Die Canon IXUS-Reihe – Vor- und Nachteile gegenübergestellt

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Die Canon IXUS-Reihe – Vor- und Nachteile gegenüber gestellt

Fotografieren ist vielen Menschen ein liebes Hobby, wobei die Entwicklung der letzten zehn oder 20 Jahre sicherlich zu diesem Trend beigetragen hat. Heute geht alles digital, das Bild gibt es sofort. Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Sie einen Film zum Fotografen bringen mussten.

Vieles ist einfacher geworden. Ihre Bilder können Sie auf einem kleinen Display sofort anschauen und weniger schöne Bilder prompt löschen. Das ging beim Film nicht. Da wurden auch Bilder entwickelt, die nicht gelungen waren. Und das Entwickeln war mit Kosten verbunden. Bei der modernen Digitalkamera zahlen Sie für Ihre Bilder nichts. Mit Kabel oder mittlerweile sogar kabellos können Sie Ihre Schnappschüsse zudem umgehend auf Computer oder Fernseher übertragen und gemeinsam mit Familie und Freunden anschauen.

Digitalkameras haben also viele Vorteile. Trotzdem ist es nicht einfach, das am besten geeignete Modell auszusuchen. Die breite Angebot an Kameras macht die Wahl zur sprichwörtlichen Qual. Doch Sie können auch die Suche eingrenzen, beispielsweise nach Hersteller. Wie etwa Canon. Und dessen IXUS-Reihe.

Digital: Was ist eine digitale Kompaktkamera

Die IXUS-Reihe aus dem japanischen Hause Canon ist manchem Leser vielleicht gut bekannt, anderen weniger. Schon 1996 brachte Canon seine erste IXUS auf den Markt, damals noch mit APS. Das Kürzel steht für „Advanced Photo System" und gilt als eine Art Vorläufer der heutigen Digitalkameras. Tatsächlich war APS eine Art Hybrid-Kamera, die bereits digitale Informationen speicherte. Wegen des neuen Filmmaterials und weiterer Nachteile konnte sich die APS jedoch nicht durchsetzen und wurde nur wenige Jahre später von der aufkommenden Digitalkamera verdrängt.

Canon erkannte natürlich die Zeichen der Zeit und die Wünsche der Kunden. 2000 kam mit der Canon Digital IXUS die erste Digitalkamera der IXUS-Serie auf den Markt. Mit zwei Megapixeln und einer Brennweite von 35 bis 70 Millimetern erfüllte die erste digitale IXUS die damalige Norm der Kompaktkameras.

Wobei es vielleicht erst mal zu klären gilt, was eine digitale Kompaktkamera überhaupt ist. Die Antwort ist relativ einfach, denn digital müsste klar sein. Statt auf einem Film wird das Bild auf einem Chip gespeichert; statt auf Fotopapier wird das Bild auf Bildschirmen gebannt – eben digital. Eine Kompaktkamera wiederum ist quasi eine Kamera für die Hosentasche: möglichst klein und flach, so platzsparend wie nur irgend möglich. Der Vorteil wird aber ebenso zum Nachteil. Die technischen Möglichkeiten und damit die Qualität der Bilder ist relativ begrenzt, wobei sogenannte Premium-Digitalkameras kaum einen Wunsch offen lassen. Die erweiterten Einstellungen und somit Möglichkeiten lassen sich die Hersteller jedoch einige Hundert Euro kosten.

Die reguläre Digitalkamera erlaubt hingegen deutlich weniger manuelle Einstellungen. Beispiele wären hier vor allem die Blende und Belichtungszeit. Die werden automatisch geregelt und ausschließlich mit festen Voreinstellungen vorgenommen. Auch Objektive wie bei einer DSLR – einer digitalen Spiegelreflexkamera – können Sie nicht wechseln. Eine Kompaktkamera ist somit sozusagen das Einstiegsmodell in die Digitalfotografie, was sich vor allem im meist eher günstigen Preis zeigt.

