Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen zu Hause

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Wer hilft bei der Pflege?

Ambulanter Pflegedienst 
 
Ambulante pflegerische Dienste helfen in Teilbereichen bei der Pflege oder übernehmen sie auch vollständig. Dies umfasst folgende Aufgaben:


Grundpflege
ärztlicher Verordnungen (wie Spritzen)
Vorbeugende und aktivierende Maßnahmen.
 

Leistungserbringer solcher Dienste sind neben den privaten ambulanten Pflegediensten auch kirchliche und freie Wohlfahrtsverbände, die bundesweit tätig sind:

  • das Diakonische Werk
  • der Deutsche Caritasverband
  • der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband
  • das Deutsche Rote Kreuz
  • die Arbeiterwohlfahrt

Diakonie-/Sozialstationen sind Zentren für ambulante pflegerische Dienste. Über die Pflege hinaus bieten sie oft auch Haushaltshilfsdienste, Mahlzeitendienste ("Essen auf Rädern") und Behindertenbetreuung an.
Fahr- und Begleitdienste bringen Kranke zum Tagespflegeheim, zum Arzt, zur Therapie und auch zum Gottesdienst oder zum Einkaufen. Sie werden durchgeführt von Sozialstationen, Alten- und Pflegeheimen, Tagespflegeheimen oder ehrenamtlichen Diensten der Kirchengemeinden.

Kurzzeitpflege entlastet den pflegenden Angehörigen für einige Zeit. Der Kranke wird vorübergehend in ein Pflegeheim aufgenommen. Informationen dazu geben Altenpflegeheime und Sozialstationen.

Selbsthilfegruppen und spezielle Interessenverbände helfen ebenfalls Betroffenen bei der Bewältigung ihres Schicksals.

Tagespflegeheime, in die der Kranke tagsüber gebracht werden kann, werden zunehmend ausgebaut und gefördert. Adressen und Informationen dazu sind bei den Sozialämtern und Sozialstationen erhältlich.

Die Betreuung pflegebedürfiger Menschen zu  Hause


Krankenpflege ist auch für Laien erlernbar. 
 
Die meisten der in Deutschland auf Pflege angewiesenen Menschen werden zu Hause betreut. Wer zu Hause Pflegemaßnahmen übernehmen muss, verfügt meist nicht über praktisches Wissen in der Krankenpflege. Doch die Krankenpflege für den häuslichen Bereich ist erlernbar. Sozial- und  Diakoniestationen veranstalten entsprechende Kurse. Geht es um Rehabilitationspatienten, erfolgt eine Unterweisung durch das Klinikpersonal. Auch durch das Lesen von Fachliteratur lässt sich nötiges Wissen aneignen.
 
 
Grundpflege – Behandlungspflege – prophylaktische Maßnahmen

Krankenpflege lässt sich in drei Bereiche aufteilen:
Grundpflege

Behandlungspflege

prophylaktische Maßnahmen

Die Grundpflege umfasst Körperpflege und Hygiene, eine gesunde und ausreichende Ernährung, die Unterstützung geregelter Ausscheidungen und ausreichend Bewegungsmöglichkeiten.

 

Unter die Behandlungspflege fallen Tätigkeiten, die die Arbeit des Arztes unterstützen:

  • Temperatur-, Puls- und Blutdruckkontrolle
  • Überwachung der Einnahme von Medikamenten
  • Anwendung von Wickeln
  • Einreibungen


Ein sachgerechter Verbandwechsel, das Verabreichen von Spritzen, das Legen eines Blasenkatheters usw. sind dagegen meist Sache des Arztes oder einer Krankenschwester. Wenn es die Situation erfordert, kann dies aber auch von Laien erlernt werden.

 

Prophylaktische Maßnahmen dienen dazu, drohende Krankheiten wie Druckgeschwüre, Thrombosen oder Lungenentzündungen durch vorbeugende Wachsamkeit zu verhindern.

Wie organisiere ich meinen Pflegetag?

Ein gewisser Tagesrhythmus ist sowohl für den Kranken als auch den Pflegenden wichtig. Der Vorschlag für den Tagespflegeplan umfasst die wichtigsten Verrichtungen und kann den individuellen Bedürfnissen entsprechend ergänzt werden.


