Dia- und Filmprojektion – das sollten Sie bei der Vorführung dieser Medien beachten

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Dia- und Filmprojektion – das sollten Sie bei der Vorführung dieser Medien beachten

Nicht nur aufgrund der aktuellen Retrowelle entdecken zunehmend mehr Privatanwender den Diaprojektor oder auch Filmprojektoren für sich. Waren in den 60er-Jahren Diapositive der Standard, um die Familienfotos zu sichern, hat die zunehmende Digitalisierung der Fotografie dieses Medium nahezu abgelöst. Dennoch gibt es viel Bildmaterial, das noch als Fotopositiv vorhanden ist. Viele Fotografen schätzen die hohe Qualität der Dias und digitalisieren diese bewusst nicht, um Qualitätsverluste zu verhindern.

Kaum etwas ist so stilecht wie ein Filmprojektor, der den traditionellen Super-8-Film spielt. Nicht nur in der Kunstszene ist dieses Medium für Events beliebt, auch im heimischen Wohnzimmer halten Filmprojektoren wieder Ihren Einzug, um nahezu vergessene Familienfilme oder auch Rollfilme oder andere Bildstreifen einer Filmkamera zu präsentieren.

Dieser Ratgeber gibt Ihnen Tipps, was bei der Präsentation von Bildern und Filmen mit Diaprojektoren und Filmprojektoren zu beachten ist. Zudem erhalten Sie wertvolle Hinweise, welche Funktionen verschiedene Modelle bieten und wie Ihre Präsentation damit bei allen gut ankommt.

Die verschiedenen Ausstattungsmerkmale eines Diaprojektors

Seit dem ersten Leitz-Diaprojektor von 1926 hat sich einiges getan: Nach einer Reihe manuell zu bedienender Projektoren wurden kleine Technikwunder auf den Markt gebracht, die mit Fernbedienung zu programmieren waren und dank komfortabler Magazinführung für einen entspannten Präsentationsstil sorgten. Die ausgeklügelte Technik moderner Geräte ermöglicht zudem eine Überblendtechnik, die zuvor nur durch die ideale Positionierung zweier oder mehrerer Geräte möglich war.

Die verschiedenen Modelle sind nicht als besser oder schlechter zu bewerten. Es kommt auf den vorgesehenen Einsatz an, ob ein Projektor für Sie geeignet ist oder eher nicht. Auch ein sehr alter, komplett manueller Projektor, in den nur eine Schiene mit zwei Bildern eingelegt werden kann, kann eine sinnvolle Investition sein. Diese Modelle bieten beispielsweise den Vorteil besonders robust zu sein. Oftmals ist das einzige Verschleißteil die Glühbirne. Beim Kauf eines gebrauchten Projektors dieser Art sollten Sie aber in jedem Fall die Lichtstärke beachten. Es macht durchaus einen Unterschied, ob Sie einen Projektor mit 150 oder aber 400 Watt Leistung benutzen. Doch auch hier heißt es, dass die höhere Wattzahl nicht unbedingt besser sein muss: Je nach Raumgröße genügt auch ein Projektor mit einer geringeren Leistung völlig und verbraucht dabei weniger Energie.

Eine Alternative zum elektronisch raffinierten Projektor mit Überblendtechnik kann der Einsatz zweier einfacher Projektoren sein. Wenn diese perfekt positioniert werden, dann ist es möglich Ihren Aufnahmen Untertitel zu geben, Bild-in-Bild Motive zu zeigen oder weiche Übergänge zu zaubern. Das Timing und die Ausrichtung sind sehr aufwendig, aber es lohnt sich in jedem Fall. Empfehlenswert sind in diesem Fall programmierbare Projektoren, sodass eine perfekte zeitliche Abstimmung der Geräte aufeinander gewährleistet ist.

Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die Art der Magazine, die ein Projektor befördert. Im Wesentlichen wird differenziert zwischen Rundmagazinen und Einzelmagazinen. Ein Rundmagazin bietet den Vorteil, dass es in Endlos-Schleife wiedergegeben werden kann. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn Sie Ihre Aufnahmen als schmückendes Beiwerk an einem Abend unter Freunden oder bei einer Veranstaltung laufen lassen wollen. Zur Aufbewahrung sind längliche Einzelmagazine eventuell jedoch sinnvoller.

