Die Anfänge des Pop: Das erwartet Sie bei CDs mit Aufnahmen aus den 1940ern und 1950ern

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Die Anfänge des Pop: Das erwartet Sie bei CDs mit Aufnahmen aus den 40er und 50er Jahren

Populäre Musik gab es schon, bevor es Tonträger gab, doch seit der Produktionsmöglichkeit von Schallplatten fanden die Kompositionen große Verbreitung und auch Improvisationen konnten in verbindlichen Aufnahmen aufgezeichnet werden, die uns heute erhalten bleiben. Im Zeitalter der Digitalisierung lassen sich die Aufnahmen klanglich bearbeiten, sodass Sie den originalen Klang der Vierziger- und Fünfzigerjahre heute in guter Qualität auf CD hören können.

Betrachtet man die ersten Schritte der Pop-Musik, stellt man fest, dass Pop keine Revolution, sondern eine Evolution darstellt. Aus Blues und Ragtime entstand mit der Jazz-Musik die erste eigenständige Populärmusik in den USA. In den Vierzigerjahren dominierte der Swing, der sich schon seit Ende der Zwanzigerjahre als besonders tanzbare Stilrichtung des Jazz herausgebildet hatte und nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Europa aufgenommen wurde. Auch frühe Formen des Country entwickelten sich in den Vierzigerjahren. Aus den Einflüssen von Blues, Rhythm and Soul und Country entwickelte sich dann die Musik, die alles verändern sollte: der Rock'n'Roll.

Der Swing der Big Bands: Duke Ellingtons und Count Basies Orchester auf CD

Aufgrund der Weltwirtschaftskrise schlossen sich die Jazz-Combos Ende der 1920er-Jahre zu den größeren Big Bands zusammen. Mit der großen Besetzung gingen ein vollerer Klang, aber auch die Festlegung auf geschriebene Arrangements einher, da Gruppenimprovisationen wie im von Louis Armstrong geprägten New Orleans Jazz und Chicago Jazz bei einem großen Orchester nicht funktionierten. Doch die Big Band stellte sich als erfolgreiches Modell heraus, da der Jazz in den geschriebenen Kompositionen eingängiger und tanzbarer wurde. Das Ergebnis war der Swing. Als Komponist prägend für die Big-Band-Ära war Duke Ellington, dessen Kompositionen Sie auch auf CD finden. Nachdem der Swing im Laufe der 1930er-Jahre zunehmend von weißen Musikern und Bandleadern wie Glenn Miller übernommen worden war, war es in den 1940er-Jahren der einflussreiche Big-Band-Leader Count Basie, der den Swing mit seinem Blues-lastigen Stil wieder zu den Ursprüngen des Jazz zurückführte. Besonders interessant sind darunter Aufnahmen von Basies, in der unter anderen Frank Sinatra und Ella Fitzgerald sangen.

Bebop: Miles Davis und Charlie Parker liefern Musik für Sammler

Nachdem Swing sich schon über ein Jahrzehnt lang gehalten hatte und für das große Publikum auch noch weiterhin lange populär bleiben sollte, empfanden einige Jazz-Musiker wie Charlie Parker das Spiel im großen Orchester als erstarrt und wandten sich in kleineren Formationen experimentelleren und improvisierten Ausdrucksweisen zu. Mit Parker arbeitete Miles Davis zusammen, der mit seiner innovativen Herangehensweise immer wieder dafür sorgte, dass Jazz eine lebendige Musikrichtung blieb.

Die zwei Stimmen der Weltkriegs-Generation: Frank Sinatra und Ella Fitzgerald

Von seinem Idol Bing Crosby inspiriert, der in den 1930ern der Jazz-Sänger der Stunde war, strebte der italienischstämmige Frank Sinatra eine Karriere als Sänger an. Sein Wunsch sollte bald wahr werden: Schon 1943 war er neben Crosby in den Charts vertreten. Nachdem er zunächst als Sänger von Big Bands auftrat, war er bald sowohl als Sänger als auch als Entertainer im Radio allgegenwärtig. Mit zahlreichen Chartpositionierungen trug sein Gesang, der heute auch auf CDs von Sinatra verfügbar ist, eine ganze Generation durch die Kriegszeit.