  • 7.00 Uhr: Wasserlassen, Stuhlentleerung, Temperaturmessen und Pulszählen.
  • 7.15 Uhr: Ganzkörperwaschung und sonstige Körperpflege, Betten und Lagern, anschließend Zimmer gut lüften und aufräumen.
  • 8.00 Uhr: Frühstück.
  • 8.30 Uhr: Bei Bedarf gründliche Zimmerreinigung, dann soll der Kranke ruhen.
  • 10.30 Uhr: Kleiner Imbiss oder Getränke, Zeit für die Durchführung prophylaktischer Maßnahmen, z. B. Bewegungstraining.
  • 12.00 Uhr: Wasserlassen, Kranken zum Essen frisch machen.
  • 12.30 Uhr: Mittagessen, Temperaturmessen und Pulszählen, anschließend Mittagsruhe.
  • 15.30 Uhr: Kleinen Imbiss oder Getränke geben, Zeit für Besucher.
  • 17.00 Uhr: Temperatur messen und Puls zählen, Wasserlassen, Kranken erfrischen, Bett aufschütteln.
  • 18.30 Uhr: Abendbrot, vor dem Schlafen Zähne putzen bzw. Zahnprothese versorgen, Wasserlassen und noch einmal das Bett für die Nacht richten.

Die Versorgung inkontinenter Patienten
 
Pflegebedürftigen Personen, die an einer Inkontinenz leiden, kann auf vielfältige Weise geholfen werden. Neben der Behandlung der Grunderkrankungen verbessern auch Pflegemethoden und Hilfsmittel die Situation der Betroffenen entscheidend.  
  
Kondom-Urinal-Systeme

   Kondom-Urinale fangen den Urin auf und speichern ihn. 
 
Zur Urinableitung bei Männern eignen sich Kondom-Urinal-Systeme, die mittels spezieller Kondom-Urinale den Urin auffangen, ihn über Schlauchverbindungen ableiten und in Urinauffangbeuteln speichern. 
   
 Intermittierender Selbstkatheterismus

Dauerkatheter zur Versorgung von Inkontinenten sind nur als Ausnahmelösungen anzusehen. Sie werden fast nur stationär und als Übergangslösung verwendet.
In den letzten Jahren hat der intermittierende Selbstkatheterismus insbesondere bei Querschnittlähmungen oder Rückenmarkverletzungen an Bedeutung zugenommen. Er stellt eine Langzeitbehandlung dar, die vom Patienten oder seinen Angehörigen erlernt und angewendet werden kann. Die Anleitung erfolgt unter ärztlicher Kontrolle.  
 
 Saugende Inkontinenz-Produkte

  Inkontinenzslips ermöglichen ein aktives Leben. 
 
Saugende Inkontinenz-Produkte für den Einmalgebrauch ermöglichen nicht nur eine sichere, unauffällige und hygienische Entsorgung von Urin und Stuhl. Sie tragen auch zur Verhütung von Hauterkrankungen bei.

Sind Patientin oder Patient noch ganz oder teilweise mobil, muss das Inkontinenz-Produkt in erster Linie so beschaffen sein, dass sie sich damit absolut sicher fühlen. Dies ist wichtig, um den Patienten Mobilität und stimulierende Einflüsse einer aktiven Lebensweise zu erhalten, die gerade im Alter für die Gesunderhaltung bzw. für die Eingrenzung weiterer Abbauprozesse so bedeutsam sind.


Geeignet für mobile Patienten sind alle Produkte, die direkt am Körper getragen werden: Inkontinenz-Slips und Inkontinenz-Einlagen in verschiedenen Formen und Saugstärken.


Bei bettlägerigen Patienten steht medizinisch das Problem eines zuverlässigen Hautschutzes im Vordergrund. Häufiges Wechseln der Einlagen ist hier eine unerlässliche Pflegemaßnahme, vor allem dann, wenn zusätzlich Stuhlinkontinenz besteht. Aus diesem Grund sind Inkontinenz-Produkte in vielen Fällen auch verschreibungsfähig.

Für die Wahl des richtigen Inkontinenz-Produktes hat es sich als hilfreich erwiesen, die Inkontinenz nach den ungefähr abgehenden Urinmengen in vier Schweregrade einzuteilen. Danach ist dann jeweils die Saugkraft der einzelnen Inkontinenz-Produkte ausgelegt:

Leichte Harninkontinenz: Harnverlust innerhalb 4 Stunden von ca. 50 bis 100 ml

Mittlere Harninkontinenz: Harnverlust innerhalb 4 Stunden von ca. 100 bis 200 ml

Schwere Harninkontinenz: Harnverlust innerhalb 4 Stunden von ca. 200 bis 300 ml

Schwerste Harninkontinenz: Harnverlust innerhalb 4 Stunden von mehr als 300 ml
 

 

 

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