Die Auswahl eines geeigneten Tanks als Regenwasserauffangbehälter

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Die Auswahl eines geeigneten Tanks als Regenwasserauffangbehälter

Wasser steht in unseren Breiten nahezu unbegrenzt zur Verfügung. Einschränkungen im Verbrauch gibt es höchstens in sehr heißen, trockenen Sommern oder nach Katastrophen, bei denen das Grundwasser verunreinigt worden ist. Dementsprechend sorglos ist auch der Umgang mit dieser natürlichen Ressource. Zum Thema wird der hohe Wasserverbrauch in privaten Haushalten allerdings beim Blick auf die Wasserabrechnung. Hier setzen dann die Überlegungen zum Wassersparen und zur Kostenreduktion ein.

Die Alternative zum Verbrauch von Trinkwasser ist die Nutzung von Regenwasser zur Bewässerung von Pflanzen und als Brauchwasser. Während frühere Generationen mit der einfachen Regentonne vorliebnehmen mussten, orientieren sich die Hersteller heute an den unterschiedlichsten Bedürfnissen der Konsumenten. Sammelbehälter für Regenwasser gibt es daher in allen Formen und Größen.

Die Wahl eines geeigneten Tanks für Regenwasser

Um den richtigen Regenwasserauffangbehälter zu finden, müssen zuerst zwei Fragen geklärt werden: Wie hoch ist der Wasserbedarf und wo soll der Tank platziert werden?

Die Ermittlung des Wasserbedarfs

Die benötigte Wassermenge fällt je nach Bedarf sehr unterschiedlich aus. Wer nur seinen Garten wässert, braucht natürlich weniger als jemand, der auch sein Brauchwasser aus dem Tank bezieht. Eine ganz exakte Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs ist nicht immer möglich, aber es gibt Richtwerte, welche die Orientierung erleichtern.

Die richtige Tankgröße für die Gartenbewässerung

Während die meiste Zeit des Jahres ein zusätzliches Bewässern des Gartens nicht notwendig ist, ist dies in den Sommermonaten dagegen anders. Wer dürren Rasen und traurig vertrocknete Blumen verhindern will, muss regelmäßig gießen. Gartenbesitzer wissen dabei, dass Regenwasser für ihre Pflanzen das beste Gießwasser ist.

Die Größe des Regenwasserauffangbehälters richtet sich nach der zu bewässernden Fläche. Die folgende Tabelle zeigt die ungefähre Tankgröße im Bezug zur Gartenfläche.

Gartenfläche

Dachfläche

Tankgröße in l

bis 500

100

bis 4.000

bis 800

120

bis 6.000

bis 1000

130

bis 8.000

bis 1500

150

bis 10.000

Die richtige Tankgröße für Brauchwasser

Als Brauchwasser bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch Wasser, das nicht für den menschlichen Verzehr gedacht ist. In privaten Haushalten wird es für die Toilettenspülung, zum Wäschewaschen und Gießen verwendet. Für Haushalte ohne Garten liegt der Bedarf pro Person bei etwa 70 Litern pro Tag. Zusätzlich ist für die Größe des Regenwasserbehälters der erwünschte Speicherzeitraum relevant.

Durchschnittlicher Verbrauch in l

Anzahl der Personen

Speicherdauer in Tagen

Tankgröße

in l

70

3

14

  1. 3.000

70

3

21

  1. 4.500

70

3

28

  1. 6.000

70

4

14

  1. 4.000

70

4

21

  1. 6.000

70

4

28

  1. 8.000

70

5

14

  1. 5.000

70

5

21

  1. 7.000

70

5

28

  1. 10.000

Die richtige Tankgröße für Haushalt und Garten

Wer den gesamten Bedarf an Brauchwasser für innen und außen durch Regenwasser decken will, benötigt einen dementsprechend großen Tank. Damit dieser auch gefüllt werden kann, muss die Dachfläche eine bestimmte Mindestgröße aufweisen.

Die folgende Tabelle fasst die einzelnen Komponenten zusammen und erleichtert einen ersten Überblick.

