Die 10 wichtigsten Punkte beim Kauf von Pilkern und Meeresködern

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Die 10 wichtigsten Punkte beim Kauf von Pilkern und Meeresködern

Auf dem Meer fischen – eine Herausforderung auch für die Ausrüstung

Bei den Methoden des Meeresangelns, die für einen heimischen Angler interessant sein könnten, wird zunächst unterschieden zwischen

  • dem Fischen in den angrenzenden Meeren, also der Ost- und Nordsee, und
  • dem sogenannten Big-Game-Fishing, das an fernen Küsten und mit hochseetauglichen Booten betrieben wird.

Da hierbei völlig unterschiedliche Angelmethoden Anwendung finden, ist es auch ganz klar, dass die dabei zum Einsatz kommende Ausrüstung entsprechend vielfältig und unterschiedlich ist. Und das gilt natürlich auch für die benötigten Köder. Pilker und andere Meeresköder werden in vielen Ausführungen und für alle Ansprüche angeboten. Der folgende Ratgeber informiert Sie über die verschiedenen Köder und ihre Einsatzgebiete.

1. Bewährt und erfolgreich – mit dem Pilker auf Dorsch & Co.

Der Pilker ist ein Kunstköder, der einem schlanken Blinker ähnelt, jedoch ungleich schwerer ist, da mit diesem in erster Linie vom Boot oder Fischkutter vertikal in größeren Tiefen gefischt wird. Meist wird der Pilker auf den Meeresboden abgelassen und dann mit ruckartigen Bewegungen der Angelrute für den Fisch verführerisch auf und ab bewegt. Hauptbeute beim Fischen mit dem Pilker ist der Dorsch, der andernorts auch Kabeljau genannt wird, aber auch Köhler oder Seelachs, Lengfische, Makrelen und Pollacks werden mit dem Pilker gefischt. Schätzungsweise werden ca. 80 Prozent aller gefangenen Dorsche von Sportfischern in der Ostsee beim Pilken erbeutet werden. Der Rest wird mit Naturködern gefangen.

Häufig besteht der Pilker aus einem glänzenden salzwasserbeständigen Metall und ist mit einer Anbiss-Stelle, in der Regel mit einem Drilling, besetzt. Pilker werden in den verschiedensten Größen – von wenigen Gramm für das Flachwasserangeln bis zu mehreren Kilogramm für das Fischen in großen Tiefen – angeboten. Die Variationen im Hinblick auf Form und Farbe sind nahezu grenzenlos. In der Regel imitieren Pilker die Form eines Futterfisches. Der Pilker erzeugt im Einsatz durch die vom Angler verursachten Bewegungen Druckwellen, die die Aufmerksamkeit des Beutefischs erregen und diesen zum Anbiss verleiten sollen.

2. Buttlöffel nicht nur für Plattfische

Der sogenannte Buttlöffel ist zweiseitig gekröpft, wobei er der Form nach einer Geige oder einem Kontrabass ähnelt. An dem einen Ende befindet sich das Vorfach von ca. 20 bis 25 cm Länge, das mit einem Haken mit langem Schenkel versehen ist. Der Buttlöffel war ursprünglich dafür vorgesehen, Plattfische zu überlisten. Allerdings wird dieser Köder inzwischen auch bei vielen weiteren Fischarten eingesetzt. Sportfischer fangen mit dem Buttlöffel alles, was sich in der Ostsee an Fischen tummelt. Der Buttlöffel wird mit leichten Zupfern über den Gewässerboden gezogen. Der Haken wird wahlweise mit Wattwürmern, Muschelfleisch, toten Köderfischen oder Fischfetzen, Twister oder Gummifischen bestückt.

3. Meerforellen-Blinker – Überraschungen inklusive

Meerforellen-Blinker gibt es wie die Buttlöffel auch in vielen Formen und Farben. Sie werden, wie der Name schon sagt, für den Fang von Meerforellen eingesetzt. Grundsätzlich sollten leuchtende Köder bei hellen Wetter- oder Wasserbedingungen und bei trüben Gegebenheiten Köder in dunkleren Schattierungen verwendet werden. Wie so oft beim Angeln ist der Sportfischer auch in dieser Beziehung vor positiven wie negativen Überraschungen nicht gefeit. Meerforellen-Angler bevorzugen oft schlanke Blinker in unterschiedlichen Farben.

