Deshalb sind kirchliche Doktortitel in Deutschland verboten.

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Deshalb sind kirchliche Doktortitel in Deutschland verboten.


Gemäß § 34 a Abs. 1, S.5 i.V.m. § 34 a Abs. 1 BerlHG (Berliner Hochschulgesetz) dürfen kirchliche akademische Grade nur dann geführt werden, wenn sie von einer anerkannten Religionsgemeinschaft oder Kirche nach Durchführung eines kirchlichen akademischen Studiums und einer Prüfung verliehen worden sind und der Abschluss bzw. der kirchliche akademische Grad nach den Regelungen des Herkunftslandes als Hochschulabschluss anerkannt ist.

Käuflich erworbene Titel dürfen nicht geführt werden. Kirchliche Titel, die den Anschein eines akademischen Titels erwecken, wie z. B. Doctor of Divinity, Doctor of Religion usw. dürfen nicht geführt werden.

Die unbefugte Führung solcher Titel kann den Tatbestand des § 132 a Abs. 2 StGB erfüllen, da eine Verwechslungsgefahr mit akademischen Titeln besteht.

 

Staatsanwaltschaft: Hundert Razzien wegen falscher Doktor-Titel

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 23.04.13, 13:41 | Aktualisiert: 23.04.13, 19:29 | 57 Kommentare

 

Die Durchsuchungen von Wohnung und Redaktionsräumen der Journalistin xxxx sind kein Einzelfall. Der Lübecker Staatsanwalt führt wegen der Doktortitel circa hundert Verfahren durch, bei denen er regelmäßig auch die Beschlagnahmung von Computern beantragt.

 

In der vergangenen Woche hat der Fall xxxx für Aufsehen gesorgt. Acht Beamte durchsuchten ihre Wohnung und ihre Redaktion. Die Journalistin hatte von ihren Kindern als Scherz einen Ehrendoktor-Titel des xxxxx zum Geburtstag geschenkt bekommen .

 

Doch die Hausdurchsuchungen bei xxxxx sind kein Einzelfall. Das Amtsgericht Lübeck sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass es allein im Zusammenhang mit den Ehrendoktortiteln des xxxxxxx bundesweit circa 100 Hausdurchsuchungen angeordnet habe.

Staatsanwalt will auch Computer beschlagnahmen

 

Die Journalistin xxxx hat sich niemals im Ernst als echte Doktorin ausgegeben. Dennoch wird sie von der Staatsanwaltschaft verdächtigt, nach Paragraph 132a des Strafgesetzbuchs zu Unrecht einen akademischen Grad zu führen.

 

Die Durchsuchungen sind Skandal genug. Doch beinahe wäre es noch schlimmer gekommen. Die Staatsanwaltschaft Lübeck bestätigte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass sie eigentlich auch die Beschlagnahmung von Ihnenfeldts Computern beantragt hatte.

 

Dies sei jedoch vom Amtsgericht Lübeck im diesem Fall nicht genehmigt worden, da ein Ermittlungsergebnis nach Ansicht des Gerichts auch so habe erreicht werden können.

 

Die Staatsanwaltschaft hätte gern auch die E-Mails und die elektronischen Dokumente der Journalistin geprüft. Denn auch dort bestand ja der Verdacht, dass sie zu Unrecht einen Doktortitel führt.

 

Eine Telefonüberwachung habe das Gesetz in diesem Fall allerdings ausgeschlossen, so die Staatsanwaltschaft. Denn dies sei der „stärkere Eingriff“.

Auch Redaktionsräume im Visier der Ermittler

 

Internetrecherchen gehören bei der Staatsanwaltschaft Lübeck inzwischen zum Alltag. Im Zusammenhang mit den Ehrendoktortiteln des xxxxx seien bundesweit circa 80 Verfahren eingeleitet worden, so die Staatsanwaltschaft.

 

Redaktionsräume genießen in Deutschland eigentlich einen besonderen Schutz. Die Staatsanwaltschaft sagt, es habe sich „den Kollegen nicht erschlossen“, dass Ihnenfeldt Journalistin ist. Wenn man das gewusst hätte, wären die Redaktionsräume „möglicherweise schon“ von der Durchsuchung ausgenommen worden – „wegen der rechtlichen Hürden“.

 

Das heißt, wenn es sich „den Kollegen nicht erschließt“, dass es sich um eine Redaktion handelt, dann können ganz schnell auch Journalisten in das Visier der Ermittler geraten.

Amtsgericht: Durchsuchungen sind zur Entlastung der Verdächtigen

 

Das Amtsgericht Lübeck erlaubte zwar die Durchsuchungen von xxxxx Wohnung und Redaktionsräumen. Doch die vom Staatsanwalt geforderte Beschlagnahmung ihrer Computer lehnte das Gericht als unnötig ab.

 

Die Durchsuchungen von Wohung und Redaktion seien „sicherlich verhältnismäßig“, sagte das Amtsgericht. „Denn eine Durchsuchung dient auch der Entlastung der Verdächtigen. Und anders kommt man an die Beweise nicht ran“, so das Amtsgericht. Wenn man Verdächtige zum Beispiel vorgeladen würde, dann bestünde immer die Gefahr, dass sie die Beweise vernichten.

xxxxx = Name unkenntlich dargestellt.

Deshalb sind kirchliche Doktortitel in Deutschland verboten.

 

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