Die Bedeutung der Schildkröte in verschiedenen Kulturen

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Die kunsthistorische Bedeutung der Schildkröte

Um die Schildkröte ranken sich seit Menschengedenken unzählige Sagen und Mythen. Das einzigartige Reptil mit dem festen Panzer steht bei vielen Völkern der Erde für Weisheit, Ausdauer und Glück. Dagegen wurde sie im Mittelalter als Höllentier verteufelt. 

 

Die Schildkröte in Asien - der gepanzerte Glücksbringer

In Asien hat die Schildkröte seit vielen Jahrhunderten einen festen Platz in den buddhistischen Tempeln. Lebendige Reptilien bevölkern dort die Teiche, während in Stein gehauene Kunstwerke die Tempelanlagen schmücken. Auch als Amulett ist die Schildkröte in Asien als Symbol für Glück und langes Leben sehr begehrt. In Chittagong, im Osten von Bangladesch gibt es sogar einen Schildkrötenschrein. In Bangladesch, Birma und Indien gilt die Schildkröte als heilig. Einige sehen sie sogar als vorübergehende Wohnung der menschlichen Seele auf ihrer Reise ins Nirwana an. Es ist bei Strafe verboten, eines dieser Tiere zu töten.

 

Die Schildkröte als Weltenordner

Laut dem Hinduismus hat sich der Gott Vishnu nach einer Sintflut in eine riesige Landschildkröte verwandelt. Ihr Panzer diente als Basis für die Neuerschaffung der Welt. Auch die Chinesen glauben an die Schildkröte als Gründer und Ordner der Welt. Die Platten des Schildkrötenpanzers inspirierten chinesische Gelehrte zu der Annahme, sie enthielten einen verschlüsselten Code mit unterschiedlichen Attributen wie Weisheit, Beständigkeit, Ausdauer oder ein langes, glückliches Leben. Schmuck und Bildnisse der Reptilien bedeuteten Schutz und Ansehen für ihren Besitzer.

 

Göttliche Begleiterin und unheimliches Höllentier

Auch im alten Griechenland war die Schildkröte zunächst noch ein Symbol für Standhaftigkeit, Besonnenheit und Klugheit. Viele Götter und Göttinnen hatten das gepanzerte Reptil als Begleiter. Dazu zählt zum Beispiel die Göttin Uranis, die Schutzpatronin der Ehe. Auf vielen altgriechischen Tempelbildern und Plastiken sind griechische Götter daher mit Schildkröten aus Stein abgebildet.
Ansonsten wurde die Schildkröte bei den Hochkulturen der Ägypter, Griechen und Römer eher mit Verachtung gestraft. Vor allem die europäische Sumpfschildkröte, die zu damaliger Zeit in Abwassergräben und Kloaken häufig anzutreffen war. Das Mosaik in der Basilika von Aquileia aus dem Jahre 300 vor Christus zeigt, wie sich der Ruf der Schildkröte im Laufe der Zeit weiter verschlechterte. Das Mosaik stellt den Kampf von Hahn und Schildkröte dar, die Sinnbilder für den ewigen Krieg zwischen Tag (Hahn) und Schildkröte (Nacht).

Im Mittelalter erreichte die Furcht vor der Schildkröte als Wesen der Finsternis ihren Höhepunkt. In dieser Epoche ist die Schildkröte höchstens als geächtetes Wesen auf Wandbildern oder Motiven für Buchseiten anzutreffen.

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