Die 10 wichtigsten Punkte beim Kauf von Oldtimer-Teilen für Oldtimer-Traktoren

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Die 10 wichtigsten Punkte beim Kauf von Oldtimer-Teilen für Oldtimer-Traktoren

1. Finden Sie heraus, mit was Sie es zu tun haben

Traktoren, auch bekannt unter den Namen Ackerschlepper, Schlepper, Zugmaschine, Trecker oder Bulldog, werden vornehmlich in der Landwirtschaft genutzt. Sie kommen aber auch in der Forstwirtschaft, auf Flughäfen, im Bauwesen oder in Kommunalbetrieben zum Einsatz. Je nach Region kann sich die Bezeichnung für einen Traktor stark unterscheiden. So ist im nord- und mitteldeutschen Raum eher der Begriff Trecker geläufig, während sie im süddeutschen Raum eher Bulldog, denn Traktor oder Schlepper fahren würden. Der verkehrsrechtliche Begriff ist in Deutschland und Österreich Zugmaschine.

2. Erfahren Sie mehr über die Entwicklung von Oldtimer-Traktoren

Die Geschichte des Traktors soll in Russland begonnen haben. Hier meldete 1879 Fjodor Abramowitsch Blinow ein entsprechendes Patent an und stellte 1888 den ersten funktionsfähigen Raupen-Dampftraktor fertigt. Diese Innovation wurde jedoch erst 1896 weltweit bekannt, als der Traktor auf der altrussischen Industrieausstellung vorgestellt wurde. Ab 1912 begann man auch in den Vereinigten Staaten mit der Herstellung der Traktoren, die unter anderem große Landmaschinen ablösten, für die vierzig bis fünfzig Pferde nötig waren, um sie zu ziehen. Zunächst wurden die Traktoren durch Dampfmaschinen angetrieben, jedoch setzte sich um die Jahrhundertwende zwischen 19. und 20. Jahrhundert auch nach und nach der Verbrennungsmotor im Traktorenbau durch. Typische Oldtimer-Traktoren dieser Zeit sind der Marshal Colonial Tractor aus Großbritannien und der Rumely Oil Pull aus den USA. Als nächste größere Innovation hin zum heutigen Traktor ist der Fordson Typ F mit Vierzylinder-Ottomotor zu sehen, der 1917 vorgestellt wurde und sich auf den britischen Inseln rasant ausbreitete. 1920 wurden dort bereits 100.000 Fordson gefahren. In Deutschland ist es der Lanz-Bulldog, der aus der Entwicklungsgeschichte des Traktors nicht mehr wegzudenken ist. Lanz-Bulldogs gehören damit auch zu den häufigeren Modellen, die von Oldtimer-Freunden gepflegt werden.

3. Erfahren Sie, was Sie bei der Lackierung von Oldtimer-Traktoren beachten müssen

Bei Autos kann man rein an der Äußerlichkeit häufig nicht erkennen, um welche Automarke es sich handelt. Eine Ausnahme bilden Marken, bei denen die Lackierung zum charakteristischen Aussehen gehört, wie etwa das Rot beim Ferrari. Bei Traktoren ist dagegen die Lackierung modellübergreifend immer in den Farben des Herstellers gehalten. So sind Massey-Ferguson-Traktoren in der Regel Rot, Deutz-Fahr-Traktoren hellgrün, New-Holland-Traktoren blau mit weißen Felgen usw. Eine Ausnahme bilden Traktoren für den kommunalen Einsatz, die oft bereits mit orangefarbener Lackierung ausgeliefert werden. Wenn Sie Ihren Oldtimer-Traktor neu lackieren oder Ersatzteile für diesen erwerben, die noch lackiert werden müssen, ist es sinnvoll, hier die herstellertypischen Farben zu verwenden, um den Schlepper authentisch wirken zu lassen.

4. Erfahren Sie, wie Sie die passenden Ausstattungs- und Bedienelemente finden

Bei der Restauration eines Oldtimer-Traktors kann es vorkommen, dass Ausstattungs- und Bedienelemente fehlen oder defekt sind und ausgetauscht werden müssen. Um zu wissen, nach was Sie sich umsehen müssen, sollten Sie die Besonderheiten Ihrer Traktorenmarke kennen. So unterscheidet sich beispielsweise häufig die Lenkung. Auch die Türen können unterschiedlich sein. Neben rahmenlosen Kabinentüren wurden so bei Schlüter Schiebetüren verbaut. Frontscheiben lassen sich bei Kabinentraktoren in der Regel nach vorne öffnen. So wird die Sicht nicht behindert, wenn aus der Kälte etwa in den oft dunstigen Stall gefahren wird und die Scheiben beschlagen.