Mit ihrem zugleich leichtfüßig und mit hohem Stimmvolumen gesungenen Scat-Gesang gab Ella Fitzgerald den bedeutendsten Kompositionen ihrer Zeit Ausdruck. Heute sind von ihr beeindruckende Aufnahmen als Zeitzeugnisse erhalten, die es als remasterte Version auf CD gibt. Fitzgerald sang die Werke so wichtiger Künstler wie Gershwin und Ellington, und schlug mit Interpretationen von Swing-, Bebop- und Countrystücken eine Brücke zwischen den nebeneinander existierenden Strömungen aus ganz unterschiedlichen Traditionen.

Die Anfänge der Country-Musik und Honky Tonk in Originalaufnahmen auf CD

Mit der Old-Time-Music, in der europäische Einwanderer wie die Carter Family Folklore mit Einflüssen aus dem Blues mischte, der Bluegrass-Gitarrenspielweise, die Bill Monroe daraus entwickelte, und dem Honky-Tonk-Stil aus Texas, entstand die Country-Music. Vor allem Hank Williams ist für seine Prägung des Honky Tonk bekannt. In Radio-Shows feierte die ländliche Musik große Erfolge und bildete eines der Elemente, aus denen sich der Rock'n'Roll zusammensetzen sollte.

Bill Haley & the Comets ebnet den Weg für die ganz großen Stars

War die Rythm & Blues-Musik zu dieser Zeit noch von farbigen Musikern dominiert, so feierte im Jahr 1953 auch ein weißer Musiker wieder große Erfolge: Bill Haley hatte schon 1949 seine erste Platte veröffentlicht, damals allerdings noch mit Country-Musik. Mit der Entwicklung des Northern-Band-Style stieß er anfangs auf großen Widerstand. Er ging allerdings geschickt vor, kombinierte jeweils einen Rock'n'Roll-Song als A-Seite mit einem Country-Song als B-Seite. Live überzeugte er seine Zuhörer mit seinen leidenschaftlichen Bühnenshows. 1952 leistete Bill Haley mit seiner Backgroundband, den Comets, Geschichtsträchtiges. In seinem Song „Rock-a-Beatin-Boogie" sang er die Zeilen „Rock, rock, rock, Everybody. Roll, Roll, Roll, Everybody", woraus die Bezeichnung Rock'n'Roll schließlich abgeleitet wurde. Mit „Rock Around the Clock" und „Shake, Rattle and Roll" gelangen ihm in den Folgejahren große Hits, die unter amerikanischen Jugendlichen eine richtige Hysterie auslösten. Der Durchbruch für Pop-Musik in den Fünfzigerjahren sollte allerdings erst folgen.

Die „teuflische" Musik wird massentauglich: Little Richard und Fats Domino

Unter seinem selbstironischen Spitznamen „Fats" feierte ein als Antoine Domingo geborener Sänger ab 1952 große Erfolge. Fats Domino galt, zusammen mit Little Richard, als einer der ersten Pop-Stars des Jahrzehnts und darüber hinaus als Wegbegleiter für einen Stil, der wenige Monate später den Namen „Rock'n'Roll" bekannt wurde. Fats Domino brachte 1949 die Single „The Fat Man" auf den Markt. Dem dicken Mann mit seinem Piano gelang schon damit der große Durchbruch. Bis in die Sechzigerjahre hinein blieb er einer der beliebtesten Interpreten der Pop-Musik. Obwohl seine großen Erfolge ab dem Erfolg der jüngeren Beatles und Rolling Stones abnahm, geht der 1928 geborene Fats Domino regelmäßig auf Tour.

Neben dem großen Mann am Piano mischte auch ein kleiner Mann am Piano die Musik ordentlich auf: Little Richard kombinierte Elemente aus Blues, Gospel, Country und Rhythm & Blues mit erstaunlicher Lockerheit und garnierte diesen Mix mit seinem überdrehten Gesangsstil. In seinen Texten sang er, durch zahlreiche Slang-Begriffe und Synonyme verschleiert, von Sex und Freiheit, was ihn einerseits bei Jugendlichen sehr beliebt, andererseits bei Sittenwächtern sehr verhasst machte. Ihm gelang es als erstem Rock'n'Roll-Sänger, mit dieser Nischenmusik kommerzielle Erfolge zu erzielen. Mit „Tutti Frutti" gelang ihm der endgültige Durchbruch. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges hatte Little Richard 1957 ein religiöses Erlebnis, als er den Start des Satelliten Sputnik als göttliche Wahrheit interpretierte. Danach wurde er Priester und gibt nur noch vereinzelt Konzerte.

Das „Million Dollar Quartet" von Sun-Records: Elvis, Johnny Cash und Co.