Klein, aber fein: Canon IXUS-Reihe im Zeitraffer

Andererseits sind digitale Kompaktkameras kaum schlecht zu nennen. Gerade für Urlaubs- und Familienfotos ist eine solche Kompaktkamera in der Regel vollkommen ausreichend. Spezielle Einstellungen wie Nacht, Sonnenuntergang, Feuerwerk, Porträt oder Gegenlicht erlauben durchaus gute Fotos. Aber halt nur für den Privat- und weniger kommerziellen Bereich. Dafür hat die digitale Kompaktkamera in nur wenigen Jahren eine immense Entwicklung gezeigt, was die Canon IXUS-Reihe sehr gut wiederspiegelt.

Nach der ersten Digital IXUS mit nur zwei Megapixeln – damals viel, heute hingegen weit entfernt vom Standard –, folgten schnell die nächsten Versionen. Mit der Canon Digital IXUS V3 wurden 2002 bereits drei Millionen Megapixel erreicht. Mit der Canon Digital IXUS II wechselte der Hersteller 2003 von der herkömmlichen CF-Card auf eine SD-Card. Der Sensor stieg zwar nur leicht auf 3,2 Millionen Megapixel, die Filmempfindlichkeit hingegen auf bis zu 400 ISO. Nach heutigen Maßstäben und technisch Möglichkeiten sind die genannten Werte selbstverständlich längst nicht mehr die Norm, damals aber galten die Werte als sehr gut.

Zumal Canon seine IXUS-Reihe fleißig weiterentwickelte. Ende 2004 beispielsweise brachte das Unternehmen mit der Canon Digital IXUS 30 das erste „Ultra-Kompakt-Modell" der IXUS-Serie in den Handel. Die Maße der IXUS 30 hatte Canon auf nur noch 85,8 Millimeter Länge bei 53,4 Millimeter Höhe und 21,1 Millimeter Dicke geschrumpft. Damit verschwindet die „Ultra-Kompakt" unauffällig in jeder Hemdtasche. Mit den Jahren feilte Canon weiter an seiner IXUS-Serie. Mehr Megapixel, Brennweite, Zoom und Blende, neue Speichermedien wie SDHC oder mehr ISO verbesserten die IXUS-Reihe mit jedem neuen Modell.

16 Millionen Pixel: Die Beste der Canon IXUS-Reihe

Geht es allein nach Megapixeln, dürften die heutigen Modelle Canon IXUS 125 HS und Canon IXUS 240 HS das Maß der IXUS-Serie sein. Beide Kameras gehören zu den Ultra-Kompaktmodellen, wobei Canon seit 2011 nur noch auf „Ultra" setzt. Mit jeweils 16,1 Megapixeln stellen IXUS 125 HS und IXUS 240 HS jedenfalls die Speerspitzen der IXUS-Serie dar, wobei die Kameras zeitgleich im Februar 2012 erschienen.

Gegenüber der ersten IXUS sind die genannten Modelle natürlich deutlich weiter und zeigen obendrein den technischen Fortschritt im Bereich der kompakten Digitalfotografie. Allein die Brennweite beider Kameras beträgt 24 bis 120 Millimeter, dazu kommen ein fünffacher Zoom sowie eine Blende von 2,7 bis 5,9. Nur zur Erklärung: Die Blende regelt den Lichtdurchlass und somit die Belichtung des Fotos, ebenso die Schärfentiefe.

In den meisten Punkten liegen IXUS 125 HS und IXUS 240 HS gleichauf, trotzdem zeigt die Letztgenannte gegenüber dem ersten Modell einige Pluspunkte. Beispielsweise verfügt die 240 HS über einen 3,2 Zoll großen Touchscreen sowie WLAN. Vorteil hier: Als Fotograf können Sie Ihre Schnappschüsse sofort in soziale Netzwerke übertragen, also direkt ins Internet, ganz ohne Computer. Tatsächlich ist die Idee einer Internetanbindung kaum neu, bei einer eher günstigen Kompaktkamera aber nicht unbedingt der gängige Standard. Trotzdem ist das Modell mit rund 130 Euro Neupreis kaum teuer zu nennen, ganz im Gegenteil.