Anzahl der Personen

Tankgröße in l

Benötigte Dachfläche

3

  1. 5.000

100

4

  1. 6.000

120

5

  1. 9.000

130

6

  1. 10.000

150

In den oberen Tabellen finden individuelle Gewohnheiten keine Berücksichtigung. Wer genauere Werte für seinen tatsächlichen Wasserverbrauch benötigt, sollte diese mithilfe seines Wasserzählers ermitteln. Dazu reicht es, den Anfangsstand an einem beliebigen Tag zu notieren und nach zwei, drei oder vier Wochen den Endstand. Von diesem Endstand wird dann die ungefähre Wassermenge, die in diesem Zeitraum für Trinken, Kochen und Körperhygiene verbraucht worden ist, abgezogen. Das Ergebnis ist ihr Brauchwasserbedarf für 14, 21 oder 28 Tage. Wer möchte, kann natürlich den Messzeitraum abkürzen und den Tagesverbrauch hochrechnen. Genauere Daten liefert allerdings der längere Beobachtungszeitraum.

In der Erde versenkt oder frei stehend - die Nutzung des Wassertanks entscheidet

Frei stehende Tanks haben ein geringeres Fassungsvermögen als versenkbare. Wer nur seinen kleinen Garten, seine Beete oder die Kübelpflanzen mit Regenwasser gießen möchte, findet mit ihnen sicher das Auslangen.

Erdtanks hingegen bewähren sich für die wirklich großen Gärten oder für das Abdecken des gesamten Brauchwasserbedarfs.

Frei stehende Tanks

Freistehende Regenwasserauffangbehälter gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen. Die Modelle, die unter oder in der Nähe des Regenfallrohrs stehen, sind sehr individuell. Einige haben noch die klassische Form einer Tonne, doch ihre Ausstattung ist zeitgemäß und ihre Speicherkapazität höher.

Weiters finden sich Säulen- und Mauertanks in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Diese Wandtanks sind dekorativ und können problemlos in unterschiedliche Haus- und Gartenstile integriert werden. Kleinere Modelle haben ein Fassungsvermögen von ca. 300 l bis 500 l, die größeren bis 1500 l.

Dann gibt es noch Container, die nicht in der Erde versenkt werden. Sie speichern ca. 600 bis 1600 Liter Regenwasser. Das Aufstellen auch größerer Modelle ist kein Problem, solange ausreichend Platz vorhanden ist.

Erdtanks

Versenkbare Regenwasserauffangbehälter bestehen entweder aus Kunststoff oder aus Beton. Bei den Produkten aus Kunststoff gibt es eine größere Formenvielfalt, der Flachtank ist nur eine davon, und sie sind erheblich leichter. Produkte beider Materialien werden in den Qualitäten begehbar, beziehungsweise befahrbar angeboten.

Die kleineren Modelle verfügen über eine Speicherkapazität von 1000 - 1500 Litern. Das genügt für die Gartenbewässerung in normal heißen Sommern durchaus.

Mit einem Fassungsvermögen bis zu 10.000 l deckt ein Erdtank den Brauchwasserbedarf einer durchschnittlichen Familie. Wem das zu wenig sein sollte - es gibt auch Systeme, die erweiterbar sind.

Versenkbare Tanks haben neben dem hohen Fassungsvermögen einige Vorteile gegenüber den frei stehenden Behältern:

Das Wasser bleibt immer kühl. Dadurch und durch den Mangel an Licht vermehren sich Mikroorganismen nicht und auch die Algenbildung wird unterbunden. Das Wasser kann über Wochen ohne Qualitätsverlust gespeichert werden. Die Tanks müssen deshalb auch nicht so häufig gereinigt werden, obwohl regelmäßige Kontrollen, auch der Filter, notwendig sind.

Vorteile der Regenwassernutzung mittels Regentanks

Je nach gewähltem System können bis zu 30 % jährlich an Wasserbezugskosten gespart werden. Das mag auf den ersten Blick gar nicht so viel erscheinen, aber die Ersparnis in einem anderen, auf Dauer ebenfalls sehr kostenintensiven Bereich sollte auch berücksichtigt werden. Die Rede ist von der allgegenwärtigen Verkalkung. Hier rechnet sich die Umstellung vor allem für Haushalte, die in Gegenden mit härterem Wasser angesiedelt sind, denn Regenwasser ist weiches Wasser und die Rohre und Leitungen werden es danken.

Der Umweltschutzgedanke kommt in Form der Ressourcenschonung ebenfalls zum Tragen. Ein weiterer Nutzen wäre, dass ein Haushalt in Wochen einer eventuellen Wasserknappheit zumindest teilweise autark funktionieren kann.

 

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