Auf hochwertige Fotopositive für Ihre Diapräsentation achten

Nach der Wahl eines Diaprojektors sollten Sie großen Wert auf den Zustand Ihrer Fotopositive legen. Falls es sich um neu getätigte Aufnahmen handelt, die Sie erst vom Diafilm entwickeln lassen, dann empfiehlt es sich, dies direkt im Fotostudio vornehmen zu lassen. So können Sie sichergehen, dass die Bilder gerade geschnitten und gerahmt werden und – falls Sie sich für Glasrahmen entscheiden – die Aufnahmen fussel- und staubfrei unter das Glas kommen.

Entscheiden müssen Sie lediglich, ob Ihre Aufnahmen einen hochwertigen Glasrahmen erhalten oder besser in einem Diarahmen ohne Glas zur Geltung kommen sollen. Sie sollten bedenken, dass jede Schicht zwischen Ihrem Motiv und dem Projektor zu einem Verlust an Bildinformationen führt. Das Glas hat zudem den Nachteil, durch Interferenzen des Lichts Newtonsche Ringe zu produzieren, die zu Zerreffekten auf dem projizierten Bild führen. Zwar gibt es spezielle Gläser, die dies minimieren, dadurch wirken jedoch größere Flächen oft schlecht aufgelöst, ähnlich wie bei einem Film mit hoher ISO-Angabe.

Mit Glas gerahmte Dias, die seit einigen Jahren liegen, können sich milchig verfärben. In diesem Fall hilft es nur die Aufnahme zu entnehmen und das Glas gründlich, eventuell mit einem Glasreiniger, zu säubern. Sollte das Glas einen Pilzbefall aufweisen, dann tauschen Sie es besser aus.

Der Diarahmen ohne Glas hingegen schützt das Bild weder vor Staub noch Fingerabdrücken und zudem ist es oft problematisch, wenn sich das Filmmaterial im heißen Projektor erwärmt und dann verformt: auch dann sind Darstellungsprobleme vorprogrammiert.

Verschiedene Filmprojektoren für unterschiedliche Filmrollen

Filmprojektoren werden häufig auch als Laufbildprojektoren bezeichnet. Jedoch gibt es auch den Rollbildprojektor, der für Rollfilme verwendet wird. Dieses Modell ist einem Diaprojektor ähnlich, allerdings bietet es statt einem Einschub für Dias zwei Filmspulen, zwischen die der Rollfilm gespannt wird, um dann von Hand – Bild für Bild – weitergedreht zu werden. Dieses Modell ist besonders für Märchenfilme aber auch für Reisefilme interessant: Illustrationen zu Märchen und Geschichten oder Landschaftsaufnahmen untermalen dann einen Vortrag beziehungsweise den gelesenen Text.

Beim klassischen Filmprojektor werden pro Sekunde 24 Standbilder gezeigt. Durch die schnelle Abfolge dieser Bilder entsteht beim Auge der Eindruck des bewegten Bildes. Der in den 60er-Jahren häufig verwendete Super-8-Film kann nur auf speziellen Super-8-Projektoren wiedergegeben werden, die mit nur 18 Bildern pro Sekunde arbeiten.

Bei der Wahl des richtigen Projektors müssen Sie unbedingt das vorhandene Bildmaterial beachten. Generell gilt, dass ein Film in der Geschwindigkeit wiedergegeben werden muss, in der er gedreht wurde. Für die allerersten Stummfilme der 20er- Jahre gilt beispielsweise eine Geschwindigkeit von 16 bis maximal 22 Bildern pro Sekunde. Dies entspricht dem Tempo der Aufnahme. Wird die Geschwindigkeit nicht beachtet, erscheinen die Filme wie im Zeitraffer wiedergegeben und laufen so zu schnell oder zu langsam.

Falls Sie Filme verschiedener Aufnahmegeräte besitzen, dann empfiehlt sich ein Filmprojektor mit variabler Geschwindigkeit. Sie können Ihr Gerät dann an das jeweilige Medium anpassen.