Musik-Experten sind sich einig, dass die Wiege der Pop-Musik im Jahr 1955 beim Label Sun Records in Tennessee liegt. Hier nahmen innerhalb weniger Monate vier Musiker Platten auf, die die Musik nachhaltig verändern sollten: Elvis Presley, Johnny Cash, Carl Perkins und Jerry Lee Lewis. Nachdem sie 1956 gemeinsam eine Jam-Session aufgenommen hatten und in den Monaten allesamt großartige Erfolge feierten, sprach man vom „Million Dollar Quartet". Zusammen gingen die Vier auf Tour, machten Sun Records groß und waren wesentlich am Entstehen des Rockabilly-Sounds beteiligt.

Heute kaum vorstellbar, waren sich zu jener Zeit alle Beteiligten einig, dass Carl Perkins der sei, dem die Weltkarriere bevorstünde. Und zunächst schien sich das zu verwirklichen. Sein selbst komponierter Song „Blue Suede Shoes" verkaufte sich mehrere Millionen mal und bescherte dem kleinen Label Sun Records einen Geldsegen. Zugleich entwickelte Perkins jedoch eine Alkoholsucht, die ihn letztlich die ganz große Karriere kosten sollte. 1956 verursachte er betrunken einen Autounfall, bei dem er schwere Verletzungen am Kopf und an beiden Armen erlitt, und so konnte er an der anschließenden Tour, bei der Perkins aufgrund seiner Erfolge Headliner gewesen wäre, nicht teilnehmen. So kam es, wie es kommen musste: Elvis Presley nahm denselben Song auf und feierte noch größere Erfolge als Perkins.

Johnny Cash, später als Country-Ikone bekannt, startete seine Karriere ebenfalls als Rockabilly-Musiker. Auf seinen frühen Songs aus dieser Zeit, etwa „Hey Porter!", „Hey! Hey! Hey!" und „I Walk the Line" ist dies noch deutlich zu hören. Auch „Folsom Prison Blues" entstand in dieser Ära. Das Lied handelt inhaltlich von einem verurteilten Verbrecher, der im Gefängnis sitzt und positionierte Cash bereits früh als „Outlaw" der Musik.

Für seinen sensationellen Klavierstil war Jerry Lee Lewis bekannt, der als Mixtur aus Rhythm & Blues und Country mit Gospel-Einflüssen zu beschreiben ist. Mit seinem späteren Hit „Whole Lotta Shakin' Goin' On" bewarb er sich bei Sun Records und etablierte so einen Piano-Hit von bis dahin kaum bekannter Rohheit. Weitere Hits wie „Great Balls of Fire" folgten. Seine Karriere wurde jäh unterbrochen, als er seine 13-jährige Cousine heiratete. Die Öffentlichkeit war entsetzt, Lewis verlor seinen Plattenvertrag und benötigte Jahre, bis er wieder an frühere Erfolge anschließen konnte.

Der größte Star ist natürlich Elvis Presley. Schon 1955 schaffte er mit „Heartbreak Hotel", „Blue Suede Shoes" und „Hound Dog" den Durchbruch. Unzählige erfolgreiche Singles, Alben und Filme sollten folgen. Bis heute gilt Elvis als unumstrittener „King of Rock'n'Roll", als Wegbereiter aller nachfolgenden Pop-Musiker und als größter Musik-Star aller Zeiten.

Die nächste Welle an Pop-Stars startet durch: Gene Vincent, Eddie Cochran und mehr

Obwohl der Pop-Thron für die nächsten Jahre an Elvis vergeben war, konnte schon die nächste Generation von Rockabilly- und Pop-Sängern Erfolge feiern. Eddie Cochran landete mit „Summertime Blues" einen Hit mit ironischem Text. Gene Vincent wurde mit „Be-Bop-A-Lula" berühmt und für kurze Zeit schien es, als könne er Elvis gefährlich werden, bis seine Karriere aufgrund seines exzessiven Alkoholkonsums ins Stocken geriet. Sam Cooke gab der Soul-Musik neue Impulse, die prägende Auswirkungen auf die Musik der nächsten Jahrzehnte haben sollte. Buddy Holly landete 1957 mit „Peggy Sue" einen großen Erfolg, starb aber nur zwei Jahre später bei einem Flugzeugabsturz. Im Song „American Pie" bezeichnete Songwriter Don McLean diesen Unfall später als „Day, The Music Died".

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