5. Finden Sie heraus, welche Getriebe, Achsen und Nebenantriebe geeignet sind

So unterschiedlich wie die Traktoren, so verschieden sind auch die Getriebearten. Allen gemein ist, dass es im Regelfall deutlich mehr Gänge gibt als bei Autos oder Lkws. Meist stehen hierzu bei älteren Modellen zwei Schalthebel zur Verfügung, wobei über einen die jeweilige Ganggruppe und über den anderen der dazugehörige Gang eingelegt wird. Über letzteren wird auch geschalten. Um das richtige Getriebe für Ihren Oldtimer-Traktor zu finden, ist es wichtig zu wissen, welches ursprünglich verbaut wurde und für welche Zwecke der Schlepper eingesetzt werden soll, falls sie Änderungen vornehmen möchten.

6. Finden Sie heraus, welcher Motor ursprünglich in Ihrem Traktor verbaut war

Im Normalfall ist der Motor bei einem Oldtimer-Traktor noch vorhanden, sodass Sie einen Anhaltspunkt haben, nach was Sie Ausschau halten müssen. Es kann jedoch auch vorkommen, dass es sich um einen „Scheunenfund“ handelt, aus dem bereits alles Brauchbare entfernt wurde. Dann hilft nur das Nachforschen in der jeweiligen Fachliteratur oder im Internet. Grundsätzlich wurden in Traktoren ziemlich alle Grundmodelle vom Einzylinder bis hin zu V8 oder V12 verbaut. In einigen Schlütermodellen finden Sie beispielsweise 8-Zylinder-Reihenmotoren.

7. Finden Sie heraus, welche Räder, Reifen und Laufwerke geeignet sind

Ein Traktor besitzt im Normalfall vier Räder, die für wenig tragfähige Böden oder auch auf Berghängen durch eine Zwillings- oder Drillingsbereifung ergänzt werden können. Im Normalfall sind die Hinterräder größer als die Vorderräder, was dem Bulldog sein charakteristisches Aussehen verleiht. Zudem verfügen manche Modelle auch nur über zwei Räder (Einachsschlepper), drei (Oldtimer-Dreiradschlepper von Ritscher), vier gleichgroße (z.B. MB-Trac) oder sechs bis acht Räder. Die Reifen sind in der Regel mit einem groben Stollenprofil versehen, das für guten Halt auf dem lockeren Ackerboden sorgt. Reine Wiesen- und Straßentraktoren besitzen oft Reifen mit niedrigeren und kleineren Stollen. Frühe Traktoren (wie etwa verschiedene Modelle des Lanz HL 12) besitzen noch reine Eisenreifen.

8. Erfahren Sie mehr über Allgaier-, Deutz-, Eicher- und Fendt-Traktoren

Passende Ersatzteile zu finden oder zu wissen, mit welchen bestimmte Stücke gegebenenfalls ersetzt werden können, sollten sie nicht mehr verfügbar sein, wird erleichtert, wenn Sie mehr über die einzelnen Traktormarken wissen.

Die Allgaier als Oldtimer-Traktoren

Allgaier haben nichts mit dem Allgäu zu tun, sondern sind nach ihrem Erfinder Erwin Allgaier benannt, der 1946 mit der Produktion des Typ R 18 begann. 1949 übernahm man die Lizenzen am Porsche-Volksschlepper und baute den Allgaier-Porsche AP 17, der über 5000 Mal verkauft wurde. Nach einigen Jahren wurde die Sparte dann 1955 an die Porsche-Diesel Motorenbau GmbH verkauft und Allgaier konzentrierte sich nur noch auf den Werkzeug- und Maschinenbau. Die Zeitspanne, in der Allgaier hergestellt wurden, ist deshalb relativ kurz.

Die Deutz-Schlepper als Oldtimer-Traktoren

Die Deutz AG wurde 1864 gegründet und stellte zunächst Motoren her. Die ersten Traktoren folgten mit der MTZ-Reihe ab 1927, wobei besonders der ab 1934 gefertigte MTZ 320 sehr erfolgreich war. Deutz gilt als der Vorreiter bei der rahmenlosen Blockbauweise, die erstmals beim F2M315, dem Stahlschlepper, der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Als legendär gilt auch der F1M414, der sich unter der Bezeichnung "Bauernschlepper" einbürgerte und ab 1936 hergestellt wurde. Deutz-Traktoren gibt es bis in die heutige Zeit.