Schenken Sie Ihren Filmen und Diapositiven den richtigen Raum

Auch wenn das präsentierte Medium ein gänzlich anderes ist, so ist sowohl bei dem Einsatz eines Filmprojektors als auch eines Diaprojektors die sorgfältige Vorbereitung des Raumes wichtig. Bereits bei der Wahl des Raumes sollten Sie darauf achten, dass dieser in jedem Fall abzudunkeln ist. Empfehlenswert sind vor allem dicke Verdunklungsvorhänge oder Außenjalousien. Aber auch das private Wohnzimmer können Sie abdunkeln. Falls keine Vorhänge und Jalousien oder ähnliches zur Verfügung stehen, dann können Sie sich mit dunklen Wolldecken behelfen, die vor die Fenster gehangen werden.

Für eine Präsentation vor Publikum ist es empfehlenswert die Verdunkelung zwar zu testen aber den Raum dann, vor Beginn der Veranstaltung, wieder zu erhellen. Sind die Außenjalousien elektrisch zu bedienen, sollten Sie davon in jedem Fall Gebrauch machen, denn es ist höflicher, die Besucher im Hellen zu begrüßen. Zudem signalisieren Sie unmissverständlich den Beginn der Vorführung, wenn es dunkel wird. Sie werden feststellen, dass dieses Dunkelwerden auch dazu führt, dass etwaiges Gemurmel sofort verstummt. Sollte die Verdunkelung nur manuell, beispielsweise durch ein Kurbeln der Rollos, möglich sein, dann ist es vorteilhaft, wenn Sie jemanden bitten, dies für Sie zu übernehmen.

Im heimischen Rahmen hingegen kann eine Vorführung besonders reizvoll sein, wenn Ihr Publikum im leicht abgedunkelten Raum, der eventuell mit einer Tischleuchte nur spartanisch erleuchtet wird, empfangen wird. Das Dunkle wirkt in diesem Zusammenhang gemütlich und einladend und stimmt optimal auf einen privaten Filmabend ein.

Überlegen Sie gründlich, welche Wandfläche für eine Projektion geeignet ist. Ideal ist eine helle, eventuell weiße und sehr glatte Wand. Unebenheiten auf der Wand, etwa auf einer Raufasertapete, stören die Bildqualität und können Ihre Präsentation negativ beeinflussen. Falls Sie keine ebene Wand finden, können Sie auch eine Leinwand verwenden. Im privaten Rahmen hilft auch ein weißes Bettlaken, das notfalls auch über das Türblatt gehangen und in der Tür eingeklemmt werden kann.

Machen Sie sich auch sorgfältig Gedanken darüber, wo die optimale Sitzposition und ein geeigneter Abstand zur Projektionsfläche liegen. Hochwertige Projektoren sind mit Wechselobjektiven ausgestattet. Mit diesen können Sie auf jede Entfernung zur Projektionsfläche reagieren und die Bildgröße recht variabel anpassen. Die einfach ausgestatteten Modelle bzw. die meisten Filmprojektoren müssen Sie perfekt positionieren. Falls Sie einen Projektor besitzen, der sich für Dias programmieren lässt oder dessen Film nicht von Hand gedreht werden muss, können Sie diesen auch über den Köpfen der Zuschauer platzieren – etwa auf einer speziellen Wandkonsole oder einem Regal.

Prüfen Sie die Lichtstärke Ihres Diaprojektors oder Filmprojektors genau. Sie sollten immer die maximal zulässige Wattzahl benutzen, um die volle Leistung auszuschöpfen. Dennoch bedeutet dies nicht, dass ein Projektor mit geringerer Wattzahl schlechter sein muss. Je nach Raumgröße und Abstand von der Projektionsfläche kann auch ein Projektor mit 150 Watt vollkommen ausreichend sein.

Vorführungen gekonnt abschließen

Neben einem gelungenen Anfang gehört zu jeder Präsentation auch ein runder Abschluss. Lassen Sie die Präsentation Ihrer Medien nicht damit enden, dass der Film von der Spule schnappt und das Magazin automatisch stoppt. Optimal ist es, wenn das Ende als Abspann gestaltet wird. Bei einer Diaprojektion bietet sich beispielsweise ein kurzes Medley der schönsten fünf Bilder mit passenden Untertiteln an. Eine Filmvorführung könnte mit der Aussicht auf das Programm der nächsten stimmungsvoll enden.

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