um eine gewisse Wertigkeit vorzutäuschen. Auch die Kameen waren zu dieser Zeit beliebt, oder Medaillons mit einem Bild des Liebsten im Inneren. Erstmals trugen auch Männer auffälligen Schmuck, so zum Beispiel große Siegelringe mit den eigenen Initialen oder einem polierten Stein, häufig Lapislazuli oder tiefschwarze Steine. Zu diesen am kleinen Finger getragenen Ringen gab es passende viereckige Manschettenknöpfe mit den gleichen Steinen.

An Uhren wurden Modelle mit sehr kleinen Uhrwerken getragen, die an geflochtenen schwarzen Uhrbändern befestigt waren. Die Ziffern auf den Uhren wurden durch Markierungen ersetzt und oftmals wurden auch Halbedelsteine verarbeitet. Die Herren dieser Zeit trugen schlichte goldene Uhren mit einem ebenso schlichten Metallarmband oder einem Lederarmband.

Der Schmuck der 70er – bunt und eigenwillig

In den 1970ern waren Wiki und die starken Männer angesagt, ebenso wie das letzte Album der Beatles. In der Mode war in den 70ern so gut wie alles erlaubt. Die Röcke wurden mini, midi oder maxi getragen, und bei den Hosen kamen die Hot Pants in Mode. Auch knöchellange fließende Röcke wurden getragen ebenso sie Schlaghosen mit Applikationen an den Seiten. Der BH wurde verbrannt und neben wadenlangen Jeansröcken sah man zudem bauchfreie Wickeltops. Die Jugendlichen gestalten erstmals ihre Kleidung und ihren Schmuck selbst, wobei alles erlaubt ist.

Von Woodstock in die Disco

Dabei wird die Mode der jungen Generation von Modedesignern kopiert, zuerst die extremen Accessoires der Blumenkinder der 1960er Jahre mit den Glasperlen, Muscheln und Halbedelsteinen. Ketten werden zu dieser Zeit bis zu den Knien getragen, oft auch mehrere übereinander und entweder auf der Brust zu einem Knoten geschlungen oder um den Hals gewickelt. Die Ketten sind bunt und aus billigem Material, zum Beispiel aus Plastik. Dazu trägt man Armreifen aus billigem silberfarbenen Metall. Discodance kommt in Mode und passend dazu die grell bunten Plastikschmuckstücke für den wochenendlichen Discobesuch. Für den verkaterten Tag nach der Disco waren riesengroße Sonnenbrillen angesagt. Auch der Punk wurde geboren und mit ihm die Sicherheitsnadel als modisches Accessoire. Piercings kamen auf, ebenso wie das Anarchie-Symbol, das viele Jugendliche dieser Zeit trugen. Gegen Ende der 1970 entstanden die Gothic- und die Popperszene. Während die Anhänger der Gothic-Szene mit Kreuzen und Kruzifixen, schwarzer Kleidung und trostloser Gesinnung versuchten, sich von der Masse abzugrenzen, rebellierten die Popper mit Markenkleidung und teuren Zigaretten gegen die Rebellion.

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