Des Sammlers Ansprüche

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Bund 1972-92 postfrisch im SAFE-Binder. So lautet beispielsweise ein typisches Angebot bei Ebay. Frage an den Verkäufer 1 Stunde vor Auktionsende: Sind wirklich alle Marken perfekt gezähnt und ist die Gummierung ohne jeden Fingerabdruck...- Höchstgebot zu diesem Zeitpunkt: 32,44 Euro. Das entspricht etwa 5% des Katalogwertes. Abgesehen davon, was Blätter und Ringbinder kosten - nämlich weit mehr als 32,44 Euro.
Die Frage bleibt unbeantwortet. Eine Gehässigkeit des Verkäufers? Eine berechtigte Frage?
Das Angebot erhält einen Auktionsschlußpreis von 55,02 Euro und später die Bewertung: Perfekt- super Preis, gute Qualität, schneller Versand. Der Verkäufer ist mit dem Preis zufrieden, nicht aber mit derartigen Anfragen. Vor einem Gebot sollte sich jeder Interessent zunächst einmal Gedanken machen, zu welchem Preis-Leistungsverhältnis eine Sammlung oder auch einzelne Briefmarken angeboten werden.
Höchste Qualitätsansprüche zu minimalsten Preisen unter der Voraussetzung, dass ein Anbieter 300 Marken aus den Taschen nimmt um diese auf Herz und Nieren zu prüfen? Das funktioniert sicher nicht. Andererseits ist der Interessent mit den gehobenen Ansprüchen nicht bereit auch nur 20% Katalogwert zu zahlen.
Weil wir gerade beim Thema "postfrisch" sind: Einige weisen darauf hin, postfrisch bedeute, wie von der Post erhalten. Weit gefehlt. Die Ansprüche deutscher "Gummifeteschisten" liegen weit über dem, was die Post heute an Qualität zu liefern im Stande ist - insbesondere von der Gummierungsart. So finden sich bei deutschen Zehnerbogen, frisch gekauft am Postamt, sehr oft Fingerspuren oder Büge. Bei ausländischen Marken, z.B. USA oder Venezuela, erhält der Käufer nur selten völlig einwandfreie Marken, ein Umtausch bringt rein gar nichts, die Qualität ist die gleiche. Große Versender legen in diesen Fällen Zettel bei, "eine bessere Qualität sei nicht zu erhalten gewesen".
Marken vor 1950 werden oft genug mit "Neugummi" geschönt, weil der deutsche Sammler partout nicht bereit ist die Sammelform " mit Falz" zu akzeptieren. Das Thema "Gummierung" ist also ein weitreichenderes Thema, was sich mit Sicherheit nicht auf die Aussage "wie von der Post erhalten" reduzieren läßt. Besser wäre es sich auch mit der Erhaltung " mit sauberem Erstfalz" oder " minimale Falzspur" anzufreunden statt selbst herstellungsbedingte Gummimängel zu verteufeln ( DDR Debria Block 7 - Kontrollrat Block 12 A/B usw.)
Aber vor allem: Luxusqualität kostet Luxusgeld. Ob Einzelmarke oder Sammlung. Wer sich aus einem Lagerbuch einen bestimmten Stempel heraussuchen läßt kann nicht erwarten die Marke für 10% erwerben zu können. Bei aller Freude an der Schnäppchenjagd - lassen Sie die Kirche im Dorf. Vernünftige Angebote kann es nur bei vernünftigen Käufern geben.


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