Die Eicher-Traktoren als Oldtimer-Traktoren

Der Gebrüder-Eicher-Traktorenbau wurde 1936 gegründet. In diesem Jahr wurde ein erster Schlepper gebaut, der ab 1938 in verbesserter Form in Serie hergestellt wurde. Eicher war 1948 der erste Hersteller, der in Traktoren mit luftgekühlten Aggregaten arbeitete. Das war eine Technologie, die in Folge bei nahezu allen Traktorenherstellern eingesetzt wurde und über Jahrzehnte aus dem Schlepperbau nicht mehr wegzudenken war. Ab 1959 folgte die Raubtierserie, die die Modelle Tiger und Panther enthält. Ende der 90er Jahre wurde die Herstellung von Eicher-Traktoren in Deutschland eingestellt.

Die Fendt-Traktoren als Oldtimer-Traktoren

Fendt baute zwischen 1925 und 1927 die ersten Feldschlepper. Der spätere Erfolgsschlager, das Dieselross, folgte ab dem Jahr 1930. Frühe Fendt-Traktoren, etwa aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, waren durch ihre runde Form zu erkennen. Diese wurde ab etwa 1966 in ein eckigeres Design gewandelt. Fendt wurde 1992 von AGCO übernommen, die Marke und der Produktionsstandort Marktoberdorf wurden beibehalten.

9. Erfahren Sie mehr über Hanomag-, John-Deere- und Lanz-Traktoren

Die Hanomag-Traktoren als Oldtimer-Traktoren

Hanomag stellte 1924 den ersten Radschlepper her, konzentrierte sich jedoch bis zum Zweiten Weltkrieg eher auf Dieselmotoren. Danach wurde 1949 mit dem R 25 ein komplett neuer Schlepper mit fortschrittlicher Technik vorgestellt, mit dessen Hilfe sich Hanomag bis Mitte der 60er Jahre erfolgreich am Traktorenmarkt behaupten konnte. 1971 wurde die Traktorensparte jedoch aufgrund sinkender Verkaufszahlen aufgegeben.

Die Lanz Bulldogs und John-Deere-Traktoren als Oldtimer-Traktoren

Der Lanz ist wohl der Inbegriff des Oldtimer-Traktors und für viele Schlepperliebhaber schlichtweg Kult. Das Unternehmen Lanz wurde 1870 gegründet und die Fertigung von Lokomotiven und Dampfdreschmaschinen gestartet. Der erste Lanz-Traktor wurde 1912 produziert und 1921 schließlich zum Lanz Bulldog als Dr. Fritz Huber einen Rohöltraktor mit 12 PS Leistung und Glühkopfzündung vorstellte. Es folgten verschiedene Modelle, die immer wieder technische Maßstäbe setzten, bis das Unternehmen 1956 schließlich von John Deere aufgekauft wurde.

10. Erfahren Sie mehr über Porsche- und Schlüter-Traktoren

Der Porsche Diesel als Oldtimer-Traktor

Die Porsche Diesel Motorenbau GmbH wurde 1956 gegründet, als die Traktorensparte von Allgaier übernommen wurde. Nachdem das Allgaier-Sortiment zunächst fortgeführt wurde, wurde der Porsche Diesel bereits 1958 am zweithäufigsten zugelassen. 1960 nahmen die Zahlen ab und 1963 wurde die Produktion komplett eingestellt.

Der Schlüter als Oldtimer-Traktor

Schlüter wurde 1898 gegründet und begann zunächst sehr bescheiden. 1915 wurde dann ein Grundstück in Freising gekauft, auf dem der Erfolgszug der Traktoren begann. Die ersten Schlüter-Traktoren waren die Modelle DZM und DZM 25, jedoch sind der Allgemeinheit wohl vor allem die großen und starken PS-Schlepper bekannt, die Anfang der 60er Jahre gefertigt wurden und eine Leistung von 35 bis 80 PS erreichten. Dazu gehören zum Beispiel der Schlüter S45 und der Schlüter S60.

Wo finde ich Ersatzteile für meinen Oldtimer-Traktor?

Ersatzteile für Oldtimer-Traktoren findet man oft bei eBay. Zudem kann sich die Mitgliedschaft in einem Oldtimer- Traktorenclub oder der Besuch von Oldtimer-Traktorentreffen durch den Kontakt mit Gleichgesinnten auszahlen.

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