Pro Kompakt: Die Vorteile der Canon IXUS-Reihe

Die Vorteile der Canon IXUS-Serie liegen allein schon mit ihrer kompakten Bauweise auf der Hand. Ob Sommer oder Winter – die Kamera findet in der Brusttasche eines dünnen Hemdes ebenso Platz wie im Wintermantel oder der Handtasche. Touchscreen und WLAN bei der IXUS 240 HS sind ebenfalls erwähnenswert, insbesondere bei dem günstigen Preis.

Überhaupt konnten die Canon Digitalkameras der IXUS-Reihe von Anfang punkten, wie etliche Testsiege beweisen und im Internet nachzulesen ist. Die IXUS 255 HS gilt beispielsweise ebenso als Testsieger wie die Geschwistermodelle IXUS 1100 HS, IXUS 300 HS oder IXUS 125 HS. Letztgenannte gewann bei einer großen Computerzeitschrift gegen die Nikon Coolpix S6300 – wenn auch nur sehr knapp – und überzeugte mit guter Bildqualität und leichter Bedienung.

Obendrein setzt Canon bei der IXUS-Reihe generell auf eine schicke Optik und verschiedene Farben, womit jeder Geschmack das Passende finden sollte. Und doch gibt es bei der Canon IXUS-Reihe den einen oder anderen Nachteil.

Kontra Kompakt: Die Nachteile der Canon IXUS-Reihe

Dass eine Kompaktkamera im unteren Preissegment nicht mit einer deutlich höherwertigen und somit teureren Premium-Kompakt mithalten kann, muss dem Käufer klar sein, von einer Canon Spiegelreflexkamera einmal ganz zu schweigen. Das wäre so, als ob Sie Äpfel mit Birnen oder gar Kirschen vergleichen wollen, ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Nachteile der IXUS-Serie sind jedoch weniger in der Qualität, als vielmehr in dem Mangel an manuellen Einstellungen zu finden. Blende oder Belichtung können lediglich grob über die für dieses Preissegment typischen Motive eingestellt werden, nicht aber manuell. Eine individuelle Schärfentiefe ist somit ebenso unmöglich wie eine gewollte Bewegungsunschärfe.

Dem Amateur erleichtern diese fehlenden Funktionen aber wieder die Bedienung der Kamera: Motiv anvisieren, Auslöser drücken, fertig. Eventuell noch den richtigen Effekt wählen, mehr ist kaum zu tun. Dass damit letzten Endes keine Profibilder möglich sind, muss dem unerfahrenen Käufer und Einsteiger aber gesagt sein.

Fazit: Wie gut ist die Canon IXUS-Reihe

Trotzdem kann Canon mit seiner IXUS-Reihe begeistern. Für die berühmten Schnappschüsse auf der Weihnachtsfeier oder im Urlaub reicht eine IXUS allemal aus. Ein aktuelles Modell vorausgesetzt liefert die Canon IXUS eine gute Qualität. Obendrein besticht die IXUS-Serie mit extrem geringen Abmessungen und wenig Gewicht, womit die Kamera selbst im Hochsommer kaum als störendes Gepäck empfunden wird.

Andererseits kann die IXUS nicht mit Premiummodellen oder einer digitalen Spiegelreflex mithalten. Das ist ganz einfach von der Bauweise bestimmt. Weder sind manuelle Einstellungen möglich, noch können Objektive gewechselt werden. Verwackelte und unscharfe Zoom-Bilder weisen übrigens nicht auf mindere Qualität, sondern auf ein fehlendes Stativ hin. Kleiner Tipp für Hobbyfotografen: Nutzen Sie den Zoom ausschließlich mit einem Stativ oder zumindest einer festen Ablage. Viel Zoom gelingt niemals aus der Hand, da die lange Auslösezeit jede Stabilität zunichte macht. Zur Not reichen ein Ministativ, eine Flasche oder ein Zaun.

Im Fazit würden Sie mit einem aktuellen Modell der Canon IXUS-Reihe jedenfalls keinen Fehler machen. Gerade die Canon IXUS 240 HS bietet für ihren Preis eine Menge Inhalt, wo einige Konkurrenten längst die weiße Flagge zeigen. Sensor, Blende, Lichtempfindlichkeit dürften für den Amateur mehr als ausreichen. Und wenn Sie fleißig mit der IXUS geübt haben, können Sie immer noch auf eine höherwertige Spiegelreflex umsatteln.

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