Zu den wichtigsten Komponenten für ein erfolgreiches Angeln auf Meerforellen zählt sicherlich die optimale Ausrüstung. Hierbei gilt die Faustregel, dass weniger oft mehr ist – denn an den Stellen, wo die Meerforellen auf Jagd gehen, über Steinfeldern und Seegraswiesen, ist beim Blinkern mit Kunstködern oberhalb von 30 Gramm ein Hänger nach dem anderen garantiert. Meerforellenblinker von 12 bis 20 Gramm sind normalerweise völlig ausreichend, nur bei besonders starker Strömung können es auch schon einmal 30 Gramm schwere Spinnköder sein. Auch der Einsatz von kleinen und vor allem flach laufenden Meerforellenwobblern kann sich als erfolgreich erweisen.

4. Spinner – Druckwellen üben besonderen Reiz aus

Der Name des Spinners kommt vom englischen Verb to spin „sich drehen, rotieren“. Der Spinner ist ein Kunstköder im Angelsport. Der Köder besteht aus einer Achse und einem Metallblatt, das sich auf Zug um diese Achse dreht. Durch die derart entstandenen Vibrationen werden Raubfische wie Dorsch, Seelachs oder Meerforellen zum Anbiss verführt, da diese Druckwellen das Seitenlinienorgan des Fisches ansprechen.

5. Kunstfliegen – nicht nur für Salmoniden an Flüssen und Bächen

Meeresfliegen sind Kunstfliegen, die auch im Salzwasser eingesetzt werden. Für viele Sportfischer, die ihrer Beute an Ost- und Nordsee nachstellen, sind diese in der Ausrüstung mittlerweile unersetzlich. Ob mit der Fliegenrute geführt oder beim Meerforellenangeln in einem Ausleger vor dem Blinker – der Fantasie bei den Einsatzmöglichkeiten ist keine Grenze gesetzt. Beispielsweise werden kleine Fliegen zum Fang von Barschen bei den Miniwobblern vorgeschaltet. Diese Fliegen sollten ebenfalls beim Pilken ca. 40 cm vormontiert werden.

Auch das klassische Fliegenfischen wird am Meer immer beliebter. Ein attraktiver Zielfisch, der auf diese Weise beangelt werden kann, ist die scheue, aber kampfstarke Meeräsche. Durch die fortschreitende Erwärmung der Ozeane ist sie in die Nord- und Ostsee gelockt worden. Auch der Wolfsbarsch (Loup de mer), der in früheren Zeiten nur an der französischen und englischen Küste anzutreffen war, ist ein kampfstarker Räuber, der inzwischen an der deutschen Nordseeküste gefangen werden kann. Während Sportfischer beim Angeln auf Wolfsbarsch große Streamer verwenden, benutzen sie auf Meeräsche eher kleine Fliegen. Beim Fliegenfischen im Meer können beispielsweise in Norwegen eine ganze Reihe weiterer Fischarten an den Haken gehen: Pollack, Makrele, Köhler, Dorsch, Schellfisch, Meerforellen und viele andere.

6. Tänzer unter Wasser – der Twister

Twister sind Kunstköder aus Weichgummi in allen erdenklichen Formen und Farben, die sowohl im Süß- wie im Salzwasser eingesetzt werden können. Im Meer werden die Twister an der Pilkerangel als Bleifänger vormontiert. Der größte Vorteil des Twisters ist sein geringer Preis, denn wenn er bei starker Strömung oder in Gewässern mit Hindernissen einmal verloren geht, hält sich der Schaden in Grenzen. Am Körper aus Weichgummi wird ein sogenannter Jighaken – ein Haken plus Bleikopf – befestigt. Dabei ist die Größe des Hakens auf die Größe des Twisters abgestimmt. Je stärker die Strömung, je größer der Bleikopf. Der Haken sollte im Weichgummi-Körper noch vor dem Schwanz herausschauen.

7. Gummifische, Jigs und Shads an Nord- und Ostsee

Gummifische, Jigs und Shads finden immer mehr Anhänger unter den Sportfischern. Die schweren Jigs oder Wackeljigs werden für die kapitalen Raubfische eingesetzt. Ob beim harten Spinnfischen oder beim entspannten Schleppen – diese Köder sind nicht zu unterschätzen und bringen eine Vielzahl an Fischen, bei denen andere Methoden versagen. Gerade in den zurückliegenden Jahren sind sie vermehrt erfolgreich auf Dorsch benutzt worden. Ein wichtiger Faktor für die Fängigkeit eines solchen Köders ist seine Beweglichkeit, der in erster Linie von der Größe der Schwanzschaufel und deren Form abhängt. Darüber hinaus entscheidet auch die Beschaffenheit (Weichheit) des Kunstköders über Erfolg oder Misserfolg. Die zweite Komponente der Gummiköder sind die Jigköpfe – Haken mit Bleibeschwerung –, die ebenfalls in unterschiedlichen Größen und Formen erhältlich sind. Der Angelerfolg hängt auch davon ab, ob Jigkopf und Gummiköder zusammenpassen.

Der Gummifisch wird zunächst zum Grund abgelassen und dann ca. 1 Meter vom Grund angehoben, um keine Hänger zu erfahren. Der Angler kann den Gummifisch auch einfach in der Strömung halten und alle paar Minuten um einige Meter anheben, um ihn dann weiter in der Strömung spielen zu lassen. Der Vorgang kann wiederholt werden, bis der Gummifisch wieder an die Oberfläche kommt, da viele Fische den Köder bis zur Oberfläche verfolgen und erst kurz vorher zupacken.

8. Nicht explosiv aber fängig – die Dorschbombe

Die Dorschbombe wurde für das Angeln an Ost- und Nordsee und an den Fjorden Norwegens konzipiert. Die Dorschbombe ist eine Art großer Bleikopf, der wegen seines hohen eigenen Gewichts für das Fischen in großen Wassertiefen geeignet ist. Auf den Haken werden Kunstköder wie Twister und Gummifisch oder natürliche Köder wie Garnelen oder Fischfetzen montiert. Fische, die sich mithilfe der Dorschbombe erbeuten lassen, sind neben Dorsch Heilbutt, Leng, Seelachs und Steinbeißer. Dorschbombe können in Gewichten zwischen 35 Gramm und 400 Gramm erworben werden.

9. Wobbler – fast naturgetreue Fischnachbildungen

Der Wobbler ist ein Kunstköder, der auch im Meer für das Angeln von Raubfischen eingesetzt wird. Der Wobbler führt beim Einziehen der Schnur schlingernde Bewegungen aus und imitiert damit einen kranken oder angeschlagenen Fisch. Maßgeblich für den Angel-Erfolg ist auch hierbei die richtige Köderführung. Wobbler gibt es in sinkenden, schwimmenden oder schwebenden Ausführungen und in einer großen Farbauswahl. Ihre Basismaterialien sind Holz oder Kunststoff. Wobbler werden – je nach Größe und Verwendungsbereich – entweder einteilig oder auch zwei-, oder dreigeteilt und mit mindestens einem, zwei oder mehreren Drillingen angeboten. Typische Zielfische für das Wobbler-Fischen am Meer sind Seelachs, Dorsch und Meerforelle.

10. Lures – Kunstköder für das Big-Game-Fishing

Unter Big-Game-Anglern werden die Schleppköder Lures genannt. Jede Crew eines Big-Game-Bootes hat seine eigenen „Geheimwaffen“. Die Aktion eines Lures ist abhängig von dem Gewicht, der Kopfform, der Skirtlänge und Anzahl der Plastikstreifen. Auch der Vorfachdurchmesser und Schleppabstand müssen abgestimmt sein. Auch diese Köder gibt es in allen erdenklichen Farben und Ausführungen. Je nach dem Temperament der Fischart müssen die Lures in unterschiedlichen Geschwindigkeiten geschleppt werden. Die größten Lures sind bis zu 40 Zentimeter lang. Die wichtigsten Zielfische beim Big Game sind die verschiedenen Marlin-Arten, Segelfische, Wahoos, Thunfische und Tarpone.

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